{"id":15829,"date":"2010-06-09T00:00:00","date_gmt":"2010-06-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15829\/die-oelpest-im-golf-von-mexiko-auch-eine-katastrophe-fuer-das-leben-unter-wasser\/"},"modified":"2019-05-30T13:18:48","modified_gmt":"2019-05-30T11:18:48","slug":"die-oelpest-im-golf-von-mexiko-auch-eine-katastrophe-fuer-das-leben-unter-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15829\/die-oelpest-im-golf-von-mexiko-auch-eine-katastrophe-fuer-das-leben-unter-wasser\/","title":{"rendered":"Die \u00d6lpest im Golf von Mexiko: Auch eine Katastrophe f\u00fcr das Leben unter Wasser"},"content":{"rendered":"<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"200px\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ab2b392d-ab2b392d-6984_11399.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Putzaktion an einem Strand in \u00abGrand Isle\u00bb am 8. Juni. Mittlerweile sind 160 km der K\u00fcste \u00f6lverschmutzt. \u00a9 Jose Luis Magana \/ Greenpeace\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ab2b392d-ab2b392d-6984_11399.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"333\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Putzaktion an einem Strand in \u00abGrand Isle\u00bb am 8. Juni. Mittlerweile sind 160 km der K\u00fcste \u00f6lverschmutzt. \u00a9 Jose Luis Magana \/ Greenpeace<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das Deepwater Horizon-Ungl\u00fcck von BP nimmt immer mehr Ausmasse an, die an ein \u00abTschernobyl der Meere\u00bb denken lassen. Im Unterschied zu \u00abherk\u00f6mmlichen\u00bb Tankerungl\u00fccken handelt es sich hier nicht um eine endliche Menge \u00d6l, die sich dann, wenn auch unendlich langsam, im Laufe der Jahrzehnte aufl\u00f6st. Es geht auch nicht \u00abnur\u00bb um \u00d6l an der Wasseroberfl\u00e4che, sondern es str\u00f6mt eine massive Menge \u00d6l aus dem Meeresgrund, Sekunde um Sekunde, Woche um Woche und ein Ende ist nicht abzusehen. Sprudelt die braune Br\u00fche weiter bis Ende Jahr \u2013 was leider durchaus realistisch ist \u2013 wird die bisher beim gr\u00f6ssten Tankerungl\u00fcck freigesetzte \u00d6lmenge bereits um mehr als das zehnfache \u00fcbertroffen sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f7418d2e-f7418d2e-6985_11400.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Die \u00f6lverschmutzten V\u00f6gel, wie dieser Pelikan, sind die sichtbarsten Opfer der \u00d6lkatastrophe im Golf von Mexiko. Doch auch f\u00fcr die Tiere unter der Wasseroberfl\u00e4che stellt das \u00d6l eine t\u00f6dliche Bedrohung dar. \u00a9 Jose Luis Magana \/ Greenpeace\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f7418d2e-f7418d2e-6985_11400.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"369\"><\/a>Sichtbar sind bis jetzt vor allem die Sch\u00e4den an Mangroven, Strand- und Meeresv\u00f6geln.\u00a0Das stille Sterben unter Wasser bleibt den Blicken und Kameras der Welt\u00f6ffentlichkeit verborgen. Das heisst aber nicht, dass es nicht stattfindet.<\/p>\n<p>Ganz im Gegenteil: So ist der Golf von Mexiko das Laichgebiet der westlichen Population des Roten Thunfischs (auch als Blauflossenthun bekannt). Die \u00f6stlichen Laichgr\u00fcnde sind im Mittelmeer. Er ist wegen zu starker \u00dcberfischung akut vom Aussterben bedroht. Und er laicht genau in der Zeit von April bis Mai. Falls die Fische \u00fcberhaupt in den verschmutzten Golf gelangen und dort ablaichen, werden der Laich, und die sich entwickelnden Kleinstlarven die an der Oberfl\u00e4che treiben, in dem dortigen Gemisch aus \u00d6l und dem von BP fl\u00e4chendeckend ausgebrachten giftigem Dispersionsmittel keine \u00dcberlebenschance haben. Der Golf von Mexiko ist zudem auch Laichgebiet anderer h\u00f6chst gef\u00e4hrdeter Grossraubfische wie Gelbflossen-Thun, Schwertfisch und Marlin. Und auch ausgewachsene Tiere sind direkt durch die \u00d6lpest bedroht. Das in Tropfen im Wasser schwebende \u00d6l droht die Fische zu vergiften oder ihre Kiemen zu verstopfen. Wale und Delfine, die zum Luft holen regelm\u00e4ssig an die Meeresoberfl\u00e4che auftauchen m\u00fcssen, drohen die Ateml\u00f6cher zu verkleben. Von den f\u00fcnf im Golf vorkommenden Seeschildkr\u00f6ten-Arten sind drei vom Aussterben bedroht \u2013auch sie sind vom \u00d6l direkt bedroht.<\/p>\n<p>Und, auch das eine neue Dimension der Meeresverschmutzung, da zum ersten Mal ein so gigantisches \u00d6lungl\u00fcck auf 1500 Metern Tiefe stattfindet, k\u00f6nnen die Auswirkungen auf die Tiefsee-Lebewesen nur vage abgesch\u00e4tzt werden. Es ist aber klar, dass gerade Tiefseefische, die nur einen kleinen, r\u00e4umlich scharf begrenzten Lebensraum haben, sehr stark von Verschmutzungen betroffen sind. Zudem ist die Tiefsee normalerweise sehr stabil \u2013 die dortigen Lebewesen reagieren entsprechend verletzlich auf \u00c4nderungen ihrer Umgebung. Tiefsee-Lebewesen entwickeln sich zudem nur \u00e4usserst langsam und brauchen zum Teil Jahrzehnte bis sie geschlechtsreif sind. Die im Golf erst k\u00fcrzlich entdeckten Tiefsee-Korallen w\u00fcrden sich, wenn \u00fcberhaupt, erst in Jahrhunderten wieder erholen.<\/p>\n<p>Es bleibt als einziger Hoffnungsschimmer, dass diese himmeltraurige Katastrophe wenigstens, \u00e4hnlich wie Tschernobyl, zu einem globalen Umdenken f\u00fchrt. Zur grunds\u00e4tzlichen Frage, wie viel Umweltzerst\u00f6rung wir in Kauf nehmen wollen, um weiterhin mit unseren Benzinkarossen durch die Gegend brausen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0 Putzaktion an einem Strand in \u00abGrand Isle\u00bb am 8. Juni. 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