{"id":15918,"date":"2010-05-05T00:00:00","date_gmt":"2010-05-04T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/15918\/der-mississippi-und-sein-delta-ein-strom-der-superlative\/"},"modified":"2019-07-09T15:22:35","modified_gmt":"2019-07-09T13:22:35","slug":"der-mississippi-und-sein-delta-ein-strom-der-superlative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/15918\/der-mississippi-und-sein-delta-ein-strom-der-superlative\/","title":{"rendered":"Der Mississippi und sein Delta &#8211; ein Strom der Superlative"},"content":{"rendered":"\n<p>Zwei Wochen nach der Explosion auf der \u00d6lbohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko kommt die Natur den Einsatzkr\u00e4ften zu Hilfe. G\u00fcnstige Winde verhindern derzeit, dass das \u00d6l am Festland angeschwemmt wird. Trotzdem sprudeln jeden Tag sch\u00e4tzungsweise 700 Tonnen Roh\u00f6l ins Wasser. Der riesige \u00d6lteppich im S\u00fcden der USA bedroht nicht nur eine immense Artenvielfalt, sondern auch eine \u00f6kologisch wertvolle Landschaft und die Lebensgrundlage vieler Menschen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/cc51df9d-cc51df9d-6972_11387.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>21. April: Feuerwehr-Boote versuchen den Brand auf der Bohrinsel zu l\u00f6schen. <br>\u00a9 The United States Coast Guard<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Der Strom Mississippi ist 3778 km lang. Er entspringt dem Itascasee im n\u00f6rdlichen Minnesota und vereinigt sich mit dem Missouri und dem Meramac bei St. Louis sowie mit dem Ohio in Illinois. Bis auf das Gebiet um die grossen Seen entw\u00e4ssert der Fluss das gesamte Gebiet zwischen den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten. Er fliesst durch zehn US-Staaten: Minnesota, Wisconsin, Iowa, Illinois, Missouri, Kentucky, Arkansas, Tennessee, Mississippi und Louisiana. Danach m\u00fcndet er im Mississippi-Delta rund 160 Kilometer s\u00fcdlich von New Orleans in den Golf von Mexiko.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/2c9a68dc-2c9a68dc-6974_11389.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Luftaufnahme vom \u00d6lteppich vor einer Insel \u00f6stlich der K\u00fcste Louisianas. <br>\u00a9 Daniel Beltr\u00e1 \/ Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Das Mississippi-Delta bildet eine der gr\u00f6ssten M\u00fcndungsgebiete der USA. Das subtropische Gebiet wird auch als Vogelfussdelta bezeichnet, weil es sich fingerf\u00f6rmig in den Golf erstreckt. Das d\u00fcnn besiedelte Naturparadies ist mit einer Fl\u00e4che von etwa 28\u2019600 Quadratkilometern eines der weltweit gr\u00f6ssten Flussdeltas. Insgesamt hat es f\u00fcnf Hauptarme, die durch riesige Mengen von Ablagerungen entstanden sind. Das Naturparadies besteht aus Mangrovenw\u00e4ldern, Marschen und Sumpflandschaften. Das unzug\u00e4ngliche Gebiet ist eine bedeutende Rast- und Laichstation und Kinderstube f\u00fcr viele Vogel- und Fischarten. Doch auch seltene Schildkr\u00f6tenarten, die in der N\u00e4he ihre Niststr\u00e4nde haben, leben in diesen Gew\u00e4ssern. Im Golf von Mexiko finden sich mehrere Wal- und Delfinarten darunter Buckelwal, Pottwal und Grosser T\u00fcmmler. Sogar Fischotter, Nerze und Alligatoren leben in diesem \u00f6kologisch wertvollen und einzigartigen Gebiet. Die Gew\u00e4sser so artenreich, dass sich Venice\/Louisiana als \u00abFischerei-Hauptstadt der Welt\u00bb bezeichnet. Sie sind eine der Haupteinnahmequellen der hier ans\u00e4ssigen Menschen.<\/p>\n\n<p>Die Sumpflandschaften der Region machen rund 40 Prozent der Feuchtgebiete der ganzen USA aus. Die \u00f6kologisch hochsensiblen Gezeitenw\u00e4lder und S\u00fcmpfe sind fast nicht zu reinigen, denn in diesem Naturparadies gibt es weder Zufahrten f\u00fcr Lastwagen, noch l\u00e4sst sich dort schweres Bergungsger\u00e4t auffahren. Das \u00d6l wird sich \u00fcberall ungehindert verteilen. Das einzige was man tun kann, ist in den \u00f6kologisch wertvollsten Buchten und Kan\u00e4le \u00d6lsperren auszulegen. Damit die \u00d6lsperren funktionieren, m\u00fcssen die Buchten aber m\u00f6glichst windgesch\u00fctzt sein.<\/p>\n\n<p>Grosse Teile der Golfk\u00fcste sind mit Mangrovenw\u00e4ldern bewachsen, und diese geh\u00f6ren zu den \u00d6kosystemen, die am empfindlichsten auf \u00d6lverschmutzung reagieren: Das \u00d6l verklebt die \u00d6ffnungen in den Luftwurzeln der Pflanzen, sodass sie nicht mehr atmen k\u00f6nnen und absterben. Diese gravierenden Sch\u00e4den haben weitreichende Folgen f\u00fcr den K\u00fcstenschutz, denn die Mangroven leisten zuk\u00fcnftigen Hurrikanen weniger Widerstand \u2013 zumal sie sich nur schlecht regenerieren, da sie langsam wachsen. F\u00fcr das Mississippi-Delta kann es damit beim n\u00e4chsten Wirbelsturm noch wesentlich schlechter aussehen, als es beim letzten Mal bereits der Fall war.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/56750e80-56750e80-6975_11390.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Mitglieder des \u00abTri State Bird Rescue and Research\u00bb Teams behandeln einen Basst\u00f6lpel, den sie letzten Freitag im \u00d6lteppich vor der K\u00fcste Louisianas aufgegriffen haben.<br>\u00a9 Sean Gardner\/Greenpeace<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>F\u00fcr die Tiere bef\u00fcrchten Meeresbiologen das Schlimmste. Etwa die 5000 im Golf lebenden Delfine. Sie m\u00fcssen zweimal in der Minute an die Wasseroberfl\u00e4che und werden den \u00d6ldunst einatmen. Ebenso ergeht es den Walen und Meeresschildkr\u00f6ten. Austern und Krabben k\u00f6nnen dem \u00d6lteppich nicht entkommen. F\u00fcr die Meeresv\u00f6gel und eine Unzahl von Zugv\u00f6geln, die um diese Jahreszeit aus S\u00fcdamerika zur\u00fcckkehren, ist das \u00d6l am gef\u00e4hrlichsten, weil sie ihre Nahrung nahe der Wasseroberfl\u00e4che finden. Forscher der staatlichen University of Louisiana haben Proben des \u00d6ls analysiert \u2013 es sei nicht schwergiftig, aber klebrig. Es zerst\u00f6rt das Federkleid, das die Tiere warm h\u00e4lt und zum Fliegen bef\u00e4higt. Bei dem Versuch, ihre Federn von dem klebrigen Zeug zu s\u00e4ubern, schlucken die V\u00f6gel das \u00d6l und vergiften sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0 21. 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