{"id":16118,"date":"2010-02-16T00:00:00","date_gmt":"2010-02-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/16118\/zehn-jahre-gefaengnis-fuer-japanische-walschuetzer\/"},"modified":"2019-05-30T13:25:58","modified_gmt":"2019-05-30T11:25:58","slug":"zehn-jahre-gefaengnis-fuer-japanische-walschuetzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/16118\/zehn-jahre-gefaengnis-fuer-japanische-walschuetzer\/","title":{"rendered":"Zehn Jahre Gef\u00e4ngnis f\u00fcr japanische Walsch\u00fctzer?"},"content":{"rendered":"<p><b>Prozess gegen zwei Walsch\u00fctzer in Japan unter scharfer Beobachtung von UNO und Umweltorganisationen<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Prozess gegen zwei Walsch\u00fctzer in Japan unter scharfer Beobachtung von UNO und Umweltorganisationen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"200px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"15.02.2010: Toru Suzuki (links) und Junichi Sato (rechts) zusammen mit ihrem Anwalt vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude in Aomori, Japan. \u00a9 Jeremy Sutton-Hibbert \/ Greenpeace\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/91f91ccc-91f91ccc-6950_11365.jpg\" alt=\"15.02.2010: Toru Suzuki (links) und Junichi Sato (rechts) zusammen mit ihrem Anwalt vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude in Aomori, Japan. \u00a9 Jeremy Sutton-Hibbert \/ Greenpeace\" width=\"500\" height=\"333\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>15.02.2010: Toru Suzuki (links) und Junichi Sato (rechts) zusammen mit ihrem Anwalt vor dem Gerichtsgeb\u00e4ude in Aomori, Japan. \u00a9 Jeremy Sutton-Hibbert \/ Greenpeace<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Am\u00a0Montag 15. Februar hat nach einer fast zweij\u00e4hrigen Vorgeschichte in Aomori im Norden Japans der Prozess gegen die zwei Walsch\u00fctzer Junichi Sato und Toru Suzuki begonnen. In dem politisch motivierten Verfahren drohen den beiden Greenpeace-Aktivisten bis zu zehn Jahre Haft<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Die Vorgeschichte:<\/h4>\n<p>Im Januar 2008 gibt ein ehemaliges Besatzungsmitglied der Walfangflotte Greenpeace den Hinweis, dass die Mannschaften regelm\u00e4ssig grosse Mengen des \u00abzu wissenschaftlichen Zwecken\u00bb erbeuteten Walfleischs von Bord schmuggeln und auf eigene Rechnung verkaufen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das Walfangschiff \u00abNisshin Maru\u00bb legt am 15. April in Tokio an und ihre Besatzung geht mit fast 100 Kartons mit verd\u00e4chtigem \u00abpers\u00f6nlichem Gep\u00e4ck\u00bb von Bord. Der Inhalt der Schachteln ist mit \u00abPappe\u00bb, \u00abGesalzenes\u00bb usw. deklariert.<\/p>\n<p>Greenpeace-Aktivisten verfolgen einen der Kartons bis zu einer Lagerhalle in Aomori und nehmen ihn am 16. April sich, um Beweise f\u00fcr den illegalen Walfleischhandel zu sichern.\u00a0Am 15. Mai enth\u00fcllt Greenpeace an einer Pressekonferenz in Tokio den Skandal um die Unterschlagung von Walfleisch, erstattet Strafanzeige gegen zw\u00f6lf Besatzungsmitglieder der Nisshin Maru und \u00fcbergibt das Beweismaterial den Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Am 20. Juni werden Junichi und Toru am fr\u00fchen Morgen zuhause von zehn Polizisten festgenommen. Gleichzeitig durchsuchen mehr als 70 Polizeibeamte die B\u00fcror\u00e4ume von Greenpeace Japan, beschlagnahmen Computer und zahlreiche Dokumente. Am gleichen Tag verk\u00fcndet die Staatsanwaltschaft in Tokio, dass die Ermittlungen gegen die Walf\u00e4nger wegen Unterschlagung eingestellt werden.<\/p>\n<p>Am 15. Juli, nach 26 Tagen Haft \u2013 ohne dass ihre Anw\u00e4lte bei den stundenlangen Verh\u00f6ren anwesend sein durften \u2013 kommen Junichi und Toru gegen Kaution frei.\u00a0Sie d\u00fcrfen sich aber weder gegenseitig sehen, noch sich mit anderen Greenpeace-Mitarbeitern treffen. Monatelang folgen den beiden zwei zivile Polizisten auf Schritt und Tritt, selbst wenn sie mit Frau und Kind in ein Restaurant essen gehen. Da in Japan bereits als schuldig gilt, wer angeklagt ist (99.8% aller Verfahren enden mit einem Schuldspruch!), und die Anfeindungen durch Nachbarn und andere Dorfbewohner unertr\u00e4glich wurden, sah sich Junichi und seine Familie gezwungen, in einen anderen Ort zu ziehen.<\/p>\n<h4>Der Prozess:<\/h4>\n<p>Nach einem Monat Kerkerhaft, vier gerichtlichen Anh\u00f6rungen, nach 80 Stunden Verh\u00f6r f\u00fcr Junichi und 120 Stunden f\u00fcr Toru, nach anderthalb Jahren Dauer\u00fcberwachung, wird sich diese Woche also das Schicksal der beiden Walsch\u00fctzer entscheiden. In den ersten drei Anh\u00f6rungen, und trotz einem Einspruch ans Obergericht, wurden alle Zeugen der Verteidigung und alle Entlastungsbeweise von den Richtern zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"200px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"10.02.2010: Greenpeace Aktivisten protestieren vor der japanischen Botschaft in Bern.  \u00a9Greenpeace \/ ex-press\/Susi Bodmer\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/308278e5-308278e5-6951_11366.jpg\" alt=\"10.02.2010: Greenpeace Aktivisten protestieren vor der japanischen Botschaft in Bern.  \u00a9Greenpeace \/ ex-press\/Susi Bodmer\" width=\"500\" height=\"355\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10.02.2010: Greenpeace Aktivisten protestieren vor der japanischen Botschaft in Bern.  \u00a9Greenpeace \/ ex-press\/Susi Bodmer<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Im Dezember hatte eine Arbeitsgruppe des UNO-Menschenrechtsrats (UNHRC) die japanische Regierung f\u00fcr das harsche Vorgehen und die \u00fcbertriebene Anklage ger\u00fcgt.\u00a0Die UNO-Arbeitsgruppe stellte in ihrem Bericht fest, dass die beiden Aktivisten \u00ab&#8230;im Bewusstsein gehandelt hatten, dass ihre Aktivit\u00e4ten im \u00f6ffentlichen Interesse seien, da sie nur kriminelle Unterschlagung innerhalb der mit Steuergeldern finanzierten Walfang-Industrie aufzudecken versuchten.\u00bb Die Arbeitsgruppe r\u00fcgte auch, dass die freiwillige Kooperation der beiden Angeklagten mit Polizei und Staatsanwalt von den Justizbeh\u00f6rden nicht gew\u00fcrdigt worden sei. Zudem habe es die Regierung unterlassen, entlastende Fakten f\u00fcr die beiden Walsch\u00fctzer \u2013 zum Beispiel \u00fcber deren Umweltschutz-T\u00e4tigkeiten oder deren zur Aufkl\u00e4rung des Walfleischskandals zusammengetragenen Beweise \u00a0\u2013 dem Gericht vorzulegen. Die UNO-Arbeitsgruppe kommt zum Schluss: \u00abDas Recht der beiden Umwelt-Aktivisten, ihrer Freiheit nicht willk\u00fcrlich beraubt zu werden, ihr Recht auf freie Meinungs\u00e4usserung, ebenso wie ihr Recht, gewaltlose Aktivit\u00e4ten ohne Einsch\u00fcchterung und Bel\u00e4stigungen durchzuf\u00fchren, ist von der japanischen Justiz nicht respektiert worden.\u00bb<\/p>\n<p>Ich habe selber ein Jahr lang in Japan f\u00fcr Greenpeace gearbeitet, ich kenne Junichi sehr gut, und die Vorstellung, er und sein Kollege Toru, die beide kleine Kinder haben, k\u00f6nnten f\u00fcr Jahre hinter Gitter wandern, erf\u00fcllt mich mit Entsetzen und \u00dcbelkeit. Ich hoffe inbr\u00fcnstig, dass der Appell der UNO-Arbeitsgruppe und auch die weltweite Unterst\u00fctzungspetition von \u00fcber einer Viertelmillion Menschen Wirkung zeigt und die beiden zumindest einen fairen Prozess bekommen, der im Einklang mit internationalen Menschenrechtsvereinbarungen steht und der ber\u00fccksichtigt, dass die beiden in h\u00f6herem Interesse gehandelt und den Karton mit Walfleisch nicht zur pers\u00f6nlichen Bereicherung an sich genommen haben. Es kann doch nicht sein, dass zwei Idealisten, die sich f\u00fcr den Schutz bedrohter Tiere einsetzen, zu Schwerkriminellen gestempelt und ins Gef\u00e4ngnis geworfen werden, w\u00e4hrend Walf\u00e4nger unter dem Deckmantel \u00abwissenschaftliche Forschung\u00bb und finanziert mit Steuergeldern weiterhin jedes Jahr trotz eines weltweiten Walfangverbots, Hunderte von Walen t\u00f6ten und deren Fleisch zum privaten Profit verkaufen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/tokyo-two\/wgad-opinion\">Stellungnahme der UNO-Arbeitsgruppe <\/a>(Engl.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/themen\/meer\/walfang\/walfleisch-skandal-greenpeace-aktivisten-verhaftet\/protestmail\/\">Petition an die japanische Regierung: Gerechtigkeit f\u00fcr die Walsch\u00fctzer!<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/themen\/meer\/walfang\/walfleisch-skandal-greenpeace-aktivisten-verhaftet\/protestmail\/\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/themen\/meer\/walfang\/walfleisch-skandal-greenpeace-aktivisten-verhaftet\/\">Mehr zum Walfleisch-Skandal<\/a><\/p>\n<p><em>Dieser Text ist gestern in der Rubrik \u00abTrib\u00fcne\u00bb der Berner Tageszeitung \u00ab<a href=\"http:\/\/www.derbund.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Bund<\/a>\u00bb erschienen<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prozess gegen zwei Walsch\u00fctzer in Japan unter scharfer Beobachtung von UNO und Umweltorganisationen Prozess gegen zwei Walsch\u00fctzer in Japan unter scharfer Beobachtung von UNO und Umweltorganisationen \u00a0 15.02.2010: Toru Suzuki&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":16120,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-16118","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16118"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16118\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16118"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=16118"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=16118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}