{"id":16190,"date":"2009-12-19T00:00:00","date_gmt":"2009-12-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/16190\/kopenhagen-der-naechtliche-entscheid\/"},"modified":"2019-05-30T13:27:46","modified_gmt":"2019-05-30T11:27:46","slug":"kopenhagen-der-naechtliche-entscheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/16190\/kopenhagen-der-naechtliche-entscheid\/","title":{"rendered":"Kopenhagen \u2013 der n\u00e4chtliche Entscheid?"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><center><\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\">\n<tr>\n<td width=\"200px\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ca7b8fb3-ca7b8fb3-6934_11349.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Klimafahne_Kopenhagen_07\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ca7b8fb3-ca7b8fb3-6934_11349.jpg\" alt=\"Klimafahne_Kopenhagen_07\" width=\"140\" height=\"140\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kaspar Schuler, Co-Gesch\u00e4ftsleiter Greenpeace Schweiz, aus Kopenhagen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><\/center><\/p>\n<p>19:00 Uhr: Draussen auf dem Rathausplatz h\u00e4mmert eine Rockband f\u00fcr die tapfer ausharrenden, x-tausend UmweltaktivistInnen. Eine Mitarbeiterin hat mir soeben angerufen und erleichtert aber auch ver\u00e4rgert mitgeteilt, dass sie erst nach 8 Stunden Haft von der d\u00e4nischen Polizei wieder freigelassen wurde. Ein begr\u00fcndeter Verhaftungsgrund ist nicht erkennbar: Sie war in einem Auto unterwegs. <\/p>\n<p>Heute Morgen bereits hatte die Polizei den alten Greenpeace-Bus vor dem Konferenzzentrum eingekreist und alle sich dort aufw\u00e4rmenden HelferInnen blockiert. Ausgiebige Gespr\u00e4che und der Hinweis, dass sie genau jene Freiwilligen blockieren, die ihnen jeden Morgen heissen Kaffee servieren, fruchteten nichts. Erst nach der Intervention eines d\u00e4nischen Anwaltes zogen die Ordnungsh\u00fcter wieder ab. <\/p>\n<\/p>\n<p>20:15 Uhr: Draussen im Konferenzzentrum wird eine Medienkonferenz der L\u00e4nder USA, China, S\u00fcdafrika, Frankreich und Indien angek\u00fcndigt. Es k\u00f6nnte wenigstens der Durchbruch f\u00fcr dieses Meeting sein, wenn diese Industrie- und Schwellenl\u00e4nder wenigstens etwas halbwegs Taugliches ausgehandelt haben.<\/p>\n<\/p>\n<p>21 Uhr: Es heisst, Medwedew sei bereits abgereist, und auch andere Delegationen r\u00fcsteten sich zum Aufbruch. Viele VertreterInnen der Entwicklungsl\u00e4nder seien frustriert. Die Medienkonferenz der M\u00e4chtigen l\u00e4sst derweil weiterhin auf sich warten.<\/p>\n<p>Zudem wird vermutet, dass es nur noch um ein drei- oder vierseitiges Papier gehen wird, das nichts weiter als politische Absichtserkl\u00e4rungen enthalten wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>21:45 Uhr: Keine weiteren Neuigkeiten, kein Start der Medienkonferenz.<\/p>\n<p>Vielleicht hatte Matthias Claudius alles zu Kopenhagen bereits gewusst, als er \u201ader Mond ist aufgegangen\u2019 dichtete:<\/p>\n<\/p>\n<p>Wir stolzen Menschenkinder<\/p>\n<p>sind eitel arme S\u00fcnder<\/p>\n<p>und wissen gar nicht viel<\/p>\n<p>wir spinnen Luftgespinste<\/p>\n<p>und suchen viele K\u00fcnste<\/p>\n<p>und kommen weiter von dem Ziel<\/p>\n<\/p>\n<p>Aber w\u00e4re es nicht grauenhaft betr\u00fcblich, gingen neben der im ganzen Universum vielleicht einzigartigen Artenvielfalt und all der berauschenden Sch\u00f6nheit der Natur auf der Erde auch jene verloren, die so wundersch\u00f6n dichteten \u2013 und noch heute diesen Gedichten lauschen?<\/p>\n<\/p>\n<p>22:06 Uhr: Der Spiegel meldet, eine Art Vereinbarung, die kein Land wirklich befriedige, sei von 25 L\u00e4ndern akzeptiert, prim\u00e4r sei sie unter Barack Obama\/USA, Wen Jiabao\/China und Manmohan Singh\/Indien zustandegekommen. Es sei eine politische Erkl\u00e4rung und kein rechtlich verbindliches Abkommen.<\/p>\n<\/p>\n<p>22:14 Uhr: Jetzt ist eine Medienkonferenz der EU angesagt. Die andere, auf die alle warteten, die mit Obama und Wen Jiabao, ist abgesagt.<\/p>\n<\/p>\n<p>22:30 Uhr: Obama h\u00e4lt eine Medienkonferenz in Kopenhagen, sie wird aber nur \u00fcber die Website des Weissen Hauses \u2013 und nur mit Ton, ohne Bild \u2013 ver\u00f6ffentlicht. \u201eCopenhagen will not be the end, rather the beginning.\u201c Substantielles ist nicht enthalten, die einzige Zahl ist ein Bekenntnis zur maximalen Erw\u00e4rmung von +2\u00b0C.<\/p>\n<p>Jedes Land werde nun seine freiwilligen CO2-Reduktionen in einem Annex zur Vereinbarung ver\u00f6ffentlichen, was dann analysiert und zusammengerechnet werden k\u00f6nne. <\/p>\n<p>Er wiederholt immer wieder, dass es wissenschaftliche Fakten seien, die es zu respektieren g\u00e4be.<\/p>\n<p>Immerhin bekennt Obama mit dem Blick auf das eigene Land, dass die Situation f\u00fcr die USA schwierig sei, h\u00e4tten sie doch f\u00fcr Jahre nicht an den Verhandlungen teilgenommen und das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet. Und auch, dass sie jetzt eine gr\u00fcne Wirtschaft nicht aus dem Boden stampfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Schliesslich gesteht er ein, dass die L\u00e4nder auf etwas viel Verbindlicheres sich einigen sollten, dass das jedoch nicht zu erreichen gewesen sei. <\/p>\n<p>Das Dokument sei noch nicht fertig, doch das meiste stehe jedoch, m\u00fcsse noch verfeinert werden und k\u00f6nne dann unterschrieben werden. Aber legal verbindlich sei es jedoch nicht. \u201eThanks guys.\u201c Und das war\u2019s.<\/p>\n<p>Kann es das gewesen sein?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaspar Schuler, Co-Gesch\u00e4ftsleiter Greenpeace Schweiz, aus Kopenhagen 19:00 Uhr: Draussen auf dem Rathausplatz h\u00e4mmert eine Rockband f\u00fcr die tapfer ausharrenden, x-tausend UmweltaktivistInnen. 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