{"id":16206,"date":"2009-12-18T00:00:00","date_gmt":"2009-12-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/16206\/kopenhagen-am-seidenen-faden\/"},"modified":"2019-05-30T13:28:03","modified_gmt":"2019-05-30T11:28:03","slug":"kopenhagen-am-seidenen-faden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/16206\/kopenhagen-am-seidenen-faden\/","title":{"rendered":"Kopenhagen \u2013 am seidenen Faden"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><center><\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\">\n<tr>\n<td width=\"200px\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ca7b8fb3-ca7b8fb3-6934_11349.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Klimafahne_Kopenhagen_07\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ca7b8fb3-ca7b8fb3-6934_11349.jpg\" alt=\"Klimafahne_Kopenhagen_07\" width=\"140\" height=\"140\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kaspar Schuler, Co-Gesch\u00e4ftsleiter Greenpeace Schweiz, aus Kopenhagen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><\/center><\/p>\n<p>\u201eLead or leave.\u201c So hat ein sowohl erboster wie auch frustrierter Vertreter der Umweltorganisationen die Staatsoberh\u00e4upter aufgefordert, heute Nachmittag im Plenarsaal der Klimakonferenz. Allerdings war sozusagen niemand im Raum anwesend, doch immerhin nicht weil sie seinem Aufruf im negativen Sinne sofort Folge leisteten. Sie waren nur ans versp\u00e4tete Mittagessen gezottelt.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fchren oder Heimgehen\u201c, gem\u00e4ss diesem Motto ist die Konferenz am Abend des letzten Tages vollkommen in der Schwebe. Noch sind sie geblieben und versuchen in x verschiedenen Sidemeetings zu einem Durchbruch zu kommen. Allerdings ist es nach wie vor schier unvorstellbar, dass ein substantieller Durchbruch erreicht werden kann:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bei den CO2-Reduktionszielen bis 2020 sind die EU-L\u00e4nder nur dann zur Erh\u00f6hung ihrer wissenschaftlich ungen\u00fcgenden 20% auf\u00a0 etwas bessre 30% bereit, wenn andere Industriel\u00e4nder sich \u00e4hnlich verpflichten. Andere, das sind vor allem die USA. Doch Pr\u00e4sident Obama hat heute zwar staatsm\u00e4nnisch gesprochen, doch ohne irgendeinen konkreten Reduktionsschritt anzk\u00fcndigen. Es gibt nach wie vor keine amerikanische Verpflichtung zu einer bezifferten Klimagasreduktion.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Bei den Finanzverpflichtungen der Industriel\u00e4nder zugunsten der \u00e4rmsten Entwicklungsl\u00e4nder gibt es auch keine Bewegung. Zwar sprechen die USA davon, dass sie sich an einem j\u00e4hrlichen, globalen 100-Milliarden Dollar Fonds beteiligen wollen \u2013 doch nur, wenn sich allen voran China durch externe Kontrollen in die B\u00fccher der nationalen Klimagasreduktion schauen l\u00e4sst. Was Wen Jiabao weiterhin unnachgiebig ablehnt.<\/p>\n<p>Wenigstens scheinen f\u00fcr die kurzfristige Finanzhilfe der Jahre 2010 bis 2012 gesamthaft 21 Milliarden Euro bereitzustehen. Doch wie weit das neue Gelder und nicht einfach umgewidmete Entwicklungsgelder und bereits geplante Wirtschaftshilfe ist, bleibt unklar.<\/p>\n<p>Milliardenzahlen m\u00f6gen zudem nach viel Geld t\u00f6nen, doch in der Bankenkrise war die Schweiz im Alleingang bereit, umgerechnet rund 40 Milliarden Euro (CHF 60 Milliarden) f\u00fcr die UBS einzuschiessen. F\u00fcr den Klimaschutz hingegen ist die Schweiz nur bereit, knausrige 100 Millionen Euro (CHF 150 Mio.) j\u00e4hrlich bereitzustellen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich besch\u00e4mend ist, dass j\u00e4hrlich 110 Milliarden Euro n\u00f6tig w\u00e4ren, um die n\u00f6tigen Massnahmen in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern einzuleiten, ab sofort. Davon ist man jedoch weit entfernt, auch wenn viele Redner \u2013 darunter auch die S\u00fcdkoreaner im Namen der Schweizer L\u00e4ndergruppe \u2013 betonen, dass die heute ausgegebenen Mittel sich volkswirtschaftlich um ein Mehrfaches effizienter und rentabler einsetzen lassen als k\u00fcnftige Notfallmassnahmen zur Milderung der Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung.<\/p>\n<p>Im Moment, als ich diesen Blogeintrag beende, kurz vor 18 Uhr des 18.12., ist an der Konferenz keine \u00f6ffentlich auf Video aufgezeichnete Veranstaltung im Gange. Die StaatschefInnen treffen sich in Hinterzimmern. W\u00e4re das der Beginn der Konferenz, k\u00f6nnte das ein Zeichen von Ernsthaftigkeit sein. Jetzt, am Abend des Schlusstages der Konferenz, wirkt es eher wie ein Zeichen unfokussierter Gesch\u00e4ftigkeit. Nicht un\u00e4hnlich der d\u00e4nischen Polizei, die laufend AktivistInnen von der Strasse pfl\u00fcckt und f\u00fcr ein paar Stunden ins Gef\u00e4ngnis steckt. Ist es wirklich der Idealismus, das solidarisch beherzte Engagement, das die Welt gef\u00e4hrdet?<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaspar Schuler, Co-Gesch\u00e4ftsleiter Greenpeace Schweiz, aus Kopenhagen \u201eLead or leave.\u201c So hat ein sowohl erboster wie auch frustrierter Vertreter der Umweltorganisationen die Staatsoberh\u00e4upter aufgefordert, heute Nachmittag im Plenarsaal der Klimakonferenz.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":16192,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-16206","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16206"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16206\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16206"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=16206"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=16206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}