{"id":16318,"date":"2009-12-09T00:00:00","date_gmt":"2009-12-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/16318\/umweltbelastender-klimagipfel\/"},"modified":"2019-05-30T13:30:35","modified_gmt":"2019-05-30T11:30:35","slug":"umweltbelastender-klimagipfel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/16318\/umweltbelastender-klimagipfel\/","title":{"rendered":"Umweltbelastender Klimagipfel?"},"content":{"rendered":"<p><b>Cyrill Studer, Klima Campaigner von Greenpeace Schweiz, berichtet von der Klimakonferenz in Kopenhagen.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Cyrill Studer, Klima Campaigner von Greenpeace Schweiz, berichtet von der Klimakonferenz in Kopenhagen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/b80568d5-b80568d5-6914_11323.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/b80568d5-b80568d5-6914_11323.jpg\" alt=\"Cyrill Studer\" title=\"Cyrill Studer\" width=\"200\" height=\"133\"><\/a>Montag, 7.Dezember 2009, etwa um 10.30 Uhr: ich befinde mich mit etwa 2000 weiteren Gipfelteilnehmern in der v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten East-Hall im Bella-Center, wo die Er\u00f6ffnungszeremonien aus dem Plenarsaal \u00fcbertragen werden. Eindr\u00fcckliche Einspielungen, bewegender Frauenchor, tiefgreifende Reden. Ein Augenblick, in dem sich die ganze Welt um den Klimaschutz zu drehen scheint. Also, schnell den Laptop auf und checken, was andere dar\u00fcber berichten. Tagesanzeiger-online verbreitet: <a href=\"http:\/\/http\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/europa\/Wie-der-Klimagipfel-die-Umwelt-belastet\/story\/15658180\">Wie der Klimagipfel die Umwelt belastet<\/a>. Uups. Irgendwie habe ich mir eine romantischere Schlagzeile vorgestellt. Da wird \u00fcber Privatjets, Limousinen und dergleichen berichtet. Es geht nicht lange und die sattsam bekannten Klimaskeptiker schalten sich mit Kommentaren ein. Die haben\u2019s schliesslich schon immer gewusst. Ein gefundenes Fressen. <\/p>\n<p>Mag sein, dass hier etliche Teilnehmende ihre Dekadenz auch f\u00fcr einen Klimagipfel nicht ablegen. Ich wage gar nicht dar\u00fcber nachzudenken, welche Limo-Konvois \u00fcber die Kopenhagener Strassen brausen werden, wenn in etwa einer Woche die 110 Staatschefs eintreffen. Bloss, von dieser ganzen CO2-Schlacht sp\u00fcre ich in meinem \u00abHotel\u00bb nicht viel: Vor einer Stunde erhob ich mich von meiner Milit\u00e4r-Bahre, die auf einem Betonboden steht. Fast n\u00e4her als meine Ehefrau zuhause im Doppelbett liegt bereits der N\u00e4chste. Und so geht es weiter, etwa 120 Greenpeace-Freiwillige mit ihrem Gep\u00e4ck, eingepfercht in einer alten Fabrikhalle. Zuerst ging ich raus in die K\u00e4lte zu einem Nebengeb\u00e4ude, in dem die Duschen eingerichtet sind. Ich hatte Gl\u00fcck, vermutlich war ich einer der ersten, denn, das Wasser war im Gegensatz zum letzten Mal warm. Dann, immer noch mit nassen Haaren (einen F\u00f6hn gibt es nat\u00fcrlich nicht, habe ich geahnt und mir deswegen am Tag der Abreise die Haare noch kurz geschnitten), weiter zum Fr\u00fchst\u00fcck, in den Versammlungssaal: gut, n\u00e4hrhaft, biologisch, vegetarisch sowieso. Erstes politisches Update des Morgens vom d\u00e4nischen Campaigner: Die zurzeit blockierende polnische Delegation wurde bereits vor dem Fr\u00fchst\u00fcck von Greenpeace-Akivisten begr\u00fcsst, das Medieninteresse war gewaltig. Ziel erreicht: Es wird \u00f6ffentlich \u00fcber die Machenschaften der Delegation diskutiert. Nichts mit Verstecken, die Verantwortlichen wurden ans Licht gezehrt.<\/p>\n<p>Und nun: rauf aufs Fahrrad, eine halbe Stunde radeln, hoffentlich nicht gegen den Wind, und dann rein ins Bella-Center. Gut m\u00f6glich, dass ich etwas m\u00fcder aussehen werde, als die Delegierten, die heute Morgen in einem Penthouse erwachten. Aber, tauschen wollen? Niemals! Zu fein ist das Vegan-Essen hier, zu interessant waren gestern Abend nach einem langen Tag an der Konferenz all die Diskussionen mit den anderen Greenpeaceleuten in unseren Fabrikhallen. Hier lebt Kopenhagen und von hier und \u00e4hnlichen Pl\u00e4tzen aus bildet sich hoffentlich in den n\u00e4chsten Tagen die Ver\u00e4nderung, die so dringend n\u00f6tig ist.<\/p>\n<\/p>\n<h3>Hopenhagen<\/h3>\n<p>Nicht, dass ich bis jetzt viel Zeit gehabt h\u00e4tte, mir die Innenstadt anzusehen, aber einen ersten Eindruck von \u00abHopenhagen\u00bb, wie sich die d\u00e4nische Kapitale seit kurzem nennt, habe ich trotzdem gekriegt. Was besonders auf einem Mietvelo auff\u00e4llt: Fahrradwege soweit die Strassen reichen. Genug breit, um als dahintr\u00f6delnder Outsider sogar von dreir\u00e4drigen Transportvelos \u00fcberholt zu werden. In der Rush-Hour gibt\u2019s sogar eigentliche Velostaus. Aber diese bleiben auch auf den \u201arichtigen\u2019 Strassen nicht aus. Was tun? Mein Vorschlag: zus\u00e4tzliche Fl\u00e4chen zugunsten der Zwei- oder Dreir\u00e4der reservieren. Gar nicht so unrealistisch, denn dies ist eine der 50 Massnahmen, mit denen Kopenhagen bis 2025 zur ersten klimaneutralen Hauptstadt werden will.  Wer weiss, vielleicht existiert auf einem Geheimpapier bereits die 51. Massnahme \u201aNamens\u00e4nderung von Copenhagen hin zu Hopenhagen\u2019 Aber bitte erst Umsetzen, wenn die ersten 50 Ziele erreicht sind.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cyrill Studer, Klima Campaigner von Greenpeace Schweiz, berichtet von der Klimakonferenz in Kopenhagen. Cyrill Studer, Klima Campaigner von Greenpeace Schweiz, berichtet von der Klimakonferenz in Kopenhagen. 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