{"id":16402,"date":"2009-11-23T00:00:00","date_gmt":"2009-11-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/16402\/meine-ersten-eindruecke-vom-climate-defenders-camp\/"},"modified":"2019-05-30T13:32:35","modified_gmt":"2019-05-30T11:32:35","slug":"meine-ersten-eindruecke-vom-climate-defenders-camp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/16402\/meine-ersten-eindruecke-vom-climate-defenders-camp\/","title":{"rendered":"Meine ersten Eindr\u00fccke vom Climate Defenders Camp"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/73395e7e-73395e7e-6908_11316.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Das Camp\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/73395e7e-73395e7e-6908_11316.jpg\" alt=\"Das Camp\" width=\"269\" height=\"202\"><\/a><\/p>\n<p>Freitag Nacht bin ich, ein indischer Campaigner sowie die indonesischen Kollegen endlich im inzwischen ber\u00fcchtigten Camp in Riau angekommen. Seit letztem Montag waren wegen den repressiven Massnahmen der Polizei keine Ausl\u00e4nder mehr im Camp. Um nicht fr\u00fchzeitig abgefangen zu werden, haben wir die letzten 2 Stunden Anfahrt im Dunkeln geplant. Rund 60 Leute \u2013 indonesische Greenpeace-Aktivisten und Einheimischen bereiteten uns einen herzlichen Empfang. Der heutige Tag war voll von Arbeit und Erlebnissen: Die Arbeit im Camp beginnt jeweils um 6 Uhr \u2013 dann geht&#8217;s los mit dem Bau des Damms in der N\u00e4he des Camps. Ziel des Dammbaus ist es, den Grundwasserspiegel trotz des Entw\u00e4sserungskanals wieder soweit zu heben, dass das abgeholzte Torfland dahinter wenigstens nicht austrocknet. So gelangt weniger von dem sehr s\u00e4urehaltigen Torfwasser in die Gew\u00e4sser. Als Folge des aus dem Gleichgewicht gebrachten S\u00e4ure-Base-Gehalts des Wassers haben sich die lokalen Fischbest\u00e4nde an gewissen Orten bis zu 70 % vermindert, wie mir heute eine indonesischer Kollege mitteilte.<\/p>\n<\/p>\n<p><center><\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\">\n<tr>\n<td width=\"200px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"im Gespr\u00e4ch mit einer Familie aus Telu Meranti\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ea0bd9ca-ea0bd9ca-6909_11317.jpg\" alt=\"im Gespr\u00e4ch mit einer Familie aus Telu Meranti\" width=\"500\" height=\"333\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>im Gespr\u00e4ch mit einer Familie aus Telu Meranti<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><\/center><\/p>\n<p>Bei der Umwandlung von Torf- und Regenw\u00e4lder in Plantagenland f\u00fcr Palm\u00f6l- und Papierproduktion entstehen ungeheuren Mengen an CO<sub>2<\/sub>-Emissionen.\u00a0 Ganz zu schweigen vom Biodiversit\u00e4ts-Verlust! Ein ganz zentraler Aspekt sind die Rechte und Zukunft der lokalen Bev\u00f6lkerung. Ich hatte die Gelegenheit, eine Familie in ihrer Zweith\u00fctte mitten im Sumpfwald zu besuchen. Diese Familie lebt von Landwirtschaft, Fischerei und allerlei \u00abProdukten\u00bb aus den W\u00e4ldern. Ein sehr interessantes Beispiel ist z.B. der Unterhalt eines Vogelturms, in dem bestimmte Vogelarten f\u00fcr die Brutzeit angelockt werden. Sobald die Jungen ausgeflogen sind, werden die Nester heruntergeholt und Herstellern von traditioneller chinesischen Medizin verkauft. Diese Familie kann aus ihren Ertr\u00e4gen rund um die W\u00e4lder leben und m\u00f6chte um keinen Preis, dass diese f\u00fcr die Plantagenproduktion und kurzfristige Profite zerst\u00f6rt werden. Ihnen sind die Auswirkungen auf den lokalen Wasserhaushalt, aufs Klima und die Zukunft ihrer Kinder voll bewusst. Und dass die Abtretung ihres Landes an die Firmen nur einen kurzfristigen Ertrag generiert \u2013 und der kleine Lohn f\u00fcr Plantagenarbeit nichts aufzuwiegen vermag. Solche Gespr\u00e4che geben einen echten Motivations-Schub: zu sehen f\u00fcr wen wir uns einsetzen &#8211;\u00a0 nach dem Lesen von x Berichten. Ich werde an diese Familie denken, wenn ich wieder am B\u00fcrotisch sitze.<\/p>\n<\/p>\n<p><center><\/p>\n<table style=\"padding:4px; background:#ebedf0; text-align: center;\">\n<tr>\n<td width=\"200px\"><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d5cb782e-d5cb782e-6910_11318.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Eine indonesisch-englisch Stunde mit Teluk Meranti Kindern\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d5cb782e-d5cb782e-6910_11318.jpg\" alt=\"Eine indonesisch-englisch Stunde mit Teluk Meranti Kindern\" width=\"179\" height=\"269\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine indonesisch-englisch Stunde mit Teluk Meranti Kindern<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><\/center><\/p>\n<p>Der R\u00fcckhalt aus der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr das Camp hat sich auch eindr\u00fccklich an der Anzahl Besucher dieses Wochenende gezeigt. Am Samstagnachmittag kamen \u00fcber 400\u00a0\u2013 darunter viele Kinder und Jugendliche. Sie veranstalteten zusammen mit dem \u00abPublic Outreach Campaigner\u00bb einen Pantun-Wettbewerb zu Thema Wald. Pantun ist eine wundersch\u00f6ne lokale Tradition, Alltagsgegebenheiten in Gedichte umzuwandeln und sich gegenseitig vorzutragen. Ein Jammer, dass sich meine Indonesischkenntnisse bis jetzt auf \u00abhoi-tsch\u00fcss-wie-geht&#8217;s\u00bb etc. beschr\u00e4nken.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freitag Nacht bin ich, ein indischer Campaigner sowie die indonesischen Kollegen endlich im inzwischen ber\u00fcchtigten Camp in Riau angekommen. 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