{"id":16543,"date":"2009-10-14T00:00:00","date_gmt":"2009-10-13T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/16543\/co2-kompensationsbetrug\/"},"modified":"2019-07-08T15:52:16","modified_gmt":"2019-07-08T13:52:16","slug":"co2-kompensationsbetrug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/16543\/co2-kompensationsbetrug\/","title":{"rendered":"CO2-Kompensationsbetrug"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Grosse \u00d6l- und Kohlekonzerne versuchen durch Investitionen in Waldschutzprojekte ihre durch fossile Brennstoffe verursachten CO2-Emissionen zu kompensieren. Ein neuer Greenpeace-Bericht zeigt, dass diese Programme nicht nachweislich zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen f\u00fchren.<\/b><\/p>\n\n<p>Der Bericht \u00abCarbon Scam\u00bb untersucht eines der bekanntesten Kompensationsprogramme, n\u00e4mlich das \u00abNoel Kempff Climate Action\u00bb-Projekt (NKCAP) in Bolivien, das 1997 von American Electric Power, BP-Amoco und Pacificorp ins Leben gerufen wurde. Er zeigt die erheblichen \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Risiken auf, die \u00absub-nationale\u00bb REDD (Reduced Emissions from Degradation and Deforestation; Deutsch: Verringerung der Emissionen aus Entwaldung und Wald-Degradation) Kompensierungsprojekte mit sich ziehen. Auch haben die Projektbetreiber in den letzten zw\u00f6lf Jahren ihre Einsch\u00e4tzung der Emissionseinsparungen um fast 90% senken m\u00fcssen, von rund 55 Mio. auf 5,8 Mio Tonnen CO<sub>2<\/sub>&nbsp;(oder weniger).<\/p>\n\n<p>Mit dem neuen Report enth\u00fcllt Greenpeace folgende M\u00e4ngel des oft als Musterbeispiel zitierten Projektes:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die CO<sub>2<\/sub>-Emissionsreduktionen, die durch das Projekt bewirkt werden sollen, sind nicht wissenschaftlich quantifizierbar<\/li><li>Die angewandten Methoden zur Minimierung und Quantifizierung des \u00abLeakage-Effektes\u00bb (die in einer Region erreichte Reduktion von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen f\u00fchrt anderswo zu vermehrter Abholzung) sind fehlerhaft.<\/li><li>Es bestehen grosse Zweifel \u00fcber die \u00abAdditionalit\u00e4t\u00bb, also Zus\u00e4tzlichkeit des Projektes: Es kann nicht nachgewiesen werden, dass ein bestimmtes Waldgebiet ohne CO<sub>2<\/sub>-Kompensationsprojekt gerodet worden w\u00e4re. Die Dauer ist auch problematisch, denn im Laufe der Zeit kann eine \u00c4nderungen oder eine Reduktion der Emissionsminderung auftreten.<\/li><li>Es ist nicht nachzuweisen, dass das Projekt einen nachhaltigen Nutzen oder alternative Einkommensm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung mit sich bringt<\/li><\/ul>\n\n<p>Es besteht ein weit verbreiteter Konsens dar\u00fcber, dass an den Klimaverhandlungen in Kopenhagen das Problem der Tropenwaldabholzung gel\u00f6st werden muss \u2013 mit dem&nbsp; so genannten REDD-Mechanismus. Es darf jedoch nicht passieren, dass gr\u00f6ssere CO<sub>2<\/sub>-Emittenten wie besagte Kohle- und \u00d6lkonzerne REDD-Projekte als Low-Cost-Ersatz f\u00fcr ihre eigenen Emissionsreduktionsverpflichtungen missbrauchen.<\/p>\n\n<p>REDD darf auch nicht in den CO<sub>2<\/sub>-Emissionshandel integriert werden, damit sich grosse Konzerne und&nbsp; Industriel\u00e4nder durch Kauf von REDD-Zertifikaten von ihren Verpflichtungen zur CO<sub>2<\/sub>-Emissionsreduktion freikaufen k\u00f6nnen. Da bis 2020 bei REDD-Aktivit\u00e4ten weder die Permanenz noch die globale Zus\u00e4tzlichkeit gesichert sind, ist deren Einbezug als flexibler Mechanismus vorerst abzulehnen. REDD-Aktivit\u00e4ten sind durch Fondsgelder von mindestens&nbsp; 42 Mrd. USD pro Jahr zu finanzieren, damit Entwicklungsl\u00e4nder die schnell voranschreitende Tropenwaldzerst\u00f6rung in den Griff bekommen.<\/p>\n\n<p>Greenpeace fordert die Einrichtung eines&nbsp; globalen Fonds f\u00fcr Klima- und Waldschutz von mindestens 160 Mrd. USD pro Jahr, um die Abholzung der W\u00e4lder zu stoppen, den Entwicklungsl\u00e4ndern die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erm\u00f6glichen und neue klimafreundliche Energietechnologien zu f\u00f6rdern. Die Schweiz muss j\u00e4hrlich eine Gesamtsumme von 1,7 Milliarden CHF zum Fonds beisteuern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/news\/carbon_scam151009\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Forest Carbon Scam: Hintergr\u00fcnde und Bericht bei Greenpeace International<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grosse \u00d6l- und Kohlekonzerne versuchen durch Investitionen in Waldschutzprojekte ihre durch fossile Brennstoffe verursachten CO2-Emissionen zu kompensieren. 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