{"id":17771,"date":"2008-04-03T00:00:00","date_gmt":"2008-04-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/17771\/das-sind-sie-nun-die-wahren-oekostars\/"},"modified":"2019-05-30T14:07:32","modified_gmt":"2019-05-30T12:07:32","slug":"das-sind-sie-nun-die-wahren-oekostars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/17771\/das-sind-sie-nun-die-wahren-oekostars\/","title":{"rendered":"Das sind sie nun: die wahren \u00d6kostars!"},"content":{"rendered":"<p><b>Zudem: Wie lebt er selbst, der \u00d6ko-Coach?<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><!--StartFragment-->Zudem: Wie lebt er selbst, der \u00d6ko-Coach?<\/p>\n<p>Endlich bin ich wieder aufgetaucht, nach zwei Wochen Gewaltsgrippe inklusive Stimmverlust. Das kommt davon, wenn man ohne Wollkappe \u2013 zwei Exemplare in diesem Winter im Zug verloren &#8211; durch die Schweiz schwirrt und neben allen Aufgaben als Gesch\u00e4ftsleiter auch noch von einer TV-Aufnahme zur anderen sich hangelt.<\/p>\n<p>Der anstrengendste Aufnahmetag war der Osterdienstag. St. Gallen und das T\u00f6sstal, das linke Z\u00fcrichseeufer und das Zugerland lagen unter wundersch\u00f6nen, blendend weissen, flauschigen Schneedecken und Christian Rensch, TV-Redaktor, Marc Bachmann, Kameramann und ich kurvten von einer Kandidaten-Familie zur anderen. Ich auf dem Hintersitz, dick eingepackt, mit w\u00e4rmendem Nierengurt und allerlei Heilmittel versehen. Durchhalten, hiess meine Parole. Rund 80 Leute hatten sich beim Schweizer Fernsehen auf die Aufrufe in &#171;Lebenlive&#187; gemeldet, mit Angabe ihres eigenen Fussabdruckes und der Bereitschaft f\u00fcr die Kandidatur als \u00d6kostar sich auch vom Fernsehen besuchen und von mir als \u00d6ko-Coach checken zu lassen.<\/p>\n<p>Aus diesen 80 Kanidatinnen und Kandidaten w\u00e4hlten wir diejenigen mit den allerbesten Fussabdr\u00fccken aus: Schweizerinnen und Schweizer, die mit ihrem Lebensstil  nur zwischen 1.0 bis 1.5 Welten verbrauchen. Ein paar schieden aus, weil sie ausserhalb des Sendegebietes des Deutschschweizer Fernsehens lebten, sich mit ihnen keine Zeit f\u00fcr die TV-Aufnahme finden liess oder sie sich ganz am Schluss doch nicht in die gute Stube blicken lassen wollten.<\/p>\n<p>Nach dem intensiven Aufnahmetag nach Ostern war klar: Die Bestplatzierten liegen ganz ganz nahe beieinander. Um die Rangierung so gerecht wie m\u00f6glich zu machen, zogen wir nicht nur jene erwachsene Person ins Ranking ein, die sich beim TV mit ihrem eigenen Fussabdruck gemeldet hatte, sondern auch noch den zweiten Elternteil. Und so erreichten wir schliesslich eine \u2013 wenn auch weiterhin ganz knappe \u2013 Abstufung:<\/p>\n<p>Da ist eine Familie, die sich nicht zuletzt dank ihrer vegetarischen Ern\u00e4hrung ganz weit vorn platziert. Und wie! Mit einer entspannten Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die seinesgleichen sucht, leben sie zu viert in einer Mietwohnung, gehen mit einer erfrischend unverkrampften Einstellung all die t\u00e4glichen \u00d6kothemen an und sind der quicklebendige Beweis, dass Umweltschutz sicher niemandem am gl\u00fccklich sein hindert. Im Gegenteil, vielleicht tr\u00e4gt ein faires Leben, worin man nicht nur an das eigene Wohlergehen denkt, einen grossen Teil zum eigenen Gl\u00fcck erst bei.<\/p>\n<p>Dann ist da eine Familie, die ein so rundum naturnahes Leben lebt, dass man sich am Hinterkopf kratzt und leise sagt: &#171;Himmel, was haben wir nicht alles der Arbeitsteilung, dem Pendlerdasein und der Hightech-Arbeitswelt geopfert..&#187; Als Biobauern k\u00fcmmern sie sich tagein und aus um 500 (!) hochst\u00e4mmige Obstb\u00e4ume, pflegen ein mehrere hundert Jahre altes Bauernhaus und die Grosseltern darin gleich mit, ern\u00e4hren sich weitgehend aus dem eigenen Gem\u00fcsegarten, t\u00fcfteln an solarbetriebenen D\u00f6rranlagen und einer Holzzentralheizung und gehen mit dem Elektromobil einkaufen. Ferien? Wieso auch, sie leben ja im Lot.<\/p>\n<p>Und zum Dritten besuchten wir eine Familie, die sich eigentlich mit den Vorgaben des Architekten h\u00e4tten zufrieden geben k\u00f6nnen, als sie vor zwei Jahren eines von 14 Reihen-Einfamilienh\u00e4user kauften: W\u00e4rmepumpe und Erdsonde und Minergie-Bauweise, das reicht doch alleweil f\u00fcr ein gr\u00fcnes Leben. Doch nein, sie setzten auch noch Solarkollektoren f\u00fcr die Warmwasseraufbereitung, Schweizer Holz f\u00fcr die Parkettb\u00f6den und energiesparende Haushaltger\u00e4te durch. Und abends machte sich der Ehemann im Internet auf die Suche nach Energiesparleuchten, die auch in diese kleinen, vertrackt speziellen Deckenlampen passen.<\/p>\n<p>Wer ist nun Familie \u00d6kostar Nr. 1 unter diesen drei Vorzeige-Gestirnen? TV schauen am Freitagabend, 4. April, 20:50 Uhr!<\/p>\n<p>PS1: Trinkt der \u00d6kocoach Wein, derweil er Wasser predigt? Ich werde ab und an gefragt, wie gross mein eigener Fussabdruck sei. 1.5 Welten brauche ich zum Leben. Von einer noch besseren \u00d6kobilanz entfernt bin ich aufgrund meines Arbeitsweges von Graub\u00fcnden nach Z\u00fcrich, weil wir zwar wenig aber eben doch Fleisch essen, wenn auch strikt von lokalen Biobauern, die ihr Vieh im Sommer auf Alpweiden halten; und auch weil noch nicht alle Ger\u00e4te in dem gemieteten, \u00e4lteren Haus den besten Energieverbrauchsstandard ausweisen.  Immerhin: Wir haben kein Auto, machen die Eink\u00e4ufe mit Velo und Anh\u00e4nger und Anke g\u00e4rtnert im eigenen Gem\u00fcsegarten. Agrena liebt es R\u00fcebli aus der feuchten Erde zu hieven. Ich schliesse brav und mit scharfem Seitenblick auf die Heizkosten die Fensterl\u00e4den nachts und alle wohnen wir bei echten 19 Grad Celsius Raumtemperatur. Jaromir, der J\u00fcngste, hat clever konzipierte Stoffwindeln am Hintern, was nicht mehr als einen einzigen 35-Liter-Abfallsack pro Woche ergibt.<\/p>\n<p>PS2: Verdient man was als \u00d6ko-Coach beim Schweizer TV? Theoretisch ja: 5&#8217;000 CHF erhalte ich pauschal f\u00fcr allen Zeitaufwand, der schliesslich bei 60 \u2013 80 Arbeitsstunden liegen wird. Praktisch jedoch nein: Da Greenpeace kein Geld von der \u00f6ffentlichen Hand annimmt \u2013 was beim geb\u00fchrenfinanzierten Schweizer Fernsehen ja sozusagen der Fall ist &#8211; und ich ohnehin meinen Lohn von Greenpeace beziehe, geben wir das ganze Honorar f\u00fcr den Bau einer Solaranlage auf einem Kinderheim in Niederbipp weiter. Dort kann man den Zustupf noch so gut gebrauchen.<!--EndFragment--><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zudem: Wie lebt er selbst, der \u00d6ko-Coach? Zudem: Wie lebt er selbst, der \u00d6ko-Coach? 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