{"id":19939,"date":"2017-03-07T00:00:00","date_gmt":"2017-03-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/19939\/kahlschlag-in-der-taiga\/"},"modified":"2019-07-05T13:45:33","modified_gmt":"2019-07-05T11:45:33","slug":"kahlschlag-in-der-taiga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/19939\/kahlschlag-in-der-taiga\/","title":{"rendered":"Kahlschlag in der Taiga"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><b>Der grossen n\u00f6rdlichen W\u00e4lder macht fast die H\u00e4lfte der intakten Urwaldgebiete weltweit aus. Leider verschwinden sie aufgrund von Kahlschlag, Abholzung oder Br\u00e4nden. Das betrifft insbesondere auch Russland.<\/b> <\/strong><br> <\/p>\n\n<p>Tausendmal schneller als in den vergangenen 65 Millionen Jahren geht weltweit das Artensterben voran \u2013 vorangetrieben durch den Menschen, vor allem durch die Zerst\u00f6rung und Umwandlung nat\u00fcrlicher Lebensr\u00e4ume. Sinnbildlich daf\u00fcr stehen Kahlschl\u00e4ge in Gebieten wie dem Dvinsky-Urwald s\u00fcd\u00f6stlich von Archangelsk in Russland, einem der letzten Urw\u00e4lder Europas. Eine neue <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?post_type=gp_publication&amp;p=29427%2F&amp;preview=true\" target=\"_blank\">Greenpeace-Untersuchung<\/a> zeigt, welche Firmen von der Zerst\u00f6rung profitieren.<br> Durch die industrielle Rodung mit schweren Maschinen, sogenannten Harvestern, wird im Dvinsky-Urwald ein nat\u00fcrlicher Lebensraum brutal zerst\u00f6rt. Verschiedenste Arten haben sich \u00fcber lange Zeit hier eingerichtet, unter anderem Braunb\u00e4ren, Uhus und Vielfrasse. Zur\u00fcck bleiben zerfurchte, aufgerissene Waldb\u00f6den. Die Tiere, die fliehen konnten, werden weiter in noch intakte, aber ebenfalls bedrohte Gebiete gedr\u00e4ngt. Alle, die nicht schnell genug waren, werden von den Maschinen \u00fcberrollt, verletzt oder get\u00f6tet.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Moratorium missachtet<\/h2>\n\n<p>Seit 2001 fordern wir den Schutz des Dvinsky-Urwalds in der Arkhangelsk-Region.&nbsp;Der Prozess, bei dem die lokale Regierung, Firmen und Nichtregierungsorganisationen einen Schutzgebietsvorschlag ausgearbeitet&nbsp; haben, wurde vor mehr als zehn Jahren durch unsere Kampagne in Gang gesetzt.&nbsp;Das vorgeschlagene Gebiet im Dvinsky-Urwald, in dem Rodungen nicht l\u00e4nger erlaubt sein sollten, wurde von den regionalen Firmen allerdings grossfl\u00e4chig missachtet. Stattdessen schlugen sie eine Schneise, die das 489\u2019000 Hektar grosse zusammenh\u00e4ngende Gebiet nahezu zweiteilt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Artenvielfalt braucht Raum<\/h2>\n\n<p>Eigentlich will die Staatengemeinschaft solchen Ausw\u00fcchsen einen Riegel vorschieben: 2010 verst\u00e4ndigten sich die L\u00e4nder der Welt unter der UNO-Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt (CBD) auf die so genannten Aichi-Biodiversit\u00e4tsziele. Darin verpflichten sich mehr als 190 L\u00e4nder, den Artenschwund bis 2020 durch mehrere Massnahmen zu bek\u00e4mpfen. So sollen zum Beispiel 17 Prozent der Fl\u00e4che jedes Landes f\u00fcr die Artenvielfalt unter Schutz gestellt werden. Zudem planen die L\u00e4nder, den nationalen Urwaldverlust jeweils um die H\u00e4lfte zu reduzieren. Doch Russland hat bisher nur 3,2 Prozent seiner Landesfl\u00e4che zum Umwelt- und Artenschutz ausgewiesen. Und der Schutz weiterer Urw\u00e4lder gestaltet sich schwierig.<br>\n\u00abRussland, Kanada und die skandinavischen L\u00e4nder k\u00f6nnen mit gr\u00f6sseren Schutzgebieten in ihren riesigen borealen Waldfl\u00e4chen dem Artensterben entgegenwirken\u00bb, sagt Claudine Largo von der Wald-Kampagne bei Greenpeace Schweiz. \u00abGleichzeitig helfen sie so die B\u00f6den, in denen riesige Mengen Kohlenstoff lagern, zum Schutz des Klimas zu erhalten.\u00bb Es ist Zeit zu handeln, denn zwischen 2000 und 2013 wurden in den borealen W\u00e4ldern jedes Jahr durchschnittlich etwa 2,5 Millionen Hektar Waldwildnis zerst\u00f6rt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaftliche Macht nutzen<\/h2>\n\n<p>Drei Unternehmen \u2013 Pomor Timber, Arkhangelsk Pulp &amp; Paper Mill (APPM) und die ICE Titan Group (Titan) \u2013 erweitern derzeit ihre Produktionskapazit\u00e4ten, indem sie zus\u00e4tzliche Zellstoff-Produktionslinien und S\u00e4gem\u00fchlen in der Region Archangelsk bauen. Dadurch wird der Bedarf an Weichholz aus den verbleibenden Urw\u00e4ldern der Region weiter steigen. Zwei der gr\u00f6ssten Exportkunden von APPM im Bereich Zellstoff sind die Arctic Paper Group (Polen) und Kiev Cardboard and Paper Mill (Ukraine), eine Tochtergesellschaft der Pulp Mill Holding GmbH (\u00d6sterreich). Unter den Kunden von Kiev Cardboard and Paper Mill finden sich McDonald\u2019s, Pepsico, Unilever und Nestl\u00e9.&nbsp;Der aktuelle Greenpeace-Report deckt die Handels- und Besitzbeziehungen hinter der Urwaldzerst\u00f6rung auf. Zudem zeigt er: Mehrere russische Unternehmen wollen ihre Operationen in der Region ausweiten, obwohl seit 2000 schon 300\u2019000 Hektar des Urwaldes gerodet wurden.&nbsp;Wir appellieren an diese Firmen, ihre russischen Lieferanten in die Pflicht zu nehmen: Sie m\u00fcssen das bisherige Moratoriumsgebiet zum Schutz des Dvinsky-Urwalds unterst\u00fctzen und Transparenz \u00fcber ihre Einschlagspl\u00e4ne garantieren. Sie d\u00fcrfen intakte Urwaldgebiete nicht weiter zerst\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der grossen n\u00f6rdlichen W\u00e4lder macht fast die H\u00e4lfte der intakten Urwaldgebiete weltweit aus. Leider verschwinden sie aufgrund von Kahlschlag, Abholzung oder Br\u00e4nden. Das betrifft insbesondere auch Russland. 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