{"id":19998,"date":"2017-03-23T00:00:00","date_gmt":"2017-03-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/19998\/gammelfleisch-skandal-so-pervers-ist-die-fleischproduktion\/"},"modified":"2019-05-30T15:10:49","modified_gmt":"2019-05-30T13:10:49","slug":"gammelfleisch-skandal-so-pervers-ist-die-fleischproduktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/19998\/gammelfleisch-skandal-so-pervers-ist-die-fleischproduktion\/","title":{"rendered":"Gammelfleisch-Skandal: So pervers ist die Fleischproduktion"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fleischskandale sind keine Einzelf\u00e4lle, sondern ein Symptom eines nicht nachhaltigen Systems. Eine Reduktion des Fleischkonsums und eine regionale, auf lokalen Ressourcen basierende Tierhaltung ist die L\u00f6sung.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-30607 size-large\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/GP01XJN-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"560\" \/><\/p>\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/fleischskandal-in-brasilien-ein-schnitt-ins-brasilianische-fleisch-ld.152571\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">neuer Skandal<\/a> um Gammelfleisch hat die brasilianische \u00d6ffentlichkeit und Wirtschaft geschockt. Die brasilianische Polizei hat mit einer Untersuchung aufgedeckt, dass MitarbeiterInnen der Lebensmittelbeh\u00f6rden systematisch bestochen wurden, um Gammelfleisch in Schlachth\u00f6fen \u2013\u00a0die teilweise zu global t\u00e4tigen Fleisch-Multis geh\u00f6ren \u2013\u00a0als unbedenklich zu \u00a0stempeln.<\/p>\n<p>Zu den ekelerregenden Praktiken geh\u00f6ren das Hinzuf\u00fcgen von Chemikalien um Verwesungsger\u00fcche zu verschleiern, die Verwurstung von Schweinek\u00f6pfen und das Beif\u00fcgen von Karton als billiges F\u00fcllmaterial zu verarbeitetem Gefl\u00fcgelfleisch. Lokale Medien haben zudem berichtet, dass der ehemalige Landwirtschaftsminister sich dem Druck der Fleischindustrie gebeugt hat und einen Generalinspektor eingesetzt hat, der den Betrug gedeckt hat.<\/p>\n<p><strong>Ganze Fleisch-Wirtschaft betroffen<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber 30 Firmen wurden bei der Untersuchung belastet, unter anderem JBS, der weltweit gr\u00f6sste Rindfleisch-Exporteur sowie BRF, der gr\u00f6sste Exporteur von H\u00fchnerfleisch. Viele L\u00e4nder, darunter auch die Schweiz, haben ein tempor\u00e4res Importverbot f\u00fcr Fleisch aus Brasilien ausgesprochen, bis die Unbedenklichkeit sichergestellt werden kann. Michel Temer, der brasilianische Pr\u00e4sident, hat nur Stunden nach Bekanntwerden des Skandals versucht zu beschwichtigen und 19 BotschafterInnen in ein Steakhouse eingeladen um zu signalisieren, dass das brasilianische Fleisch sicher sei.<\/p>\n<p>Dies ist reine Augenwischerei: Es handelt sich bei den Skandalen nicht um Einzelf\u00e4lle, und sie sind nicht auf einzelne L\u00e4nder beschr\u00e4nkt. Weltweit kommen laufend Betrugsf\u00e4lle ans Licht, auch bei Schweizer Detailh\u00e4ndlern wie <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/kassensturz-espresso\/themen\/konsum\/coop-fleisch-weitere-metzger-packen-aus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Coop<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Der-Fleischskandal-erreicht-die-Migros\/story\/16253445\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Migros<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.aargauerzeitung.ch\/schweiz\/diese-grossen-fleischskandale-erschuetterten-das-vertrauen-der-konsumenten-130860432\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Manor<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.20min.ch\/schweiz\/ostschweiz\/story\/Fleischskandal-schockiert-Metzger-im-Toggenburg-16456748\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">unabh\u00e4ngigen Metzgern<\/a>. Zudem treten immer wieder Seuchen wie Schweinegrippe, Vogelgrippe oder Infektionen auf, die dazu f\u00fchren, dass Tierbest\u00e4nde in ganzen Regionen get\u00f6tet werden.<\/p>\n<p><strong>Grosse globale Probleme wegen Fleischwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr ist einfach: Wir essen zu viel Fleisch und wollen keinen fairen Preis daf\u00fcr bezahlen. Billiges Fleisch ist nur mit einer industriellen Massenproduktion m\u00f6glich. Mit \u00a0zu vielen Tieren auf zu engem Raum, Importen von Futtermitteln aus der ganzen Welt, pr\u00e4ventivem Einsatz von Antibiotika und der Verschmutzung von Gew\u00e4ssern durch den Eintrag von G\u00fclle. Die globale Produktion von Fleisch, Milch und Eiern ist zudem f\u00fcr \u00fcber 14 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und ist der gr\u00f6sste Treiber der Entwaldung im Amazonas.<\/p>\n<p>Laut WHO werden weltweit bereits mehr Antibiotika an gesunde Tiere verabreicht als an kranke Menschen \u2014 als Wachstumsf\u00f6rderer und pr\u00e4ventiv, um m\u00f6glichst viele Tiere auf m\u00f6glichst wenig Platz mit m\u00f6glichst geringem Aufwand halten zu k\u00f6nnen. In der Schweiz sind das j\u00e4hrlich immerhin etwa 50 Tonnen Antibiotika, grob gerechnet also rund 1 kg pro Viehhalter. Je mehr Antibiotika in die Umwelt gelangen, umso schneller bilden Bakterien Resistenzen gegen diese \u2014 ein grosses Problem f\u00fcr die Humanmedizin.<\/p>\n<p><strong>Umdenken n\u00f6tig<\/strong><\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr einen Wandel: Wir m\u00fcssen viel weniger Fleisch essen. Wir brauchen nicht t\u00e4glich Fleisch, um gesund und gl\u00fccklich zu sein. Es gibt endlose M\u00f6glichkeiten, ohne Fleisch abwechslungsreich und lecker zu kochen. Und wenn es dann mal Fleisch sein soll, ist es wichtig zu wissen, woher es kommt und wie es produziert wurde. Der brasilianische Skandal zeigt klar, dass die industrielle Produktion nicht der richtige Weg ist. Vielmehr ist eine lokal angepasste Produktion, die auf den verf\u00fcgbaren Ressourcen basiert, h\u00f6chste Tierwohlstandards einh\u00e4lt und m\u00f6glichst ohne Medikamente auskommt, die L\u00f6sung f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Egal ob du dich vegan, vegetarisch oder flexitarisch ern\u00e4hrst, wir k\u00f6nnen alle Teile der L\u00f6sung sein wenn wir uns mehrheitlich pflanzlich ern\u00e4hren und somit die weltweit exorbitante Nachfrage nach Fleisch reduzieren. Wenn wir auch unsere Regierungen dazu bringen, die Gesundheit der Menschen und des Planeten ernst zu nehmen, werden solche Skandale der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fleischskandale sind keine Einzelf\u00e4lle, sondern ein Symptom eines nicht nachhaltigen Systems. Eine Reduktion des Fleischkonsums und eine regionale, auf lokalen Ressourcen basierende Tierhaltung ist die L\u00f6sung.\u00a0 Ein neuer Skandal um&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":20001,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-19998","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19998","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19998"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19998\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20001"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19998"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19998"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19998"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=19998"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=19998"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}