{"id":20050,"date":"2015-04-26T00:00:00","date_gmt":"2015-04-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20050\/auf-expedition-am-amazonas-riff\/"},"modified":"2019-05-30T15:14:11","modified_gmt":"2019-05-30T13:14:11","slug":"auf-expedition-am-amazonas-riff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20050\/auf-expedition-am-amazonas-riff\/","title":{"rendered":"Auf Expedition am Amazonas-Riff"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gemeinsam mit Wissenschaftler sind wir auf dem Greenpeace-Schiff vor der K\u00fcste Brasiliens unterwegs. Unser Ziel: Die ersten Unterwasserfotos des neu entdeckten Riffs. Denn dieses einzigartige Riffsystem, das niemand dort vermutet h\u00e4tte, wird bereits bedroht von den Pl\u00e4nen der \u00d6lindustrie. Hilf uns, das Riff zu sch\u00fctzen:\u00a0<a class=\"0\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/kampagnen\/schuetzt-das-amazonas-riff\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">www.greenpeace.de\/amazonas-riff<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Update Tag 8 (Donnerstag, 9.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Blick nach vorne.\u00a0<\/strong>Auch gestern, am allerletzten Tag, waren keine Tauchfahrten m\u00f6glich \u2013 der rauhen See sei \u201eDank\u201c. Da half auch alles Zetern nichts. Leider mussten wir diesen Teil der Expedition heute beenden, ohne eine einzige Tauchfahrt zum n\u00f6rdlichen Teil des Amazonas-Riffs gemacht zu haben. Nat\u00fcrlich bin ich entt\u00e4uscht. Doch wir sind ja Stehaufm\u00e4nnchen.\u00a0Das Team schmiedet gerade schon heftig Pl\u00e4ne, wann und wie wir das alles \u201enachholen\u201c bzw. sogar noch ausbauen k\u00f6nnen. Denn <a class=\"0\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/meere\/untergetaucht\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Teil 1 der Expedition im s\u00fcdlichen Teil des Amazonas-Riffs <\/a>\u00a0hat erste Erkenntnisse gebracht, die wir zusammen mit den Forschern unbedingt weiterverfolgen wollen.\u00a0Man darf also gespannt sein. Ich bin jedenfalls gl\u00fccklich, an Bord dabei gewesen zu sein \u2013 auch ohne Unterwasserfahrt war es etwas Besonderes!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Update Tag 6 (Dienstag, 7.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Murphy\u2019s W\u00fcrgegriff.\u00a0<\/strong>Strahlender Sonnenschein, ruhige See, ein vielversprechender Tauchplatz \u2013 und ein repariertes Tauchboot. Endlich! Doch es sollte nicht sein. Erst stellte sich der CTD-Sensor (Salzgehalt- Temperatur-, und Tiefenmesser) an der DropCam tot. Kaum war er repariert, versagte das Videokabel f\u00fcr die Bild\u00fcbertragung der DropCam. Ohne Bild ist aber keine Entscheidung m\u00f6glich, ob wir an dieser Stelle abtauchen. Also ging wieder wertvolle Zeit f\u00fcr Reparaturen verloren. Schlie\u00dflich konnte dann doch der Test-Launch des Tauchboots mit Pilot und Techniker eingeleitet werden. Klopfenden Herzens gingen wir am Helikopter-Deck in Position, unser RHIB kreuzte schon durch die Wellen. Der \u201eDual Deep Worker\u201c baumelte am Haken, wurde \u00fcber Bord gekrant\u2026. \u2013 und pendelte dann unerwartet stark aus, wie\u00a0 an einer Riesenschaukel! Die logische Konsequenz: Abbruch. Diesmal war es also nicht die Elektronik. Inzwischen war einfach der Seegang zu stark geworden, die Wellen zu hoch f\u00fcr einen sicheren Launch. Tja, was soll ich sagen\u2026. Aber es blieb den ganzen Tag so.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Update Tag 4 (Sonntag, 6.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fehlersuche:\u00a0<\/strong>Nach dem unfreiwilligen Aufstieg gestern\u00a0stand der heutige Tag ganz im Zeichen der Fehlersuche beim \u201eDual Deep Worker\u201c. \u00a0Es gilt: Safety first. Wir fahren derweilen ein paar mehr DropCams, um den Meeresboden von hier oben aus auszuspionieren. Und was machen eigentlich Tauchboot-Piloten wenn ihr liebstes Spielzeug in 100 Einzelteile zerlegt auf dem Helikopter-Deck liegt und sich abzeichnet, dass es auch heute nichts mit dem Abtauchen wird? Ganz einfach: Sie verschanzen sich in der Schiffs-Lounge und\u00a0werfen ihre Lieblings-DVD ein.<\/p>\n<p><strong>Ernten, was man s\u00e4t:\u00a0<\/strong>F\u00fcr mich stand der heutige Tag aber auch ganz im Zeichen der Pressearbeit. Denn in der deutschen Medienlandschaft tauchen nun einige Berichte zu unserer Expedition im Amazonas-Riff auf und zur drohenden Gefahr durch die \u00d6lbohrpl\u00e4ne von u.a. Total und BP. Ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl! Und wichtig \u2013 denn unser Ziel ist es auch, die Existenz und Schutzbed\u00fcrftigkeit dieses einzigartigen Riffs weltweit bekannt zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/NoVgUmOBhtQ\" width=\"980\" height=\"551\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Update Tag 3 (Samstag, 5.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kuscheln unter Plastikt\u00fcten:\u00a0<\/strong>Endlich sind wir im Riffgebiet. Hier lassen wir an jeder anvisierten Tauchstation immer erstmal die DropCam zu Wasser. Das ist live per Video\u00fcbertragung auf dem Schiff zu sehen \u2013 und immer ein kleines Ereignis. F\u00fcr Au\u00dfenstehende mutet das bestimmt skurril an: Da kuscheln sich Gr\u00fcppchen von Leuten bei sengender Mittagssonne in den Tropen ganz dicht zusammen und halten sich teilweise dunkle Plastikplanen oder Klamotten \u00fcber den Kopf. Tja, was tut man nicht alles f\u00fcr ein gutes, kontrastreiches Videobild auf den Monitoren. Sobald Schw\u00e4mme, Korallen, Kalkalgen oder andere interessante Strukturen zu erkennen sind, f\u00e4llt dann die Entscheidung zu tauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-33241 size-large\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/GP0STQH8G_PressMedia-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"560\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Update Tag 3 (Samstag, 5.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kuscheln unter Plastikt\u00fcten:\u00a0<\/strong>Endlich sind wir im Riffgebiet. Hier lassen wir an jeder anvisierten Tauchstation immer erstmal die DropCam zu Wasser. Das ist live per Video\u00fcbertragung auf dem Schiff zu sehen \u2013 und immer ein kleines Ereignis. F\u00fcr Au\u00dfenstehende mutet das bestimmt skurril an: Da kuscheln sich Gr\u00fcppchen von Leuten bei sengender Mittagssonne in den Tropen ganz dicht zusammen und halten sich teilweise dunkle Plastikplanen oder Klamotten \u00fcber den Kopf. Tja, was tut man nicht alles f\u00fcr ein gutes, kontrastreiches Videobild auf den Monitoren. Sobald Schw\u00e4mme, Korallen, Kalkalgen oder andere interessante Strukturen zu erkennen sind, f\u00e4llt dann die Entscheidung zu tauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Update Tag 2 (Freitag, 4.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Flaue Gef\u00fchle:\u00a0<\/strong>Irgendwann letzte Nacht verlie\u00dfen wir den Amazonas-Flusslauf und trafen auf den Atlantik. Das war nat\u00fcrlich zu sp\u00fcren. Aber was die Seefahrt angeht, bin ich ja aus vollem Herzen Wiederholungst\u00e4terin \u2013 gerne und immer wieder!<br \/>\n<strong>Tauchboot-Geheimnisse:\u00a0<\/strong>Mir blieb auch nichts anderes \u00fcbrig, als meine Lebensgeister irgendwie wachzur\u00fctteln. Denn: An Deck wartete schon Jeff, um mich in die Geheimnisse des Tauchboots \u201eDual Deep Worker\u201c einzuweihen. Ein Moment, auf den ich mich schon seit Wochen gefreut hatte! Das Teil besteht aus zwei zusammengeschwei\u00dften Kapseln \u2013 eine f\u00fcr den Piloten, die andere f\u00fcr den Beifahrer \u2013 und geht auf 600 Meter\u00a0tief. Wer jetzt aber denkt, man kann als Beifahrer alles getrost dem Piloten \u00fcberlassen, der irrt gewaltig! Gef\u00fchlte \u201etausend\u201c verschiedene Ventile, Schalter, Riegel und Kn\u00f6pfe, die ich richtig bedienen k\u00f6nnen muss, um \u00fcberhaupt meinen eigenen Sauerstoff und Druck in der Kabine zu haben. Auch die wasserdichte Verriegelung der Haube macht nicht der Techniker von au\u00dfen, sondern allein ich von innen. Und nat\u00fcrlich gibt es noch s\u00e4mtliche Notfall-Abl\u00e4ufe, die einge\u00fcbt werden m\u00fcssen, falls unter Wasser etwas nicht so ist, wie es sein soll.<\/p>\n<div class=\"media-wrapper\"><\/div>\n<p><strong>Update Tag 1 (Donnerstag, 3.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Leinen los!\u00a0<\/strong>Nach einem relativ entspannten ersten Morgen an Bord, an dem wir (wie \u00fcblich) in die Geheimnisse der morgendlichen Putz-Routine\u00a0 eingef\u00fchrt wurden, legten wir heute gut gelaunt in Belem ab. Ziel: n\u00f6rdlich-zentraler und n\u00f6rdlicher Riffsektor \u2013 also dort, wo die Auswirkung des Amazonas-Stroms am heftigsten und die Riffstruktur deshalb am au\u00dfergew\u00f6hnlichsten ist. Das macht \u00fcbrigens auch die Tauchfahrten dort zu einer Herausforderung: heftige Str\u00f6mung, schlechte Sicht wegen hohem Sedimentgehalt \u2013 und ein \u00dcbergang vom S\u00fc\u00dfwasser oben ins Salzwasser darunter.\u00a0Wir werden \u00fcbrigens auch den \u00c4quator \u00fcberqueren. Und f\u00fcr einige von uns wird das noch sehr unangenehme Folgen haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-33242 size-large\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Karte_Amazonas_Riff-1024x613.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"503\" \/><\/p>\n<p><strong>Microbiology rules!\u00a0<\/strong>Der <a class=\"0\" href=\"http:\/\/advances.sciencemag.org\/content\/2\/4\/e1501252.full\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\"><em>Entdecker<\/em>\u00a0des Amazonas-Riffs <\/a>, Fabiano L. Thompson,\u00a0war beim ersten Teil unserer Tour dabei \u2013 aber bevor er von Bord ging, hatte ich noch die Chance, ihn in ein kleines Fachgespr\u00e4ch zu verstricken. Bei ihm dreht sich alles um die unsichtbaren Herrscher des Planeten: Bakterien und andere Mikroorganismen. Deshalb war es besonders spannend, mit ihm dar\u00fcber \u00a0zu diskutieren, dass in diesem ungew\u00f6hnlichen Riff anscheinend auch Chemosynthese (anstatt nur Photosynthese) eine Rolle spielt. Das kennt man sonst typischerweise nicht aus Korallenriffen, sondern aus Tiefsee-\u00d6kosystemen wie z.B. Hydrothermalquellen.<br \/>\n<strong>Update Tag 0 \u00a0(Mittwoch, 2.2.)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hektischer aber gelungener Start:\u00a0<\/strong>Angekommen in Belem: Unsere brasilianischen Kollegen sind der absolute Hit! Ich wurde extrem herzlich von allen aufgenommen und betreut. Und sie haben heimlich eine kleine \u00dcberraschung organisiert: Ich durfte am Mittwoch Vormittag spontan zu\u00a0einem zweist\u00fcndigen Foto-\u00dcberflug abheben. Was soll ich sagen: Ich bin jetzt noch total gepl\u00e4ttet \u2013 es war fantastisch!!! 1000 Shades of Green.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xxVGSLIWkpw?list=PL6J1Sg6X3cywA-Humha9Vtldv68HV37g2\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfes Hallo an Bord:\u00a0<\/strong>Nach dem \u00dcberflug ging es dann direkt zum Hafen: Esperanza samt Crew begr\u00fc\u00dfen und an Bord einchecken. Wissenschaftler, Kampagnen-Team, Crew \u2013 alle schwebten auf Wolke 7, denn die \u00a0bisherigen Tauchg\u00e4nge haben die weltweit ersten Fotos und Videos des Amazonas-Riffs geliefert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit Wissenschaftler sind wir auf dem Greenpeace-Schiff vor der K\u00fcste Brasiliens unterwegs. Unser Ziel: Die ersten Unterwasserfotos des neu entdeckten Riffs. 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