{"id":20167,"date":"2017-07-11T00:00:00","date_gmt":"2017-07-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20167\/groesster-dosenthunfisch-hersteller-will-nachhaltiger-produzieren\/"},"modified":"2019-05-30T15:22:35","modified_gmt":"2019-05-30T13:22:35","slug":"groesster-dosenthunfisch-hersteller-will-nachhaltiger-produzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20167\/groesster-dosenthunfisch-hersteller-will-nachhaltiger-produzieren\/","title":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dfter Dosenthunfisch-Hersteller will nachhaltiger produzieren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zwei Jahre lang f\u00fchrte Greenpeace eine Kampagne gegen Thai Union, den gr\u00f6\u00dften Dosenthunfisch-Hersteller der Welt. Dabei zeigten wir auf, welche katastrophalen Arbeitsbedingungen und zerst\u00f6rerischen Fangmethoden in der thail\u00e4ndischen Fischerei-Industrie an der Tagesordnung stehen. Gemeinsam mit Menschen weltweit haben wir den Thunfisch-Konzern aufgefordert seine Gesch\u00e4ftspraktiken zu \u00e4ndern. Mit Erfolg: Heute pr\u00e4sentiert Thai Union neue Richtlinien f\u00fcr seine globale Produktion. Mit sozialen und \u00f6kologischen Ma\u00dfnahmen setzt Thai Union endlich Schritte zu einer nachhaltigen Fischerei.<\/strong><\/p>\n<p>Die Produkte verkauft das Unternehmen auf der ganzen Welt: Jede f\u00fcnfte Thunfischdose stammt von Thai Union. Der thail\u00e4ndische Konzern tr\u00e4gt somit grosse Verantwortung f\u00fcr unsere Meere. Denn bereits 90 Prozent der Fischbest\u00e4nde sind laut den Vereinten Nationen bereits \u00fcberfischt oder bis an die Grenzen genutzt. Doch bislang hat sich Thai Union geweigert, entsprechende Ma\u00dfnahmen zu setzen, um tats\u00e4chlich einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Dies \u00e4ndert sich jedoch ab heute: Mit neuen Richtlinien will der Fisch-Konzern zu einer nachhaltigen Fischerei beitragen.<\/p>\n<p>Dabei setzt Thai Union einerseits auf soziale Ma\u00dfnahmen. Denn die Lebensbedingungen auf den thail\u00e4ndischen Fischfangschiffen sind oft extrem und f\u00fchren zu Krankheiten bis hin zum Tod. Der Konzern wird bereits in den n\u00e4chsten sechs Monaten einen Verhaltenskodex f\u00fcr menschenrechtskonforme Arbeitsbedingungen entlang seiner gesamten Lieferkette aufsetzen. Unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfer werden die Schiffe kontrollieren. Zus\u00e4tzlich sollen elektronische \u00dcberwachungen menschenrechtsverletzende Praktiken auf den Flotten verbannen. Ebenso verl\u00e4ngert Thai Union ein Moratorium f\u00fcr das sogenannte Transshipment. Dies ist eine Methode der Fischerei-Industrie, bei der gro\u00dfe Fischmengen auf offener See auf ein Transportschiff umgeladen werden. Das Fangschiff muss somit nicht zum Hafen zur\u00fcckkehren und kann effizienter und kosteng\u00fcnstiger arbeiten. Auf offener See umgeht das Schiff jedoch auch staatliche Kontrollen. Damit verbunden sind oft Menschenrechtsverletzungen. Diese sind in der thail\u00e4ndischen Fischerei-Industrie gang und g\u00e4be. Das Gehalt der Arbeiter wird oftmals zur\u00fcckgehalten oder gar nicht ausbezahlt. M\u00fcndliche Vereinbarungen werden nicht eingehalten, was dazu f\u00fchrt, dass die Arbeiter oft mehrere Monate l\u00e4nger als vereinbart auf offener See bleiben m\u00fcssen. Auch kommt es immer wieder zu verbaler und k\u00f6rperlicher Gewalt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-36456 size-large\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/GP0STPE6I-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"560\" \/><\/p>\n<p>Neben den sozialen Ma\u00dfnahmen wird Thai Union auch \u00f6kologisch-nachhaltige Schritte setzen: Allen voran sollen zerst\u00f6rerische Fischereimethoden reduziert werden. Im Fokus stehen zwei Fangarten: Die industrielle Langleinenfischerei und sogenannte Fischsammler (FAD). Beiden Methoden produzieren Beifang.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Langleinenfischerei soll bei Flotten, die f\u00fcr Thai Union liefern, reduziert und durch vertretbare Fangmethoden wie Leine und Rute ersetzt werden. Bei allen restlichen Langleinenschiffen sollen Methoden zum Einsatz kommen, um den Beifang zu reduzieren, wie zum Beispiel Rundhaken oder Vergr\u00e4mer, die V\u00f6gel vertreiben. Denn etliche Tiere wie Seev\u00f6gel, Schildkr\u00f6ten und Haie werden durch die Langleinenfischerei get\u00f6tet und landen als Abfall wieder im Meer.<\/li>\n<li>Bis zum Jahr 2020 soll der Einsatz von FADs um 50 Prozent reduziert werden. . Fischsammler sind k\u00fcnstliche, schwimmende Plattformen, die von den Fischereiflotten auf der Meeresoberfl\u00e4che ausgebracht werden. Thunfische werden von den FADs instinktiv angezogen, aber auch viele andere Meerestiere.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Greenpeace-VertreterInnen werden sich alle sechs Monate mit MitarbeiterInnen von Thai Union treffen, um die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen zu evaluieren. Bereits Ende 2018 wird eine unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfung den Fortschritt von Thai Union dokumentieren.<\/p>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen von Thai Union stellen die Weichen f\u00fcr eine vertretbare Fischerei, bei der Menschenrechte geachtet werden. Zus\u00e4tzlich sind die Verpflichtungen des Konzerns aber auch ein Zeichen f\u00fcr die gesamte Fischerei-Industrie: Der Status Quo ist nicht mehr akzeptabel. Und wenn es der gr\u00f6\u00dfte Dosenthunfisch-Hersteller der Welt schafft, derartige Ma\u00dfnahmen anzuk\u00fcndigen, dann k\u00f6nnen und m\u00fcssen globale Fisch-Konzerne diesem Beispiel folgen. Greenpeace wird sich daf\u00fcr weiterhin weltweit einsetzen.<\/p>\n<p><a class=\"btn btn-lg btn-accent\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/thai-union\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weitere Erfolge mit einer Spende erm\u00f6glichen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Jahre lang f\u00fchrte Greenpeace eine Kampagne gegen Thai Union, den gr\u00f6\u00dften Dosenthunfisch-Hersteller der Welt. 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