{"id":20239,"date":"2017-09-13T00:00:00","date_gmt":"2017-09-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20239\/wer-kohle-versichert-wird-sturm-ernten\/"},"modified":"2019-05-30T15:26:56","modified_gmt":"2019-05-30T13:26:56","slug":"wer-kohle-versichert-wird-sturm-ernten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20239\/wer-kohle-versichert-wird-sturm-ernten\/","title":{"rendered":"Wer Kohle versichert, wird Sturm ernten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hurrikan \u00abHarvey\u00bb und \u00abIrma\u00bb in den USA und in der Karibik, \u00dcberschwemmungen in Indien, Bangladesh und Nepal, Gletscherschwund und Bergst\u00fcrze in der Schweiz: Die weltweiten Wetterextreme und Naturkatastrophen der letzten Wochen haben uns deutlich vor Augen gef\u00fchrt, mit welchen immensen Sch\u00e4den wir im Kontext der Klimakrise immer mehr konfrontiert sind. Weniger bekannt ist, dass viele Versicherungen dabei eine zwiesp\u00e4ltige Rolle spielen. <\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-38259\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/1effffa1-1effffa1-gp0str08i_web_size_with_credit_line-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beispiellosen St\u00fcrme und Wetterextreme dieses Jahres, so zum Beispiel auch in <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/panorama\/vermischtes\/broeckelnde-berge-feste-gewissheit\/story\/21712681?track\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bondo<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/news\/schweiz\/mittelland\/riesenzelle-richtete-riesenschaden-an-darum-war-das-gewitter-von-zofingen-so-heftig-id6968727.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zofingen<\/a>, sollten unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf die Folgen und Anpassungsstrategien lenken, sondern auch auf die klimatischen Zusammenh\u00e4nge und insbesondere auf die Verantwortung der Versicherungsindustrie. Denn die Assekuranz sch\u00fctzt uns nicht nur vor solchen Ereignissen, sofern eine Deckung besteht; sie ist mit ihren gigantischen Investitionen und Versicherungsprodukten im Fossilbereich auch daf\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/2017\/04\/26\/versicherungen-sollten-uns-schuetzen-riskieren-das-klimachaos\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mitverantwortlich<\/a>.<\/p>\n<p>Es ist deshalb kein Zufall, dass am 6. September der franz\u00f6sische Versicherungskonzern SCOR &#8211; der weltweit viertgr\u00f6sste R\u00fcckversicherer &#8211; Schritte <a href=\"https:\/\/www.scor.com\/sites\/default\/files\/23_-_coal_disengagement_veng.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ank\u00fcndigte<\/a>, um sowohl als Investor als auch als Versicherer aus dem Kohlesektor auszusteigen. Friends of the Earth Frankreich und die internationale Unfriend Coal Kampagne, an deren sich auch Greenpeace Schweiz beteiligt, begr\u00fcssen die neue Gesch\u00e4ftspolitik, fordern das Unternehmen aber dringend auf, noch bestehende gravierende Schlupfl\u00f6cher zu schliessen. Anl\u00e4sslich der Jahreskonferenz der Versicherungs- und R\u00fcckversicherungs-Industrie in Monte Carlo rufen wir zudem die Industrie dazu auf, aus dem Gesch\u00e4ft mit dem Kohlesektor ganz auszusteigen, um zu verhindern, dass die Klimakrise sich noch weiter zuspitzt.<\/p>\n<p><strong>Fortschritte&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Der R\u00fcckversicherer SCOR gab bekannt, dass er keine direkten Investitionen mehr in Unternehmen hat, die mehr als 30% ihres Umsatzes mit thermischer Kohle erzielen. Er hat sich dabei verpflichtet, keine neuen Investitionen mehr in solche Unternehmen zu t\u00e4tigen. Das ist positiv und bringt SCOR auf die gleiche Linie wie ihre Industriekollegen Allianz und Swiss Re. AXA und Munich Re, die beide noch immer in Unternehmen investieren, die bis zu 50% ihres Umsatzes im Kohlesektor generieren, sollten diesen Schritt auch tun.<\/p>\n<p>Als erster R\u00fcckversicherer weltweit hat SCOR zudem angek\u00fcndigt, der Konzern werde \u00abkeine Versicherungen oder fakultativen R\u00fcckversicherungen mehr abschliessen, die vor allem den Bau von neuen thermischen Kohlebergwerken auf der gr\u00fcnen Wiese oder von eigenst\u00e4ndigen Braunkohle-Bergwerken oder -Kraftwerken f\u00f6rdern w\u00fcrden\u00bb. Dies bedeutet, dass SCOR in Zukunft f\u00fcr Kohleminen wie das Carmichael Projekt in Australien und die insgesamt noch mehr als 100 geplanten Braunkohlekraftwerke in der T\u00fcrkei, Osteuropa, China und in anderen L\u00e4ndern keine Versicherungen mehr anbieten wird.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-38262\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c04c46e9-c04c46e9-gp0str0ic_web_size_with_credit_line-1.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"534\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230; und Schlupfl\u00f6cher <\/strong><\/p>\n<p>Lucie Pinson, Finanzexpertin bei Friends of the Earth Frankreich, kommentiert: \u00abMit dieser Ank\u00fcndigung anerkennt SCOR das Prinzip, dass Versicherungen ihre Gesch\u00e4fte nachhaltig ausrichten m\u00fcssen, sowohl als Investoren als auch als Versicherer. Gleichzeitig weist die neue Politik aber noch immer viele gravierende Schlupfl\u00f6cher aus und bleibt hinter dem zur\u00fcck, was es zum Schutz des Klimas braucht. Am bedeutendsten ist, dass SCOR weiterhin Hunderte klimazerst\u00f6rende Kohlekraftwerke versichern kann, solange es nicht um Braunkohlekraftwerke geht, und das ist nicht akzeptabel.\u00bb<\/p>\n<p>Regine Richter von Urgewald f\u00fcgt hinzu: \u00abGegenw\u00e4rtig befinden sich noch Kohlekraftwerke mit mehr als 800&#8217;000 Megawatt in Planung oder im Bau. Werden sie fertig erstellt, werden diese Projekte noch schlimmere Klimakatastrophen als die aktuellen Superst\u00fcrme nach sich ziehen. Unternehmen, die in einer Post-Kohlewirtschaft eine Spitzenposition einnehmen wollen, m\u00fcssen Versicherungsleistungen f\u00fcr s\u00e4mtliche neuen Kohleprojekte ausschliessen, nicht nur f\u00fcr Kohlebergwerke und Braunkohlekraftwerke.\u00bb<\/p>\n<p>Peter Bosshard, Koordinator der Unfriend Coal Kampagne, kommentiert: \u00abDie diesj\u00e4hrige Hurrikan-Saison ist ein Weckruf f\u00fcr die Versicherungsindustrie. SCOR unternimmt als erster R\u00fcckversicherer erste Schritte, um gewisse Kohleprojekte nicht mehr zu versichern. Wir fordern andere R\u00fcckversicherer \u2013 vor allem Swiss Re, Munich Re und Hannover Re \u2013 auf, mit umfassenderen Gesch\u00e4ftsstrategien die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen.\u00bb<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-38265\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/0af757b5-0af757b5-gp0str0sp_web_size_with_credit_line.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Assekuranz muss handeln \u2013 auch in der Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>In einer separaten <a href=\"http:\/\/unfriendcoal.com\/2017\/09\/11\/the-new-climate-reality-a-wake-up-call-for-the-insurance-industry-to-exit-the-coal-sector\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erkl\u00e4rung<\/a> der Unfriend Coal Kampagne, die zum Auftakt der Konferenz in Monte Carlo ver\u00f6ffentlicht wurde, heisst es: \u00abDie Versicherer unterst\u00fctzen Kohleunternehmen und andere Firmen der fossilen Brennstoffindustrie, die unseren Planeten zum Kochen bringen, wenn sie deren Projekte weiterhin versichern. W\u00fcrde sie keine neuen Kohleprojekte mehr versichern, k\u00f6nnte eine kleine Gruppe von Versicherungsunternehmen einen riesigen Beitrag zur Bew\u00e4ltigung der Klimakrise leisten, solange noch Zeit bleibt.\u00bb<\/p>\n<p>\u00abAuch die grossen Schweizer Versicherer und R\u00fcckversicherer stehen in der Pflicht\u00bb, sagt die Finanzexpertin von Greenpeace Schweiz, Katya Nikitenko: \u00abDie Assekuranz profitiert von der Klimakrise statt sie einzud\u00e4mmen und uns zu sch\u00fctzen: Es ist h\u00f6chste Zeit, dass auch Swiss Re und Zurich aus dem Fossilbereich aussteigen, sonst gibt es bald nichts mehr zu versichern\u00bb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-38261\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/25317445-25317445-gp0str0f4_web_size_with_credit_line.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"534\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hurrikan \u00abHarvey\u00bb und \u00abIrma\u00bb in den USA und in der Karibik, \u00dcberschwemmungen in Indien, Bangladesh und Nepal, Gletscherschwund und Bergst\u00fcrze in der Schweiz: Die weltweiten Wetterextreme und Naturkatastrophen der letzten&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20245,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-20239","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20239\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20239"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=20239"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=20239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}