{"id":20295,"date":"2017-09-25T00:00:00","date_gmt":"2017-09-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20295\/die-muell-magnaten\/"},"modified":"2019-05-30T15:30:16","modified_gmt":"2019-05-30T13:30:16","slug":"die-muell-magnaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20295\/die-muell-magnaten\/","title":{"rendered":"Die M\u00fcll-Magnaten"},"content":{"rendered":"<div class=\"field--teaser\">\n<p><strong>Die Str\u00e4nde vor Manila versinken im M\u00fcll. Schuld daran sind auch internationale Konzerne &#8211; allen voran der Schweizer Megakonzern Nestl\u00e9 mit Hauptsitz in Vevey &#8211; mit ihren Unmengen an Wegwerfverpackungen, das zeigt eine Greenpeace-Auswertung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"flexslider-1\" class=\"flexslider galleria flexslider-processed loaded\">\n<p>Michael Meyer Krotz ist entsetzt: <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/2017\/09\/18\/gegen-die-plastikflut-in-manila-ii\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Am Tag zuvor hatten der Greenpeace-Mitarbeiter und circa hundert Helfer einen Strandabschnitt auf der Vogelschutzinsel Freedom Island vor der philippinischen Hauptstadt Manila ges\u00e4ubert.<\/a>\u00a0Von der Wasserkante bis zu dem Mangrovenw\u00e4ldchen 20 Meter landeinw\u00e4rts: weisser Sand. Und am n\u00e4chsten Morgen? Wieder nur M\u00fcll, kaum Sand zu sehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00ab<\/span>Diese Plastikflut ist ein Alptraum<span style=\"font-weight: 400;\">\u00bb<\/span>, sagt Krotz. <span style=\"font-weight: 400;\">\u00ab<\/span>Durch Aufr\u00e4umen ist sie nicht in den Griff zu bekommen. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass gar nicht mehr solche Mengen Plastikm\u00fclls in die Umwelt und ins Meer gelangen.<span style=\"font-weight: 400;\">\u00bb<\/span> Und da sieht er nicht nur die Konsumenten in der Pflicht, sondern vor allem auch die Konzerne, von deren Produkten der Plastikm\u00fcll stammt.<\/p>\n<p><strong>9084 Plastikteilchen von Nestl\u00e9<\/strong><\/p>\n<p>Denn die Auswertung von \u00fcber 54&#8217;000 St\u00fcck Plastikm\u00fcll, die Greenpeace in den vergangenen zwei Wochen auf einer Fl\u00e4che von gerade mal 1200 Quadratmetern gesammelt hat, ergab: Die internationalen Firmen Nestl\u00e9, Unilever und Procter &amp; Gamble sind unter den Top Ten der Plastikm\u00fcllerzeuger. Vor allem Kleinstpackungen, etwa \u00a0von Kaffee-, Zahncreme- oder Seifen-Tagesportionen, machen einen Gro\u00dfteil des M\u00fclls aus.<\/p>\n<p>Acht Tage lang hatten in einem <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/2017\/09\/14\/gegen-die-plastikflut\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Projekt gegen Plastik<\/a> an die hundert Helfer von Greenpeace und anderen Organisationen M\u00fcll gesammelt und sortiert. 10.000 Arbeitsstunden lang trugen sie den M\u00fcll zusammen, kategorisierten und wogen ihn. 180 Meter des kilometerlangen Strandes von Freedom Island haben sie so f\u00fcr einen Tag vom M\u00fcll befreit \u2013 bevor die Flut den Strand wieder unter Plastik begrub. Doch die Auswertung zeigt, wer den M\u00fcll verursacht. Wer mit Verantwortung tr\u00e4gt f\u00fcr dieses Meer aus Plastik, das die Str\u00e4nde vor Manila t\u00e4glich neu verschmutzt.<\/p>\n<p>[masterslider id=&#187;26&#8243;]<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Gewinne einstreichen &#8211; Probleme zur\u00fccklassen<\/strong><\/p>\n<p>\u00abEs ist ein typisches Ph\u00e4nomen in sogenannten Schwellenl\u00e4ndern, dass sich das Konsumverhalten ihrer Bewohner deutlich \u00e4ndert\u00bb, erkl\u00e4rt Krotz. Statt zu heimischen Produkten und lokalen Erzeugnissen vom Markt nebenan greifen immer mehr Menschen dort zu bekannten, internationalen Marken wie Nescaf\u00e9, B\u00e4renmarke, Maggi oder Knorr-Suppen. Da sie aber nicht genug Geld f\u00fcr Vorratspackungen des hochpreisigen Kaffees und der teuren Seife haben, bieten Firmen Tagesportionen an \u2013 jede einzeln in ein kleines Plastikt\u00fctchen verpackt.<\/p>\n<p>\u00abZum einen bereichern sich die Grosskonzerne so auf Kosten der Armen, weil bezogen auf die Menge die Tagesportion meist teurer ist als eine gro\u00dfe Packung\u00bb, so Krotz. \u00abUnd zum anderen explodiert die M\u00fcllmenge. Das ist verantwortungslos. Die Konzerne k\u00f6nnen nicht die Gewinne einstreichen, aber die Menschen mit dem M\u00fcll ihrer Produkte allein lassen.\u00bb Was das Problem versch\u00e4rft: Gerade in Entwicklungsregionen gibt es oft kein geregeltes und umweltschonendes Abfallentsorgungssystem; der Plastikm\u00fcll landet auf offenen Deponien. Und weht von dort in Fl\u00fcsse und ins Meer. Au\u00dferdem sind die kleinen T\u00fctchen weder wiederverwendbar noch \u2013 anders als zum Beispiel Plastikflaschen oder Getr\u00e4nkedosen \u2013 f\u00fcr M\u00fcllsammler attraktiv, die mit wiederverwertbaren Rohstoffen ihr Auskommen haben.<\/p>\n<p><strong>Verantwortung sieht anders aus<\/strong><\/p>\n<p>Als erstes ist nat\u00fcrlich die Regierung der Philippinen in der Pflicht, funktionierende Entsorgungssysteme aufzubauen, Recycling einzuf\u00fchren und die von ihr bereits beschlossenen Gesetze gegen die Verm\u00fcllung wirksam umzusetzen. Auch die Verbraucher haben es in der Hand, ob sie zu einem mehr oder weniger in Plastik verpackten Produkt greifen. Doch auch die Konzerne m\u00fcssen ihren Beitrag leisten.<\/p>\n<p>\u00abDa m\u00fcssen Nestl\u00e9, Unilever und Co nachbessern\u00bb, fordert Krotz. Es gibt wiederverwendbare Systeme, kompostierbare L\u00f6sungen und andere Konzepte, wie Plastikm\u00fcll verringert werden kann. Denn das Problem ist riesig \u2013 jedes Jahr landen weltweit acht Millionen Tonnen Kunststoff in den Meeren, eine LKW-Ladung jede Minute. Und das Zeug verrottet nicht. \u00abZu L\u00f6sungen m\u00fcssen auch die internationalen Grosskonzerne beitragen, denn sie haben eine Verantwortung\u00bb, so Krotz. Eine M\u00fcll-Verantwortung.<\/p>\n<p><strong>Die unr\u00fchmlichen top Ten der gr\u00f6ssten Verschmutzer des Strandes auf Freedom Island<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Nestl\u00e9 (9084 Teile, 16,74%)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unilever (5869 Teile, 10,82%)<\/strong><\/li>\n<li>PT Torabika (5519 Teile, 10,17%)<\/li>\n<li>Universal Robina (5293 Teile, 9,75%)<\/li>\n<li><strong>Procter &amp; Gamble (3899 Teile, 7,19%)<\/strong><\/li>\n<li>Nutri Asia (2571 Teile, 4,74%)<\/li>\n<li>Monde Nissin (2645 Teile, 4,87%)<\/li>\n<li>Zesto (2411 Teile, 4,44%)<\/li>\n<li><strong>Colgate Palmolive (2307 Teile, 4,25%)<\/strong><\/li>\n<li>Liwayway (1555 Teile, 2,87%)<\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"http:\/\/www.plasticpolluters.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die vollst\u00e4ndige Auswertung von mehr als 54.000 Tausend Plastikabfallteilen finden Sie hier.<\/a><\/p>\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/Tw5K21V338o\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"Tw5K21V338o\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Str\u00e4nde vor Manila versinken im M\u00fcll. 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