{"id":20308,"date":"2017-09-30T00:00:00","date_gmt":"2017-09-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20308\/mission-possible\/"},"modified":"2019-05-30T15:30:46","modified_gmt":"2019-05-30T13:30:46","slug":"mission-possible","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20308\/mission-possible\/","title":{"rendered":"Mission: Possible"},"content":{"rendered":"<div class=\"field--teaser\">\n<p><strong>\u201eWir d\u00fcrfen uns nicht mehr aufhalten lassen\u201c, sagt Klimaschutz-K\u00e4mpfer Al Gore. Und meint damit unseren Weg raus aus der Klimakrise. Wie der aussieht, beschreibt Gore im Interview.<\/strong><\/p>\n<p>Die Klimakrise l\u00e4sst sich noch abwenden \u2013 wenn die Menschen weltweit gemeinsam daran arbeiten. Davon ist Al Gore, Ex-US-Vizepr\u00e4sident und -Pr\u00e4sidentschaftskandidat sowie Friedensnobelpreistr\u00e4ger, \u00fcberzeugt. Deshalb reist er unerm\u00fcdlich um die Welt und wirbt f\u00fcr Klimaschutz \u2013 die Doku \u201eImmer noch eine unbequeme Wahrheit\u201c, die jetzt in den Kinos l\u00e4uft, begleitet den Umweltaktivsten Gore auf seiner Mission. Und sie zeigt, dass es durchaus L\u00f6sungen gibt, wenn wir nur handeln.<\/p>\n<p>Wir sprachen mit Al Gore \u00fcber Klimavertragsdeserteur Donald Trump, die Revolution der Nachhaltigkeit und Klimakrisenmanagement.<\/p>\n<p><strong>Greenpeace: Herr Gore, warum ist es so schwierig, die Klimaschutz-Gegner davon zu \u00fcberzeugen, dass erneuerbare Energien besser sind als fossile Brennstoffe?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Al Gore:<\/strong> Ich glaube, dass viele von ihnen begreifen, dass wir uns in einer \u00dcbergangssituation befinden. Doch Menschen, die \u00f6konomisch unter Druck stehen, sind anf\u00e4llig f\u00fcr die Versprechungen von Politikern \u2013 auch wenn diese sehr unrealistisch sind. Doch wir d\u00fcrfen uns nicht mehr von den Skeptikern aufhalten lassen, sondern m\u00fcssen ihnen neue M\u00f6glichkeiten in Form von Ausbildung und Arbeitspl\u00e4tzen er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Eine ber\u00fchmter \u00d6lminister aus Saudi-Arabien hat einmal gesagt, dass die Steinzeit nicht zu Ende gegangen sei, weil es keine Steine mehr gab, sondern weil etwas Besseres gefunden wurde. Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe wird nicht vorbei sein, weil diese zur Neige gehen, sondern weil es eine bessere Alternative dazu gibt. Im US-Bergbau-Bundesstaat Kentucky hat das Kohle-Museum gerade seine Energienutzung auf selbst erzeugten Solarstrom umgestellt, weil das g\u00fcnstiger ist.<\/p>\n<p><strong>Wie hoch ist die Ersparnis?<\/strong><\/p>\n<p>In den USA wird mit der Umstellung auf nachhaltige Energien inzwischen ein 17-mal h\u00f6heres Wachstum erzielt als in anderen Wirtschaftsbereichen. Die Sanierung von Geb\u00e4uden, der Einsatz von LED-Lampen, Elektroautos, Batteriespeichern und vielen andere effizienten L\u00f6sungen f\u00fchren zu einer globalen Revolution der Nachhaltigkeit. Die hat das Ausma\u00df der industriellen, aber das Tempo der digitalen Revolution.<\/p>\n<p><strong>Wird die Zeit nicht allm\u00e4hlich knapp?<\/strong><\/p>\n<p>Der Wirtschaftswissenschafter Rudi Dornbusch hat einst gesagt: Ver\u00e4nderungsprozesse dauern oft l\u00e4nger als wir denken, aber geschehen dann pl\u00f6tzlich schneller als wir angenommen haben. Das war bei Handys, Smart-TVs und Computerchips der Fall. Und das gilt auch f\u00fcr die Wind- und Sonnenenergie.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen solcher Trendwenden gibt es ebenso in gesellschaftlichen Revolutionen. Das Ende der Sklaverei, die B\u00fcrgerrechtsbewegung, die Frauen- und Schwulenbewegung haben sich gegen alle Widerst\u00e4nde durchgesetzt. Und zwar deshalb, weil die Menschen dies f\u00fcr richtig befunden haben. Auf diesen Wendepunkt steuern wir jetzt mit der Klimabewegung zu.<\/p>\n<p><strong>Ist Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen ein herber R\u00fcckschlag?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, aber der Schaden, den er angerichtet hat, ist begrenzt. Als Trump verk\u00fcndet hat, aus dem Klimaabkommen auszusteigen, hatte ich Angst, dass andere L\u00e4nder folgen werden. Doch das Gegenteil ist passiert.<\/p>\n<p>In seiner Rede am 1. Juni hat Trump erkl\u00e4rt, er sei gew\u00e4hlt worden, um Pittsburgh \u2013 und nicht Paris \u2013 zu pr\u00e4sentieren. Am n\u00e4chsten Tag gab der B\u00fcrgermeister von Pittsburgh bekannt, die Stadt zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen. Die Regierungen in Kalifornien, New York und anderen US-Bundesstaaten haben h\u00f6here Umweltauflagen angek\u00fcndigt, und zahlreiche St\u00e4dte in den USA streben 100 Prozent Erneuerbare an.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie eine Vision, wie unsere Welt aussehen w\u00fcrde, wenn Sie US-Pr\u00e4sident geworden w\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Alternative Geschichte ist zwar sch\u00f6n, aber leider nicht zielf\u00fchrend. Als Vize-Pr\u00e4sident konnte ich damals Pr\u00e4sident Clinton davon \u00fcberzeugen, im ersten Haushalt im Kongress eine CO2-Steuer einzuf\u00fchren. Dies wurde im Repr\u00e4sentantenhaus verabschiedet, aber vom US-Senat abgelehnt. Ich stelle mir gerne vor, dass ich als Pr\u00e4sident mehr Einfluss gehabt h\u00e4tte, um den Herausforderungen der Klimakrise mit Ma\u00dfnahmen wie einer CO2-Steuer zu begegnen.<\/p>\n<p><strong>Welche wirtschaftspolitischen Steuerungsinstrumente sind au\u00dferdem denkbar?<\/strong><\/p>\n<p>Die Regierungen k\u00f6nnten die Subventionen f\u00fcr fossile Brennstoffe stoppen. Auf der globalen Basis sind die Subventionen f\u00fcr fossile Energie viermal so hoch wie die f\u00fcr Erneuerbare. Einer beim G20-Gipfel pr\u00e4sentierten Erhebung zufolge f\u00f6rdern diese 20 Regierungen ebenfalls viermal mehr fossile Brennstoffe als erneuerbare Energien.<\/p>\n<p><strong>In Norwegen k\u00f6nnte die Regierung vor dem Obersten Gerichtshof verklagt werden, weil sie \u00d6lbohrungen in der Arktis erlaubt. Brauchen wir einen Internationalen Umweltgerichtshof, um k\u00fcnftig derartige Umwelts\u00fcnden zu verhindern?<\/strong><\/p>\n<p>Das ist eine interessante Idee. Es d\u00fcrfte nicht erlaubt werden, \u00d6lbohrungen in der arktischen Region mit ihrem sehr empfindlichen \u00d6kosystem vorzunehmen; das ist unverantwortlich. In Gegenden wie der Arktis gibt es keine M\u00f6glichkeiten, ein Leck zu beheben oder Arbeiter zu retten, wenn sie in Lebensgefahr geraten. Ich bezweifle allerdings ernsthaft, dass das politische System weltweit eine Reife erreicht hat, welche die Einrichtung eines internationalen Umweltgerichtshofes erm\u00f6glichen w\u00fcrde.<\/p>\n<\/div>\n<p><\/br><\/p>\n<div class=\"box\">\nDer Film \u201eImmer noch eine unbequeme Wahrheit \u2013 Unsere Zeit l\u00e4uft\u201c von Al Gore wird zum Abschluss des Zurich Film Festival gezeigt und l\u00e4uft ab 12. Oktober in den Schweizer Kinos. Foto: Paramount Pictures\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir d\u00fcrfen uns nicht mehr aufhalten lassen\u201c, sagt Klimaschutz-K\u00e4mpfer Al Gore. Und meint damit unseren Weg raus aus der Klimakrise. 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