{"id":20330,"date":"2017-10-06T00:00:00","date_gmt":"2017-10-05T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20330\/tatort-borealer-wald\/"},"modified":"2019-07-08T09:25:35","modified_gmt":"2019-07-08T07:25:35","slug":"tatort-borealer-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20330\/tatort-borealer-wald\/","title":{"rendered":"Tatort borealer Wald"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>In den grossen W\u00e4ldern des Nordens werden Unmengen B\u00e4ume gerodet, um daraus beispielsweise Tempo-Nast\u00fccher herzustellen. Die Holzfirmen schrecken dabei selbst vor besonders sch\u00fctzenswerten Waldgebieten nicht zur\u00fcck. Unsere schwedische Wald-Campaignerin hat einen Tatort in ihrem Heimatland besucht.<\/strong><\/p>\n\n<p>Zuerst rieche ich es. Der pr\u00e4gnante Geruch von frisch gerodeten B\u00e4umen dringt in meine Nase, lange bevor ich den Tatort erreiche. Was meine Augen dann wahrnehmen, zerreisst mir fast das Herz: Noch vor ein paar Stunden stand hier ein \u00fcppiger Wald mit jahrhundertealten, majest\u00e4tischen B\u00e4umen. Schon ein einzelner von ihnen konnte ein Zuhause sein f\u00fcr so viele Lebewesen, f\u00fcr Insekten, V\u00f6gel, Pilze und Flechten. Und jetzt ist hier nur noch ein unfruchtbares \u00d6dland. Es wird lange dauern, bis dieser Ort wieder zu einem lebendigen \u00d6kosystem wird \u2013 oder sagen wir mal, zu einem halb-lebendigen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-image-39255 size-full\"><img decoding=\"async\" title=\"Pestizide: Die Zulassung ist weder unabh\u00e4ngig noch transparent \u2013 sie muss grundlegend \u00fcberarbeitet werden\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6f4efa7f-6f4efa7f-gp0str3bc_web_size.jpg\" alt=\"&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Medienkommentar von BirdLife, Greenpeace, Pro Natura und WWF Schweiz:  &lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:list --&gt;\n&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die\nUmweltverb\u00e4nde begr\u00fcssen es, dass der Bund sein Zulassungssystem f\u00fcr Pestizide\ndurch eine unabh\u00e4ngige Schweizer Pr\u00fcfstelle evaluieren liess.&lt;\/li&gt;&lt;\/ul&gt;\n&lt;!-- \/wp:list --&gt;\n\n&lt;!-- wp:list --&gt;\n&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Der\nBericht, der in zehn Handlungsfeldern Verbesserungsbedarf sieht, geht teilweise\nauf die Kritik der Umweltverb\u00e4nde ein. Dies gen\u00fcgt aber noch bei weitem nicht,\num die anstehenden Probleme zu l\u00f6sen.&nbsp; &lt;\/li&gt;&lt;\/ul&gt;\n&lt;!-- \/wp:list --&gt;\n\n&lt;!-- wp:list --&gt;\n&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die\nKPMG schreibt: \u00abSollten die Ergebnisse des Umsetzungschecks zeigen, dass die\nHandlungsempfehlungen nicht oder nur unzureichend umgesetzt worden sind, so\nempfiehlt KPMG eine ganzheitliche Neuausrichtung des PSM Zulassungsverfahrens\nzu pr\u00fcfen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die organisatorische Verankerung\nvon Zulassungsstelle und Beurteilungsstellen.\u00bb &lt;br&gt;\nVor dem Hintergrund der zahlreichen Pestizid-Skandale fordern die\nUmweltverb\u00e4nde diese ganzheitliche Ausrichtung und die Unabh\u00e4ngigkeit der\nZulassungsstelle schon heute. &lt;\/li&gt;&lt;\/ul&gt;\n&lt;!-- \/wp:list --&gt;\n\n&lt;!-- wp:list --&gt;\n&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die\nAussage im Bericht, wonach die bestehenden gesetzlichen Grundlagen ausreichend\nsind zum Schutz von Mensch und Umwelt&nbsp;\nist f\u00fcr die Umweltverb\u00e4nde unhaltbar. Bei der Pr\u00fcfung der Wirkstoffe\nmuss viel genauer hingeschaut werden. &lt;\/li&gt;&lt;\/ul&gt;\n&lt;!-- \/wp:list --&gt;\n\n&lt;!-- wp:list --&gt;\n&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Die\nUmweltorganisationen erwarten von Bund und Parlament rasch wirksame Massnahmen\nwie eine unabh\u00e4ngige Zulassungsstelle und die Ver\u00f6ffentlichung aller Studien\nzur Zulassung eines Pestizids. &lt;\/li&gt;&lt;\/ul&gt;\n&lt;!-- \/wp:list --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Zitate&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte Greenpeace Schweiz: \u00abPestizide sorgen im Wochentakt f\u00fcr Schlagzeilen: Metabolite im Trinkwasser, hoch belastete B\u00e4che, fl\u00e4chendeckende R\u00fcckst\u00e4nde in landwirtschaftlichen B\u00f6den. Das zeigt, dass die Zulassung nicht funktioniert. Jetzt braucht es einen Systemwechsel.\u00bb &lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Marcel Liner, Projektleiter Landwirtschaftspolitik Pro Natura: \u00abAlle relevanten Studien zur Zulassung eines Pestizids sind \u00f6ffentlich zu machen \u2013 und zwar bevor die Bewilligung erteilt wird. Denn es steht viel auf dem Spiel: die Gesundheit der Menschen und der Schutz der Umwelt.\u00bb&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft WWF Schweiz: \u00abDas BLW ist nicht unabh\u00e4ngig. Das Bundesamt entscheidet oft einseitig zugunsten der b\u00e4uerlichen Organisationen, der Agrarindustrie und deren Lobbyverb\u00e4nden. Den Preis daf\u00fcr zahlen wir Menschen, die Gift im Trinkwasser erhalten, und die Umwelt, die schleichend vergiftet wird.\u00bb&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kontakt und genaue Stellungnahme:&lt;\/strong&gt;&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, &lt;a href=&quot;mailto:yves.zenger@greenpeace.org&quot;&gt;yves.zenger@greenpeace.org&lt;\/a&gt;, 078 682 00 91&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft WWF Schweiz, &lt;a href=&quot;mailto:eva.wyss@wwf.ch&quot;&gt;eva.wyss@wwf.ch&lt;\/a&gt;, 079 352 09 47&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Marcel Liner, Projektleiter\nLandwirtschaftspolitik Pro Natura, &lt;a href=&quot;mailto:marcel.liner@pronatura.ch&quot;&gt;marcel.liner@pronatura.ch&lt;\/a&gt;, 061 317 92 40&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\n\n&lt;!-- wp:paragraph --&gt;\n&lt;p&gt;Werner M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer BirdLife\nSchweiz, &lt;a href=&quot;mailto:werner.mueller@birdlife.ch&quot;&gt;werner.mueller@birdlife.ch&lt;\/a&gt;, 079 448 80 36&lt;\/p&gt;\n&lt;!-- \/wp:paragraph --&gt;\" class=\"wp-image-39255\"\/><figcaption>Wald-Campaignerin Lina Burnelius auf einer gerodeten Waldfl\u00e4che<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberleben von Pflanzen- und Tierarten gef\u00e4hrdet<\/h2>\n\n<p>Dort wo ich herkomme in Schweden ist der gr\u00f6sste Teil der W\u00e4lder gerodet und in Baumplantagen verwandelt worden. Das ist ein grosses Problem f\u00fcr die meisten Tier- und Pflanzenarten, denn sie k\u00f6nnen in Plantagen schlichtweg nicht \u00fcberleben. Da die letzten verbliebenen Gebiete urspr\u00fcnglicher W\u00e4lder sehr klein und verstreut sind, ist es besonders wichtig, dass wir diese sch\u00fctzen \u2013 f\u00fcr viele Pflanzen- und Tierearten, vor allem Insekten, h\u00e4ngt ihr \u00dcberleben davon ab. Und r\u00fccksichtslos gerodet wird nicht nur in Schweden. Auch in anderen Teilen des borealen Waldes, zum Beispiel in Finnland und Russland, fallen sch\u00fctzenswerte Waldgebiete den Kettens\u00e4gen und Holzerntemaschinen zum Opfer.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00f6sster Kohlenstoffspeicher der Welt<\/h2>\n\n<p>Vielleicht fragst du dich jetzt: Was hat das denn mit mir zu tun? Nun, sehr viel: Die nordischen W\u00e4lder sind n\u00e4mlich auch f\u00fcr das Leben der Menschen auf der Erde sehr wichtig. Sie speichern riesige Mengen Kohlenstoff \u2013 sogar noch mehr als die tropischen W\u00e4lder \u2013 und sind somit unsere wichtigste Versicherung gegen den Klimakollaps. Und es ist gut m\u00f6glich, dass ein Produkt, das du im Alltag verwendest, Zellstoff aus genau solchen sch\u00fctzenswerten W\u00e4ldern enth\u00e4lt. Wann hast du zum Beispiel das letzte Mal deine Nase mit einem Tempo-Nastuch geschneuzt? Diese werden vom schwedischen Konzern Essity hergestellt. Und Essity k\u00f6nnte eine Schl\u00fcsselrolle spielen, wenn es darum geht, die Zerst\u00f6rung von sch\u00fctzenswerten borealen Waldgebieten zu stoppen. Denn Essity bezieht ihre Rohstoffe auch von Firmen, die Waldgebiete abholzen, die f\u00fcr Biodiversit\u00e4t und Klimaschutz enorm wichtig sind.<\/p>\n\n<p>So schwer w\u00e4re es nicht f\u00fcr Essity, das Leben im Wald zu sch\u00fctzen und dennoch weiterhin Nast\u00fccher, Toilettenpapier etc. zu produzieren. Forstwirtschaft kann auch ausserhalb der sch\u00fctzenswerten Waldgebiete betrieben werden. Und, noch besser, Hygienepapier-Produkte k\u00f6nnen auch mehrheitlich aus rezykliertem Papier hergestellt werden.<\/p>\n\n<p>Fordere Essity dazu auf, die Finger zu lassen von sch\u00fctzenswerten Waldgebieten!<\/p>\n\n<p><a href=\"http:\/\/greenpeace.ch\/tempo\">PETITION UNTERSCHREIBEN<\/a><\/p>\n\n<p>Willst du mehr wissen zum Tempo-Hersteller Essity und dessen Machenschaften im hohen Norden?\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/report-great-northern-forest\/\">Hier<\/a>\u00a0geht\u2019s zur deutschsprachigen Zusammenfassung des Berichts von Greenpeace International \u2013 und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/ausfuehrlicher-hintergrundbericht-great-northern-forest\/\">hier<\/a>\u00a0zum vollst\u00e4ndigen Bericht im englischen Original.<\/p>\n\n<p><em>Lina Burnelius, Wald-Campaignerin Greenpeace Schweden<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den grossen W\u00e4ldern des Nordens werden Unmengen B\u00e4ume gerodet, um daraus beispielsweise Tempo-Nast\u00fccher herzustellen. 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