{"id":20378,"date":"2017-10-18T00:00:00","date_gmt":"2017-10-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20378\/300-millionen-klage-gegen-greenpeace-abgewiesen\/"},"modified":"2019-05-30T15:34:01","modified_gmt":"2019-05-30T13:34:01","slug":"300-millionen-klage-gegen-greenpeace-abgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20378\/300-millionen-klage-gegen-greenpeace-abgewiesen\/","title":{"rendered":"300-Millionen-Klage gegen Greenpeace abgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Forstkonzern Resolute wollte Umweltorganisationen mittels einer Klage mundtot machen. Ein US-Gericht hat diese Klage nun abgewiesen \u2013 ein Erfolg f\u00fcr den Waldschutz, f\u00fcr Greenpeace und f\u00fcr die Meinungsfreiheit.<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDie Angeklagten haben ihre Meinung und ihre Sichtweise vertreten und damit ihre demokratischen Rechte wahrgenommen.\u00bb Mit dieser Begr\u00fcndung liess das Bundesgericht in San Francisco gestern\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/2017\/05\/16\/eine-welt-ohne-greenpeace\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Klage des kanadischen Forstkonzerns Resolute<\/a>\u00a0gegen Greenpeace International, Greenpeace USA, die Nichtregierungsorganisation Stand.earth sowie f\u00fcnf einzelne Mitarbeiter fallen.\u00a0Die Greenpeace-Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber unzureichende Nachhaltigkeitsstandards bei Resolute w\u00fcrden entgegen der Klageschrift von Resolute auf wissenschaftlicher Forschung und Fakten beruhen. \u00abDie Fachwelt und nicht das Gericht ist der geeignete Ort, um wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten zu l\u00f6sen\u00bb, heisst es in der Begr\u00fcndung weiter.<\/p>\n<p>Die Entscheidung des Gerichts ist mehr als die Beurteilung einer Streitigkeit zweier Parteien. Es ist ein Pr\u00e4zedenzfall, der hier verhandelt wurde \u2013 wegweisend f\u00fcr die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in den USA. Denn Resolute hat f\u00fcr seine Klage den\u00a0Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO)\u00a0bem\u00fcht. Ein Gesetz, das urspr\u00fcnglich geschaffen wurde, um gegen die Mafia vorgehen zu k\u00f6nnen, da es auch die Beauftragung von kriminellen Handlungen hart bestraft.\u00a0Nun aber nutzen es grosse Wirtschaftsunternehmen, um sich unliebsame Kritiker vom Hals zu schaffen.<\/p>\n<div id=\"attachment_39844\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-39844\" class=\"wp-image-39844 size-full\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/1687c952-1687c952-gp0str5pg_web_size_with_credit_line.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"466\" \/><p id=\"caption-attachment-39844\" class=\"wp-caption-text\">Abgewiesene Klage gegen Greenpeace ist ein Erfolg f\u00fcr die Meinungsfreiheit: AktivistInnen und TeilnehmerInnen bei der Gerichtsanh\u00f6rung zur Resolute-Klage<\/p><\/div>\n<p><strong>Umweltschutz ist keine Straftat<br \/>\n<\/strong>So hatte Resolute Greenpeace und Stand.earth vorgeworfen, eine internationale kriminelle Vereinigung zu sein. Zudem beschuldigte der Konzern die Beklagten unter anderem des Betruges, der Bestechung, der Erpressung, der Verschw\u00f6rung sowie der Einmischung in wirtschaftliche Gesch\u00e4fte. Die Klagesumme belief sich auf stolze 300 Millionen kanadische Dollar (235 Millionen Schweizer Franken) \u2013 eine Menge Geld, die Organisationen wie Greenpeace verstummen lassen sollte.<\/p>\n<p>Denn im Laufe der langj\u00e4hrigen Arbeit zum Waldschutz hatte Greenpeace Kanada mehrfach aufgezeigt, dass Resolute entgegen seiner Behauptung nicht vollkommen nachhaltig arbeitete. Dies zeigt sich laut Greenpeace Kanada unter anderem in einem R\u00fcckgang der FSC-zertifizierten Waldfl\u00e4chen des Unternehmens um fast 50 Prozent seit 2012. Dar\u00fcber hinaus f\u00e4llt Resolute laut Greenpeace Kanada B\u00e4ume in sogenannten Intact Forest Landscapes (IFL) \u2013 unber\u00fchrte, intakte Waldlandschaften, in denen die Artenvielfalt bewahrt werden kann. F\u00fcr den Schutz dieser W\u00e4lder k\u00e4mpfen die Angeklagten.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam L\u00f6sungen finden<br \/>\n<\/strong>\u00abWir freuen uns, dass das Gericht den Versuch zur\u00fcckgewiesen hat, unser Rechtssystem zu missbrauchen und Kritiker zum Schweigen zu bringen\u00bb, sagt Tom Wetterer von Greenpeace USA. Das sei auch eine Botschaft an andere Konzerne wie ETP (Energy Transfer Partners): Die Firma, die hinter der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/themen\/dapl\/\">Dakota Access Pipeline<\/a>\u00a0steht, versucht auf \u00e4hnliche Weise, die Arbeit von Greenpeace zu behindern.<\/p>\n<p>Ob Resolute weiter juristisch in den USA gegen Greenpeace vorgehen wird, ist offen. In Kanada jedenfalls l\u00e4uft eine weitere Klage. Es gibt aber auch einen anderen Weg: Daniel Brindis, Experte f\u00fcr W\u00e4lder in den USA, schl\u00e4gt dem Konzern vor, \u00abendlich mit Umweltorganisationen wie Greenpeace zusammenzuarbeiten\u00bb, um nachhaltige L\u00f6sungen f\u00fcr die Waldnutzung zu finden.<\/p>\n<p>Setzte dich weiterhin f\u00fcr die freie Meinungs\u00e4usserung ein und unterst\u00fctze uns.<\/p>\n<p><a class=\"btn btn-lg btn-accent\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/spenden\/resolute-spenden\/\">Jetzt spenden<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Forstkonzern Resolute wollte Umweltorganisationen mittels einer Klage mundtot machen. 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