{"id":20659,"date":"2018-04-26T00:00:00","date_gmt":"2018-04-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20659\/greenpeace-expedition-amazonas-riff-woche-6\/"},"modified":"2019-05-30T15:55:00","modified_gmt":"2019-05-30T13:55:00","slug":"greenpeace-expedition-amazonas-riff-woche-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20659\/greenpeace-expedition-amazonas-riff-woche-6\/","title":{"rendered":"Greenpeace Expedition-Amazonas-Riff \u2013 Woche 6"},"content":{"rendered":"<p><em>Der Bieler Facharzt f\u00fcr Viszeralchirurgie Dr. J\u00e9r\u00f4me Tschudi (<a href=\"http:\/\/www.dr-tschudi.ch\/\">http:\/\/www.dr-tschudi.ch\/<\/a>) erf\u00fcllt sich einen langgehegten Traum und ist als Arzt und Crew-Mitglied derzeit bis Mitte Mai in Brasilien auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza &#8211; und berichtet uns hier ungefiltert von seinen Erlebnissen und Eindr\u00fccken.\u00a0Die Tour ist Teil der Kampagne zum Schutz des erst k\u00fcrzlich entdeckten und von Greenpeace erforschten Amazonas-Riffes vor der brasilianischen K\u00fcste. Leider haben die \u00d6lkonzerne ein Auge auf die Region geworfen, die als einzigartiges, ja neuartiges \u00d6kosystem gilt. (<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/amazonas-riff\/\">https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/amazonas-riff\/<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><em>J\u00e9r\u00f4me Tschudi ist Teil einer wissenschaflichen Expedition. Sie soll die Basis legen, das bisher fast unerforschte \u00f6kologisch sensible und wertvolle Gebiet zu einem Meeresschutzgebiet zu machen, wo Fischerei-Aktivit\u00e4ten und \u00d6lbohrungen verboten sind. Ein WissenschaftlerInnen-Team ist mit an Bord und wird &#8211; u.a. mit einem ROV-U-Boot &#8211; Daten sammeln und das Riff dokumentieren. Das wird helfen, die Risiken und Konsequenzen von \u00d6lbohrungen in dem \u00f6kologisch wertvollen Gebiet zu benennen, eine m\u00f6gliche Schutzzone zu erarbeiten und die PolitikerInnen und die Bev\u00f6lkerung davon zu \u00fcberzeugen, dass es da unbedingt ein Meeresschutzgebiet braucht.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Jer\u00f4me Tschudi sagt: \u00abIch freue mich, Leute kennenlernen, die sich aus \u00dcberzeugung und ohne pers\u00f6nlich Profit daraus zu schlagen f\u00fcr die Umwelt einsetzen, ihre Ideen, ihre Motivation, ihre Freuden und \u00c4ngste. Meine ganz grosse Hoffnung ist, dass wir es einmal schaffen,\u00a040% der Weltmeere unter\u00a0Schutz zu stellen.\u00bb<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Sonntag, 22.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Gestern Abend wurde die versammelte Crew von den Kampagnenleuten informiert. Rein die Tatsache, dass wir Riffanteile in einem geplanten Bohrfeld finden konnten, ist schon ein Erfolg der diesj\u00e4hrigen Expedition, weil die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung von Total von einer Distanz von mindestens 8 km zum Riff spricht. Der Staatsanwalt des Bundesstaates Amapa hatte bereits nach der Expedition 2016 von den Beh\u00f6rden verlangt, die Bohrbewilligung vorerst auszusetzen. Aufgrund der neuen Erkenntnisse spricht er sich nun f\u00fcr die Aufhebung der Bewilligung aus. Auch die Tatsache, dass wir den Tauchroboter wegen der Str\u00f6mung nicht einsetzen konnten, ist ein Warnhinweis vor riskanten Bohrungen. Die Gegend geh\u00f6rt weltweit zu denjenigen mit den st\u00e4rksten ganzj\u00e4hrigen Meeresstr\u00f6mungen, was mit ein Grund war, dass die vermuteten \u00d6lvorkommen bisher nie nachgewiesen und ausgebeutet werden konnten. Erste Versuche stammen von 1970. Der letzte von Petrobas datiert von 2011, die \u00d6lplattform riss sich aber aus ihrer Verankerung und strandete.\u00a0Im Anschluss zeigt Ronaldo unsere Videosequenzen des Riffs mit Erl\u00e4uterungen. Er erw\u00e4hnt, dass bei jedem bisherigen Tauchgang im Riff \u00fcber 80m Tiefe mindestens eine neue Art entdeckt werden konnte. Von unseren vielen Boden- und Wasserproben erwartet er weitere Entdeckungen, sie sind aber noch nicht ausgewertet. W\u00e4hrend weltweit die Riffe in seichten Gew\u00e4ssern vom Klimawandel akut bedroht sind und gr\u00f6sstenteils verschwinden d\u00fcrften, sind tief reichende Riffe wie das Amazonas-Riff von herausragender Bedeutung f\u00fcr deren Wiederbelebung.<br \/>\nAn Bord ist die Stimmung gehoben, als ich meine Wache antrete. Dann pl\u00f6tzlich ein weiblicher Anruf aus dem Bordfunk: \u00abBr\u00fccke von Schlafzimmer , bitte antworten\u00bb. Mein Offizier, Nazareth, antwortet: \u00abmhh? von Br\u00fccke, was ist?\u00bb \u00ab(Lied) I just call, to say, I love you\u00bb. Nazareth antwortet r\u00fchrungslos: \u00abverstanden\u00bb.<br \/>\nWir sind die ganze Nacht der Markierungsboje unserer Fischreuse nahe geblieben, was dank ihrer Beleuchtung relativ einfach war. Noch in der Nacht beginnt die Bergung. Die See geht wieder einmal sehr hoch, der Bug klatscht gegen die Wellen, es regnet zeitweise. Das Man\u00f6ver ist schwierig, das erste Seil h\u00e4lt der Belastung nicht stand und zerreisst mit einem Knall, was man hatte kommen sehen, sodass sich alle rechtzeitig in Sicherheit vor dem Peitschenschlag gebracht haben. Nach gut drei Stunden ist die Reuse an Deck, leider aber leer. Daf\u00fcr bringt ihr Anker ein kugelrundes, rostrotes Gebilde mit senkrecht daraus hervorstehenden Stacheln herauf, was mich an eine Seemine aus dem zweiten Weltkrieg erinnert. Es handelt sich aber um einen besonderen Schwamm mit harter Schale, aus dem Ronaldo W\u00fcrmer entnimmt zur genetischen Analyse. Normalerweise sind auch kleine Fische in solchen Schw\u00e4mmen zu finden, diese haben aber verst\u00e4ndlicherweise reissaus genommen.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Samstag, 21.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Bent, unser Chef-Ingenieur, hat sich die Zeit und M\u00fche genommen, mir den Motorenkontrollraum und den Motorenraum zu erkl\u00e4ren. Die Esperanza wiegt \u00fcber 2000 Tonnen. Die zwei Hauptmotoren haben je 3000 PS Leistung und sind etwa 5x so gross wie der Elektroantrieb, der aber immerhin 2400 PS leistet. F\u00fcr Hafenman\u00f6ver sind sie n\u00f6tig, weil dann der Elektroantrieb die Bug- und Heckstrahler antreibt und nicht gleichzeitig auch den Schiffsantrieb \u00fcbernehmen kann. Ohne Hauptmotoren w\u00e4re die Esperanza auf Hafenschlepper angewiesen. Er erkl\u00e4rt mir geduldig die verschiedenen Systeme zur Wasser- und Treibstoffaufbereitung sowie zur Klimaanlage und weist immer wieder darauf hin, wo und wie Energie eingespart wird. Wie immer bereitet es mir besondere Freude, jemandem zuzuh\u00f6ren, der begeistert von seinem Fach spricht, auch wenn ich viele Erl\u00e4uterungen gar nicht verstehen kann.<br \/>\nBent hat seinen Beruf von der Pike auf erlernt, vom Maschinenschlosser bis zum Ingenieur. Durch einen Freund wurde er angefragt, ihn w\u00e4hrend seiner Ferien auf der Esperanza zu vertreten, was ihm so gefallen hat, dass er seit 2000 der Esperanza und Greenpeace treu geblieben ist.<br \/>\nHeute sind die Bedingungen f\u00fcr den Tauchroboter wieder schlecht, obwohl es kaum Wind und Wellen hat, daf\u00fcr aber eine ausgepr\u00e4gte D\u00fcnung. Wir sind wieder am Ort, wo wir die Fischreusen gesetzt hatten, in etwas seichteren Gew\u00e4ssern. Die letzte noch vorhandene Reuse wird gesetzt, mit einem guten Anker versehen und markiert inkl. Beleuchtung und Radarreflektor. Wir werden die Boje in der Nacht optisch verfolgen, um sie nicht aus den Augen zu verlieren und sie bei Tagesanbruch zu bergen. Die Wache verspricht, anstrengend zu werden.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Freitag, 20.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Ich bin nun neu der Wache 20-24 Uhr zugeteilt. Mein Offizier heisst Nazareth, ein sehr gewissenhafter und ruhiger 35-j\u00e4hriger Italiener. Nazareth arbeitete zun\u00e4chst als \u00abmacchinista di teatro\u00bb, half B\u00fchnen und Zirkuszelte aufstellen, eine Arbeit, die sonst Seeleuten vorbehalten ist, die altershalber nicht mehr zur See fahren. F\u00fcr den Milit\u00e4rdienst bewarb er sich bei der Marine. Diese teilte ihn einem Zerst\u00f6rer zu, wo er im Maschinenraum Dienst tat. Als man ihm befahl, \u00f6lhaltiges Bilgenwasser \u00fcber Bord zu pumpen, verweigerte er den Befehl, erhielt den Spitznamen \u00abGreenpeace\u00bb und wurde zum Tellerw\u00e4scher umgeteilt. Nazareth hatte nie von Greenpeace geh\u00f6rt, konnte sich aber mit der Organisation identifizieren und f\u00e4hrt seither auf ihren Schiffen zur See. W\u00e4hrend der Wache arbeitet er t\u00e4glich voll konzentriert zwei Stunden an seinen Inventarlisten, hakt jeden Posten genauestens ab. Ich bewundere ihn f\u00fcr seine eiserne Disziplin in einer mehr als trockenen Materie.\u00a0Fr\u00fchmorgens soll das Sonar in str\u00f6mendem Regen heruntergelassen werden. Obwohl das Haltetau noch Touren um den Poller hat, f\u00e4ngt es pl\u00f6tzlich an, wie ge\u00f6lt zu rutschen, und C\u00e9line wird mitgerissen, fliegt \u00fcber das Deck auf die Kl\u00fcse zu, wo wir das Tau zu dritt b\u00e4ndigen k\u00f6nnen. Gl\u00fccklicherweise hat sich niemand dabei verletzt. Wir lernen gleich beide, dass man solche Taue nur langsam unter dauerndem Zug l\u00f6sen darf, um genau das zu verhindern.<br \/>\nNun muss ich noch das \u00abZn\u00fcni\u00bb Juan\u2019s beschreiben: Zwei grosse Toastbrote, die er liebevoll mit Oliven\u00f6l durchtr\u00e4nkt, pfeffert, dann mit einer Lage K\u00e4se und einer mit Salami belegt, und fertig ist das Toastbrot f\u00fcr die nahrhafte Zwischenmahlzeit. Ehrlicherweise muss ich beif\u00fcgen, dass Juan von schlanker athletischer Statur ist und k\u00f6rperlich schwer arbeitet&#8230;<br \/>\nDer Tauchroboter wird heute mehrmals vor der Amazonasm\u00fcndung eingesetzt, wo die Sedimente abgelagert werden. In diesem Bereich ragt das Riff als kleine Inseln aus den Sedimenten heraus.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Donnerstag 19.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Endlich! Endlich ist die See ruhig; es hat kaum Wellen und nur eine geringe Str\u00f6mung. Endlich kann der Tauchroboter gewassert werden und die ROVCO-Leute k\u00f6nnen den beweglichen Teil ausfahren und die Gegend absuchen.\u00a0Die so gewonnenen Bilder sind unglaublich sch\u00f6n und gestochen scharf. Auf 100m Tiefe sind im schwachen Tageslicht nur Blaut\u00f6ne zu erkennen, bei zugeschaltetem Kunstlicht aber erstrahlt das Riff in allen Farben, wie im Schaufenster einer Bijouterie mit kunstvoll angestrahlten Rubinen, Smaragden, Amethysten, Bernstein. Wir erkennen grosse Schw\u00e4mme von etwa einem halben Meter Durchmesser mit einer \u00d6ffnung, in der kleine Fische Schutz suchen, sie sind eierschalenweiss oder gelb, \u00e4hneln z.T. einer Meringue oder weisen eine kleinh\u00f6ckerige Oberfl\u00e4che auf, daneben wiegen sich verschiedene Korallen sanft in der Str\u00f6mung. Die Korallen erinnern in ihrer Form an Galapagos-Eidechsen, an Elchgeweihe, an ausgestreckte Finger, an Bonsai oder Gr\u00e4ser. Bunte Fische suchen darin Schutz und sind durch den ungewohnten Besuch sichtlich verunsichert. Das Riff ist landkartenartig angeordnet oder inself\u00f6rmig, dazwischen liegt sandiger Meeresboden vor, was erkl\u00e4rt, dass man bei blind durchgef\u00fchrten Bodenproben ohne weiteres irregeleitet werden kann. Die Zuschauer sind elektrisiert, dann l\u00f6st sich die Spannung langsam und macht einer grossen Erleichterung Platz, dass unsere Bem\u00fchungen endlich Fr\u00fcchte tragen. Es gibt Umarmungen, man lacht und klatscht.\u00a0Ich selber empfinde grosse Dankbarkeit, das sehen zu d\u00fcrfen. Schon f\u00fcr diese Bilder alleine hat sich die Reise gelohnt.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Mittwoch, 18.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Greenpeace hat gestern aufgrund unserer Forschungsexpedition in einer Medienmitteilung bekannt gegeben, dass ein einzigartiges, sch\u00fctzenswertes Riff auf dem Unterwasser-Areal gefunden wurde, wo der Konzern Total nach \u00d6l bohren will. Das Medienecho war weltweit gewaltig, es haben 187 Zeitungen dar\u00fcber berichtet. Total war f\u00fcr eine Stellungnahme nicht verf\u00fcgbar. An Bord wird diese Meldung mit Begeisterung aufgenommen und tr\u00f6stet \u00fcber die t\u00e4glichen Schwierigkeiten unserer Forschungsarbeit hinweg. Am Abend gibts ein Barbecue auf dem Achterdeck in gel\u00f6ster Stimmung. Wir feiern so Medienmitteilung und Geburtstag unseres Kapit\u00e4ns in einem.<br \/>\nAktuell wird daran gearbeitet, herauszufinden, wie weit das Riff in die geplanten Bohrfelder hineinreicht. F\u00fcr uns bedeutet das intensive pausenlose Arbeit mit Bodenproben, Unterwasserkamera, Wasserproben etc. Gem\u00e4ss Ronaldo scheint das Amazonas-Riff wesentlich gr\u00f6sser zu sein, als bisher angenommen. Er vermutet, dass es bis nach Franz\u00f6sisch-Guyana reicht, was bedeuten w\u00fcrde, dass es sich nicht mehr um eine rein brasilianische Angelegenheit handeln k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Dienstag, 17.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Unsere gestrige Diskussion auf der Wache hat Wellen geschlagen. Der Kapit\u00e4n war von einem erst vier Jahre alten gut ausger\u00fcsteten, online angebotene Schiff mit 60 Kojen besonders angetan und hat es dem Greenpeace-Hauptsitz gemeldet. Die Esperanza kommt jedoch frisch zertifiziert aus dem Trockendock, wo sie umfassend revidiert worden ist. Das Zertifikat ist jeweils f\u00fcr f\u00fcnf Jahre g\u00fcltig. Das Evaluationsverfahren f\u00fcr einen Ersatzkauf soll 2019 beginnen, der Kauf oder Neubau ist f\u00fcr 2021 geplant. Das neue Schiff sollte weniger Treibstoff verbrauchen als die Esperanza, was von Occasionen nicht erwartet werden kann und einen elektrischen Antrieb voraussetzt. Affaire \u00e0 suivre.<br \/>\nWir mussten heute konsterniert feststellen, dass unsere Reusen von der Str\u00f6mung mitgerissen worden sind. Nach vier Stunden erfolgloser Suche am Ort der Platzierung und in Richtung der Str\u00f6mung m\u00fcssen wir klein beigeben, wirklich entt\u00e4uschend.<br \/>\nAls ich k\u00fcrzlich auf die Br\u00fccke kam, hat mich einer der wachhabenden Offiziere gebeten, ihm einen Kaffee zu bringen und die leeren Tassen mitzunehmen. Ich war etwas erstaunt, ist es doch sonst \u00fcblich, dass jeder sein Geschirr selber abw\u00e4scht und seinen Kaffee holt. Ich tat aber wie geheissen. Gr\u00f6lendes Lachen bei meinen KollegInnen, die nur auf meine R\u00fcckkehr gewartet hatten. Sie alle kennen das Spielchen. Als er von Victor seinen Kaffee erh\u00e4lt, meint der Offizier, er k\u00f6nne ruhig etwas mehr Zucker hinein tun.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><b><strong>Montag, 16.4.18<\/strong><\/b><br \/>\n<span style=\"font-weight: 400;\">Tagtraum auf der Hundewache. Die Forschungsbedingungen am Amazonas-Riff sind sehr anspruchsvoll, vor allem macht uns der meist \u00fcber zwei Knoten starke Strom zu schaffen, weil sich die Esperanza nicht an Ort halten l\u00e4sst. Vorausgesetzt, dass sich Greenpeace international strategisch vermehrt in der Meeresforschung engagieren will, indem sie logistisch unabh\u00e4ngige Forschergruppen in ihrer Arbeit unterst\u00fctzt, diskutieren mein Offizier und ich folgendes Szenario: Kauf oder Charter eines \u00abDiving support vessel\u00bb. Gegoogelt finden sich gleich mehrere Occasionen verschiedenen Alters und verschiedener Preisklassen. Diese sind mit dynamischem Positionssystem und aktiver Hub-Kompensation ausgestattet, erlauben Unterwasserarbeiten zwischen 400-1000m und vieles andere mehr. Sie sind von der Gr\u00f6sse der Esperanza oder etwas gr\u00f6sser und verf\u00fcgen \u00fcber bis zu 80 Kojen, Helikopterlandeplatz und Schwimmbad. Knackpunkt Finanzierung: Die Esperanza ist gut im Schuss und \u00fcberdurchschnittlich ausgestattet, sie d\u00fcrfte sich dadurch gut verkaufen lassen. Greenpeace k\u00f6nnte Firmen und Staaten unabh\u00e4ngige Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen anbieten, und w\u00fcrde dadurch neue Standards f\u00fcr solche schaffen. Sie k\u00f6nnte ausserdem \u00abGreenpeace-Kreuzfahrten der besonderen Art\u00bb anbieten f\u00fcr besonders grossz\u00fcgige Spender aber auch f\u00fcr \u00ab Touristen\u00bb, die die besondere \u00abGreenpeace-Atmosph\u00e4re\u00bb der grossen Familie und die Forschungsarbeiten hautnah miterleben m\u00f6chten.<br \/>\nDieses Szenario ist NICHT mit Greenpeace abgesprochen und ist als Diskussionsbeitrag zu verstehen.<br \/>\nMit den Sonaren haben wir eine mehrere Meilen lange Steilwand am Meeresgrund entdeckt, die bisher unbekannt war. Steilw\u00e4nde im Meer sind in der Regel Orte erh\u00f6hter Biodiversit\u00e4t, d.h. sie sind Lebensraum f\u00fcr besonders viele Lebewesen, weil dort die Tiefsee und der Kontinentalsockel zusammentreffen. Wir versenken drei Reusen, mit denen an zuvor bestimmten Stellen Fische gefangen werden sollen f\u00fcr genetische Untersuchungen. Sind die Reusen erst im Wasser, wird die Markierungsboje nachgeworfen, die ein oranges F\u00e4hnchen hochh\u00e4lt, das das Auffinden sp\u00e4ter vereinfachen soll. Das F\u00e4hnchen liegt aber zuerst im Wasser und wird von besorgten Blicken verfolgt. Als es sich dann langsam aufrichtet, ert\u00f6nen ermutigende Ausrufe an Deck, ganz wie bei einem Match, und als das F\u00e4hnchen dann stabil im Winde weht, wird allgemein gepfiffen und geklatscht. Melissa, unsere zierliche Brasilianerin versucht, den kr\u00e4ftigen Viktor zu umarmen, ihre Arme sind daf\u00fcr aber viel zu kurz und alle m\u00fcssen lachen. Viktor lacht mit und hebt Melissa mit einem Arm \u00fcber seinen Kopf hoch, wie ein Schossh\u00fcndchen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Weitere Tagebucheintr\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n<p>[display-posts category=&#187;Bordtagebuch&#187; posts_per_page=&#187;-1&#8243; include_date=&#187;false&#187; order=&#187;ASC&#187; orderby=&#187;title&#187;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bieler Facharzt f\u00fcr Viszeralchirurgie Dr. J\u00e9r\u00f4me Tschudi (http:\/\/www.dr-tschudi.ch\/) erf\u00fcllt sich einen langgehegten Traum und ist als Arzt und Crew-Mitglied derzeit bis Mitte Mai in Brasilien auf dem Greenpeace-Schiff Esperanza&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":20661,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[41],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-20659","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-meer","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20659","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20659"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20659\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20661"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20659"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20659"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20659"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=20659"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=20659"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}