{"id":20688,"date":"2018-05-18T00:00:00","date_gmt":"2018-05-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20688\/klimaverschlechterung-gefaehrdung-der-gesundheit\/"},"modified":"2019-06-05T15:01:32","modified_gmt":"2019-06-05T13:01:32","slug":"klimaverschlechterung-gefaehrdung-der-gesundheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20688\/klimaverschlechterung-gefaehrdung-der-gesundheit\/","title":{"rendered":"Klimaverschlechterung: Gef\u00e4hrdung der Gesundheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die n\u00e4chste Hitzewelle kommt bald. Dann sitzen wir wieder schwitzend in unseren B\u00fcros und sehnen uns nach einem k\u00fchlen L\u00fcftchen. Die Hitze kann aber nicht nur l\u00e4stig sein. F\u00fcr einige von uns ist sie gar lebensgef\u00e4hrlich. &nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4ltere und gesundheitlich angeschlagene Menschen trifft die durch die Klimakrise h\u00e4ufiger werdenden Hitzewellen besonders hart. Aber auch Kleinkinder geh\u00f6ren laut dem Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) zur Risikogruppe. Der Rekordsommer 2003 hat in der Schweiz rund 1000 zus\u00e4tzliche Todesf\u00e4lle gefordert (<a href=\"http:\/\/www.occc.ch\/reports\/137_d.html\">Quelle<\/a>). Im Sommer 2015, dem nach 2003 zweitw\u00e4rmsten je gemessenen Sommer, sind rund 800 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben (<a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/dam\/bafu\/de\/dokumente\/klima\/uz-umwelt-zustand\/Hitze%20und%20Trockenheit%20im%20Sommer%202015.pdf.download.pdf\/UZ-1629-D.pdf\">Quelle<\/a>).<\/p>\n<p><strong>Die Hitzewellen sind zunehmend menschgemacht:<\/strong> Forschende der ETH konnten zeigen, dass heute schon 75 Prozent der vorkommenden Hitzetage auf die menschgemachte Klimaverschlechterung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. In Zukunft werden es immer mehr sein. Und nun zeigt <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/klimawandelbedingte-zunahme-von-hitzeereignissen\/\">eine neue Studie im Auftrag von Greenpeace Schweiz<\/a> konkret, dass ohne Gegensteuer bis Ende des Jahrhunderts schlimmstenfalls mit einer Verf\u00fcnffachung der gesundheitsrelevanten Hitzeerreignisse zu rechnen ist. In der Folge k\u00f6nnte die hitzebedingte Sterblichkeit hierzulande um 200 Prozent zunehmen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zur Hitze kommt eine verst\u00e4rkte Luftschadstoffbelastung vorab in st\u00e4dtischen Gebieten. Die Ozonwerte steigen mit der Hitze regelm\u00e4ssig \u00fcber die Grenzwerte. Ozon und andere Luftschadstoffe greifen die Atemwege an; auch darum wird offiziell empfohlen, bei hohen Temperaturen keine anstrengenden T\u00e4tigkeiten im Freien zu verrichten. Wegen der erh\u00f6hten Pollenbelastung nehmen mit der Klimaerw\u00e4rmung auch Allergien stark zu.<\/p>\n<p>Damit ist die Liste der Gesundheitsfolgen durch die Klimaverschlechterung leider noch nicht fertig: W\u00e4rmere Temperaturen sind auch ein Problem f\u00fcr die Gesundheit, weil sie <strong>g\u00fcnstige Voraussetzungen f\u00fcr die Verbreitung von Krankheits\u00fcbertr\u00e4gern<\/strong> schaffen. Die asiatische Tigerm\u00fccke ist in der Schweiz seit dem Hitzesommer 2003 ein Thema. Die Tigerm\u00fccke gilt als extrem aggressiv und bedrohlich, weil sie tropische Krankheiten wie Chikungunya und Dengue \u00fcbertragen kann und tagesaktiv ist.<\/p>\n<p>Die Klimaverschlechterung wird sich auch auf die <strong>Verbreitung von Zecken und der von ihnen \u00fcbertragenen Krankheiten<\/strong> (Lyme-Borreliose und Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis) auswirken. Es zeichnet sich insbesondere eine Ausdehnung in h\u00f6here Breitengrade und H\u00f6henlagen ab. Die Klimaverschlechterung wird sogar zu vermehrtem Auftreten von Magen-Darm- und anderen Infekten f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Good News ist, dass wir etwas dagegen tun k\u00f6nnen:<\/strong> Einerseits ist die Bek\u00e4mpfung und \u00dcberwachung der neuen Gefahren wichtig. Anderseits gilt es \u2013 wenn wir uns dauerhaft sch\u00fctzen wollen \u2013 die weitere Klimaverschlechterung aufzuhalten. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir individuell und als Gesellschaft aufh\u00f6ren, CO<sub>2<\/sub> und andere Klimagase in die Luft zu pumpen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit vielen anderen k\u00f6nnen wir politisch den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien und eine Kurs\u00e4nderung der Landwirtschaft erreichen (z.B. durch die Unterst\u00fctzung der <a href=\"http:\/\/www.mhaenggi.ch\/klimainitiative.html\">neuen Klima-Initiative<\/a> oder die Mitarbeit als <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/mitmachen\/\">Greenpeace Freiwillige\/r<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"box\">\n<h2>Was kann ich tun?<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Mit deinem Geld f\u00fcr ein gutes Klima (vor)sorgen:<\/strong> Der Finanzplatz Schweiz verursacht jedes Jahr \u00fcber 20 Mal so viele Emissionen wie in der Schweiz direkt ausgestossen werden. Dennoch k\u00f6nnen erst wenige Banken garantieren, dass dein Geld nicht in weiter Klima-Sch\u00e4den fliesst (z.B. die Alternative Bank Schweiz oder die Gemeinschaftsbank). Die meisten anderen Banken sind sie leider noch nicht so weit. Auch viele Pensionskassen sind noch nicht auf Klimaschutzkurs. Dein eigenes Konto kannst du einfach wechseln, bei der Pensionskasse w\u00e4re eine pers\u00f6nliche Anfrage zum Thema schon mal ein guter Start.<\/li>\n<li><strong>Leichter Leben:<\/strong> Nur Kaufen, was n\u00f6tig ist, daf\u00fcr doppelt Freude daran haben. Jedes Produkt hat einen Klimagasrucksack: Durch den Konsum von Waren, welche nicht in der Schweiz hergestellt wurden, verursachen wir anderswo Klimagasemissionen: Pro Kopf sind das mehr Emissionen als durch den gesamten&nbsp;Verbrauch fossiler Energietr\u00e4ger in der Schweiz verursacht werden (!). Wer also weniger konsumiert und darauf achtet, wie die Produkte hergestellt wurden, kann seinen \u00f6kologischen Fussabdruck massiv reduzieren.<\/li>\n<li><strong>Besser Essen:<\/strong> Die in der Schweiz \u00fcbliche&nbsp;<a href=\"http:\/\/assets.wwf.ch\/downloads\/wwf_faktenblatt_ernaehrung.pdf\">Ern\u00e4hrung<\/a>&nbsp;ist f\u00fcr etwa 20 Prozent der Treibhausgase und rund 28 Prozent der pers\u00f6nlichen Umweltbelastung verantwortlich. In keinem anderen Bereich kann die \u00c4nderung allt\u00e4glicher Handlungen so viel Gutes bewirken. Neben dem grossen Beitrag an Klima- und Umweltschutz werden sowohl du als auch die Tiere den Frieden und die verbesserte Gesundheit geniessen. Drei Regeln helfen bei der Orientierung im Alltagsdschungel: 1) Tierische Produkte deutlich reduzieren oder grad ganz vom Teller streichen, 2) saisonale, regionale, biologische Lebensmittel geniessen und 3) nur so viel einkaufen, wie auch ben\u00f6tigt wird.<\/li>\n<li><strong>Fortbewegen statt -fahren: <\/strong>Motorisierte Fahrten reduzieren, wenn motorisiert, dann elektrisch mit erneuerbarem Strom und wann immer m\u00f6glich Fl\u00fcge bzw. grosse Distanzen vermeiden. Auch hier ist die Schweiz unr\u00fchmlich schlecht: Wir fliegen viel mehr als Menschen in unseren Nachbarl\u00e4ndern und wir haben \u2013 wegen der weit verbreiteten Vorliebe f\u00fcr grosse, \u00fcbermotorisierte Autos \u2013 einen deutlich klimasch\u00e4dlicheren Autopark.<\/li>\n<li><strong>Geb\u00e4ude gut einpacken:<\/strong> Geb\u00e4ude isolieren, fossile Heizungen durch erneuerbare ersetzen und nur so viel Wohnfl\u00e4che beanspruchen, wie n\u00f6tig. Die Schweiz hat verglichen mit anderen L\u00e4ndern in Europa immer noch einen der gr\u00f6ssten Dichte an \u00d6l-Heizungen \u2013 hier gibt es noch viel Spielraum.<\/li>\n<li><strong>100 Prozent \u00d6kostrom statt Egalstrom:&nbsp; <\/strong>100 Prozent erneuerbaren&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.trau-dich.ch\/\">\u00d6ko-Strom einkaufen.<\/a>&nbsp;Damit setzt du ein Zeichen gegen den dreckigen Kohle- und Atomstrom, den immer noch viele Energieversorger als Graustrom an uns Kunden verkaufen. Dar\u00fcber hinaus: werde mit der eigenen Solaranlage Teil der wachsenden Gemeinschaft kleiner Energieproduzenten. Das geht auch ohne eigenes Dach: einfach Anteilsscheine einer Solargenossenschaft kaufen und so den Bau von Solar-Anlagen auf geeigneten D\u00e4chern miterm\u00f6glichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>Danke, dass du mithilfst, das Klima zu verbessern.<\/p>\n<p>Bei Fragen und Anregungen: georg.klingler@greenpeace.org<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a class=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/factsheet-gesundheit-und-klima\/\">Faktenblatt Gesundheit und Klima<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/klimawandelbedingte-zunahme-von-hitzeereignissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Zur Studie \u00abKlimabedingte Zunahme von Hitzeereignissen und deren Folgen f\u00fcr die Gesundheit in der Schweiz und in Europa\u00bb<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die n\u00e4chste Hitzewelle kommt bald. 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