{"id":20833,"date":"2018-10-03T00:00:00","date_gmt":"2018-10-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20833\/wir-brauchen-klimafreundliche-grossbanken\/"},"modified":"2019-06-05T14:44:46","modified_gmt":"2019-06-05T12:44:46","slug":"wir-brauchen-klimafreundliche-grossbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20833\/wir-brauchen-klimafreundliche-grossbanken\/","title":{"rendered":"Wir brauchen klimafreundliche Grossbanken"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Klimaerhitzung ist Tatsache. Und wir sind bald an einem Punkt, wo es kein Zur\u00fcck mehr gibt. Damit wir ein Klimachaos verhindern k\u00f6nnen, braucht es jetzt grosse Schritte von allen. Insbesondere haben unsere PolitikerInnen und UnternehmerInnen eine moralische Verpflichtung und Verantwortung, endlich effektive Klimaschutzmassnahmen zu ergreifen. In der Pflicht stehen ganz besonders auch die beiden Grossbanken in der Schweiz.&nbsp;&nbsp;<\/b><\/p>\n<p>Am Montag legt der <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/medienmitteilungen\/ipcc-sonderbericht-ist-ein-aufruf-zum-handeln\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weltklimarat IPCC seinen Sonderbericht<\/a> vor. Darin wird er aufzeigen, welche Auswirkungen eine Erderw\u00e4rmung um 1,5 Grad hat. Und er wird ausf\u00fchren, wie die Staatengemeinschaft die im Pariser Klimaabkommen festgelegte Grenze f\u00fcr die globale Erw\u00e4rmung noch erreichen kann. Sicher ist jetzt schon, dass es grosse Schritte von allen braucht. Auch von den beiden Grossbanken in der Schweiz: Credit Suisse und UBS. Georg Klingler, Leiter der Klimakampagne von Greenpeace Schweiz, verfasste dazu einen Meinungsartikel. Dieser erschien <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/wir-brauchen-klimafreundliche-grossbanken-ld.1417571\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">am 3. Oktober 2018 in der \u00abNeuen Z\u00fcrcher Zeitung\u00bb<\/a>:<\/p>\n<p>\u00ab2018 ist nach 2003 und 2015 nun schon der dritte Jahrhundertsommer. Ohne verbesserte Klimaschutzmassnahmen werden solche Sommer zum Normalfall. Darum gilt es, das Pariser Klimaabkommen z\u00fcgig umzusetzen. Dieses sieht vor, dass s\u00e4mtliche Treibhausgasemissionen weltweit auf netto null reduziert werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen die Industriel\u00e4nder voranschreiten und ihre staatlichen und privaten Finanzfl\u00fcsse klimavertr\u00e4glich ausgestalten.<\/p>\n<p>Die Akteure des Schweizer Finanzplatzes stehen somit konkret in der Pflicht. Zu Recht. W\u00e4hrend alle Haushalte und Unternehmen in der Schweiz jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen CO2 ausstossen, verantwortet der Finanzplatz mit seinen weltweiten Kapitalanlagen in fossile Energien j\u00e4hrlich rund 1100 Millionen Tonnen CO2. W\u00e4re der Schweizer Finanzplatz ein Land, w\u00e4re er vor Deutschland der sechstgr\u00f6sste globale Verschmutzer.<\/p>\n<p>Die Grossbanken Credit Suisse und UBS wollen ihre Verantwortung f\u00fcr den Klimaschutz aber nicht wahrnehmen. Statt das v\u00f6lkerrechtlich bindende Pariser Abkommen mit eigenen Richtlinien umzusetzen, haben sie in den Jahren 2015 bis 2017 zusammen 12.3 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Unternehmen bereitgestellt, die besonders klimasch\u00e4dliche fossile Brennstoffe (z.B. Kohle, Teersand) nutzbar machen.<\/p>\n<p>Die Credit Suisse baute in dieser Zeit gar ihre diesbez\u00fcglichen Gesch\u00e4fte aus und sprach neue Milliarden f\u00fcr Unternehmen, die im Kohle- und Teersandsektor t\u00e4tig sind. Die Kreditvergaben der UBS in den besonders klimasch\u00e4dlichen Bereichen sind zwar r\u00fcckl\u00e4ufig, die Bank hat es aber bislang vers\u00e4umt ihr Gesch\u00e4ft Paris-kompatibel auszugestalten. Und auch wenn die beiden Institutionen grunds\u00e4tzlich keine neuen Kohleminen und Kohlebergwerke direkt finanzieren, unterst\u00fctzen sie diese Industrie doch nach wie vor mit Darlehen an die verantwortlichen Unternehmen.<\/p>\n<p>Unsere Grossbanken machen sich mitschuldig an der Klimaerhitzung. Die Credit Suisse und die UBS m\u00fcssen ihren Beteuerungen endlich angemessene Taten folgen lassen: Bis zur Klimakonferenz im Dezember in Katowice ist verbindlich aufzuzeigen, wie die Finanzstro\u0308me mit dem Pariser Abkommen in Einklang zu bringen sind. Zudem braucht es einen sofortigen Ausstieg aus der Finanzierung von Unternehmen, die mit Kohle und Teersanden gesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>Dass dies keine utopischen Forderungen sind, haben viele Finanz- sowie Versicherungsinstitute bereits aufgezeigt. Die Banken BNP Paribas und ING etwa erkl\u00e4rten, in Zukunft keine Teersand-Unternehmen mehr zu unterst\u00fctzen. Der Schweizer R\u00fcckversicherer Swiss Re bietet Unternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Gesch\u00e4fts mit dem Abbau oder der Nutzung von Kohle machen, keine Versicherung oder R\u00fcckversicherung mehr an.<\/p>\n<p>\u00abDie Implementierung der Kohle-Richtlinie tr\u00e4gt dazu bei, dass sich unsere Gesch\u00e4ftsaktivit\u00e4ten am Pariser Abkommen orientieren\u00bb, so Edouard Schmid, Group Chief Underwriting Officer bei Swiss Re. Anfang August hat die Munich Re Schritte in die gleiche Richtung angek\u00fcndigt. Und Oliver B\u00e4te, Chef des Versicherungskonzerns Allianz, sagte j\u00fcngst in einem Interview: \u00abEs ist sehr, sehr wichtig, dass wir unser Gesch\u00e4ftsmodell \u00e4ndern und uns auf eine kohlenstofffreie Wirtschaft vorbereiten.\u00bb<\/p>\n<p>Nun, da die Folgen der Klimakrise immer deutlicher werden, ist keine Bank gut beraten, mit ihren Gesch\u00e4ften weiterhin den Schutz von Mensch und Natur zu gef\u00e4hrden. Mittelfristig riskieren die Finanzinstitute damit ihren gesellschaftlichen R\u00fcckhalt. Es ist Zeit, dass unsere Grossbanken ihren Teil der Verantwortung f\u00fcr ein stabiles Klima \u00fcbernehmen. Es ist Zeit, den Unternehmen, die Kohle und Teersande ausbeuten, die finanzielle Unterst\u00fctzung zu entziehen. Es ist Zeit, endlich die Finanzierung der Klimaerhitzung zu stoppen und innerhalb der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten Paris-konform auszugestalten.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Klimaerhitzung ist Tatsache. Und wir sind bald an einem Punkt, wo es kein Zur\u00fcck mehr gibt. 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