{"id":20842,"date":"2018-10-12T00:00:00","date_gmt":"2018-10-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20842\/wie-viel-plastik-verpackung-pro-kilo-tomaten\/"},"modified":"2019-05-30T16:07:24","modified_gmt":"2019-05-30T14:07:24","slug":"wie-viel-plastik-verpackung-pro-kilo-tomaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20842\/wie-viel-plastik-verpackung-pro-kilo-tomaten\/","title":{"rendered":"Wie viel Plastik-Verpackung pro Kilo Tomaten?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Schweiz produziert zu viel Abfall. Um die Rolle der Detailh\u00e4ndler diesbez\u00fcglich genauer zu beziffern, f\u00fchrte Greenpeace Schweiz im vergangenen Sommer bei den umsatzst\u00e4rksten unter ihnen eine Umfrage durch. Da sie Angaben zu ihrem Verpackungs-Fussabdruck verweigern, deckt die Umweltorganisation den Plastik-Verschleiss am Beispiel der Tomaten-Verpackungen auf.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der sogenannte Tomaten-Index zeigt, wie viel Gramm Plastik die Grossverteiler verschwenden, um ein Kilo des beliebtesten Gem\u00fcses der Schweiz zu verpacken. <a href=\"https:\/\/www.blw.admin.ch\/dam\/blw\/de\/dokumente\/Markt\/Marktbeobachtung\/Fruechte%20und%20Gemuese\/Marktberichte\/MBFG_2018_04_d.pdf.download.pdf\/MBFG_2018_04_d.pdf\">Im Detailhandel werden j\u00e4hrlich 50\u2019000 Tonnen Tomaten aller Sorten verkauft.<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Weil die Umweltbilanz von Tomaten nicht nur von der Verpackung, sondern vor allem auch von der Art des Anbaus abh\u00e4ngt, wurde auch der Anteil der Bio-Sorten am Sortiment erhoben\u00a0(siehe Grafik am Schluss).<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-56299\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/492d07a9-492d07a9-image-4.png\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1267\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Resultat f\u00e4llt deutlicher aus als erwartet. Coop schneidet mit 12 Gramm Plastik pro Kilo Tomaten mit Abstand am besten ab. Der Grossverteiler hat schon versprochen, Bio-Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse in Zukunft nicht mehr in Plastik zu verpacken, und hat ganz knapp hinter Aldi den gr\u00f6ssten Bio-Anteil im Sortiment. Coops F\u00fchrungsposition erkl\u00e4rt sich dadurch, dass das Unternehmen nicht rezyklierbare Plastikschalen mit Recycling-Karton ersetzt hat.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Denner braucht zwar relativ wenig Plastik, bietet jedoch keine Bio-Tomaten an. Die Migros als Drittplatzierte und mit einem kleineren Bio-Anteil als Coop verwendet mit 25 Gramm pro Kilo doppelt so viel Plastik wie die ewige Konkurrentin um den Titel der nachhaltigsten Detailh\u00e4ndlerin der Welt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Schnitt brauchen die Detailh\u00e4ndler 22 Gramm Plastik pro Kilo Tomaten. Hochgerechnet auf die erw\u00e4hnten 50\u2019000 Tonnen, unter Ber\u00fccksichtigung\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">der jeweiligen Marktanteile, erg\u00e4be dies einen Verbrauch von ca. <\/span><b>1\u2019000 Tonnen Plastik &#8211; f\u00fcr eine einzige Gem\u00fcsesorte<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">. Dies verdeutlicht, dass alle &#8211; auch Coop &#8211; noch Fortschritte machen und Tomaten nur noch offen bzw. in Mehrweg-Verpackungen anbieten sollten, so wie dies heute Unverpackt-L\u00e4den, Reformh\u00e4user und M\u00e4rkte schon tun. Sie zeigen, dass Verpackungen komplett unn\u00f6tig sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-56266 size-medium\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/81bdf358-81bdf358-sans-titre-225x300.png\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/>Die Datenerhebung f\u00fcr den Tomaten-Index lieferte noch zus\u00e4tzliche interessante Erkenntnisse. Die unsinnigste Verpackung <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">mit 85 Gramm pro Kilo ist einl\u00f6chriger Eimer der Migros (siehe Bild links). Er floss aber nicht in den Index, weil die Filiale nicht zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt wurde. Von e<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">inem Grossverteiler, der sich die \u00ab\u00f6kologische Optimierung\u00bb von Verpackungen auf die Fahne geschrieben hat, w\u00fcrde man anderes erwarten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Betrachtet man nur das Gewicht der verpackten Tomaten (ohne Offenverkauf) schliesst Lidl mit 43 Gramm pro Kilo am schlechtesten ab. Der Discounter hat aber den gr\u00f6ssten Anteil Tomaten im Offenverkauf (bei einem relativ kleinen Sortiment). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Tomaten-Index zeigt auch, dass nicht nur Bio-Gem\u00fcse in Plastik verpackt ist. Coop hat den kleinsten Plastikverbrauch aber den zweith\u00f6chsten Bio-Anteil, und braucht als einzige Detailh\u00e4ndlerin weniger Plastik bei Bio-Tomaten als bei konventionellen. Volg, der gr\u00f6sste Plastikverbraucher pro Kilo Tomaten, hat gar keine Bio-Tomaten im Angebot. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Tomaten-Index liefert kein exaktes Bild des Verpackungs-Fussabdrucks der Detailh\u00e4ndler, sondern demonstriert eben gerade die Notwendigkeit der Transparenz diesbez\u00fcglich. Greenpeace fordert die Detailh\u00e4ndler auf, sich zur Vision von null verbrannten und deponierten Abf\u00e4llen zu bekennen und sich dieser Vision mit umfassenden, \u00fcberpr\u00fcfbaren Aktionspl\u00e4nen anzun\u00e4hern.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_56310\" style=\"width: 803px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-56310\" class=\"wp-image-56310 size-full\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e2324883-e2324883-bildschirmfoto-2018-10-11-um-18.45.27.png\" alt=\"\" width=\"793\" height=\"482\" \/><p id=\"caption-attachment-56310\" class=\"wp-caption-text\">Coop f\u00fchrt zwar mehr Bio-Sorten, bei Aldi ist der relative Anteil aber leicht h\u00f6her.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"box\">\n<h2><\/h2>\n<h2 id=\"nichtschweigen\">Methodologie und Disclaimer<\/h2>\n<p>Die Ergebnisse des Tomaten-Indexes beruhen auf Fotos und Messungen von Freiwilligen im September 2018, welche Greenpeace Schweiz stichprobenm\u00e4ssig \u00fcberpr\u00fcfte. Unter den Einsendungen wurden je 3 Filialen von Denner, Aldi, Lidl und Volg zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt. Um vergleichbare Resultate zu erhalten, wurden von Migros und Coop nur je 2 Filialtypen untersucht (je 3x \u201cMigros M\u201d, \u201cMigros MM\u201d, \u201cCoop Supermarkt\u201d und \u201cCoop City\u201d). F\u00fcr unverpackte Tomaten wurde der Wert 0 Gramm pro Kilo angenommen, f\u00fcr Verpackungen mit individuellen Tomaten-Gewichten ein Durchschnittswert. Das W\u00e4gen von Plastik-Verpackungen erfolgte auf\u2019s Gramm genau. Die Daten sind auf Anfrage verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Die Resultate des Indexes sind mit Vorsicht zu geniessen, da sich die Sortimente und damit auch die Verpackungen st\u00e4ndig \u00e4ndern. Vor allem bei Migros lagen signifikante Unterschiede zwischen eigentlich gleichen Filialtypen vor; um ein genaueres Bild zu erhalten, m\u00fcssten mehr Filialen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum untersucht werden. Zudem ist v\u00f6llig unbekannt, wie viel von jeder Sorte Tomaten die Detailh\u00e4ndler verkaufen. Ein weiterer wichtiger Faktor der Umweltbilanz von Tomaten, n\u00e4mlich die Distanz zwischen Produktions- und Verkaufsort, konnte in der ersten Version des Tomaten-Indexes nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz produziert zu viel Abfall. Um die Rolle der Detailh\u00e4ndler diesbez\u00fcglich genauer zu beziffern, f\u00fchrte Greenpeace Schweiz im vergangenen Sommer bei den umsatzst\u00e4rksten unter ihnen eine Umfrage durch. 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