{"id":20861,"date":"2018-10-23T00:00:00","date_gmt":"2018-10-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20861\/aus-den-augen-aus-dem-sinn\/"},"modified":"2019-06-21T17:09:39","modified_gmt":"2019-06-21T15:09:39","slug":"aus-den-augen-aus-dem-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20861\/aus-den-augen-aus-dem-sinn\/","title":{"rendered":"Aus den Augen aus dem Sinn"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Grosse multinationale Konzerne \u00fcberschwemmen die Welt mit Einwegverpackungen aus Plastik. Bei einer Umfrage von Greenpeace USA wurde nun klar: Sie haben keine Ahnung, was mit den Verpackungen am Schluss passiert.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abKein Unternehmen kann konkrete Pl\u00e4ne oder Zusagen zur Reduzierung der Gesamtmenge der von ihnen hergestellten Artikel aus Wegwerfplastik vorweisen. Transparenz fehlt v\u00f6llig, was die Glaubw\u00fcrdigkeit jeglicher get\u00e4tigter Selbstverpflichtungen untergr\u00e4bt.\u00bb Das ist das Ergebnis einer weltweiten Greenpeace-Umfrage bei so genannten FMCG-Firmen (Fast Moving Consumer Goods) zu ihrem Plastik-Fussabdruck. Das sind nicht irgendwelche Firmen, sondern Branchenleader wie Coca-Cola Company, Colgate-Palmolive, Danone, Johnson and Johnson, Kraft Heinz, Mars, Nestl\u00e9, Mondelez, PepsiCo, Procter &amp; Gamble und Unilever.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3909\/a-crisis-of-convenience\/\">Ihre Antworten offenbaren grossen Handlungsbedarf<\/a>: Trotz \u00f6ffentlicher Ank\u00fcndigung zur Reduzierung von Plastikabf\u00e4llen durch mehr Recycling k\u00f6nnen die multinationalen Firmen keine Pl\u00e4ne vorweisen, wie sie ihr Problem angehen und die wachsende Produktion von Einweg-Plastik bremsen, geschweige denn stoppen wollen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ziemlich ahnungslose Firmen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Im Detail k\u00f6nnen ihre Antworten wie folgt zusammengefasst werden:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Es gibt keine verpflichtenden Zusagen, die Produktion von Einwegverpackungen einzustellen.<\/li><li>Keines der befragten Unternehmen hat sich verpflichtet, auf Einwegplastik zu verzichten oder klare Zielvorgaben zur Reduktion zu machen.<\/li><li>Alle Unternehmen halten an der Einweg-Denkweise f\u00fcr Verpackungen fest. Ihre vorgeschlagenen \u00abL\u00f6sungen\u00bb betreffen haupts\u00e4chlich die Wiederverwertbarkeit oder Recycling. Das alleine wird aber nicht ausreichen, um die Verpackungs- und Plastikkrise zu bew\u00e4ltigen. Im Gegenteil, dadurch wird die Plastik-Menge sogar zunehmen.<\/li><li>Die meisten FMCG-Unternehmen erh\u00f6hen die Menge an verwendetem Einweg-Plastik.<\/li><li>Unternehmen k\u00f6nnen oder wollen ihren Plastik-Fussabdruck nicht preisgeben.<\/li><li>Keines der Unternehmen hat vollst\u00e4ndige Angaben zu seinem Plastik-Fussabdruck gemacht. Viele versprechen, dies in Zukunft zu tun.<\/li><li>Keines der befragten Unternehmen kennt den endg\u00fcltigen Bestimmungsort seiner Verpackungen oder weiss, wieviel davon in der Natur landet.<\/li><\/ul>\n\n<p>Diese Antworten kennen wir bereits von den Schweizer Grossverteilern, bei denen wir vor kurzem <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/oekologischoptimierteverschwendung\/\">eine \u00e4hnliche Umfrage<\/a> gemacht haben.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wunderl\u00f6sung Recycling? Mitnichten!<\/strong><\/h2>\n\n<p>Der Ruf nach einer L\u00f6sung wird immer lauter. Firmen setzen auf Recycling bzw. rezyklierbares Plastik. Aber was passiert wirklich mit all diesen weggeworfenen Verpackungen? Nur 9 % des Kunststoffs wird weltweit rezykliert. In den Industriel\u00e4ndern liegt die Recyclingrate f\u00fcr Kunststoffe, die von Haushalten gesammelt werden, oft weit unter 50 %, wobei nur aus minimalen Mengen wieder Verpackung hergestellt wird. Die meisten \u00abrezyklierten\u00bb Verpackungsabf\u00e4lle werden zu Produkten mit geringerem Wert bzw. zu nicht rezyklierbaren Produkten. Viele Verpackungen sind so konzipiert, dass sie gar nicht rezyklierbar sind, wie zum Beispiel die Einwegverpackungen von Einzelportionsmengen (z. B. von Shampoos oder Cremes). Recyclingbeschr\u00e4nkungen, fehlende Infrastruktur und fehlende R\u00fcckverfolgbarkeit f\u00fchren dazu, dass grosse Mengen an Kunststoffverpackungen auf absehbare Zeit im Restm\u00fcll landen. Schlimmer noch: Ein Grossteil der Verpackungen, die im globalen Norden f\u00fcr das \u00abRecycling\u00bb gesammelt wurden, werden nach Asien exportiert. Es wird gesch\u00e4tzt, dass China fast acht Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll pro Jahr importiert hatte, bevor es 2018 den Handel verbot. Die n\u00e4chste Destination d\u00fcrfte S\u00fcdostasien sein, wo die fehlende Infrastruktur f\u00fcr den Umgang mit den noch gr\u00f6sseren Mengen von Haushaltsabf\u00e4llen aus Plastik bereits jetzt dazu f\u00fchrt, dass der wesentliche Anteil des Plastiks in den Ozeanen (fast 60 %) aus diesen L\u00e4ndern stammt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mehrweg statt Einweg<\/strong><\/h2>\n\n<p>Wie n\u00f6tig ein Verzicht auf Einwegverpackungen und die F\u00f6rderung von Mehrwegsystemen sind, zeigte in k\u00fcrzliches <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/2018\/10\/09\/coca-cola-pepsi-und-nestle-ueberfluten-die-welt-mit-plastik\/\">Brand Audit<\/a> der Bewegung #BreakFreeFromPlastic, der auch wir von Greenpeace angeh\u00f6ren. 187&#8217;000 Plastikteile haben Meeressch\u00fctzerinnen und Meeressch\u00fctzer bei 239 Strandreinigungen in 42 L\u00e4ndern eingesammelt und ihren Urhebern zugeteilt. Das Resultat: Die FMCG-Firmen sind die gr\u00f6ssten Plastik-Verschmutzer, allen voran Coca-Cola, PepsiCo und der Schweizer Konzern Nestl\u00e9. In der Schweiz wirft jede Person pro Jahr 100 kg Plastikabfall weg, der gr\u00f6sste Teil davon hat man nur einmal f\u00fcr Minuten oder Stunden benutzt und dann einfach verbrannt. Ein wirklich nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen unsere Erde bedingt den \u00dcbergang zur Kreislaufwirtschaft. Das bedeutet, dass in Zukunft null Abf\u00e4lle mehr verbrennt und keine giftige Schlacke mehr in der Erde vergraben werden \u2013 \u00abZero Waste\u00bb also.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/85e0f05d-greenpeace_factsheet_plastik_a4.pdf\">Zum Plastik-Faktenblatt<\/a><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/einweg-wahnsinn\/\">Unterzeichne die Petition<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grosse multinationale Konzerne \u00fcberschwemmen die Welt mit Einwegverpackungen aus Plastik. 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