{"id":20884,"date":"2018-11-28T00:00:00","date_gmt":"2018-11-27T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20884\/die-landwirtschaft-die-wir-wollen\/"},"modified":"2020-12-15T09:28:10","modified_gmt":"2020-12-15T08:28:10","slug":"die-landwirtschaft-die-wir-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20884\/die-landwirtschaft-die-wir-wollen\/","title":{"rendered":"Die Landwirtschaft, die wir wollen!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bei Landwirtschaft denken wir intuitiv an Natur. An gr\u00fcne Wiesen, bunte \u00c4cker, urchige Bauernh\u00f6fe und gl\u00fcckliche Tiere. Schliesslich wurden uns diese Bilder bereits in den B\u00fcchern unserer Kindheit vermittelt und die Werbung tut alles, um die Heile-Welt-Bilder in unseren K\u00f6pfen am Leben zu erhalten.<\/strong><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In Realit\u00e4t hat sich die Landwirtschaft in den letzten gut 50 Jahren so stark gewandelt wie nie zuvor. Nat\u00fcrlich gibt es die Betriebe, die mit grosser Sorgfalt naturnah produzieren. Doch die grosse Masse der Nahrungsmittel werden in hoch-intensiven Agrarsystemen produziert. Diese Systeme haben die Grenzen der nat\u00fcrlichen Kreisl\u00e4ufe l\u00e4ngst hinter sich gelassen und funktionieren nur mit einer konstanten Zufuhr von Kunstd\u00fcnger, Pestiziden und fossiler Fremdenergie. Die negativen Auswirkungen dieser industriellen Landwirtschaft sind mannigfaltig, es seien hier nur die wichtigsten sechs genannt:<\/span><\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die Landwirtschaft verursacht in der Schweiz gut 13 % der&nbsp;<strong>Treibhausgase<\/strong>. Um das 1.5\u00b0-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, muss der Ausstoss der Landwirtschaft gesenkt und unsere Ern\u00e4hrung umgestellt werden.<\/li><li>Der zu intensive Anbau, der Pestizideinsatz und die ausger\u00e4umte Landschaft sind die Haupttreiber des&nbsp;<strong>Biodiversit\u00e4tsverlustes<\/strong>. Viele Insekten, Amphibien und V\u00f6gel sind in der Schweiz gef\u00e4hrdet.<\/li><li>R\u00fcckst\u00e4nde von Agrarchemikalien verschmutzen B\u00e4che und Fl\u00fcsse und gef\u00e4hrden das&nbsp;<strong>Trinkwasser<\/strong>.<\/li><li>Die Fruchtbarkeit der&nbsp;<strong>B\u00f6den<\/strong>&nbsp;nimmt ab. Grund daf\u00fcr sind Erosion, Verdichtung sowie der Einsatz von Kunstd\u00fcnger und Pestiziden.<\/li><li>Die Landwirtschaft hat tagt\u00e4glich tausendfaches&nbsp;<strong>Tierleid<\/strong>&nbsp;zur Folge: Die meisten Nutztiere fristen auch in der Schweiz ein k\u00fcmmerliches Dasein.<\/li><li>Der zu hohe Einsatz von&nbsp;<strong>Antibiotika<\/strong>&nbsp;in der Tierhaltung f\u00fchrt zu Resistenzen und gef\u00e4hrdet unmittelbar die menschliche Gesundheit, weil Antibiotika nicht mehr wirken.<\/li><\/ol>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Es geht auch anders, und zwar mit \u00abTOP\u00bb<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Doch es muss nicht so sein, eine andere Landwirtschaft ist m\u00f6glich. Greenpeace hat mit Agrarexpertinnen und -experten der ZHAW und dem FiBL eine Vision f\u00fcr die Schweiz entwickelt und mit einem Modell durchgerechnet. Die Vision <strong>\u00abTOP \u2013&nbsp;Tierfreundliches und \u00f6kologisches Produktionssystem\u00bb<\/strong> verbindet ein maximales Tierwohl mit dem Schutz der Umwelt und einer vielf\u00e4ltigen Produktion. Die f\u00fcnf zentralen Forderungen von TOP sind:<\/span><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unsere Vision: Bunter, vielf\u00e4ltiger, nat\u00fcrlicher<\/h2>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-medium caption-alignment-center\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/0d10a195-0d10a195-d0xwcd-225x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58305\" width=\"225\" height=\"300\"\/><figcaption><b>Es bl\u00fcht wieder. <\/b>Maximale Produktion ist nicht das oberste Ziel.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Umstellung auf TOP w\u00fcrde die Schweizer Landwirtschaft umpfl\u00fcgen. Monokulturen wie Futtermais oder Zuckerr\u00fcben w\u00fcrden verschwinden, um Platz f\u00fcr den Anbau von Getreide, H\u00fclsenfr\u00fcchten, Gem\u00fcse und neuen Kulturen wie S\u00fcsskartoffeln oder Quinoa zu machen. Eine Fl\u00e4che, die doppelt so gross ist wie der Kanton Sankt-Gallen, bewirtschaften wir nicht mehr und geben diese der Natur zur\u00fcck. Die Kulturlandschaft wird dadurch abwechslungsreicher, vielf\u00e4ltiger und bunter. Die Anzahl in der Schweiz gehaltenen Tiere w\u00fcrde deutlich abnehmen \u2013&nbsp;vor allem H\u00fchner und Schweine g\u00e4be es viel weniger, und mit ihnen w\u00fcrde auch die Massentierhaltung in der Schweiz verschwinden. Die verbleibenden Tiere \u2013&nbsp;vor allem K\u00fche \u2013&nbsp;leben artgerecht auf Weiden und wandeln das f\u00fcr den Menschen nicht direkt nutzbare Gras in Milch um. Dank dem Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide sowie auf Kunstd\u00fcnger ist die Produktion auf der gesamten Fl\u00e4che weniger intensiv. Dadurch werden B\u00f6den und Gew\u00e4sser entlastet, und gef\u00e4hrdete Arten k\u00f6nnen sich erholen. Schliesslich profitiert auch das Klima, weil die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft stark abnehmen.<br><\/span><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Echte Versorgungssicherheit<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine TOP-Landwirtschaft produziert noch immer eine relevante Menge an Lebensmitteln zur Versorgung der Schweizer Bev\u00f6lkerung. Es sind weniger Kalorien pro Kopf als heute \u2013&nbsp;vor allem deutlich weniger Fleisch \u2013, daf\u00fcr sind es unbelastete Lebensmittel. Und die Produktion tr\u00e4gt echt zur Versorgungssicherheit bei, weil sie viel weniger stark als heute von Inputs aus dem Ausland \u2013&nbsp;sprich D\u00fcnger, Pestiziden oder Diesel \u2013&nbsp;abg\u00e4ngig ist. Auch f\u00fcr die B\u00e4uerinnen und Bauern d\u00fcrfte sich TOP lohnen, denn die Schweizer Landwirtschaft h\u00e4tte damit eine echte Differenzierung gegen\u00fcber dem Ausland und kann entsprechend einen Mehrwert am Markt erzielen.<br><\/span><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die TOP-Konsumentinnen und -Konsumenten<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">TOP bedeutet aber nicht nur einen Wandel f\u00fcr die B\u00e4uerinnen und Bauern, sondern ebenso f\u00fcr die verarbeitenden Betriebe, den Handel und nicht zuletzt f\u00fcr die Konsumentinnen und Konsumenten. Denn wenn diese nicht mitziehen w\u00fcrden, w\u00fcrde einfach mehr Fleisch aus dem Ausland importiert. Das w\u00fcrde die Probleme nicht l\u00f6sen, sondern nur verschieben. TOP wird also erst dann richtig top, wenn die Konsumentinnen und Konsumenten mitziehen und weniger Fleisch und sonstige tierische Produkte einkaufen. Damit tun sie nicht nur der Umwelt Gutes, sondern nicht zuletzt ihrer Gesundheit. Denn l\u00e4ngst ist bewiesen, dass eine Ern\u00e4hrung, bei welcher die Pflanzen die Hauptrolle spielen, deutlich ges\u00fcnder ist als eine fleischbetonte Di\u00e4t.<br><\/span><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Ziel vor Auge haben<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es ist sonnenklar, dass eine solch grundlegende \u00c4nderung Zeit ben\u00f6tigt und nicht von heute auf morgen umsetzbar ist. Was es braucht ist ein klares Ziel und konstante Schritte in die richtige Richtung. Mit der Vision \u00abTOP\u00bb haben wir ein Ziel vor Auge und mit der jetzt anlaufenden Revision der Agrarpolitik die Gelegenheit, die ersten Schritte des Weges zu gehen. Daf\u00fcr braucht es jetzt aber mutige Weichenstellungen: Massnahmen, die den Pestizideinsatz einschr\u00e4nken, die Massentierhaltung zur\u00fcckbinden und die Vielfalt der Lebensr\u00e4ume f\u00f6rdern. So machen wir uns auf den Weg in eine Landwirtschaft mit Zukunft.<\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Lade die <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/6afc8c5d-gp_vision_landwirtschaft_v1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Brosch\u00fcre zu unserer Vision<\/a> herunter und erfahre mehr zu TOP!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Landwirtschaft denken wir intuitiv an Natur. An gr\u00fcne Wiesen, bunte \u00c4cker, urchige Bauernh\u00f6fe und gl\u00fcckliche Tiere. 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