{"id":20895,"date":"2018-12-03T00:00:00","date_gmt":"2018-12-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20895\/druck-auf-kohleindustrie-steigt\/"},"modified":"2019-06-01T20:41:09","modified_gmt":"2019-06-01T18:41:09","slug":"druck-auf-kohleindustrie-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20895\/druck-auf-kohleindustrie-steigt\/","title":{"rendered":"Druck auf Kohleindustrie steigt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das sind gute Neuigkeiten f\u00fcr uns und unser Klima: Immer mehr Versicherungsgesellschaften weltweit beenden die Versicherung f\u00fcr Kohleunternehmen, Kohlebergwerke und -kraftwerke und schliessen Kohle von ihren Investitionen aus. Ganz vorn dabei sind die beiden Schweizer Unternehmen Swiss Re und Zurich. Zu hoffen ist, dass dieser Einsatz f\u00fcr den Klimaschutz nun endlich auch die beiden Grossbanken dazu bewegt, verbindliche Massnahmen zu treffen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Seit gestern findet in Polen die UNO-Weltklimakonferenz COP24 statt. Delegierte aus aller Welt treffen sich in Katovice, um unter anderem die Umsetzung des <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/themen\/klima\/pariser-klima-abkommen\/\">Pariser Klimaabkommens<\/a> zu beraten. Konkret soll ein detailliertes Regelwerk beschlossen werden, um das wichtigste Ziel von Paris umzusetzen: Die globale Erderhitzung soll m\u00f6glichst auf 1,5 Grad beschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n\n<p>Das kann klappen, wenn wir die Treibhausgasemissionen weltweit bis Mitte dieses Jahrhunderts auf netto Null senken. Daf\u00fcr sollten nun alle am gleichen Strang ziehen, und die internationale Gemeinschaft muss die bisherigen Massnahmen stark verbessern. Die Hoffnung ist gross, dass der Durchbruch dieses Jahr gelingt. Denn nach dem Hitzesommer 2018, den verheerenden Waldbr\u00e4nden weltweit und der langanhaltenden D\u00fcrre sind die gravierenden und zerst\u00f6rerischen Auswirkungen der Klimaerhitzung nicht mehr wegzudiskutieren.<\/p>\n\n<p>Um den Ausstoss von Treibhausgasemissionen rasch senken zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir uns schnellstm\u00f6glich aus der Abh\u00e4ngigkeit fossiler Energien befreien. F\u00fcr den Brennstoff Kohle heisst dies: Der gesamte Kohleverbrauch ist bis 2030 um mindestens zwei Drittel und bis 2050 auf fast Null zu reduzieren. So steht es im Sonderbericht des Weltklimarats IPCC, der Anfang Oktober ver\u00f6ffentlicht wurde. Denn Kohle geh\u00f6rt zu den klimasch\u00e4dlichsten fossilen Brennstoffen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-image-58421 size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/7be61d55-7be61d55-gp0stqofi_web_size_with_credit_line.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58421\"\/><figcaption>Greenpeace setzt sich auf der ganzen Welt daf\u00fcr ein, dass Kohle nicht mehr finanziert und versichert wird. Das Bild zeigt Greenpeace-AktivistInnen in Italien, die letztes Jahr die M\u00e4chtigen der G7 dazu aufgefordert haben, den \u00dcbergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft zu beschleunigen.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Swiss Re ist f\u00fchrend<\/h2>\n\n<p>Kohle hat also keine Zukunft mehr, wollen wir die Klimakatastrophe verhindern. Das erkennen gl\u00fccklicherweise immer mehr Versicherungsgesellschaften in Europa: Sie beenden die Versicherung f\u00fcr Kohleunternehmen, Kohlebergwerke und -kraftwerke und schliessen Kohle von ihren Investitionen aus. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Scorecard-report-FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das zeigt ein neuer Bericht der Koalition Unfriend Coal, der auch Greenpeace angeh\u00f6rt.<\/a><\/p>\n\n<p>Der heute ver\u00f6ffentlichte Bericht enth\u00e4lt eine Bewertung der 24 weltweit gr\u00f6ssten Versicherungsgesellschaften hinsichtlich Klimaschutz. Swiss Re f\u00fchrt das Feld mit den umfassendsten Richtlinien an: Der Schweizer Konzern r\u00fcckversichert und versichert keine Unternehmen mehr, die zu mehr als 30 Prozent auf Kohle setzen. Die Richtlinien gelten sowohl f\u00fcr bestehende als auch f\u00fcr neue Projekte und f\u00fcr alle Gesch\u00e4ftsfelder weltweit. Swiss Re investiert auch nicht mehr in Unternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle machen. Der Konzern erh\u00e4lt aber auch deshalb gute Noten, weil die Richtlinien nicht nur Kohle betreffen, sondern auch Teersande und andere extreme fossile Brennstoffe. Die Zurich Versicherung erreicht hinter der italienischen Gesellschaft Generali den dritten Rang.<\/p>\n\n<p>Versicherungsgesellschaften sind enorm wichtig, wenn es darum geht, fossile Energie durch erneuerbare zu ersetzen und damit den \u00dcbergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu beschleunigen:<\/p>\n\n<p>Als Risikomanager spielen Versicherungsunternehmen eine diskrete, aber wesentliche Rolle bei der Entscheidung, welche Projekte in einer modernen Gesellschaft umgesetzt und betrieben werden. Ohne Versicherung kann praktisch kein neues Kohlekraftwerk finanziert und erstellt werden, und bestehende Anlagen m\u00fcssen neue Wege zur Risikobew\u00e4ltigung finden oder den Betrieb einstellen. Wenn ein Projekt nicht versicherbar ist, wird es sich auch eine Bank gut \u00fcberlegen, ob sie daf\u00fcr Geld aufwenden soll.<\/p>\n\n<p>Versicherungsgesellschaften sind zudem riesige Investoren. Sie verwalten rund 31 Billionen Dollar an Verm\u00f6genswerten und investieren Hunderte Milliarden Dollar in fossile Energietr\u00e4ger. Ihre Entscheidungen zur Unterst\u00fctzung von fossilen Energien oder von emissionsarmen Technologien sind f\u00fcr die Weltwirtschaft pr\u00e4gend.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verbesserungen sind dringend n\u00f6tig<\/h2>\n\n<p>Deshalb ist der neuste Bericht von Unfriend Coal ein Hoffnungsschimmer. Gleichzeitig zeigt er aber auf, dass sich die Versicherungsgesellschaften l\u00e4ngst nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen k\u00f6nnen. Die Richtlinien der Zurich zum Beispiel beschr\u00e4nken die Versicherungen zwar f\u00fcr neue, nicht aber f\u00fcr bestehende Kohleprojekte, und nur f\u00fcr Kohleunternehmen, die mehr als die H\u00e4lfte des Umsatzes mit Kohle erzielen. Auch die 30-Prozent-Limite von Swiss Re reicht nicht.<\/p>\n\n<p>Die beiden Schweizer Versicherungskonzerne m\u00fcssen deshalb konkrete Pl\u00e4ne erarbeiten, wie sie in den kommenden Jahren ihr Gesch\u00e4ftsmodell anpassen und auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft umstellen wollen. Die bestehenden Kohlerichtlinien sind zudem zu versch\u00e4rfen, die Beziehungen zu Unternehmen in der Teersandindustrie sofort zu beenden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">UBS und Credit Suisse hinken nach<\/h2>\n\n<p>\u00c4usserst wichtig ist zudem, dass sich endlich auch die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse bewegen. Je mehr konkrete Schritte Versicherer zum Schutz des Klimas machen, desto unglaubw\u00fcrdiger erscheinen die \u00f6ffentlichen Beteuerungen der Schweizer Grossbanken, die Klimaerhitzung als ernsthafte Bedrohung anzusehen und sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein.<\/p>\n\n<p>Weder die Credit Suisse noch die UBS verf\u00fcgen zum Beispiel \u00fcber Richtlinien mit Ausschlusskriterien f\u00fcr die Kohleindustrie. Wir fordern die Banken deshalb dazu auf, nicht nur Green-Talk zu betreiben, sondern mindestens die Richtlinien von Swiss Re zu \u00fcbernehmen. Es braucht endlich auch von den anderen Akteuren des Schweizer Finanzplatzes transparente und wirkungsvolle Massnahmen, um die globale Erhitzung auf 1,5 Grad zu beschr\u00e4nken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sind gute Neuigkeiten f\u00fcr uns und unser Klima: Immer mehr Versicherungsgesellschaften weltweit beenden die Versicherung f\u00fcr Kohleunternehmen, Kohlebergwerke und -kraftwerke und schliessen Kohle von ihren Investitionen aus. Ganz vorn&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":20898,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-20895","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20895","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20895"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20895\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20895"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20895"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20895"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=20895"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=20895"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}