{"id":20900,"date":"2018-12-03T00:00:00","date_gmt":"2018-12-02T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20900\/wenn-die-klimakrise-zweimal-klingelt\/"},"modified":"2025-06-25T15:36:02","modified_gmt":"2025-06-25T13:36:02","slug":"wenn-die-klimakrise-zweimal-klingelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20900\/wenn-die-klimakrise-zweimal-klingelt\/","title":{"rendered":"Wenn die Klimakrise zweimal klingelt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Nationalrat beginnt heute mit der Beratung des CO<sub>2<\/sub>-Gesetzes. Die Volksvertreterinnen und -vertreter haben dabei die Wahl, ob sie f\u00fcr Klimaschutz oder Klimakatastrophe stimmen. Um ersteres zu erreichen und letzteres zu verhindern, braucht das Gesetz noch einige Korrekturen.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abWeihnachten steht vor der T\u00fcr.\u00bb Der Satz wird nun wieder so oft wiederholt, bis auch dem Hinterletzten klar wird, dass es nun aber wirklich h\u00f6chste Zeit ist, sich mittels des von Gesellschaft und Wirtschaft diktierten Kaufrauschs an den Rand eines Burn-Outs stressen zu lassen. Dabei stehen andere, weit wichtigere Dinge vor der T\u00fcr: Die Klimakrise zum Beispiel. Sie hat dieses Jahr einigermassen energisch geklingelt; uns einen bitteren Vorgeschmack geliefert auf das, was in einigen Jahrzehnten hierzulande zum Normalfall werden k\u00f6nnte: Staubtrockene Felder, in Rinnsale verwandelte Fl\u00fcsse, verendete Fische.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-large wp-image-58452\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/IMG_1559-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58452\"\/><figcaption>Niedrigwasser im S\u00e4mtisersee im Kanton Appenzell Innerrhoden. (Foto: Ellen Brassee)<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klimaabkommen umsetzen<\/h2>\n\n<p>Unmittelbar besteht die M\u00f6glichkeit, etwas gegen <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nccs.admin.ch\/nccs\/de\/home\/klimawandel-und-auswirkungen\/schweizer-klimaszenarien.html\" target=\"_blank\">dieses Zukunftsszenario<\/a> zu unternehmen. Der Nationalrat beginnt heute Montag seine Debatte zum neuen CO<sub>2<\/sub>-Gesetz und damit die Diskussion dar\u00fcber, was die Schweiz unternehmen wird, um das Klimaabkommen von Paris umzusetzen \u2013 jenes Abkommen, das uns bei konsequenter Umsetzung immerhin vor dem Schlimmsten dessen bewahren sollte, was die Klimakrise dieses Jahr angek\u00fcndigt hat. Nur: Der Entwurf f\u00fcr das Schweizer\u00a0CO<sub>2<\/sub>-Gesetz ist v\u00f6llig ungen\u00fcgend. Die Nationalr\u00e4tinnen und Nationalr\u00e4te m\u00fcssen dringend ihre Paris-Hausaufgaben machen. Oder um es mit den Worten von Greenpeace-Klimaexperte Georg Klingler zu sagen: \u00abWer im Nationalrat den Mehrheitsantr\u00e4gen der vorberatenden Kommission folgt, stimmt f\u00fcr die Klimakatastrophe.\u00bb Diese Verbesserungen fordert Greenpeace Schweiz vom Nationalrat:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das im Klima-Abkommen von Paris festgelegte <strong>1,5\u00b0-Ziel geh\u00f6rt zwingend ins Gesetz<\/strong> \u2013 aktuell ist bloss das nicht mehr g\u00fcltige Ziel von \u00abweniger als 2\u00b0C\u00bb vorgesehen<\/li><li>Es braucht jetzt <strong>Vorgaben f\u00fcr die komplette Dekarbonisierung der Schweiz<\/strong> \u2013 also den Ausstieg aus der Nutzung s\u00e4mtlicher fossiler Energietr\u00e4ger. Das vorgesehene Ziel einer 30%-Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Inland bis 2030 verschiebt die Null-Grenze auf weit nach 2050, obwohl nach den Wissenschaftlern des IPCC die Nullgrenze weltweit bis 2050 erreicht werden muss, um gef\u00e4hrliche Risiken abzuwenden. Der geplante Einkauf von Emissionszertifikaten aus dem Ausland kann die fehlende Inland-Absenkungen nicht ersetzen<\/li><li>Im <strong>Geb\u00e4&#xdebe;reich<\/strong> m\u00fcssen <strong>verbindliche Null-Emissions-Standards<\/strong> festgelegt werden \u2013 wegen der langen Lebensdauer von Geb\u00e4uden k\u00f6nnen solche Standards nicht auf nach 2030 verschoben werden<\/li><li>Beim <strong>Verkehr<\/strong> m\u00fcssen die <strong>CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in Zukunft deutlich sinken<\/strong> \u2013 aktuell weist die Schweiz im Vergleich zu den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern eine der klimasch\u00e4dlichsten Automobilflotten auf. Zudem sind Schweizerinnen und Schweizer Vielflieger, weil der Flugverkehr in der Schweiz steuerlich verg\u00fcnstigt statt klimapolitisch geregelt wird. Hier muss mit einer <strong>Flugticketabgabe<\/strong> korrigierend eingegriffen werden<\/li><li>F\u00fcr den <strong>Finanzplatz Schweiz<\/strong> braucht es <strong>Regeln f\u00fcr den Ausstieg aus der Finanzierung von fossiler Energie<\/strong>. Schweizer Finanzakteure verursachen weltweit mehr als zwanzigmal so viele Treibhausgasemissionen wie die Haushalte und Unternehmen in der Schweiz zusammen<\/li><li>F\u00fcr den <strong>Landwirtschaftssektor<\/strong> braucht es ebenfalls <strong>verbindliche Klimaregeln<\/strong><\/li><\/ul>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone size-large wp-image-58446\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20180805-IMG_8008-Pano-1024x691.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58446\"\/><figcaption>Die T\u00f6ss verzog sich im Sommer 2018 auf weiten Strecken in den Untergrund.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Besorgte B\u00fcrgerInnen vor der T\u00fcr<\/h2>\n\n<p>Ob die Nationalr\u00e4tinnen und -r\u00e4te diese dringend n\u00f6tigen Nachbesserungen, oder mindestens einen Teil davon, vornehmen, ist leider h\u00f6chst ungewiss. Um sie daran zu erinnern, was auf dem Spiel steht, <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.greenpeace-magazin.ch\/2018\/11\/30\/es-ist-peinlich-dass-wir-seit-1970-eigentlich-nichts-gelernt-haben\/\" target=\"_blank\">haben sich \u00fcber 30 besorgte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ein Herz gefasst und ihre Vertreterinnen und Vertreter im Bundeshaus pers\u00f6nlich zu Hause besucht.<\/a>\u00a0Im Gep\u00e4ck ein von Greenpeace Schweiz zusammengestelltes Fotobuch, das den Hitzesommer 2018 in eindr\u00fccklichen Bildern zeigt. Menschen wie Rosmarie und Claudio haben den Mut gefunden, sich auf sehr pers\u00f6nliche Art und Weise f\u00fcr eine lebenswerte Zukunft in der Schweiz und auf der ganzen Welt einzusetzen. Nun bleibt zu hoffen, dass auch gen\u00fcgend Nationalr\u00e4tinnen und Nationalr\u00e4te diesen Mut aufbringen und f\u00fcr mehr Klimaschutz stimmen \u2013 auch wenn es vielleicht nicht der eigenen Parteilinie entspricht.<\/p>\n\n<p>Denn irgendwann klingelt die Klimakrise nicht mehr. Sondern f\u00e4llt mit der T\u00fcr ins Haus.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/8-Mu4-m0FbU\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"8-Mu4-m0FbU\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nationalrat beginnt heute mit der Beratung des CO2-Gesetzes. 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