{"id":20909,"date":"2018-12-07T00:00:00","date_gmt":"2018-12-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20909\/jede-veraenderung-braucht-mut\/"},"modified":"2019-06-01T20:39:25","modified_gmt":"2019-06-01T18:39:25","slug":"jede-veraenderung-braucht-mut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20909\/jede-veraenderung-braucht-mut\/","title":{"rendered":"Jede Ver\u00e4nderung braucht Mut"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Immer deutlicher zeigt sich, dass die Mehrheit der Schweizer Politikerinnen und Politiker keine grossen Schritte wagt, um die Klimaerhitzung einzud\u00e4mmen. Deshalb braucht es mutige Menschen wie die Klimaseniorinnen oder die Initiantinnen und Initianten der Gletscher-Initiatve, die sich f\u00fcr eine klimavertr\u00e4gliche Zukunft einsetzen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Ist es Gleichg\u00fcltigkeit? Wirtschaftsh\u00f6rigkeit? Wirtschaftliche \u00c4ngste? Ignoranz, ja Arroganz? Fehlender Mut? Warum haben SVP und FDP diese Woche w\u00e4hrend der Beratung des CO<sub>2<\/sub>-Gesetzes den Schweizer Klimaschutz so massiv abgeschw\u00e4cht?<\/p>\n\n<p>Diese Fragen habe ich mir in den letzten Tagen x-Mal gestellt. Es ist f\u00fcr mich nicht nachvollziehbar, warum eine Mehrheit der Politikerinnen und Politiker auch in Zukunft voll auf Kohle, Erdgas und Erd\u00f6l setzen will, warum die Schweiz ihr Klimaziel bis 2030 allein durch den Kauf von Emissionszertifikaten im Ausland erf\u00fcllen soll und warum der Nationalrat nicht bereit ist, die Treibhausgasemissionen in erster Linie im Inland zu reduzieren.<\/p>\n\n<p>Noch nie war die Datenlage \u00fcber die Klimaerhitzung und die Folgen der globalen Erw\u00e4rmung so gut und klar wie heute. So hat der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC im Oktober dieses Jahres aufgezeigt, dass die Treibhausgasemissionen weltweit bis Mitte dieses Jahrhunderts auf netto Null gesenkt werden m\u00fcssen, damit die Erderhitzung auf 1,5 Grad beschr\u00e4nkt werden kann. Das 1,5-Grad-Ziel ist keine Erfindung von Umweltorganisationen wie Greenpeace, sondern die durch die Staatengemeinschaft im Pariser Klimaabkommen festgesetzte Begrenzung der Klimaerw\u00e4rmung. Dieses Abkommen hat notabene auch die Schweiz ratifiziert.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"> Jedes Zehntel Grad z\u00e4hlt. <\/h2>\n\n<p>\u200bEine Begrenzung auf 1,5 statt auf 2 Grad macht einen grossen Unterschied fu\u0308r das Leben auf unserer Erde. 1,5 Grad wu\u0308rde im Vergleich zu 2 Grad unter anderem hunderte Millionen Menschen vor wiederkehrenden extremen Hitzewellen schu\u0308tzen \u2013 was wiederum unserer Gesundheit zugute kommen w\u00fcrde. Denn auf die gravierenden Folgen der steigenden Temperaturen f\u00fcr die Gesundheit der Menschen wiesen in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an Studien hin. J\u00fcngst warnten die UNO und 27 f\u00fchrende internationale Forschungsinstitute im Fachmagazin \u00abThe Lancet\u00bb: \u00abDie Klimaerw\u00e4rmung gef\u00e4hrdet unsere Gesundheit immer st\u00e4rker, besonders betroffen sind \u00e4ltere Menschen in Europa.\u00bb<\/p>\n\n<p>Eine Begrenzung der Erw\u00e4rmung auf 1,5 Grand w\u00fcrde ausserdem den Anteil der Bevo\u0308lkerung, die unter Wasserknappheit leidet, halbieren und dazu beitragen, die Ziele fu\u0308r nachhaltige Entwicklung und die der Armutsbeka\u0308mpfung zu erreichen.<\/p>\n\n<p>Mit den derzeitigen Klimazielen der Staaten steuern wir aber auf eine Erw\u00e4rmung von deutlich u\u0308ber 3 Grad zu. Wir mu\u0308ssen deshalb schnell von den fossilen Brennstoffen wegkommen und viel mehr auf erneuerbare Energien setzen. Bis 2030 ist der gesamte Kohleverbrauch um mindestens zwei Drittel und bis 2050 auf fast Null zu reduzieren. Auch aus der Energiegewinnung aus O\u0308l und Gas mu\u0308ssen wir zeitnah aussteigen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Politik ohne ohne Mut<\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-image-58537 size-full\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/7c23ce88-7c23ce88-gp0stq950_web_size_with_credit_line.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58537\"\/><figcaption>Die Frauen des Vereins KlimaSeniorinnen Schweiz k\u00e4mpfen engagiert und beherzt f\u00fcr Klimagerechtigkeit.<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Wie die Debatte im Nationalrat zum CO<sub>2<\/sub>-Gesetz gezeigt hat, haben viele Politikerinnen und Politiker nicht genug Mut. Deshalb hatten Schweizer Frauen im AHV-Alter im November 2016 das Heft selber in die Hand genommen. Die mutigen Klimaseniorinnen haben es gewagt, rechtlich gegen den Bund vorzugehen und eine Klimaklage einzureichen. Sie werfen dem Bundesrat vor, zu wenig f\u00fcr den Klimaschutz zu tun.<\/p>\n\n<p>Die Seniorinnen liessen sich auf ihrem Weg zu mehr Klimagerechtigkeit nicht davon entmutigen, dass das Eidgen\u00f6ssische Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) auf ihr Gesuch nicht einmal eingetreten ist. Vielmehr zogen sie den Entscheid des UVEK vor das Bundesverwaltungsgericht.<\/p>\n\n<p>Leider stiessen die Klimaseniorinnen auch bei den Richterinnen und Richtern nicht auf Geh\u00f6r. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/medienmitteilungen\/schwere-zeiten-fuer-den-klimaschutz\">Diese Woche lehnte das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde ab<\/a>. Laut Urteil sind Frauen \u00fcber 75 Jahre nicht st\u00e4rker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen als andere Bev\u00f6lkerungsgruppen. Damit verwehrt das Gericht den Klimaseniorinnen die M\u00f6glichkeit, sich gegen ihre durch die Klimaver\u00e4nderung verursachten Grundrechtsverletzungen zu wehren.<\/p>\n\n<p>Zu hoffen ist, dass die Klimaseniorinnen dieses Urteil vor Bundesgericht anfechten werden. Sollte dies der Fall sein, wird Greenpeace wieder an der Seite der engagierten und herzlichen Frauen stehen und sie mit aller Kraft unterst\u00fctzen. Denn wenn sich die Politik weiter weigert, den Klimawandel wirklich ernst zu nehmen und wirkungsvolle Massnahmen gegen die Erhitzung zu ergreifen, braucht es tatkr\u00e4ftige, engagierte B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, um den Wandel herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Den Klimaschutz in der Verfassung verankern<\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-image-49784 size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/FLB20180825_07-1024x684.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-49784\"\/><figcaption>Der Verein Klimaschutz Schweiz wurde im August dieses Jahres auf dem Sustenpass beim Steingletscher gegr\u00fcndet. Die Mitglieder wollen n\u00e4chstes Jahr die Gletscherinitiative lancieren. (Bild: Flurin Bertschinger)<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Aus diesem Grund begr\u00fcsst Greenpeace auch die geplante Gletscher-Initiative. Unabh\u00e4ngig von Parteien und politischen Ausrichtungen setzen sich Menschen aus der ganzen Schweiz gemeinsam f\u00fcr das gleiche Ziel ein: den Klimaschutz in der Verfassung zu verankern.<\/p>\n\n<p>Sei auch du Teil dieser breiten Klimabewegung, die hoffentlich Klimageschichte schreiben wird. Unterst\u00fctze den Verein Klimaschutz Schweiz:<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/act\/gletscher\/\">Unterst\u00fctzen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer deutlicher zeigt sich, dass die Mehrheit der Schweizer Politikerinnen und Politiker keine grossen Schritte wagt, um die Klimaerhitzung einzud\u00e4mmen. Deshalb braucht es mutige Menschen wie die Klimaseniorinnen oder die&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":20912,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-20909","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20909"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20909\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20912"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20909"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=20909"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=20909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}