{"id":20963,"date":"2016-03-11T00:00:00","date_gmt":"2016-03-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20963\/im-nuklearen-teufelskreis\/"},"modified":"2019-05-30T16:14:01","modified_gmt":"2019-05-30T14:14:01","slug":"im-nuklearen-teufelskreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20963\/im-nuklearen-teufelskreis\/","title":{"rendered":"Im nuklearen Teufelskreis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Heute vor f\u00fcnf Jahren ereignete sich der verheerende Atomunfall in Fukushima. Ein Greenpeace-Report zeigt: Dort und in Tschernobyl ist die Katastrophe l\u00e4ngst nicht ausgestanden.<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeit heilt nicht alle Wunden. So bestimmt die atomare Katastrophe in Tschernobyl noch 30 Jahre sp\u00e4ter den Alltag der Betroffenen. <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/NUCLEAR-SCARS\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ein neuer Greenpeace-Report<\/a> zeigt die Narben, die der Reaktorunfall in der Ukraine hinterlassen hat: Die \u00dcberlebenden des Super-GAU essen Jahrzehnte nach der Katastrophe verstrahlte Nahrung und verfeuern radioaktives Holz. Zu den k\u00f6rperlichen Folgen der Verstrahlung treten zudem soziale und psychische Probleme.<\/p>\n<div id=\"attachment_58854\" style=\"width: 816px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-58854\" class=\"size-full wp-image-58854\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ce2c1376-ce2c1376-fukushima_messung_gp0stpmtj.jpg\" alt=\"\" width=\"806\" height=\"455\" \/><p id=\"caption-attachment-58854\" class=\"wp-caption-text\">Greenpeace-Atomexperten messen mit Geigerzaehlern die radioaktive Belastung im und um das Haus von Hiroshi Kanno, einem ehemaligen Gem\u00fcsebauern, der seine Heimat in Iitate nach dem Atomunfall in Fukushima verlassen musste. Noch immer sind die von der Katastrophe kontaminierten Gebiete gr\u00f6\u00dftenteils unbewohnbar.<\/p><\/div>\n<p>Den Folgen von Tschernobyl sind die Probleme in Japan gegen\u00fcbergestellt. Die Bev\u00f6lkerung in Fukushima steht f\u00fcnf Jahre nach dem Unfall allerdings noch am Anfang der Bew\u00e4ltigung. Die bisherigen Anstrengungen zur Dekontaminierung sind weitgehend fruchtlos. Weite Teile der Pr\u00e4fektur Fukushima werden \u00fcber Jahrhunderte radioaktiv bleiben \u2013 entgegen der Beteuerungen der japanischen Regierung, die bereits mit der R\u00fccksiedlung der Bev\u00f6lkerung in stark verstrahlte Gebiete beginnen will.\u00a0Sich dagegen zu wehren, ist f\u00fcr viele der Betroffenen keine Option: Wenn die Regierung die Entsch\u00e4digungszahlungen einstellt, haben sie finanziell oft keine andere Wahl.<\/p>\n<h3>KEIN GELD F\u00dcR WIRKSAMEN SCHUTZ<\/h3>\n<p>\u00abDie Atomindustrie und Regierungen in der ganzen Welt halten den Mythos aufrecht, dass es nach einem nuklearen Unfall eine R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t geben kann\u00bb, sagt Junichi Sato, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Greenpeace Japan. \u00abDie Fakten entlarven das als politische Phrasendrescherei, die wissenschaftliche Realit\u00e4t sieht ganz anders aus.\u00bb Tats\u00e4chlich verschlimmert sich die Lage f\u00fcr die Bewohner sogar noch: In der Ukraine fehlt das Geld, um die Bev\u00f6lkerung in den kontaminierten Gebieten weiterhin wirksam vor der verbliebenen Radioaktivit\u00e4t zu sch\u00fctzen. Das heisst, wenn dem Land k\u00fcnftig Mittel f\u00fcr Umwelt- und Verbraucherschutzmassnahmen fehlen, steigt auch wieder die Strahlenbelastung, mit der die Menschen tagt\u00e4glich zu tun haben.<\/p>\n<p>In beiden Unfallgebieten hat Greenpeace weitreichende Gesundheitsauswirkungen dokumentiert: In den kontaminierten Bereichen um Tschernobyl stieg die Sterberate, die Geburtenrate sank. Krebserkrankungen sind h\u00e4ufiger, genauso wie psychische Auswirkungen. In Fukushima leiden immer mehr Kinder unter Schilddr\u00fcsenkrebs\u00a0\u2013\u00a0eine \u00fcberzuf\u00e4llige H\u00e4ufung. Depressionssymptome mehren sich.<\/p>\n<h3>KATASTROPHEN VON HISTORISCHEM AUSMASS<\/h3>\n<p>Der Unfall in Tschernobyl war 1986 buchst\u00e4blich beispiellos: Erst danach hat die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO eine internationale Bewertungsskala f\u00fcr nukleare Ereignisse entwickelt. Zweimal in einem Vierteljahrhundert gab es Katastrophen am oberen Ende der \u00abINES\u00bb genannten Gefahrenbewertungsskala: Als einzige Atomunf\u00e4lle der Geschichte werden die Ereignisse in der Ukraine und Japan mit Stufe 7 bewertet, dar\u00fcber hinaus gibt es keine Steigerung.<\/p>\n<div id=\"attachment_58856\" style=\"width: 816px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-58856\" class=\"size-full wp-image-58856\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4039bf45-4039bf45-tschernobyl_report_gp0stpl9s.jpg\" alt=\"\" width=\"806\" height=\"455\" \/><p id=\"caption-attachment-58856\" class=\"wp-caption-text\">Viele Familien in der Ukraine bauen ihr Gem\u00fcse selbst an. Doch der Boden ist nahe an Tschernobyl nach wie vor radioaktiv kontaminiert.<\/p><\/div>\n<p>Entgegen den Beteuerungen der Atomindustrie sind AKW keine sichere Form der Energiegewinnung. 2012 widerlegte Greenpeace in der Studie <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/20120228-Lehren-aus-Fukushima-Greenpeace.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eLehren aus Fukushima\u201c<\/a> die Aussage von Atomkraftbef\u00fcrwortern, wonach eine schwere Kernschmelze nur einmal in 250 Jahren zu bef\u00fcrchten sei. Statistisch gesehen kommt es sogar alle zehn Jahre zu einem schweren Atomunfall.<\/p>\n<p>Nachrichten wie die <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende\/atomkraft\/atomunfall-vertuscht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">j\u00fcngste Unfallmeldung aus dem franz\u00f6sischen Meiler Fessenheim<\/a> sorgen darum f\u00fcr grosse Beunruhigung. Der GAU in Japan fand immerhin in einem technisch hochentwickelten Land statt \u2013 warum sollte Beznau, das \u00e4lteste AKW der Welt, sicherer sein? An einem Ausstieg aus der Atomkraft f\u00fchrt deshalb kein Weg vorbei. F\u00fcr alles andere ist der Preis schlicht zu hoch: In Fukushima wurde die Heimat von rund 100.000 Menschen f\u00fcr Generationen radioaktiv verstrahlt. Dreissig Jahre nach Tschernobyl leben heute f\u00fcnf Millionen Menschen auf \u2013 und von \u2013 kontaminiertem Land.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/NUCLEAR-SCARS\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Report:\u00a0NUCLEAR SCARS &#8211;\u00a0Die endlosen Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute vor f\u00fcnf Jahren ereignete sich der verheerende Atomunfall in Fukushima. Ein Greenpeace-Report zeigt: Dort und in Tschernobyl ist die Katastrophe l\u00e4ngst nicht ausgestanden. 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