{"id":20969,"date":"2016-02-22T00:00:00","date_gmt":"2016-02-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/20969\/fukushima-die-chronologie-der-katastrophe\/"},"modified":"2022-03-31T10:50:58","modified_gmt":"2022-03-31T08:50:58","slug":"fukushima-die-chronologie-der-katastrophe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/20969\/fukushima-die-chronologie-der-katastrophe\/","title":{"rendered":"Fukushima &#8211; Die Chronologie der Katastrophe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der 11. M\u00e4rz 2011 ist als schwarzer Tag in die Menschheitsgeschichte eingegangen. Ein gewaltiges Erdbeben und der dadurch ausgel\u00f6ste Tsunami sorgen f\u00fcr Tod und Zerst\u00f6rung in Japan. Die Naturkatastrophe verursacht auch den schwersten Atomunfall seit dem Reaktor-Ungl\u00fcck von Tschernobyl: die dreifache Kernschmelze im AKW Fukushima Daiichi. Eine Kurzchronologie der wichtigsten Ereignisse vor f\u00fcnf Jahren.<\/strong><\/p>\n<h3><strong>11. M\u00e4rz 2011<\/strong><\/h3>\n<p>Um 14.46 Uhr Ortszeit bebt die Erde vor der japanischen Ostk\u00fcste mit der St\u00e4rke 9. Das Beben l\u00f6st eine riesige Flutwelle aus, die rund 16\u2019000 Tote fordert. Auch das Atomkraftwerk Fukushima an der K\u00fcste wird massiv ersch\u00fcttert und vom Tsunami um 15.27 Uhr \u00fcbersp\u00fclt. Die Stromversorgung, die interne Notstromversorgung und die K\u00fchlsysteme des AKW fallen aus. Vermuteter Beginn der Kernschmelze in Block 1.<\/p>\n<h3><strong>12. M\u00e4rz<\/strong><\/h3>\n<p>Eine Wasserstoffexplosion ersch\u00fcttert das Reaktorgeb\u00e4ude von Block 1 des AKW. Das Geb\u00e4ude st\u00fcrzt teilweise ein. Grosse Mengen an Radioaktivit\u00e4t werden in die Umgebung abgegeben. Japan deklariert ein Gebiet 20 Kilometer um das AKW als Evakuierungs-Zone. Sp\u00e4ter werden weitere Gebiete evakuiert, sodass schlussendlich 150\u2019000 Personen ihre H\u00e4user verlassen m\u00fcssen.<\/p>\n<h3><strong>13. M\u00e4rz<\/strong><\/h3>\n<p>Vermuteter Beginn der Kernschmelze in Block 3.<\/p>\n<h3><strong>14.\/15. M\u00e4rz<\/strong><\/h3>\n<p>Auch die Bl\u00f6cke 3 und 4 des AKW Fukushima Daiichi werden von Explosionen ersch\u00fcttert und die Reaktorgeb\u00e4ude weitgehend zerst\u00f6rt. In Block 4, der wegen einer Revision stillsteht, wird das Brennelementbecken besch\u00e4digt. Vermuteter Beginn der Kernschmelze in Block 2.<\/p>\n<p>In den folgenden Tagen werden aufgrund der Besch\u00e4digung der Sicherheitsbeh\u00e4lter und der improvisierten K\u00fchlung mit Meerwasser grosse Mengen radioaktiver Substanzen ins Meer gesp\u00fclt oder auf dem Luftweg verteilt. Zeitweise wird eine Evakuierung von Tokio nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<h3><strong>23. M\u00e4rz<\/strong><\/h3>\n<p>Analysen eines Atomsicherheits-Experten f\u00fcr Greenpeace zeigen erstmals das wahre Ausmass der Katastrophe: Es gelangte so viel Radioaktivit\u00e4t in die Umwelt, dass der Unfall auf der h\u00f6chsten Stufe f\u00fcr ein Atom-Ungl\u00fcck eingestuft werden muss (INES 7). Der AKW-Betreiber TEPCO hingegen versucht das Ereignis herunterzuspielen und stuft es lediglich von Stufe 4 auf 5 hoch. Erst am 12. April \u2013 einen Monat nach der Katastrophe \u2013 stuft auch Japan den Unfall als derart gravierend ein.<\/p>\n<h3><strong>26. M\u00e4rz<\/strong><\/h3>\n<p>Unabh\u00e4ngige Strahlenmessungen von Greenpeace zeigen, dass auch Gebiete ausserhalb der Evakuierungs-Zone so stark verstrahlt sind, dass sie ger\u00e4umt werden m\u00fcssten \u2013 darunter das Dorf Iitate, das 40 Kilometer vom AKW Fukushima entfernt liegt. Greenpeace fordert die sofortige Evakuierung. Doch erst einen knappen Monat sp\u00e4ter ordnet die japanische Regierung an, dass Iitate und weitere stark verstrahlte Gebiete evakuiert werden.<\/p>\n<h3><strong>April 2011<\/strong><\/h3>\n<p>TEPCO gesteht ein, dass radioaktives Wasser von Reaktor 2 des AKW Fukushima ins Meer fliesst. Die Betreiberfirma pumpt \u00fcber 10\u2019000 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer. Messungen zeigen, dass das Meerwasser massiv verseucht ist: Die Konzentration von radioaktivem Jod \u00fcberschreitet die legalen Grenzwerte um das 7,5-Millionen-fache.<\/p>\n<h3><strong>Juli 2011<\/strong><\/h3>\n<p>Es gelangen Berichte an die \u00d6ffentlichkeit, welche die brutale Fahrl\u00e4ssigkeit von TEPCO und der japanischen Atomaufsicht zeigen: Die Gefahr eines grossen Tsunami war seit den 90er-Jahren bekannt, und 2006 zeigte ein Bericht, dass ein solches Ereignis die Notsysteme der Reaktoren in Fukushima besch\u00e4digen k\u00f6nnte. Erst ein knappes Jahr sp\u00e4ter gesteht TEPCO ein, dass die Gefahr schon f\u00fcnf Jahre vor dem GAU bekannt war \u2013 und dass die Betreiberfirma\u00a0dennoch nichts unternahm, um das AKW zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h3><strong>\u2026 und heute?<\/strong><\/h3>\n<p>Auch f\u00fcnf Jahre nach dem GAU ist die Situation in und um Fukushima l\u00e4ngst nicht unter Kontrolle. Einen pers\u00f6nlichen Eindruck davon gibt das Tagebuch von Florian Kasser, Atom-Experte von Greenpeace Schweiz, aus Japan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 11. M\u00e4rz 2011 ist als schwarzer Tag in die Menschheitsgeschichte eingegangen. Ein gewaltiges Erdbeben und der dadurch ausgel\u00f6ste Tsunami sorgen f\u00fcr Tod und Zerst\u00f6rung in Japan. 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