{"id":21049,"date":"2019-04-17T00:00:00","date_gmt":"2019-04-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/21049\/uebersicht-die-politischen-folgen-der-klimastreiks\/"},"modified":"2019-10-02T14:43:59","modified_gmt":"2019-10-02T12:43:59","slug":"uebersicht-die-politischen-folgen-der-klimastreiks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/21049\/uebersicht-die-politischen-folgen-der-klimastreiks\/","title":{"rendered":"\u00dcbersicht: Die politischen Folgen der Klimastreiks"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Seit Beginn der Schweizer Klimastreiks im Dezember 2018 konnte die Bewegung stetig den Druck auf die Politik erh\u00f6hen. Erste Gemeinden und Kantone haben bereits den Klimanotstand ausgerufen, vielerorts sind entsprechende Vorst\u00f6sse h\u00e4ngig. Zeit f\u00fcr eine Bilanz!<\/strong><\/p>\n\n<p><em>Anmerkung: Dieser Artikel beleuchtet die politischen Folgen des Klimastreiks bis Fr\u00fchling 2019. Die <a href=\"#Folgen\">untenstehende \u00dcbersicht<\/a> ist hingegen aktuell.  <\/em><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u00abDie Schweiz ruft den Klimanotstand aus!\u00bb Auf diese Schlagzeile arbeiten derzeit tausende junge Menschen hin. Bis es jedoch soweit ist, d\u00fcrften noch einige Demonstrationsz\u00fcge vor\u00fcberziehen und noch so manch kreatives Kartonschild gebastelt werden. Doch bereits jetzt zeigen die lautstarken Klimastreiks Wirkung. Zahlreiche Schulen verzichten in Zukunft auf Schulreisen per Flugzeug und auch Beh\u00f6rden und \u00f6ffentliche Unternehmen haben diesbez\u00fcglich M\u00e4ssigung versprochen. Dazu kommt die \u201cgr\u00fcne Welle\u201d bei den j\u00fcngsten Wahlen in den Kantonen Z\u00fcrich, Luzern und Basel-Land, die gr\u00f6sstenteils auf die Mobilisierung und Sensibilisierung durch die Klimastreikenden zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Immer mehr Menschen sprechen bez\u00fcglich den nationalen Wahlen im Oktober bereits von der entscheidenden Klimawahl. Und auch die konkreten Forderungen der Klimastreikenden sind dank dem steigenden Druck durch die riesigen Demonstrationen mittlerweile in der Politik angekommen. <\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Engagement der Jungen hat sowohl auf Bundes- wie auch auf Kantons- und Gemeindeebene politische Prozesse in Gang gesetzt. In zahlreichen Parlamenten wurden bereits Vorst\u00f6sse zur Umsetzung der Klimastreikforderungen behandelt oder stehen in n\u00e4chster Zeit zur Debatte. Da diese Vorst\u00f6sse in den Medien meist lokal und jeweils einzeln behandelt werden, m\u00f6gen diese Fortschritte nur klein wirken. F\u00fcgt man jedoch all die einzelnen politischen Vorst\u00f6sse zu einem Gesamtbild zusammen, zeigt sich eine eindr\u00fcckliche Entwicklung. Die Sch\u00fcler und Studentinnen haben einen Prozess in Gang gesetzt, der gerade erst richtig beginnt und dennoch bereits erste politische Fr\u00fcchte tr\u00e4gt! <\/span><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Folgen\">Die politischen Folgen<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Deshalb tragen wir hier laufend die politischen Folgen der Klimastreiks zusammen (letzte Aktualisierung am 2. Oktober 2019).<\/span><\/p>\n\n<figure><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/d\/embed?mid=1EBArWOJhhW869Lx0LDjj34bZKa7zEdO8\" width=\"640\" height=\"480\"><\/iframe><\/figure>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Eine tabellarische \u00dcbersicht gibt\u2019s <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/docs.google.com\/spreadsheets\/d\/1K2Gs3BhhPv9G8EOua1VXGQzdWfA7YKOBPAV0mk8hnK4\/edit?usp=sharing\" target=\"_blank\">hier<\/a><\/span> (letzte Aktualisierung am 2. Oktober 2019). <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gemeinden<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auch auf Gemeindeebene konnten die Klimastreikenden bereits Erfolge verbuchen. So hat <\/span><b>Liestal<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> im Februar 2019 als erste Schweizer Gemeinde eine Resolution zur Ausrufung des Klimanotstandes angenommen. Konkreter wird es in <\/span><b>Olten<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">: Denn dort wurde eine verbindliche Motion angenommen, die festschreibt, dass die Stadt bis 2030 netto keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen darf. Die Oltner Regierung hat nun zwei Jahre Zeit, um eine Vorlage auszuarbeiten, wie sie das Ziel erreichen will. Die Stadtregierung zeigt sich bisher jedoch nicht gewillt, dieser Forderung ernsthaft nachzukommen.<\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ebenfalls einen ersten Erfolg wurde in der Gemeinde <\/span><b>Uster<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> verbucht. Die Einzelinitiative einer B\u00fcrgerin, welche die \u00c4nderung der Gemeindeordnung anregt, um darin die Forderungen des Klimastreiks aufzunehmen, wurde vom Parlament angenommen und geht nun zur weiteren Beurteilung an den Stadtrat. Bald d\u00fcrfte zur Liste der Erfolge auch die <\/span><b>Stadt Z\u00fcrich<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> hinzukommen. Dort hat eine breite Allianz von Mitte-Links-Parteien eine verbindliche Motion eingereicht, welche bis 2030 die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf netto null verlangt. Da die Allianz, welche die Motion eingereicht hat, im Parlament eine Mehrheit vertritt, d\u00fcrfte die Motion Ende Mai angenommen werden. <\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In den Gemeinden <\/span><b>Schaffhausen<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>St.Gallen<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Zug, Luzern<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Wil<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> und <\/span><b>Horw<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> sind ausserdem noch Vorst\u00f6sse h\u00e4ngig, welche im Verlaufe des Jahres behandelt werden.<\/span><\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image wp-image-62148 size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"719\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c91def17-gp0stt5ck_pressmedia-e1558535204100-1024x719.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1601\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c91def17-gp0stt5ck_pressmedia-e1558535204100-1024x719.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c91def17-gp0stt5ck_pressmedia-e1558535204100-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c91def17-gp0stt5ck_pressmedia-e1558535204100-768x539.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c91def17-gp0stt5ck_pressmedia-e1558535204100-484x340.jpg 484w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c91def17-gp0stt5ck_pressmedia-e1558535204100.jpg 1787w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption> Klimastreik am 15. M\u00e4rz in Z\u00fcrich \u00a9 Greenpeace \/ Ex-Press \/ Kathrin Grissemann <\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kantone<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In zahlreichen Kantonen wurden bereits Resolutionen eingereicht, die von den Kantonen die Ausrufung des Klimanotstandes fordern. Bei einer Resolution handelt es sich um eine Stellungnahme zu einem bestimmten Thema durch das Parlament. Sie stellt also eine Absichtserkl\u00e4rung dar, beinhaltet jedoch keine verbindlichen Massnahmen. Die Kantone <\/span><b>Freiburg<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Basel-Stadt<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Waadt<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> und <\/span><b>Jura<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> haben bereits eine solche Resolution angenommen und damit den \u00abKlimanotstand ausgerufen\u00bb. <\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dar\u00fcber diskutiert und abgelehnt hat den Klimanotstand bisher der Kanton <\/span><b>Basel-Land<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">. <\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In den Kantonen <\/span><b>Schaffhausen<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>St.Gallen<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Luzern<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Bern<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Neuenburg<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Zug<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Thurgau<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, <\/span><b>Glarus<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> und <\/span><b>Graub\u00fcnden<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> wurden \u00e4hnliche Vorst\u00f6sse entweder eingereicht oder angek\u00fcndigt, aber bisher noch nicht abschliessend im Parlament behandelt. <\/span><\/p>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Somit sind die Forderungen der Klimastreikenden bereits <\/span><b>in der H\u00e4lfte aller Kantone<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> zu konkreten politischen Bestrebungen geworden oder stehen im Begriff es zu werden. In den Kantonsparlamenten, in denen ein Vorstoss bisher abschliessend behandelt worden ist, wurde er bisher in 4 von 5 F\u00e4llen angenommen.<\/span><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bund<\/h2>\n\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf Bundesebene hat die Nationalr\u00e4tin Samira Marti am 14. M\u00e4rz 2019 eine Motion eingereicht, die den Bundesrat zur Ausrufung des Klimanotstandes auffordert. Die Behandlung der Motion im National- und im St\u00e4nderat steht noch aus. Beide R\u00e4te m\u00fcssen der Motion zustimmen, damit der Auftrag f\u00fcr den Bundesrat verbindlich wird.<\/span><\/p>\n\n<p><i><span style=\"font-weight: 400;\">Haben wir etwas vergessen? Hat sich ein Fehler eingeschlichen? Dann melde mir dies bitte per Mail: <a href=\"mailto:manuel.michel@greenpeace.org\">manuel.michel@greenpeace.org<\/a><\/span><\/i><\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"is-style-default wp-block-heading\">Chronologie des Klimastreiks<\/h2>\n\n<p>Am 20. August 2018 sass Greta Thunberg zum ersten Mal vor dem Schwedischen Parlament und streikte f\u00fcr das Klima \u2013 allein. Die Geschichte ihres Protests reiste schnell um den Globus und bis nach Australien, wo Ende November der erste organisierte Klimastreik mit mehreren tausend Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern stattfand. Und am 4. November brachte Greta mit ihrer Rede an der UN-Klimakonferenz die Bewegung definitiv ins Rollen. Das emotionale Video ihrer Rede ging viral und inspirierte weltweit die Jugend. Von da an ging alles sehr schnell.<\/p>\n\n<p>Zwei Wochen sp\u00e4ter, am 14. Dezember, zog in Z\u00fcrich der erste Schweizer Klimastreik mit 500 Teilnehmenden durch die Strassen. Eine Woche sp\u00e4ter weitete sich der Streik auf Basel, Bern und St. Gallen aus und wuchs auf 4000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Dies war 2018 nach Australien der zweitgr\u00f6sste Klimastreik der Welt. Die Schweizer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ruhten sich darauf nicht etwa aus, sonder fingen im Gegenteil an, sich immer besser zu vernetzen und zu organisieren. Das Resultat ist eindr\u00fccklich: Am 18. Januar 2019 mobilisierten sie bereits 22\u2019000 Klimastreikende, am 2. Februar waren es mindestens 38\u2019000 und am 15. M\u00e4rz folgten ihrem Aufruf schweizweit 65\u2019000 Menschen. Damit ist der Klimastreik nach dem Frauenstreik von 1991 und dem Landesstreik von 1918 die drittgr\u00f6sste Demonstration in der Geschichte der Schweiz.<\/p>\n\n<p>Seit Beginn konzentrieren sich die Klimastreiks auf <strong>drei Forderungen<\/strong>:<\/p>\n\n<ol class=\"is-style-default wp-block-list\"><li>Die Schweiz soll den Klimanotstand ausrufen und damit die Klimakatastrophe als zu bew\u00e4ltigende Krise h\u00f6chster Priorit\u00e4t anerkennen. Die Regierung hat folglich auf diese Krise zu reagieren und die Gesellschaft kompetent dar\u00fcber zu informieren.<\/li><li>Die Schweiz soll ihre Treibhausgasemissionen im Inland bis 2030 auf netto null reduzieren. Dies ohne die Einplanung von Kompensationstechnologien.<\/li><li>Die Schweiz soll sich nach dem Prinzip der Klimagerechtigkeit an der Wiedergutmachung der Sch\u00e4den beteiligen, welche durch die Klimakatastrophe im Ausland entstehen und von der Schweiz mitverursacht worden sind.<\/li><\/ol>\n\n<p>Falls diese drei Forderungen im aktuellen System nicht erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen, verlangen die Klimastreikenden einen Systemwechsel.<\/p>\n\n<p>Die Webseite des Schweizer Klimastreiks: <a href=\"https:\/\/climatestrike.ch\/\">www.climatestrike.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Beginn der Schweizer Klimastreiks im Dezember 2018 konnte die Bewegung stetig den Druck auf die Politik erh\u00f6hen. 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