{"id":21056,"date":"2019-05-07T00:00:00","date_gmt":"2019-05-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/21056\/eine-million-arten-auf-der-intensivstation\/"},"modified":"2019-06-01T18:37:35","modified_gmt":"2019-06-01T16:37:35","slug":"eine-million-arten-auf-der-intensivstation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/21056\/eine-million-arten-auf-der-intensivstation\/","title":{"rendered":"Eine Million Arten auf der Intensivstation"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Weltbiodiversit\u00e4tsrat schl\u00e4gt Alarm. Die Zahl der Arten nimmt dramatisch ab. Schuld daran ist der Mensch.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Zahl der Arten, die f\u00fcr immer von dieser Erde verschwunden sind, steigt mit extremer Geschwindigkeit. Eine Million Arten sind akut vom Aussterben bedroht. F\u00fcr dieses Massensterben verantwortlich ist einzig und allein die menschliche Zivilisation. Das ist das Resultat des <a href=\"https:\/\/www.ipbes.net\/news\/Media-Release-Global-Assessment\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Global Assessment Reports<\/a> des Weltbiodiversit\u00e4tsrats IPBES, die bisher umfassendste internationale Untersuchung zum Artenschutz \u00fcberhaupt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verschiedene Einflussfaktoren \u2013 alle menschgemacht<\/h2>\n\n<p>Forscherinnen und Forscher aus \u00fcber 50 L\u00e4ndern haben \u00fcber drei Jahre lang Tausende von wissenschaftlichen Arbeiten zur Entwicklung der Artenvielfalt analysiert und ausgewertet. F\u00fcnf Faktoren beeinflussen demnach die Artenvielfalt massgeblich: die Nutzung von Landfl\u00e4chen und Meeren, die Verdr\u00e4ngung heimischer Tiere und Pflanzen durch invasive Arten, die direkte Nutzung von Pflanzen und Tieren z. B. in der Landwirtschaft, die Klimaerhitzung sowie die Verschmutzung der Umwelt. Die Menschheit hat bereits drei Viertel aller Landfl\u00e4chen und zwei Drittel der Ozeane entscheidend ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So gef\u00e4hrlich wie die Klimakrise<\/h2>\n\n<p>Weltweit d\u00fcrfte es etwa acht Millionen Tier- und Pflanzenarten geben. Davon sind rund eine Million vom Aussterben bedroht. In den meisten Lebensr\u00e4umen auf dem Land ist die Zahl der nat\u00fcrlich vorkommenden Arten laut dem Bericht um mindestens 20 Prozent gesunken. Mehr als 40 Prozent der Amphibienarten, fast 33 Prozent der riffbildenden Korallen und mehr als ein Drittel aller marinen S\u00e4ugetierspezies sind bedroht. Biologinnen und Biologen hatten bereits im Februar gewarnt, dass die Gesamtmasse aller Insekten j\u00e4hrlich um 2,5 Prozent abnehmen w\u00fcrde und 40 Prozent aller Insektenarten innerhalb der n\u00e4chsten Jahrzehnte aussterben k\u00f6nnten.<\/p>\n\n<p>In der Natur ist alles mit allem verbunden. Bodenlebewesen sorgen beispielsweise f\u00fcr die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, r\u00e4uberische Insekten sch\u00fctzen vor Sch\u00e4dlingen und bilden die Basis der Futterpyramide. Dass dieses Massensterben einen Einfluss hat auf die Entwicklung und das \u00dcberleben der Menschheit, versteht sich von selbst. <a href=\"https:\/\/unearthed.greenpeace.org\/2019\/05\/06\/nature-crisis-biodiversity-dangerous-climate-change-extinction\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Biodiversit\u00e4tskrise ist genauso gef\u00e4hrlich wie die Klimakrise<\/a>.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schweiz macht nichts \u2013 \u00e4ndern wir das<\/h2>\n\n<p>Auch die Schweiz ist in Sachen Klima- und Artenschutz unt\u00e4tig. Die Agrarpolitik setzt weiterhin auf den grossfl\u00e4chigen Einsatz von Pestiziden. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/themen\/finanzplatz-schweiz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweizer Grossbanken<\/a> und Pensionskassen investieren weiter ungehemmt in fossile Energien. Wir unterst\u00fctzen verschiedene politische Vorst\u00f6sse, die derzeit in der Pipeline sind: die <a href=\"https:\/\/www.klimaschutz-schweiz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gletscher-Initiative<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.pronatura.ch\/de\/doppelinitiative-unterst%C3%BCtzen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Biodiversit\u00e4tsinitiative<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch\/kernthemen-der-initiative\/biodiversitaet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Trinkwasserinitiative<\/a> wie auch die <a href=\"https:\/\/konzern-initiative.ch\/?lang=en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Konzernverantwortungsinitiative<\/a>, die von multinationalen Schweizer Konzernen die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards fordert. Wir fordern <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/themen\/plastik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">alternative Liefersysteme<\/a>, die auf Mehrweg basieren und eine Abkehr von Einwegverpackungen aus Plastik und anderen Materialen, f\u00fcr die z. B. W\u00e4lder abgeholzt werden. Ausserdem hat Greenpeace International mit britischen Forscherinnen und Forschern an Bord vor kurzem eine <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/2019\/04\/04\/so-geht-effektiver-meeresschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">12-monatige Schiffexpedition durch die Weltmeere<\/a> gestartet. Diese Tour soll die wissenschaftliche Basis daf\u00fcr legen, dass die UNO mindestens einen Drittel der Hohen See (statt wie bisher ein Prozent) vor menschlichen Eingriffen bewahrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltbiodiversit\u00e4tsrat schl\u00e4gt Alarm. Die Zahl der Arten nimmt dramatisch ab. Schuld daran ist der Mensch. 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