{"id":30302,"date":"2019-06-12T07:30:08","date_gmt":"2019-06-12T05:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=30302"},"modified":"2019-07-23T11:18:40","modified_gmt":"2019-07-23T09:18:40","slug":"ein-erster-schritt-ist-getan-bund-will-schaedliches-pestizid-verbieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/30302\/ein-erster-schritt-ist-getan-bund-will-schaedliches-pestizid-verbieten\/","title":{"rendered":"Ein erster Schritt ist getan: Bund will sch\u00e4dliches Pestizid verbieten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nach langem hin und her hat das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) endlich entschieden, alle zw\u00f6lf Bewilligungen f\u00fcr Pestizide mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl zu widerrufen. Die Beh\u00f6rde hat Greenpeace Schweiz und WWF Schweiz entsprechend informiert. Die beiden Umweltorganisationen hatten sich jahrelang f\u00fcr ein Verbot von Chlorpyrifos eingesetzt. Das in der Landwirtschaft eingesetzte Gift kann bei Embryonen und Kleinkindern das Gehirn sch\u00e4digen. Und es ist f\u00fcr Insekten, V\u00f6gel und Wassertiere hochtoxisch. Der Entscheid ist zu begr\u00fcssen. Doch er reicht bei weitem nicht aus: Nun m\u00fcssen weitere besonders problematische Pestizide aus dem Verkehr gezogen werden.<\/strong><\/p>\n\n<p>Dieser Schritt war l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig: Das BLW hat endlich entschieden, alle von ihm erteilten zw\u00f6lf Bewilligungen f\u00fcr Insektizide mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl zu widerrufen. Demnach m\u00fcssen neun dieser Pestizide unverz\u00fcglich vom Markt genommen werden, drei weitere d\u00fcrfen noch w\u00e4hrend zw\u00f6lf Monaten verkauft werden. Landwirtinnen und Landwirte d\u00fcrfen vorhandene Lagerbest\u00e4nde w\u00e4hrend zw\u00f6lf Monaten aufbrauchen. Vom R\u00fcckzug betroffen sind total 26 Produkte. Der Entscheid ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Die betroffenen Firmen haben 30 Tage Zeit f\u00fcr eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht.<\/p>\n\n<p><strong>Allt\u00e4gliches\nGift in der Landwirtschaft<\/strong><\/p>\n\n<p>Chlorpyrifos und\nChlorpyrifos-methyl wurden in den 1960er-Jahren auf den Markt gebracht. Sie\nz\u00e4hlen weltweit bis heute zu den am h\u00e4ufigsten eingesetzten Insektiziden. Damit\nwurden w\u00e4hrend Jahrzehnten unter anderem Kartoffeln, Gem\u00fcse, Beeren und Weintrauben\ngespritzt. In der Schweiz wurden die Wirkstoffe in den letzten f\u00fcnf Jahren in\nMengen von 10\u2018000 bis 15\u2018000 Kilogramm\/Jahr in die Umwelt gebracht.<\/p>\n\n<p>Die wissenschaftlichen\nGrundlagen sind unbestreitbar: Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl haben eine\n\u00e4hnliche Struktur wie gewisse chemische Kampfstoffe (Nervengase). Sie sind\n\u00e4usserst giftig f\u00fcr V\u00f6gel, S\u00e4ugetiere, Fische, Amphibien, Insekten und\nnamentlich auch alle Arten von Bienen und Hummeln. Die Wirkstoffe t\u00f6ten zudem\ndas Leben im Boden und sch\u00e4digen unsere eigene Ern\u00e4hrungsgrundlage. Dazu kommt,\ndass die Stoffe sehr gef\u00e4hrlich f\u00fcr den Menschen sind: Wissenschaftlerinnen und\nWissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Wirkstoff w\u00e4hrend einer\nSchwangerschaft zu Hirnsch\u00e4den beim ungeborenen Kind f\u00fchren kann.<\/p>\n\n<p><strong>Entscheid ist richtig, reicht aber bei weitem nicht<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Umweltorganisationen Greenpeace und WWF Schweiz haben sich f\u00fcr das Verbot von Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl eingesetzt. Sie haben gefordert, dass s\u00e4mtliche Pestizide mit den beiden hochgef\u00e4hrlichen Wirkstoffen nicht mehr in die&nbsp;Umwelt ausgebracht und unverz\u00fcglich vom Markt genommen werden. Der R\u00fcckzug ist richtig und zu begr\u00fcssen. \u00abDie Aufbrauchfrist von einem Jahr ist allerdings unn\u00f6tig und angesichts der Toxizit\u00e4t der Substanzen nicht nachvollziehbar\u00bb, sagt Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft von WWF Schweiz. \u00abAuch nach diesem Verbot sind Dutzende von vergleichbaren hochgiftigen Pestiziden frei zug\u00e4nglich f\u00fcr Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und Unterhaltsdienste\u00bb sagt Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace Schweiz. Auch diese verursachen das Insekten- und Vogelsterben mit, gef\u00e4hrden die Bodenfruchtbarkeit und sind giftig f\u00fcr den Menschen. Greenpeace und WWF Schweiz fordern ein konsequentes Verbot solcher Pestizide.<\/p>\n\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n\n<p>Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte Greenpeace Schweiz, <a href=\"mailto:philippe.schenkel@greenpeace.org\">philippe.schenkel@greenpeace.org<\/a>, 078 790 52 84<\/p>\n\n<p>Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft WWF Schweiz, <a href=\"mailto:eva.wyss@wwf.ch\">eva.wyss@wwf.ch,<\/a> 079 352 09 47<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach langem hin und her hat das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) endlich entschieden, alle zw\u00f6lf Bewilligungen f\u00fcr Pestizide mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl zu widerrufen. Die Beh\u00f6rde hat Greenpeace Schweiz und WWF Schweiz entsprechend informiert. Die beiden Umweltorganisationen hatten sich jahrelang f\u00fcr ein Verbot von Chlorpyrifos eingesetzt. Das in der Landwirtschaft eingesetzte Gift kann bei Embryonen und Kleinkindern das Gehirn sch\u00e4digen. Und es ist f\u00fcr Insekten, V\u00f6gel und Wassertiere hochtoxisch. Der Entscheid ist zu begr\u00fcssen. Doch er reicht bei weitem nicht aus: Nun m\u00fcssen weitere besonders problematische Pestizide aus dem Verkehr gezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":30303,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-30302","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30302\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30303"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30302"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=30302"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=30302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}