{"id":32163,"date":"2019-07-10T12:30:14","date_gmt":"2019-07-10T10:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=32163"},"modified":"2019-07-10T15:15:54","modified_gmt":"2019-07-10T13:15:54","slug":"die-schweiz-braucht-klimafreundliche-banken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/32163\/die-schweiz-braucht-klimafreundliche-banken\/","title":{"rendered":"Die Schweiz braucht klimafreundliche Banken"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die AktivistInnen, die am Montag das Hauptgeb\u00e4ude der Credit Suisse in Z\u00fcrich friedlich blockierten, haben sich f\u00fcr eine lebenswerte Zukunft von uns allen eingesetzt. Sie entschieden sich f\u00fcr diese Aktion des zivilen Ungehorsams, weil der Schweizer Finanzplatz und insbesondere die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS mit ihren Finanzierungen die Klimaerhitzung befeuern und damit Mensch und Natur gef\u00e4hrden. Die Finanzakteure m\u00fcssen endlich Klimaverantwortung \u00fcbernehmen. <\/strong><\/p>\n\n<p>Bis kurz vor MIttag sind fast alle Klimasch\u00fctzerinnen und Klimasch\u00fctzer in Z\u00fcrich aus der unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig langen Haft entlassen worden. Greenpeace hofft, dass bald alle auf freiem Fuss sind. Greenpeace dankt den AktivistInnen f\u00fcr ihren mutigen Einsatz f\u00fcr mehr Klimaschutz und damit f\u00fcr eine lebenswerte Zukunft f\u00fcr uns alle.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Mit ihrer Blockade des Hauptgeb\u00e4udes der Credit Suisse am Paradeplatz haben die AktivistInnen die breite \u00d6ffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, welche zentrale Rolle der Schweizer Finanzplatz und insbesondere die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS bei der Klimaerhitzung spielen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Erderhitzung ist keine ferne Bedrohung mehr, der Klimawandel geschieht hier und jetzt. Um die Klimakrise abzuwenden, muss die globale Erw\u00e4rmung auf deutlich unter 2 Grad und m\u00f6glichst 1,5 Grad Celsius beschr\u00e4nkt werden, wie es im Pariser Klimaabkommen, das auch von der Schweiz ratifiziert wurde, festgehalten ist. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir uns aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossiler Energie l\u00f6sen und die Treibhausgasemissionen weltweit bis allersp\u00e4testens 2050 auf netto Null senken. W\u00e4hrend die grossen Schweizer Versicherungen wie Zurich und SwissRe ihre Klimaschutz-Richtlinien sowohl im Anlage- als auch im Versicherungsbereich verst\u00e4rkt haben, verharren die Schweizer Grossbanken im Vergleich weiterhin im Tiefschlaf.<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz zeigte letztes Jahr auf: Die Credit Suisse und die UBS stellten von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar f\u00fcr 47 Unternehmen bereit, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen. Dazu z\u00e4hlen Kohle, \u00d6l aus Teersanden, aus der Arktis und der Tiefsee sowie Fl\u00fcssiggas (LNG).&nbsp;<\/p>\n\n<p>Diese Gesch\u00e4fte wirken sich enorm negativ auf unser Klima aus: Mit den 12,3 Milliarden US-Dollar finanzierten die Banken von 2015 bis 2017 total 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Im betrachteten Zeitraum war 2017 besonders \u00fcbel f\u00fcr das Klima: Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens finanzierten die zwei Grossbanken \u00fcber die untersuchten 47 Unternehmen 93,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Das sind rund doppelt so viele Emissionen wie alle Akteure innerhalb der Schweizer Grenze in einem Jahr verursachen. Credit Suisse ist dabei f\u00fcr den L\u00f6wenanteil verantwortlich.<\/p>\n\n<p>Der \u00f6kologische Fussabdruck der beiden Banken wird sogar um einiges h\u00f6her sein als im Bericht von Greenpeace ausgewiesen. Denn dieser konnte einzig die Klimaauswirkungen der Finanzierungen von 47 Unternehmen im Bereich der extremen fossilen Energie ber\u00fccksichtigen. Es muss also mit einer hohen Dunkelziffer finanzierter Emissionen gerechnet werden.<\/p>\n\n<p>Insbesondere die Credit Suisse, aber auch die UBS m\u00fcssen nun endlich handeln und ihre Finanz- und Dienstleistungsgesch\u00e4fte dem Klimanotstand anpassen. Sie m\u00fcssen ein Teil der L\u00f6sung werden statt ein Teil des Problems bleiben.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz fordert von der Credit Suisse und der UBS:&nbsp;<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die beiden Grossbanken legen umgehend ihre Klimarisiken offen und&nbsp; verpflichten sich offiziell zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in \u00dcbereinstimmung mit dem 1.5 Grad Ziel.<\/li><li>Die beiden Grossbanken stoppen bis sp\u00e4testens Ende 2019 die Neufinanzierung von Projekten und in Unternehmen, die Kohle, Teersand oder \u00d6l aus der Arktis und der Tiefsee f\u00f6rdern, Fl\u00fcssigerdgas exportieren oder Kohlekraftwerke betreiben. F\u00fcr bestehende Finanzierungen m\u00fcssen Auslaufphasen definiert und eingeleitet werden.<\/li><li>Die beiden Grossbanken ver\u00f6ffentlichen bis sp\u00e4testens Ende 2020 einen konkreten Handlungsplan mit Absenkpfad, Zwischenzielen und entsprechenden internen Richtlinien, um mit ihrem globalen Gesch\u00e4ft bis sp\u00e4testens 2030 klimaneutral zu sein.<\/li><\/ul>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte:<\/strong><\/h4>\n\n<p>Asti Roesle, Finance Campaign Greenpeace Switzerland, +41 44 447 41 35,&nbsp; <a href=\"mailto:asti.roesle@greenpeace.org\">asti.roesle@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz: +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;<br><\/p>\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die AktivistInnen, die am Montag das Hauptgeb\u00e4ude der Credit Suisse in Z\u00fcrich friedlich blockierten, haben sich f\u00fcr eine lebenswerte Zukunft von uns allen eingesetzt. 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