{"id":32569,"date":"2019-07-18T18:07:37","date_gmt":"2019-07-18T16:07:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=32569"},"modified":"2019-07-18T21:17:07","modified_gmt":"2019-07-18T19:17:07","slug":"trotz-klimastrategie-ubs-ist-noch-keine-leaderin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/32569\/trotz-klimastrategie-ubs-ist-noch-keine-leaderin\/","title":{"rendered":"Trotz Klimastrategie \u2013 UBS ist noch keine Leaderin"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nachdem die zwei Schweizer Grossbanken Credit Suisse und UBS letzte Woche nach <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/31630\/aktivistinnen-blockieren-die-credit-suisse\/\"><strong>Aktionen von KlimaaktivistInnen in Z\u00fcrich und Basel <\/strong><\/a><strong>als Klimas\u00fcnderinnen im \u00f6ffentlichen Fokus standen, lancierte die UBS eine Medienoffensive, um sich gegen die sogenannten Klima-Vorw\u00fcrfe zu wehren.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz nimmt wie folgt Stellung zur Klimastrategie der UBS:&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace&nbsp;behauptet nicht, dass die UBS den Klimawandel ignoriert. Wir begr\u00fcssen die positiven Schritte seitens der Bank, angefangen mit der Tatsache, dass sie \u00fcberhaupt eine Klimastrategie ausgearbeitet hat. Darin streichen die Kommunikationsprofis der UBS&nbsp;aber nur hervor, wo es etwas zu zeigen gibt. Wir wiederum legen den Finger darauf, was die Bank noch zwingend unternehmen muss, damit wir die Klimakrise effektiv bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p>Die UBS hebt unter anderem ihre Fortschritte im Bereich Verm\u00f6gensverwaltung \/ Asset Management&nbsp;hervor: Dazu geh\u00f6rt die Senkung kohlendioxid-relevanter Verm\u00f6genswerte und die Zunahme von klimabezogenen nachhaltigen Investitionen. Zu den durch die Bank finanzierten Treibhausgasemissionen aufgrund von Firmenkredit- und Anleihengesch\u00e4ften \u00e4ussert sich die UBS in ihrer Klimastrategie hingegen nicht. Der Grund liegt vermutlich darin: <strong>Da die Gewinne aus dem Gesch\u00e4ft mit fossilen Brennstoffen nach wie vor sehr hoch sein k\u00f6nnen, ist man offensichtlich noch nicht bereit, solche Gewinne abzuschreiben.<\/strong> Die Daten im<a href=\"https:\/\/www.ran.org\/bankingonclimatechange2019\/\"> Banking on Climate Change Report<\/a> der Nichtregierungsorganisationen RAN und BankTrack zeigen eindr\u00fccklich auf, wie viel Geld durch solche f\u00fcr die Bank lukrativen Gesch\u00e4fte an Unternehmen im Bereich der extremen fossilen Brennstoffe fliesst.<\/p>\n\n<p>Es ist wichtig, zwischen Investitionen in und direkten sowie indirekten Finanzierungen von fossilen Brennstoffen zu unterscheiden. Unsere Kritik an den Banken fokussiert auf diverse Finanzierungsformen von Unternehmen und Projekten. So konnte Greenpeace aufzeigen: Trotz Pariser Klimaabkommen finanzieren Schweizer Banken immer noch besonders dreckige fossile Energien. Die Credit Suisse und die UBS haben von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Unternehmen bereitgestellt, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen.<\/p>\n\n<p>Mit den 12,3 Milliarden US-Dollar <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3915\/schweizer-banken-und-die-von-ihnen-finanzierten-emissionen\/\">haben die beiden Grossbanken total 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen finanziert<\/a>. Im betrachteten Zeitraum war 2017 besonders sch\u00e4dlich f\u00fcr das Klima: Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens finanzierten die zwei Grossbanken \u00fcber die untersuchten 47 Unternehmen 93,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Das sind rund doppelt so viele Emissionen wie die Schweiz im Inland in einem Jahr verursacht. Die UBS wehrt diesen Vergleich als falsch und irref\u00fchrend ab, ohne diese Aussage mit nachvollziehbaren Daten zu unterlegen.<\/p>\n\n<p>Im Finanzierungs- und Dienstleistungsbereich besteht insgesamt weiterhin grosser Handlungsbedarf, welcher eigentlich mittels einer umfassenden Klimastrategie ausgel\u00f6st werden m\u00fcsste.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die UBS vergleicht nicht zuletzt \u00c4pfel mit Birnen, wenn sie den sch\u00e4dlichen finanzierten Treibhausgasemissionen klimaschonende und nachhaltige Anlagen gegen\u00fcberstellt.<\/p>\n\n<p>Auch bei den Sektor-Richtlinien f\u00fcr Gesch\u00e4fte in den verschiedenen fossilen Energiesektoren nimmt die UBS im europ\u00e4ischen Vergleich bisher alles andere als eine Leader-Rolle ein.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die genannte Engagementstrategie gegen\u00fcber klimasch\u00e4dlichen Unternehmen im fossilen Energiebereich bleibt vage. Damit ist die UBS in bester Gesellschaft mit vielen weiteren Finanzinstituten und institutionellen Anlegerinnen, welche auf Engagement mit Firmen in der \u00d6l- und Gas- sowie&nbsp;Kohleindustrie setzen. Welche Bedingungen stellt man f\u00fcr die Transition zu einem kohlenstoffneutralen Gesch\u00e4ftsmodell? Wie lange h\u00e4lt man das beschriebene Engagement aufrecht, wenn die Unternehmen sich nicht gen\u00fcgend bewegen? Wie beurteilt und \u00fcberpr\u00fcft man die Transitionspl\u00e4ne der Unternehmen? Welche Antworten hat die UBS auf solche Fragen? Was ist sie bereit, \u00f6ffentlich publik zu machen?<\/p>\n\n<p>Die Credit Suisse wiederum h\u00e4lt sich im Vergleich bedeckter zum Thema Klimadringlichkeit. Hat sie eventuell nicht einmal genug Material vorzuweisen, um eine PR-Offensive wie die der UBS durchzuf\u00fchren? Sie hinkt der UBS offensichtlich in vielen&nbsp;Bereichen rund um Klimaverantwortung hinterher und verantwortet gem\u00e4ss den Recherchen von RAN und Banktrack im Zeitraum von 2016-2018 mehr als doppelt so viele finanzierte Emissionen wie die UBS.<\/p>\n\n<p>F\u00fcr Klimastrategien der Banken, die dem Klima und der Gesellschaft effektiv n\u00fctzen, haben wir folgende Empfehlungen:<\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Beide Grossbanken Banken legen umgehend ihre Klimarisiken offen und&nbsp;verpflichten sich offiziell zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in \u00dcbereinstimmung mit dem 1.5 Grad Ziel.<\/li><li>Beide Grossbanken stoppen&nbsp;bis sp\u00e4testens Ende 2019 die Neufinanzierung von Projekten und in Unternehmen, die Kohle, Teersand oder \u00d6l aus der Arktis und der Tiefsee f\u00f6rdern, Fl\u00fcssigerdgas exportieren oder Kohlekraftwerke betreiben. F\u00fcr bestehende Finanzierungen m\u00fcssen Auslaufphasen definiert und eingeleitet werden.<\/li><li>Beide Grossbanken ver\u00f6ffentlicht bis sp\u00e4testens Ende 2020 einen konkreten Handlungsplan mit Absenkpfad, Zwischenzielen und entsprechenden internen Richtlinien, um mit ihrem globalen Gesch\u00e4ft bis sp\u00e4testens 2030 klimaneutral zu sein.<\/li><\/ol>\n\n<p>Ein noch detaillierterer Forderungskatalog an die Banken findet man <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c8127468-unsere-forderungen.pdf\">hier<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Hilf mit, die Grossbanken dazu zu bewegen, mehr Klimaverantwortung zu \u00fcbernehmen. Schreibe den CEOs eine E-Mail und fordere sie zum Handeln auf.<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/klimakatastrophe-nicht-mitfinanzieren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jetzt mitmachen!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die zwei Schweizer Grossbanken letzte Woche aufgrund der Banken-Aktion vom Collective Climate Justice als&nbsp; Klimas\u00fcnder in der \u00f6ffentlichen Debatte standen, lancierte die UBS gestern eine Medienoffensive, um sich gegen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":48,"featured_media":32478,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[35,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-32569","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-nachhaltiger-finanzplatz","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/48"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32569"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32569\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32478"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32569"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=32569"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=32569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}