{"id":3379,"date":"2014-05-26T00:00:00","date_gmt":"2014-05-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/3379\/kongo-holzhandel-im-chaos\/"},"modified":"2019-07-18T11:26:40","modified_gmt":"2019-07-18T09:26:40","slug":"kongo-holzhandel-im-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3379\/kongo-holzhandel-im-chaos\/","title":{"rendered":"Kongo Holzhandel im Chaos"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Misshandelte Arbeiter, leere Versprechen, Korruption und illegaler Holzeinschlag \u2013 nach zwei Jahren Recherchen bringt Greenpeace Afrika erschreckende Vorg\u00e4nge \u00fcber den Holzhandel im Kongo zu Tage.<\/b><\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/b06d97b2-150526_drc.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30874\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/b06d97b2-150526_drc.jpg 600w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/b06d97b2-150526_drc-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/b06d97b2-150526_drc-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Holzchaos in Kongo<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Die W\u00e4lder des Kongobeckens bilden das zweitgr\u00f6sste Tropenwaldgebiet der  Welt. Sie gelten als zweite Lunge der Erde oder als \u00abdie Lunge  Afrikas\u00bb, denn sie spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des  Weltklimas. Sie sind Heimat und Lebensgrundlage von Menschen und einer  teils noch unerforschten Artenvielfalt. Die meisten dieser W\u00e4lder liegen  in der Demokratischen Republik Kongo (DRC).&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/2f53cff8-2f53cff8-trading_chaos.pdf\" target=\"_blank\">Bei  zweij\u00e4hrigen Recherchen hat Greenpeace Afrika dort Misshandlungen von  Arbeitern, Betrug, Korruption und illegalen Holzhandel festgestellt \u2013  Praktiken des Holzexporteur Cotrefor<\/a>&nbsp;(Report in englischer Sprache).&nbsp; <\/p>\n\n<p>Das libanesische Unternehmen steht zurzeit an der Spitze der \nWaldzerst\u00f6rer, die&nbsp; im Kongo Edelh\u00f6lzer schlagen und exportieren. \nGreenpeace Afrika untersuchte die Holzkonzessionen von Cotrefor und \nsammelte schockierende Berichte \u00fcber Misshandlungen der Mitarbeitenden, \nunbezahlte Steuern, leere Versprechen an DorfbewohnerInnen und \nUnregelm\u00e4ssigkeiten im Holzeinschlag. Die Firma l\u00e4sst mehr tropische \nB\u00e4ume f\u00e4llen, als unter den zugeteilten Quoten erlaubt, darunter auch \nbedrohte Baumarten wie Afrormosia.<br>Cotrefors \nAktivit\u00e4ten tragen zur Zerst\u00f6rung von Lebensr\u00e4umen bedrohter Arten bei \u2013\n etwa des nur noch dort vorkommenden Bonobo-Menschenaffen, einem der \nengsten Verwandten des Menschen. Aber auch lokale Gemeinden leiden \nzunehmend unter Cotrefor: Die Firma vers\u00e4umt es konsequent, die Vertr\u00e4ge\n f\u00fcr den Einschlag in ihren Konzessionen zu erf\u00fcllen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Tropenholz-Export auch nach Europa<\/h2>\n\n<p>Holzwaren von Cotrefor sind \u00fcberall auf internationalen M\u00e4rkten\n zu finden, auch in Europa. Die Recherchen belegen Exporte von \nCotrefor-Holz nach Grossbritannien, Spanien, Portugal, die USA und \nChina. Auch ein deutsches Unternehmen wurde als Abnehmer identifiziert. \nOb sie jedoch nach der&nbsp;<a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/environment\/eutr2013\/index_en.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EU-Holzhandelsverordnung (EUTR)<\/a>&nbsp;illegale\n Holzwaren auf den Markt gebracht hat, muss nun von den zust\u00e4ndigen \nBeh\u00f6rden ermittelt werden. Denn unter der EUTR m\u00fcssen Firmen vor dem \nKauf den Ursprung der Holzwaren bewerten und bei Verdacht auf \nIllegalit\u00e4t von dem Handel mit Waren aus fragw\u00fcrdiger Herkunft absehen.<\/p>\n\n<p>\u00abEs bleibt jedoch abzuwarten, ob die EUTR eine entscheidende \nVer\u00e4nderung bewirkt\u00bb, sagt Jannes Stoppel, Greenpeace-Experte f\u00fcr \nW\u00e4lder. \u00abNoch fehlt es an rigorosen Kontrollen und abschreckender \nBestrafung. Illegaler Holzhandel muss st\u00e4rker ermittelt werden. Und \nsolange die Beh\u00f6rden die EUTR nicht gleichm\u00e4ssig und abschreckend \numsetzen, werden der Kongo-Tropenwald und seine Bewohner weiter von \nFirmen wie Cotrefor ausgebeutet.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass illegales Cotrefor-Holz \nauch in der Schweiz landet: B.A.M. (Bois d\u2019Afrique Mondiale) ist ein in \nLuzern ans\u00e4ssiger Holzh\u00e4ndler, welcher Holz im Kongo einkauft und in \nEuropa weiterverkauft.&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/illegales-tropenholz-erster-verdachtsfall-in-\/blog\/46241\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dieser war bereits im 2013 f\u00fcr eine illegale Holzlieferung verantwortlich, konnte daf\u00fcr aber nicht strafrechtlich belangt werden<\/a>.&nbsp;Die\n Schweiz verf\u00fcgt im Gegensatz zu den EU-L\u00e4ndern noch nicht mal \u00fcber ein \nRegulierung.&nbsp; Eine gesetzliche Grundlage zur Verhinderung von&nbsp; illegalen\n Holzhandel ist erst in Diskussion und k\u00f6nnte fr\u00fchstens Mitte 2017 in \nKraft treten.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Korruption und mangelnde Transparenz<\/h2>\n\n<p>Illegaler Holzeinschlag in Verbindung mit Korruption und mangelndem \npolitischen Willen geh\u00f6ren zu den Gr\u00fcnden, warum der Regenwald im Kongo \nzunehmend bedroht ist. Der Forstmanagement-Sektor des Landes ist ein \norganisiertes Chaos \u2013 ein Zustand, der zu einem grossen Teil von Beamten\n und Unternehmen zu ihrem eigenen Vorteil hergestellt wurde. Die \nInstitutionen, die die Forst- und Landnutzungsgesetze regeln und \ndurchsetzen sollen, bleiben unt\u00e4tig.<\/p>\n\n<p>\u00abEs mangelt an Transparenz\u00bb, kritisiert Stoppel. \u00abVertr\u00e4ge f\u00fcr \nEinschlagskonzessionen werden gar nicht oder erst nach Jahren und unter \nMissachtung der nationalen Gesetze \u00f6ffentlich gemacht.\u00bb, Deshalb st\u00fcnden\n kaum offizielle und zuverl\u00e4ssige Daten \u00fcber Einschlagsgenehmigungen, \nProduktionspraxis und Export zur Verf\u00fcgung. \u00abKorruption ist weit \nverbreitet, und illegale Aktivit\u00e4ten in den industriellen \nHolz-Einschlagsgebieten sind in der Demokratischen Republik Kongo die \nNorm.\u00bb<\/p>\n\n<p>Und&nbsp;Raoul Monsembula, Leiter des Greenpeace-B\u00fcros in der DRC, sagt:&nbsp;\u00abBei\n der schwachen Umsetzung der Gesetze im Forstsektor der Demokratischen \nRepublik Kongo scheint es kaum verwunderlich, dass die Ausfuhr illegal \nund zerst\u00f6rerisch geschlagener H\u00f6lzer auf der Tagesordnung steht. \nExporte bedeuten, dass immer noch H\u00e4ndler bereit sind, Holzwaren aus \nillegaler oder zumindest zweifelhafter Herkunft zu beziehen. Die \nRegierungen in den Einfuhrl\u00e4ndern sind nicht in der Lage die bestehend \nEU-Holzhandelsverordnung und internationalen Gesetze abschreckend \numzusetzen um illegalen Holzhandel zu verhindern.\u00bb&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Misshandelte Arbeiter, leere Versprechen, Korruption und illegaler Holzeinschlag \u2013 nach zwei Jahren Recherchen bringt Greenpeace Afrika erschreckende Vorg\u00e4nge \u00fcber den Holzhandel im Kongo zu Tage. 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