{"id":33982,"date":"2019-08-08T10:01:50","date_gmt":"2019-08-08T08:01:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=33982"},"modified":"2019-10-01T15:58:44","modified_gmt":"2019-10-01T13:58:44","slug":"greenpeace-sieht-sonderbericht-des-weltklimarats-als-dringenden-aufruf-zur-agrarwende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/33982\/greenpeace-sieht-sonderbericht-des-weltklimarats-als-dringenden-aufruf-zur-agrarwende\/","title":{"rendered":"Greenpeace sieht Sonderbericht des Weltklimarats als dringenden Aufruf zur Agrarwende"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heute hat der Weltklimarat IPCC den Sonderbericht \u00fcber Klimawandel und Landsysteme in Genf vorgestellt. Der Bericht kommt zum Schluss: Der Schutz und die Wiederherstellung von W\u00e4ldern sowie die dringende Umgestaltung des globalen Ern\u00e4hrungssystems durch einen deutlich geringeren Fleischkonsum sind die wichtigsten Ans\u00e4tze, um die sich zuspitzende Land- und Klimakrise einzud\u00e4mmen. Jetzt ist auch die Schweiz gefragt. <\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abLess Meat = Less Heat. Climate Action NOW!\u00bb Das steht auf einem Plakat, das Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten heute Vormittag auf dem Place des Nations in Genf ausgerollt haben. Sie fordern eine Landwirtschaft mit weniger Fleischproduktion. Denn der Futteranbau zerst\u00f6rt W\u00e4lder, die CO2 speichern. <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2d13a365-gp0sttq1i_pressmedia-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34032\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2d13a365-gp0sttq1i_pressmedia-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2d13a365-gp0sttq1i_pressmedia-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2d13a365-gp0sttq1i_pressmedia-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2d13a365-gp0sttq1i_pressmedia-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2d13a365-gp0sttq1i_pressmedia-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n<p>Die bewilligte Aktion fand kurz vor der Pressekonferenz des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) in Genf statt, an der dieser den Sonderbericht \u00fcber Klimawandel und Landsysteme vorstellte. Die in Paris vereinbarten Klimaziele lassen sich nur erreichen, wenn die Fleischproduktion weltweit deutlich sinkt. Das ist nach Einsch\u00e4tzung von Greenpeace eine zentrale Botschaft des Sonderberichts. <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/mbNxc8Rgd3U\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"mbNxc8Rgd3U\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n<p>\u00abWenn wir W\u00e4lder sch\u00fctzen und wiederherstellen und unser Ern\u00e4hrungssystem durch einen deutlich geringeren Fleischkonsum \u00e4ndern, k\u00f6nnen wir dazu beitragen, die Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise zu meistern. Unser Land und unsere Biodiversit\u00e4t stehen unter enormem Druck, wie die verheerenden <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/33835\/massive-waldbraende-in-sibirien-sind-eine-klimakatastrophe\/\">Br\u00e4nde in Sibirien<\/a> zeigen\u00bb, sagt Dr. Christoph Thies, Wald- und Klimaexperte bei Greenpeace Deutschland. \u00abDie Regierungen sind gezwungen, ihre Klimaschutzziele angesichts des Berichts des IPCC zu aktualisieren und zu verbessern.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bioenergie \u2013 ein hohes Risiko f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssicherheit\u00a0<\/h2>\n\n<p>Der Sonderbericht des IPCC \u00fcber Klimawandel und Landsysteme warnt davor, dass mehr als ein Viertel des Landes einer \u00abSch\u00e4digung durch den Menschen\u00bb (\u00abhuman-induced degradation\u00bb) unterliegt. Aber mehrere L\u00f6sungen k\u00f6nnen sowohl Minderung als auch Anpassung f\u00f6rdern und gleichzeitig die Ziele der nachhaltigen Entwicklung unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n<p>Das Weltklimarat f\u00fcgt hinzu, dass Bioenergie, allein oder mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (BECCS), ein hohes Risiko f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssicherheit und die Bodendegradation bedeutet. Die \u00abNo regret\u00bb-M\u00f6glichkeiten zur Bek\u00e4mpfung der Klimakrise umfassen den Schutz und die Wiederherstellung des Waldes und der nat\u00fcrlichen \u00d6kosysteme sowie die Verringerung der Fleischproduktion und des Fleischkonsums.<\/p>\n\n<p>\u00abDie Herausforderung ist gross, aber die L\u00f6sungen sind vielf\u00e4ltig. Eine \u00c4nderung der Lebensmittelproduktion und unserer Ern\u00e4hrung wird unser Klima sch\u00fctzen sowie die Ern\u00e4hrungssicherheit f\u00f6rdern. Wir k\u00f6nnen lebenswichtige Bodenfl\u00e4chen freigeben, die heute f\u00fcr den Anbau von Tierfutter und als Weideland genutzt werden, wenn wir auf gesunde pflanzliche Ern\u00e4hrungsweisen setzen und \u00f6kologische Anbaumethoden anwenden, die helfen, Kohlenstoff im Boden zu binden und die Biodiversit\u00e4t zu erh\u00f6hen\u00bb, sagt Dr. Reyes Tirado, Wissenschaftlerin bei den Greenpeace-Research Laboratories der Universit\u00e4t Exeter. <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schweiz tr\u00e4gt indirekt zu Landnutzungs\u00e4nderungen in anderen L\u00e4ndern bei\u00a0<\/h2>\n\n<p>Die Schlussfolgerungen aus dem IPCC-Bericht m\u00fcssen auch in der Schweiz von Politik und von Schweizer Unternehmen ernsthaft ber\u00fccksichtigt werden. Die Schweiz importiert in grossen Mengen Produkte aus Gebieten, in welchen W\u00e4lder gerodet und Feuchtgebiete trockengelegt werden. So zum Beispiel Soja f\u00fcr Tierfutter, Palm\u00f6l, Kakao oder Holz und Zellstoffe. Somit tr\u00e4gt die Schweiz indirekt in anderen L\u00e4ndern zur Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen bei, die f\u00fcr die Klimaregulierung unerl\u00e4sslich sind. Eine Studie hat k\u00fcrzlich dargelegt, dass kein anderes Land einen solch hohen Anteil seiner Umweltbelastung in andere L\u00e4nder exportiert wie die Schweiz.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Erkenntnisse des IPCC-Berichts<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>23% der von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen stammen aus Abholzung, Waldrodungen und Landwirtschaft. Land kann als starke Kohlenstoffsenke wirken, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu mildern.<\/li><li>Eine bessere Landnutzung allein wird den Klimawandel nicht stoppen. Wird der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen hinausgez\u00f6gert und die Eind\u00e4mmung der Krise in den Landsektor verlagert, erh\u00f6ht sich das Risiko von Klimaauswirkungen und Ern\u00e4hrungsunsicherheit.<\/li><li>Die Emissionen des gesamten Nahrungsmittelsystems, einschliesslich Produktion und Konsum, machen bis zu 37% der gesamten globalen, von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen aus.<\/li><li>Der Fleischkonsum hat sich in den letzten 60 Jahren mehr als verdoppelt, weil Boden in einer beispiellosen Geschwindigkeit in der Geschichte der Menschheit f\u00fcr Landwirtschaftszwecken umgenutzt wurde.<\/li><li>Rund zwei Milliarden Erwachsene sind \u00fcbergewichtig oder adip\u00f6s, gleichzeitig sind 821 Millionen Menschen immer noch unterern\u00e4hrt, was die Notwendigkeit einer Reform des globalen Ern\u00e4hrungssystems unterstreicht.<\/li><\/ul>\n\n<p>Fotos der Aktion in Genf sind <a href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/shoot\/27MZIFJ8L3CSA \" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hier<\/a> zu finden.  <\/p>\n\n<p>Greenpeace hat ein detailliertes Medienbriefing erstellt, das die Ergebnisse des Weltklimarats analysiert. <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Dieses Briefing finden Sie hier (in Englisch). (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/2616f270-ipcc-climate-change-and-land-report-greenpeace-briefing-.pdf\" target=\"_blank\">Dieses Briefing finden Sie hier (in Englisch).<\/a> <\/p>\n\n<p><strong>Kontakte:<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Aaron Gray-Block, Greenpeace International, <a href=\"aaron.gray-block@greenpeace.org\">aaron.gray-block@greenpeace.org<\/a>; +61 437 845 150 (vor Ort in Genf)<\/li><li>Mathias Schlegel, Greenpeace Schweiz, <a href=\"mathias.schlegel@greenpeace.org\">mathias.schlegel@greenpeace.org<\/a>; +41 79 794 61 23 (vor Ort in Genf)<\/li><li>Greenpeace International Press Desk, +31 (0)20 718 2470 (24 Stunden verf\u00fcgbar), <a href=\"pressdesk.int@greenpeace.org\">pressdesk.int@greenpeace.org<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hat der Weltklimarat IPCC den Sonderbericht \u00fcber Klimawandel und Landsysteme in Genf vorgestellt. Der Bericht kommt zum Schluss: Der Schutz und die Wiederherstellung von W\u00e4ldern sowie die dringende Umgestaltung des globalen Ern\u00e4hrungssystems durch einen deutlich geringeren Fleischkonsum sind die wichtigsten Ans\u00e4tze, um die sich zuspitzende Land- und Klimakrise einzud\u00e4mmen. Jetzt ist auch die Schweiz gefragt. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":34032,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[2],"tags":[50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-33982","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klima","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33982","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33982"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33982\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33982"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33982"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33982"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=33982"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=33982"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}