{"id":3457,"date":"2013-12-11T00:00:00","date_gmt":"2013-12-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/3457\/chemie-fuer-gipfelstuermer-greenpeace-outdoor-report-2013\/"},"modified":"2019-06-21T17:31:59","modified_gmt":"2019-06-21T15:31:59","slug":"chemie-fuer-gipfelstuermer-greenpeace-outdoor-report-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3457\/chemie-fuer-gipfelstuermer-greenpeace-outdoor-report-2013\/","title":{"rendered":"Chemie f\u00fcr Gipfelst\u00fcrmer: Greenpeace Outdoor-Report 2013"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Ob China, Arktis oder S\u00fcdafrika &#8211; und vermutlich auch bei Ihnen zu Hause: PFC-Chemikalien lassen sich weltweit nachweisen. Sie gelangen in Hausstaub, Trinkwasser und Blut, weil sie in gro\u00dfen Mengen in der Textilproduktion eingesetzt werden. Greenpeace wollte wissen, wie viel davon in unserer Outdoor-Kleidung steckt und hat Jacken und Handschuhe ins Labor geschickt.<\/b><\/p>\n\n<p>In allen 17 Produkten wiesen zwei unabh\u00e4ngige Labore per- und \npolyfluorierte Chemikalien (PFC) und andere Schadstoffe nach. An neun \nder 17 Proben hat Greenpeace erstmals testen lassen, ob die Giftstoffe aus den Textilien auch an die Luft abgegeben werden. Auch das ist der Fall.<\/p>\n\n<p>\u00abEs\n kann nicht sein, dass die Outdoor-Branche in Katalogen mit unber\u00fchrter \nNatur wirbt, w\u00e4hrend in den Fabriken gef\u00e4hrliche Chemikalien eingesetzt \nwerden\u00bb, kritisiert Chemieexperte Manfred Santen von Greenpeace.\n Das ist vor allem ein Problem in den Produktionsl\u00e4ndern, aber auch bei \nuns sind diese Stoffe zu finden. Hinzu kommt, dass Fluorverbindungen in \nder Umwelt kaum abgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p>\u00abEs ist ein Unding, dass keine \u00dcberwachung der fl\u00fcchtigen PFC \nstattfindet\u00bb, so Santen. \u00abDen Firmen \u2013 aber auch dem Gesetzgeber \u2013 ist \nbekannt, dass bei der Herstellung von wasserabweisenden Textilien \n\u00fcberwiegend leichter fl\u00fcchtige polyfluorierte Chemikalien eingesetzt \nwerden. Doch es gibt keine Messungen. Nur wenige Labore sind \u00fcberhaupt \nin der Lage, diese Untersuchungen durchzuf\u00fchren.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Handschuh von Mammut \u00fcberschreitet gesetzlichen PFOS-Grenzwert<\/h2>\n\n<p>Neben den Ausgasungstests untersuchten die Labore auch das Material \nselber. Handschuhe der Marke Mammut enthielten illegale Konzentrationen \nder gesundheitssch\u00e4dlichen Perfluorsulfons\u00e4ure (PFOS): Der Wert \n\u00fcberschreitet den gesetzlichen Grenzwert von einem Mikrogramm pro \nQuadratmeter um das Neunfache. Jacken von Sch\u00f6ffel, Jack Wolfskin und \nMammut enthielten bedenkliche Konzentrationen der giftigen \nPerfluoroktans\u00e4ure (PFOA). Hohe Werte weiterer PFC wie \nFluortelomeralkohole (FTOH) wurden in fast allen Jacken festgestellt. \nSpitzenreiter sind die Jacken von Adidas, Jack Wolfskin, The North Face \nund Salewa. Bedenklich sind auch einige Test-Ergebnisse anderer \nSchadstoffe, wie der hormonell wirksamen Weichmacher (Phthalate) oder \nNonylphenole.<\/p>\n\n<p>PFC lassen Wasser und Schmutz von Outdoor-Kleidung abperlen und \nfinden sich auch in den innen liegenden wasserdichten Membranen (zum \nBeispiel Gore-Tex). Einige PFC k\u00f6nnen das Immunsystem und die \nFruchtbarkeit beeintr\u00e4chtigen und zu Schilddr\u00fcsenerkrankungen f\u00fchren. \nAlternativen zu dieser schadstoffbelasteten Outdoor-Kleidung sind \nbereits auf dem Markt. Dazu z\u00e4hlen Jacken mit PFC-freien Membranen oder \nImpr\u00e4gnierungen aus Polyester und Polyurethan. Auch diese Jacken sind \nwinddicht, atmungsaktiv und halten einem Wolkenbruch stand. \u00abVor dem \nKauf sollten Verbraucher pr\u00fcfen, ob sie eine Jacke f\u00fcr den Gipfelsturm \noder den Spaziergang ben\u00f6tigen\u00bb, r\u00e4t Santen. \u00abDie schadstofffreien \nJacken gen\u00fcgen fast immer.\u00bb<\/p>\n\n<p>Greenpeace fordert die Outdoor-Industrie auf, \nkonkrete Ausstiegsziele f\u00fcr PFC festzulegen und fluorfreie Alternativen \nweiter zu entwickeln. Im Rahmen der <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Chemikaliengesetzgebung geh\u00f6ren alle PFC auf den Pr\u00fcfstand. Seit dem Start der Detox-Kampagne von Greenpeace im Jahr 2011 haben sich 17 grosse Textilmarken verpflichtet, bis zum Jahr 2020 auf gef\u00e4hrliche Chemikalien zu verzichten.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/960b2eca-20131211_greenpeace_outdoor_report_2013.pdf\">Bericht herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob China, Arktis oder S\u00fcdafrika &#8211; und vermutlich auch bei Ihnen zu Hause: PFC-Chemikalien lassen sich weltweit nachweisen. 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