{"id":3469,"date":"2013-03-05T00:00:00","date_gmt":"2013-03-04T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/"},"modified":"2020-02-05T16:56:57","modified_gmt":"2020-02-05T14:56:57","slug":"wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/","title":{"rendered":"Wie viel  Fleisch, Milch und Co. ist umweltvertr\u00e4glich?"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Wie viel Fleisch und Milch k\u00f6nnen wir konsumieren, wenn nur noch so viele Nutztiere gehalten werden, wie sie die Umwelt vertr\u00e4gt und wenn Nutztiere nicht mit Ackerfr\u00fcchten gef\u00fcttert werden, welche die menschliche Ern\u00e4hrung konkurrieren?<br> Im neuen Greenpeace-Report \u201eEcological Livestock\u201csind Kriterien f\u00fcr eine \u00f6kologische und zukunftsf\u00e4hige globale Nutztierhaltung formuliert.<\/b><\/p>\n\n<p> Diese Kriterien wurden konkretisiert und auf die Schweizer Landwirtschaft angewendet<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/#_ftn1\">[1]<\/a>. Ergebnis: Im Jahr 2050 k\u00f6nnte die Schweizer Landwirtschaft trotz einer auf 10 Millionen Menschen angewachsenen Bev\u00f6lkerung pro Kopf und Jahr 253 kg bis 320 kg Milch und 19 bis 25 kg Fleisch (Schlachtgewicht) produzieren.<\/p>\n\n<p>Die Erzeugung von tierischen Lebensmitteln braucht viel mehr Fl\u00e4che und Energie als die Produktion von Getreide oder Gem\u00fcse. Bereits heute beansprucht die Nutztierproduktion 75 Prozent der globalen Gr\u00fcnland- und Ackerfl\u00e4chen<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/#_ftn2\">[2]<\/a>. &nbsp;Die FAO rechnet bis 2050 mit einer Verdoppelung der Fleisch- und Milchproduktion und entsprechend w\u00e4chst die Menge Tierfutter vom Acker um weitere 42 Prozent Aufs Konto von Fleisch, Milch und Co. gehen auch der gr\u00f6sste Teil der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen, tragische Verluste artenreicher \u00d6kosysteme und die gr\u00f6ssten Phosphor- und Stickstoffeintr\u00e4ge in B\u00f6den, Gew\u00e4sser und die Luft.<\/p>\n\n<p>In der Schweiz wird mehr als die H\u00e4lfte der Ackerfl\u00e4che f\u00fcr die Tierfutterproduktion genutzt, mehr als 1 Million Tonnen Futtermittel werden importiert.<\/p>\n\n<p>Die Nutztierhaltung ist aus dem Ruder gelaufen. Es braucht ein radikales Umdenken.<\/p>\n\n<p>F\u00fcr Greenpeace ist eine Nutztierhaltung unter anderem dann \u00f6kologisch,<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>wenn sich K\u00fche, Ziegen oder Schafe praktisch ausschliesslich von Gras ern\u00e4hren<\/li><li>wenn Schweine- und H\u00fchnerfutter aus Nebenprodukten der Lebensmittelverarbeitung besteht<\/li><li>die dadurch viel tiefere Anzahl Nutztiere Treibhausgasemissionne stark reduzieren<\/li><li>\u00c4cker- und Gr\u00fcnland werden mit organischem D\u00fcnger von Nutztieren ged\u00fcngt, auf chemische D\u00fcnger oder Pestizide wird verzichtet<\/li><\/ul>\n\n<p>Die entsprechend viel tiefere Anzahl Nutztiere reduziert Treibhausgasemissionen und erfordert aber in L\u00e4ndern wie der Schweiz einen drastisch eingeschr\u00e4nkten Konsum von Fleisch und Milch.<\/p>\n\n<p>Wenn tierische Lebensmittel nach oben genannten Kriterien erzeugt w\u00fcrden, stehen im Jahre 2050 pro Kopf weltweit noch 12 kg Fleisch (Schlachtgewicht) und 25 kg Milch zur Verf\u00fcgung<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/#_ftn3\">[3]<\/a>. Heute ist global pro Kopf ein j\u00e4hrlicher durchschnittlicher Verbrauch von 40 kg Fleisch (Schlachtgewicht) und 80kg Milch, in der Schweiz 75 kg Fleisch und 380 kg Milch.<\/p>\n\n<p><strong>Wie viele tierische und pflanzliche Produkte k\u00f6nnte die Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2050 pro Kopf und Jahr nach den Kriterien von Greenpeace erzeugen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Um dem langen Zeitraum bis 2050 Rechnung zu tragen wurden zwei Szenarien betrachtet:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Im pessimistischen Szenario gehen die landwirtschaftlich nutzbaren Fl\u00e4chen wie in den vergangenen Jahren zur\u00fcck, und die Hektarertr\u00e4ge im Pflanzenbau bleiben unver\u00e4ndert.<\/li><li>Im optimistischen Szenario bleibt die landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che erhalten, und die Hektarertr\u00e4ge im Pflanzenbau nehmen um 50 bis 100 Prozent zu (Sch\u00e4tzungen von PflanzenbauexpertInnen am FiBL Forschungsinstitut f\u00fcr Biologischen Landbau).<\/li><li>In beiden Szenarien wird mit einer Bev\u00f6lkerung von 10 Millionen Menschen im Jahr 2050 gerechnet. Gemeinsam ist den Szenarien zudem, dass weitere Ertragssteigerungen in der Tierhaltung ausgeschlossen sind, da sie mit dem Tierwohl oft nicht vereinbar sind.<\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ergebnisse der Szenarien<\/h2>\n\n<p>In der Schweiz geht das pro Kopf verf\u00fcgbare Angebot an tierischen Produkten ebenfalls zur\u00fcck, jedoch in geringerem Ausmass. Insgesamt k\u00f6nnten in der Schweiz pro Kopf 10-12 mal soviel Milch und 1-2 mal so viel Fleisch produziert werden wie im globalen Durchschnitt. Auch pflanzliche Lebensmittel k\u00f6nnten in beachtlichem Umfang erzeugt werden.&nbsp;<strong>Wenn die Schweizer Landwirtschaft nach solchen strengen \u00f6kologischen Kriterien arbeiten w\u00fcrde, k\u00f6nnte sie im Jahr 2050 pro Kopf und Jahr die folgenden Mengen an Lebensmitteln produzieren:<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>56-71 Prozent der heutigen Milchproduktion (253-320 kg anstatt heute 450 kg pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>31-41 Prozent der heutigen Fleischproduktion (19-25 kg Schlachtgewicht anstatt heute 62kg; bzw. 13-18 kg verkaufsfertiges Fleisch anstatt heute 44 kg)<\/li><li>58-73 Prozent der heutigen Rindfleischproduktion (7-9kg anstatt heute 13kg verkaufsfertiges Fleisch pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>22-32 Prozent der heutigen Schweinefleischproduktion (5-8kg anstatt heute 24kg verkaufsfertiges Fleisch pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>0 Prozent der heutigen Mastpouletproduktion (0.01-0.02kg Althennen anstatt heute 6kg verkaufsfertiges Mastpoulet pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>5-10 Prozent der heutigen Eierproduktion (5-10 Stk. anstatt heute 100 Stk. pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>59-102 Prozent der heutigen Weizenproduktion (30-52kg Weichweizen in Mehl berechnet anstatt 51kg pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>40-90 Prozent der heutigen Kartoffelproduktion (17-38kg anstatt 42kg pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>65-146 Prozent der heutigen Gem\u00fcseproduktion (23-52kg anstatt 36kg pro Kopf\/Jahr)<\/li><li>35-79 Prozent Raps- und Sonnenblumen\u00f6l (1-3kg anstatt 4kg pro Kopf und Jahr)<\/li><\/ul>\n\n<p><strong>Diese Ergebnisse zeigen, dass die Schweizer Landwirtschaft auch unter strengen \u00f6kologischen Vorgaben hohe Mengen an tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln produzieren kann.&nbsp;<\/strong>Um dieses Potential zu realisieren, braucht es aber die entsprechenden Investitionen. Einerseits m\u00fcssen das landwirtschaftlich nutzbare Land und besonders die besten Ackerb\u00f6den erhalten werden und andererseits braucht es entsprechende Forschung und Entwicklung in Pflanzenbau und Nutztierhaltung (robuste Sorten, neue Anbautechniken, Mischkulturen u.a. im Pflanzenbau; Zweinutzungsrassen, verbessertes Recycling von Lebensmittelabf\u00e4llen f\u00fcr die Schweine- und Gefl\u00fcgelfleischproduktion u.a. in der Nutztierhaltung). Die Realisierung einer \u00f6kologischen Nutztierhaltung im Rahmen einer umfassenden \u00f6kologischen Agrarproduktion h\u00e4ngt stark von den politischen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Betriebe und von entsprechenden Investitionen in die agrar\u00f6kologische Forschung und Entwicklung ab.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-issuu wp-block-embed is-type-rich is-provider-issuu\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div data-url=\"https:\/\/issuu.com\/greenpeaceinternational\/docs\/ecological-livestock\" style=\"width: 500px; height: 353px;\" class=\"issuuembed\"><\/div><script type=\"text\/javascript\" src=\"\/\/e.issuu.com\/embed.js\" async=\"true\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d1b28c56-d1b28c56-oeko_nutztierhaltung.pdf\">Bericht herunterladen (engl.)<\/a><\/div>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/#_ftnref1\">[1]<\/a>&nbsp;\u00d6kologische Nutztierhaltung \u2013 Produktionspotential der Schweizer Landwirtschaft. Eine Studie im Auftrag von Greenpeace Schweiz, Agrofutura (Priska Baur, 2013)<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/#_ftnref2\">[2]<\/a>&nbsp;Solutions for a cultivated planet, Nature, 478:337-342 (Foley et al, 2011)<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3469\/wie-viel-fleisch-milch-und-co-ist-umweltvertraeglich\/#_ftnref3\">[3]<\/a>&nbsp;Meat: A benign extravagance, Permanent Publications, Hampshire, UK (Fairlie, 2010)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel Fleisch und Milch k\u00f6nnen wir konsumieren, wenn nur noch so viele Nutztiere gehalten werden, wie sie die Umwelt vertr\u00e4gt und wenn Nutztiere nicht mit Ackerfr\u00fcchten gef\u00fcttert werden, welche&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":41437,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33,50],"p4-page-type":[52],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-3469","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","tag-klima","p4-page-type-publikation"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3469"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=3469"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=3469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}