{"id":3480,"date":"2013-12-10T00:00:00","date_gmt":"2013-12-09T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/3480\/export-der-ausbeutung-greenpeace-report-ueber-die-widerspruechliche-fischfangpolitik-der-eu\/"},"modified":"2019-05-29T17:42:41","modified_gmt":"2019-05-29T15:42:41","slug":"export-der-ausbeutung-greenpeace-report-ueber-die-widerspruechliche-fischfangpolitik-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/3480\/export-der-ausbeutung-greenpeace-report-ueber-die-widerspruechliche-fischfangpolitik-der-eu\/","title":{"rendered":"Export der Ausbeutung : Greenpeace-Report \u00fcber die widerspr\u00fcchliche Fischfangpolitik der EU"},"content":{"rendered":"<p><b>Die \u00dcberfischung der Meere und die \u00dcberkapazit\u00e4ten von Fangflotten h\u00e4ngen eng zusammen. Die gesamte EU-Flotte etwa fischt in vielen Fischereien noch zwei bis drei mal soviel als nachhaltig w\u00e4re. Massnahmen der EU, diese \u00dcberkapazit\u00e4ten einzud\u00e4mmen, sind bisher erfolglos. Der Greenpeace-Report \u00abExporting Exploitation\u00bb, also \u00abExport der Ausbeutung\u00bb, berichtet \u00fcber ausrangierte Fangschiffe und die widerspr\u00fcchliche Fischfangpolitik der EU.<\/b><\/p>\n<div>\n<p>Ein Paradebeispiel misslungener Fischereipolitik gibt Schweden ab. Dort wird seit 2009 das sogenannte System individuell \u00fcbertragbarer Quoten (ITOs) angewandt. Es erlaubt Fischern, ihre \u00dcbersch\u00fcsse zu verkaufen und sich aus unrentablen Fischgr\u00fcnden zur\u00fcckzuziehen. Ihre ausrangierten Schiffe werden zum Teil ins Ausland verkauft. W\u00e4hrend sich die Flotte in Schweden also durchaus verkleinert (seit Einf\u00fchrung des Systems befinden sich 39 Fangfahrzeuge nicht mehr in der schwedischen Fischereiflotte), werden \u00dcberkapazit\u00e4ten einfach exportiert.<\/p>\n<h2 id=\"a0\">Von Schweden nach Afrika<\/h2>\n<p>In dem von Marokko besetzten Gebiet vor der Westsahara befinden sich zum Beispiel acht der 39 ausrangierten schwedischen Schiffe &#8211; mitsamt teilweise schwedischer Besatzung. Die schwedische Regierung lehnt den Fischfang in diesem Gebiet ab. Das hindert schwedische Fischer aber nicht daran, ihre Gesch\u00e4fte von Schweden nach Afrika zu verlagern. Auch marokkanische und andere ausl\u00e4ndische Fischereien bedrohen den Fischbestand. Ihre Fangaktivit\u00e4ten dort tragen massiv zur \u00dcberfischung bei und verletzen die Anspr\u00fcche und Rechte der Bev\u00f6lkerung. Die Frente Polisario, die seit 1979 von den Vereinten Nationen als rechtm\u00e4ssige Vertretung der Bev\u00f6lkerung der Westsahara anerkannt wird, protestiert gegen diesen Zustand.<\/p>\n<h2 id=\"a1\">Widerspr\u00fcchliche <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Signale<\/h2>\n<p>Zum \u00f6kologischen gesellt sich also ein politischer Konflikt: Seit 1975 besetzt Marokko die Westsahara. Weder <abbr lang=\"en\" title=\"United Nations\">UN<\/abbr> noch <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> erkennen die marokkanischen Besitzanspr\u00fcche an. Doch gleichzeitig existiert ein Handelsabkommen zwischen <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> und Marokko, das es <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Schiffen erlaubt, unter anderem in den Gew\u00e4ssern vor der Westsahara zu fischen. Zur Zeit allerdings ist dieses Abkommen ausser Kraft gesetzt, da das Europ\u00e4ische Parlament der Verl\u00e4ngerung des entsprechenden rechtlichen Protokolls wegen V\u00f6lkerrechtswidrigkeit nicht zugestimmt hat. Aber ein neues, seit Juli 2013 bestehendes Protokoll wurde vom Europ\u00e4ischen Rat bereits ratifiziert. Am 9. Dezember 2013 wird eine Zustimmung oder Ablehung des <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Parlaments erwartet. Sollte das <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Parlament dieses Mal zustimmen, d\u00fcrfen 126 <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Fischereifahrzeuge vier Jahre lang in marokkanischen Gew\u00e4ssern fischen &#8211; auch vor der Westsahara, deren Fischbest\u00e4nde als voll befischt oder bereits \u00fcberfischt gelten.<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/61d95be4-61d95be4-ueberfischung_aslund.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_Property3_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/61d95be4-61d95be4-ueberfischung_aslund.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\"><span class=\"date\">Mittwoch, 11. Dezember 2013<\/span><\/div>\n<\/div>\n<h2 id=\"a2\">Halbherzige Politik<\/h2>\n<p>Die k\u00fcrzlich erneuerte Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) der <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> ordnet zwar die Erarbeitung von Pl\u00e4nen zur Reduzierung von Fangkapazit\u00e4ten an, doch was nutzt das, wenn diese abgebauten Kapazit\u00e4ten einfach nur verlagert werden? So wird das Problem im wahrsten Sinne des Wortes einfach nur exportiert.<\/p>\n<h2 id=\"a3\"><strong><span lang=\"en\">Greenpeace<\/span> fordert deshalb von <abbr title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr> Mitgliedsstaaten<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>\u00dcberkapazit\u00e4ten in der Fischerei m\u00fcssen verhindert werden durch die Verschrottung oder den Umbau zu nicht fischereilichen Zwecken jener Schiffe, die die gr\u00f6\u00dften Auswirkungen hinsichtlich \u00dcberfischung und der Zerst\u00f6rung mariner Lebensr\u00e4ume haben.<\/li>\n<li>Zugang zu den Gew\u00e4ssern muss so geregelt werden, dass jene Fischer belohnt werden, die die Auswirkung auf die Umwelt gering halten, woraus wiederum der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche sozio-\u00f6konomischen Nutzen entsteht.<\/li>\n<li>Der Export \u00fcbersch\u00fcssiger Fangkapazit\u00e4ten in andere Regionen muss verhindert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 id=\"a4\">Zum Report (Englisch)<\/h2>\n<p>Exporting exploitation: How retired EU fishing vessels are devastating West African fish stocks and undermining the rights of local people, 2013<br \/>\n<a class=\"custom-link btn btn-default btn-block btn-icon-left\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/bf4f0b9b-bf4f0b9b-meere_ueberfischung_report_2013.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Download Report)<\/a>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcberfischung der Meere und die \u00dcberkapazit\u00e4ten von Fangflotten h\u00e4ngen eng zusammen. 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