{"id":35757,"date":"2019-08-29T12:59:29","date_gmt":"2019-08-29T10:59:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=35757"},"modified":"2021-12-01T07:14:29","modified_gmt":"2021-12-01T06:14:29","slug":"unser-klima-haengt-vom-meer-ab-genau-wie-wir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/35757\/unser-klima-haengt-vom-meer-ab-genau-wie-wir\/","title":{"rendered":"Unser Klima h\u00e4ngt vom Meer ab &#8211; genau wie wir"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Bew\u00e4ltigung der Klimakrise und der Schutz unserer Ozeane gehen Hand in Hand. <\/h2>\n\n<p>&#8211; Von Jennifer Morgan, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Greenpeace International.<\/p>\n\n<p>Die Klimakrise ist heute\nweltweit eine gelebte Realit\u00e4t. Die Wetterextreme haben das Jahr 2019\ndominiert, als ob der Planet die Dringlichkeit des bevorstehenden Klimagipfels\nim September unterstreichen wollte. Diesmal hat UN-Generalsekret\u00e4r Antonio\nGuterres die L\u00e4nder-Regierungen aufgefordert, nicht mit sorgf\u00e4ltig getexteten\nReden, sondern mit echten Aktionspl\u00e4nen aufzufahren. <\/p>\n\n<p>Da Sch\u00fclerbewegungen noch\nimmer jede Woche \u00fcberall auf der Welt streiken, sah die ganze Welt gebannt zu,\nwie Greta Thunberg nach New York segelte, um die Forderungen der Sch\u00fcler nach sofortigem\nKlimaschutz einzufordern, die Forderung nach einer Zukunft.<\/p>\n\n<p>Wir brauchen eine drastische\nReduzierung des Einsatzes fossiler Brennstoffe und eine Beschleunigung unseres\nglobalen \u00dcbergangs zu klimaneutralen Gesellschaften. Aber zur Bek\u00e4mpfung des\nKlimawandels brauchen wir auch gesunde Ozeane.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"533\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/4568dcc5-gp0stoe38_web_size.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-35762\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/4568dcc5-gp0stoe38_web_size.jpg 800w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/4568dcc5-gp0stoe38_web_size-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/4568dcc5-gp0stoe38_web_size-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/4568dcc5-gp0stoe38_web_size-510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Meeresschildkr\u00f6ten und andere Meereslebewesen brauchen Schutzgebiete.  Das Foto zeigt eine bedrohte Karettschildkr\u00f6te im Komodo NationalparK in Indonesien. \u00a9Paul Hilton<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Die Ozeane nehmen naturgem\u00e4ss\ngrosse Mengen an Kohlendioxid auf und sind ein wichtiger Schutz vor den sich\nversch\u00e4rfenden Auswirkungen des Klimawandels. Bei seinem j\u00fcngsten Besuch im\nPazifik argumentierte der UN-Chef, dass wir \u00abintelligente und weitreichende\nSchritte brauchen, um die miteinander verkn\u00fcpften Herausforderungen des\nKlimawandels und der Gesundheit der Meere anzugehen\u00bb. Diese Aussage ist absolut\nrichtig, und ein wichtiger Schritt, der notwendig ist, ist ein mutiges neues Meeresschutzabkommen,\nwelches in diesem Monat bei der UNO verhandelt wird.<\/p>\n\n<p>Der Umfang dieses neuen\nglobalen Abkommens k\u00f6nnte enorm sein: n\u00e4mlich fast die H\u00e4lfte des Planeten. Die\nHochsee, diejenigen Ozeane jenseits der L\u00e4ndergrenzen der Anrainerstaaten,\nbedecken mehr Raum auf unserem Planeten als alle Kontinente zusammen. Leider\nwerden diese internationalen Gew\u00e4sser heute r\u00fccksichtslos ausgebeutet. Neben\ndem Klimawandel f\u00fchren auch \u00dcberfischung, Tiefseebohrungen, \u00d6lbohrungen und\nKunststoffverunreinigungen dazu, dass unsere Ozeane an den Rand des\nZusammenbruchs geraten. Nur etwa 1% der globalen Meere sind angemessen\ngesch\u00fctzt. Es gibt kein wirksames Rechtsinstrument, das die Schaffung von\nMeeresschutzgebieten &#8211; Gebiete, die f\u00fcr sch\u00e4dliche menschliche Aktivit\u00e4ten\nnicht geeignet sind &#8211; in internationalen Gew\u00e4ssern erlaubt. <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"551\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/54486375-gp0stoe2u_web_size.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-35761\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/54486375-gp0stoe2u_web_size.jpg 799w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/54486375-gp0stoe2u_web_size-300x207.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/54486375-gp0stoe2u_web_size-768x530.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/54486375-gp0stoe2u_web_size-493x340.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption>Korallenriffe sind durch den weltweiten CO2-Ausstoss in Gefahr. \u00a9Paul Hilton<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Wissenschaftler sind sich\ndar\u00fcber im Klaren, dass wir bis 2030 mindestens 30% unserer Ozeane weltweit sch\u00fctzen\nm\u00fcssen, wenn wir die Tierwelt sch\u00fctzen und dazu beitragen wollen, die\nAuswirkungen des Klimawandels abzumildern. Aber das wird nur gelingen, wenn ein\nehrgeiziger Ozeanvertrag schnell verabschiedet wird und somit die T\u00fcr zur\nSchaffung effektiver Meeresschutzgebiete in internationalen Gew\u00e4ssern aufgestossen\nwird. Alle Regierungen, die im September am UN-Klimagipfel teilnehmen, sollten\nsich verpflichten, bis 2020 einen starken globalen Ozeanvertrag anzunehmen.<\/p>\n\n<p>Bei den laufenden Verhandlungen bei den Vereinten Nationen m\u00fcssen die Regierungen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass auf der f\u00fcr die erste H\u00e4lfte des n\u00e4chsten Jahres geplanten Abschlussverhandlungsrunde ein Vertrag verabschiedet werden kann. Viele L\u00e4nder haben sich bereits f\u00fcr eine starkes Abkommen ausgesprochen. L\u00e4nder aus Afrika, dem Pazifik, Lateinamerika und Europa sind sich beispielsweise einig, dass der \u00abGlobal Ocean Treaty\u00bb, das internationale Abkommen zum Schutz der Hochsee, die Schaffung von Schutzgebieten auf internationaler Ebene ausdr\u00fccklich zulassen sollte. Einige Regierungen &#8211; wie die USA, Norwegen, Australien, Japan, Kanada, Neuseeland und Ecuador &#8211; scheinen jedoch einen verw\u00e4sserten Vertrag zu bef\u00fcrworten, der nicht in der Lage w\u00e4re, das von der Wissenschaft geforderte Netzwerk von Meeresschutzgebieten zu schaffen. W\u00e4hrend der laufenden dritten Verhandlungsrunde m\u00fcssen sich diese L\u00e4nder der Herausforderung stellen, wenn sie sich ebenfalls zu den f\u00fchrenden Nationen in Punkto Meeresschutz z\u00e4hlen m\u00f6chten. Im Blickpunkt steht auch China, Gastgeber des Biodiversit\u00e4tsgipfels 2020 &#8211; CBD COP15 -, der die Ziele f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t nach 2020 festlegen wird. Und die Augen werden auf Russland, Island und Korea gerichtet sein, die die Verhandlungen bisher zur\u00fcckgehalten haben. <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"519\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/9084eb41-gp0stsjuv_web_size.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-35764\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/9084eb41-gp0stsjuv_web_size.jpg 799w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/9084eb41-gp0stsjuv_web_size-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/9084eb41-gp0stsjuv_web_size-768x499.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/08\/9084eb41-gp0stsjuv_web_size-510x331.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption>Buckelwale in Tonga. Auch sie sind durch \u00dcberfischung, Klimawandel und Plastik im Meer zunehmend bedroht. \u00a9Paul Hilton<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Es gibt kein gr\u00f6sseres Symbol\nf\u00fcr die Dringlichkeit des Klimaschutzes und seine Vernetzung mit unserer Natur,\nals das Schiff mit Greta Thunberg, das in New York ankommt, ein winziger Fleck\nauf einem riesigen Meer. Unsere Ozeane halten alles Leben auf der Erde am Leben\nund sind ein wichtiger Verb\u00fcndeter gegen den Klimakollaps. Die Bew\u00e4ltigung der\nKlimakrise und der Schutz unserer Ozeane gehen Hand in Hand. <\/p>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/schuetzen-wir-die-meere\/\">Petition unterzeichnen<\/a><\/div>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Uno-Verhandlungen zum Schutz der Hochseegew\u00e4sser<\/h2>\n\n<p class=\"is-style-default\">Die UNO ber\u00e4t in New York bis Fr\u00fchjahr 2020 einen rechtsverbindlichen Vertrag zum Schutz der Hochseegew\u00e4sser. Die Hohe See beginnt 200 Meilen vor den K\u00fcsten und bedeckt fast die H\u00e4lfte der Erdoberfl\u00e4che. <\/p>\n\n<p>Bisher ist sie ein weitestgehend rechtsfreier Raum, der Selbstbedienung sind keine Grenzen gesetzt: Flotten von Fischtrawlern durchpfl\u00fcgen die Meere \u2013 bis zu 300\u2018000 Wale und Delfine verenden so j\u00e4hrlich als Beifang. Viele kommerziell genutzte Arten stehen am Rande der Ausrottung, Lizenzen f\u00fcr Rohstoffabbau bedrohen noch unerforschte Meeresregionen. <\/p>\n\n<p>Greenpeace befindet sich derzeit mit dem Schiff Esperanza zusammen mit Wissenschaftlern auf einer einj\u00e4hrigen Meeres-Expedition, um zu zeigen welche Geheimnisse die Hohe See birgt und welchen Gefahren sie ausgesetzt ist. Bisher ist nur rund ein Prozent der Hohen See gesch\u00fctzt. <\/p>\n\n<p>Greenpeace und britische MeeresforscherInnen haben einen Vorschlag erarbeitet, um mindestens ein Drittel der Hohen See vor menschlichen Eingriffen zu bewahren. Das Greenpeace-System verkn\u00fcpft Lebensr\u00e4ume mit hoher biologischer Vielfalt und Routen f\u00fcr wandernde Arten: Viele Meerestiere wie Wale, Schildkr\u00f6ten oder Albatrosse legen zwischen Kinderstube und Nahrungsgr\u00fcnden grosse Entfernungen zur\u00fcck. <\/p>\n<div class=\"EmptyMessage\">Block content is empty. 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