{"id":37031,"date":"2019-10-01T08:30:24","date_gmt":"2019-10-01T06:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=37031"},"modified":"2025-06-25T15:34:06","modified_gmt":"2025-06-25T13:34:06","slug":"greenpeace-entlarvt-scheinloesungen-der-konsumgueterbranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/37031\/greenpeace-entlarvt-scheinloesungen-der-konsumgueterbranche\/","title":{"rendered":"Greenpeace entlarvt Scheinl\u00f6sungen der Konsumg\u00fcterbranche"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Heute ver\u00f6ffentlicht Greenpeace den Bericht \u00abDie Zukunft wegwerfen\u00bb, der den riskanten Trend der Konsumg\u00fcterindustrie a\ufdeckt: Einwegprodukte aus Karton, Papier oder \u00abBioplastik\u00bb und Recycling sind nichts als Scheinl\u00f6sungen. Sie entlasten die Natur nicht, im Gegenteil: Sie erh\u00f6hen die Umweltverschmutzung sogar. Der Bericht zeigt auf, welche Massnahme die Plastikkrise tats\u00e4chlich aufhalten kann. Nestl\u00e9 und Co. m\u00fcssen radikal umdenken und ein Liefersystem entwickeln, das auf Wiederverwenden statt Wegwerfen setzt.<br><br><\/strong>Die Plastikverschmutzung h\u00e4lt uns den Spiegel vor: Einwegprodukte m\u00fcllen die Welt zu. Die Konsumg\u00fcterbranche reagiert darauf mit Einwegprodukten aus Materialien wie Karton oder \u00abBioplastik\u00bb sowie chemischem Recycling. Damit schadet sie der Umwelt nur noch mehr, wie aus dem Bericht von Greenpeace USA, \u00abDie Zukunft wegwerfen: Falsche \u2039L\u00f6sungen\u203a der Unternehmen gegen die Plastik-Verschmutzung\u00bb, hervorgeht. Einwegprodukte jeglichen Materials best\u00e4rken nicht nur unsere Wegwerfkultur, der wir die immensen Abfallberge verdanken. Auch ihre Herstellung und ihr Abbau sind untragbar.<\/p>\n\n<p>Und doch setzen Unternehmen auf vermeintlich gr\u00fcne Massnahmen wie \u00abBioplastik\u00bb. Der irref\u00fchrende Begriff bezeichnet Plastik aus urspr\u00fcnglich nat\u00fcrlichem Ausgangsmaterial, das sich jedoch nach der Verarbeitung kaum vom herk\u00f6mmlichen, auf Erd\u00f6l basierendem Plastik unterscheidet. \u00abAuch biologisch abbaubares oder kompostierbares Plastik h\u00e4lt nicht, was es verspricht\u00bb, sagt Matthias W\u00fcthrich, Zero Waste Experte bei Greenpeace Schweiz. \u00abUnter nat\u00fcrlichen Bedingungen zersetzt es sich gar nicht oder viel zu langsam. Die Gefahr ist gross, dass es daher am Ende in den Ozean gelangt. Meerestiere unterscheiden nicht, ob sie an Plastik oder Bioplastik ersticken.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Massnahmen f\u00fcrs Image und gegen die Umwelt<\/strong><\/h3>\n\n<p>Der Ersatz von Plastik durch Materialien wie Papier oder Karton \u2013 wie Nestl\u00e9s j\u00fcngst angek\u00fcndigte <a href=\"https:\/\/www.nestle.com\/media\/news\/nestle-introduce-paper-straws-indonesia-malaysia\">Papierstrohhalme<\/a> \u2013 bietet ebenfalls keine L\u00f6sung. Denn daf\u00fcr m\u00fcssen noch mehr Waldfl\u00e4chen gerodet werden, die unverzichtbar sind f\u00fcr Klima und Biodiversit\u00e4t. \u00abDie Konsumg\u00fcterkonzerne reagieren, weil immer mehr Menschen nachhaltige Massnahmen fordern. Doch mit Greenwashing und Scheinl\u00f6sungen wird die Abfallkrise nur noch schlimmer\u00bb, sagt Matthias W\u00fcthrich.<\/p>\n\n<p>Die Prognosen sind d\u00fcster: Ohne Gegensteuer nimmt die Herstellung von Plastik in den kommenden Jahren drastisch zu. Die irreversiblen Sch\u00e4den sind indes bekannt: Die globale Kunststoffproduktion und -verbrennung werden bis Ende Jahr so viel Kohlenstoff wie 189 Kohlekraftwerke ausstossen. \u00abDie Grosskonzerne Nestl\u00e9, Unilever, Coca-Cola und PepsiCo profitieren von Einwegmodellen. Zu echten Ver\u00e4nderungen kommt es erst, wenn sie ihren expandierenden Kunststoffgebrauch beenden\u00bb, sagt Graham Forbes, globaler Projektleiter von Greenpeace USA. Dasselbe gilt auch f\u00fcr Detailh\u00e4ndler wie Migros, Coop oder Denner.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die internationale Bewegung w\u00e4chst<\/strong>&nbsp;<\/h3>\n\n<p>Recycling bildet keinen Ausweg: \u00dcber 90 Prozent des gesamten bislang erzeugten Plastiks wurde nicht rezykliert.&nbsp;Auch das neue, sogenannte chemische Recycling bietet keine Abhilfe, im Gegenteil. Beim chemischen Recycling wird der Plastikabfall unter hohem Energie- und Chemikalieneinsatz in seine Bestandteile zerlegt und anschliessend neu zusammengesetzt. Die Sammel- und Verwertungsraten sind l\u00e4cherlich klein, Ressourceneinsatz und Emissionen hingegen hoch. Die Plastikkrise l\u00e4sst sich nicht wegrecyceln.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Nestl\u00e9s k\u00fcrzlich er\u00f6ffnetes Institut f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/36298\/nestles-gruene-schritte-warum-wir-uns-freuen-aber-nicht-jubeln\/\">Verpackungsforschung<\/a> schiesst ebenfalls am Ziel vorbei: \u00abWas die Welt braucht, sind konkrete Plastik-Reduktionsziele und gewichtige Investitionen in ein Mehrweg-System. Lieferung und Vertrieb m\u00fcssen auf Wiederverwendung basieren\u00bb, sagt Matthias W\u00fcthrich. Die internationale Bewegung, die nachhaltige Massnahmen verlangt, w\u00e4chst: \u00dcber 4 Millionen Menschen fordern Unternehmen via Greenpeace-Kampagnen auf, ihre Verantwortung in der Plastikkrise zu tragen. Sie erwarten wahre statt vage L\u00f6sungen.<\/p>\n\n<p><br><strong>Zum False Solutions Report&nbsp;<\/strong>f\u00fchrt <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"dieser (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/36857\/schluss-mit-scheinloesungen\/\" target=\"_blank\">dieser<\/a> Link.<br>&nbsp;<\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Plastikl\u00fcgen aufgedeckt<\/h4>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/bRY9BON1utc\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"bRY9BON1utc\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n<p><br><strong>Kontakte:<\/strong><br>Matthias W\u00fcthrich, Zero-Waste-Experte Greenpeace Schweiz,<br> +41 44 447 41 31,&nbsp;<a href=\"mailto:matthias.wuethrich@greenpeace.org\">matthias.wuethrich@greenpeace.org<\/a><\/p>\n\n<p>Eva-Maria Schleiffenbaum, Mediensprecherin Greenpeace Schweiz,<br> +41 44 447 41 60,&nbsp;<a href=\"mailto:eschleif@greenpeace.org\">eschleif@greenpeace.org<\/a><\/p>\n\t\t\t<section\n\t\t\tclass=\"boxout post-2166 \"\n\t\t\t\n\t\t>\n\t\t\t<a\n\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\tdata-ga-action=\"Image\"\n\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\tclass=\"cover-card-overlay\"\n\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/fuer-eine-plastikfreie-zukunft\/\" \n\t\t\t><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<img\n\t\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/2f72cda2-gp0stqt4l_pressmedia-1024x683.jpg\"\n\t\t\t\t\t\tsrcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/2f72cda2-gp0stqt4l_pressmedia-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/2f72cda2-gp0stqt4l_pressmedia-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/2f72cda2-gp0stqt4l_pressmedia-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/2f72cda2-gp0stqt4l_pressmedia-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/06\/2f72cda2-gp0stqt4l_pressmedia-510x340.jpg 510w\"\n\t\t\t\t\t\tsizes=\"(min-width: 1000px) 358px, (min-width: 780px) 313px, 88px\"\n\t\t\t\t\t\talt=\"\" title=\"\"\n\t\t\t\t\/>\n            \t\t\t<div class=\"boxout-content\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a\n\t\t\t\t\t\tclass=\"boxout-heading medium\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-action=\"Title\"\n\t\t\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/fuer-eine-plastikfreie-zukunft\/\"\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t>\n\t\t\t\t\t\tF\u00fcr eine plastikfreie Zukunft\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p class=\"boxout-excerpt\">Umweltsch\u00e4dlicher Plastik ist \u00fcberall und befeuert die Klimakrise. Erfahre, was du dagegen tun kannst. <\/p>\n\t\t\t\t                                    <a\n                        class=\"btn btn-primary\"\n                        data-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n                        data-ga-action=\"Call to Action\"\n                        data-ga-label=\"n\/a\"\n                        href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/fuer-eine-plastikfreie-zukunft\/\"\n                        \n                    >\n                        Mitmachen\n                    <\/a>\n                \t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/section>\n\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ver\u00f6ffentlicht Greenpeace den Bericht \u00abDie Zukunft wegwerfen\u00bb, der den riskanten Trend der Konsumg\u00fcterindustrie aufdeckt: Einwegprodukte aus Karton, Papier oder \u00abBioplastik\u00bb und Recycling sind nichts als Scheinl\u00f6sungen. Sie entlasten die Natur nicht, sondern erh\u00f6hen die Umweltverschmutzung sogar. 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