{"id":37334,"date":"2019-10-09T17:30:30","date_gmt":"2019-10-09T15:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=37334"},"modified":"2019-12-10T17:19:31","modified_gmt":"2019-12-10T15:19:31","slug":"das-wegwerfprinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/37334\/das-wegwerfprinzip\/","title":{"rendered":"Drei L\u00fcgen \u00fcber Plastik"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Plastikverschmutzung bedroht uns weltweit. Allein letztes Jahr wurden <strong>international 359 Millionen Tonnen Plastik produziert \u2013 ohne Gegensteuer wird sich diese Menge bis 2050 vervierfachen.<\/strong> Doch Plastik zersetzt sich nicht, sondern verteilt sich \u00fcberall auf der Erde \u2013 im Meer, im Boden, in der Luft.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Mikroplastik ist l\u00e4ngst in der Nahrungskette angekommen: <strong>Jede Woche verspeisen wir beim Essen 5 Gramm Mikroplastik, was der Menge einer Kreditkarte entspricht.<\/strong> Die Folgen f\u00fcr Menschen sind noch weitgehend unerforscht, jene f\u00fcr Umwelt und Tiere sind jedoch fatal. Besonders Meeresbewohner halten Plastik f\u00fcr Nahrung, k\u00f6nnen den Plastikm\u00fcll nicht verdauen und sterben so mit vollem Magen.&nbsp;<\/p>\n\n<p><strong>Plastik ist auch ein gewaltiger Klima-Killer.<\/strong> Es wird aus Erd\u00f6l oder Erdgas gewonnen. Letztes Jahr haben Herstellung und Entsorgung 850 Millionen Tonnen CO<sub>2&nbsp; <\/sub>verursacht. Das entspricht den Emissionen von 189 Kohle-Kraftwerken!<\/p>\n\n<p>Dank dem Druck von Menschen auf der ganzen Welt sind sich Konsumg\u00fcterfirmen und Grossverteiler wie Nestl\u00e9, Coop und Migros bewusst, dass sie Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Sie haben mit Einwegverpackungen ein Plastikmonster in die Welt gesetzt und <strong>jetzt&nbsp; \u00fcberbieten sie sich mit Ank\u00fcndigungen wie \u00abVerpackung 100 % rezyklierbar\u00bb, \u00abbiologisch abbaubar\u00bb, \u00abaus nachhaltigem Papier statt Plastik\u00bb.&nbsp; Klingt gut? Ist es aber nicht.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die neue Greenpeace-Studie enttarnt die vermeintlich gr\u00fcnen Massnahmen als Scheinl\u00f6sungen. Einwegprodukte aus Karton, Papier oder \u00abBioplastik\u00bb und Recycling&nbsp; entlasten die Natur nicht. Sie erh\u00f6hen die Verschmutzung sogar:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>\u00abBioplastik\u00bb<\/strong>. Der irref\u00fchrende Begriff bezeichnet Plastik aus urspr\u00fcnglich nat\u00fcrlichen Ausgangsmaterial. Nach der Verarbeitung unterscheidet es sich jedoch kaum vom herk\u00f6mmlichen, auf Erd\u00f6l basierenden Plastik. Auch \u00abbiologisch abbaubares\u00bb oder \u00abkompostierbares\u00bb Plastik h\u00e4lt nicht, was es verspricht. Unter nat\u00fcrlichen Bedingungen zersetzt es sich viel zu langsam oder \u00fcberhaupt nicht. Die Gefahr ist gross, dass es daher am Ende in den Ozean gelangt. Meerestiere unterscheiden nicht, ob sie an Plastik oder Bioplastik ersticken.<\/li><li><strong>Der Ersatz von Kunststoff durch Materialien wie Papier oder Karton ist verheerend.<\/strong> Denn daf\u00fcr m\u00fcssen noch mehr Waldfl\u00e4chen gerodet werden, die unverzichtbar sind f\u00fcr&nbsp; Klimaschutz und Biodiversit\u00e4t.&nbsp;<\/li><li><strong>Recycling: Die Plastikkrise l\u00e4sst sich nicht \u00abwegrezyklieren\u00bb. <\/strong>In der Schweiz wird nur 20-25% des verwendeten Kunststoffs rezykliert. Und weltweit wurde nur 9% des bisher produzierten Plastiks rezykliert. .<\/li><\/ul>\n\n<p>Auch das neue \u00abchemische Recycling\u00bb funktioniert nicht: Bei diesem Verfahren wird der Plastikabfall unter hohem Energie- und Chemikalieneinsatz in seine Bestandteile zerlegt und darauf&nbsp; neu zusammengesetzt. Die Sammel- und Verwertungsraten sind l\u00e4cherlich klein, Ressourceneinsatz und Emissionen hingegen hoch.&nbsp;<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"falsesolution\">Drei L\u00fcgen \u00fcber Plastik<\/h3>\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/bRY9BON1utc\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"bRY9BON1utc\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n<p>Greenpeace fordert von Nestl\u00e9, Coop, Migros, und Co. ein radikales Umdenken. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass sie ihre Wegwerf-Kultur beenden. Wir fordern konkrete Reduktionsziele f\u00fcr Plastik- und Einwegprodukte sowie Mehrwegsysteme, die auf Wiederverwenden basieren. <\/p>\n\n<p>Die internationale Bewegung, die nachhaltige Massnahmen verlangt, w\u00e4chst: Schon \u00fcber 4 Millionen Menschen fordern Unternehmen auf, die Umwelt nicht mehr mit Wegwerfplastik zu belasten.&nbsp; Sie verlangen L\u00f6sungen, die sich nicht nur gut anh\u00f6ren, sondern auch gut sind.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/schluss-mit-der-plastikflut\/\">Jetzt Petition unterschreiben<\/a><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/36857\/schluss-mit-scheinloesungen\/\">Mehr zu den Scheinl\u00f6sungen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die grassierende Plastikverschmutzung bedroht uns weltweit. 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