{"id":37373,"date":"2019-10-10T10:12:27","date_gmt":"2019-10-10T08:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=37373"},"modified":"2019-10-10T10:12:30","modified_gmt":"2019-10-10T08:12:30","slug":"greenpeace-photo-award-as-long-as-the-sun-shines-ian-willms-ausstellung-der-coalmine-winterthur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/37373\/greenpeace-photo-award-as-long-as-the-sun-shines-ian-willms-ausstellung-der-coalmine-winterthur\/","title":{"rendered":"Greenpeace Photo Award: \u00abAS LONG AS THE SUN SHINES\u00bb Ian Willms &#8211; Ausstellung der COALMINE, Winterthur"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><br>Eine Ausstellung der\u00a0COALMINE, Winterthur, in Zusammenarbeit mit Greenpeace Schweiz,\u00a0kuratiert von Sascha Renner<br><br>18. Oktober 2019 bis 9. April 2020<br>Vernissage: Donnerstag, 17. Oktober 2019, ab 18.30 Uhr;<br>19 Uhr Einf\u00fchrung mit Sibylle Jenni (Greenpeace), Ian Willms und Kurator Sascha Renner<\/strong><\/p>\n\n<p><em>\u00abIan Willms Arbeit \u00fcber die Folgen der \u00d6lsand-Extraktion im kanadischen Alberta beleuchtet facettenreich eine \u00d6kokatastrophe von h\u00f6chster Brisanz. Neben der herausragenden fotografischen Qualit\u00e4t besticht sein Projekt besonders durch die sensible Auseinandersetzung mit der widerspr\u00fcchlichen Lebenswirklichkeit der indigenen Bev\u00f6lkerung.\u00bb&nbsp;<\/em>Lars Lindemann, Jurymitglied des Greenpeace Photo Award 2018.<br><br>\u00abAs Long as the Sun Shines\u00bb ist ein tiefgr\u00fcndiger Blick auf eine Industrie, die gross genug ist, dass man sie selbst aus dem Weltraum sehen kann. Der \u00fcber ein Jahrzehnt hinweg entstandene Fotoessay des kanadischen Fotografen Ian Willms erkundet einen Schl\u00fcsselmoment in der Geschichte des Klimawandels, der Nutzung fossiler Brennstoffe und der Beziehungen Kanadas zu seinen First-Nations-V\u00f6lkern.<br><br>Die \u00d6lsande (auch Teersande genannt) im Norden Albertas sind Kanadas 1,4 Billionen Dollar schwerer Notgroschen. Unter borealem Nadelwald von der Gr\u00f6sse Englands liegt hier etwa ein Drittel der weltweiten \u00d6lsand-Vorkommen. Ihre Erschliessung jedoch ist gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichem \u00d6l energieintensiver und verursacht weit h\u00f6here Umweltkosten. Die \u00d6lsande sind eine der Hauptursachen f\u00fcr die Luftverschmutzung in Nordamerika und schlagen derzeit mit einer Billion Liter Giftm\u00fcll in R\u00fcckfangbecken zu Buche. Keine andere Art der \u00d6lgewinnung ist umstrittener. Der Umgang mit den \u00d6lsanden ist nicht nur symptomatisch f\u00fcr die ausstehende Energiewende, er f\u00fchrt auch zu einer weiteren Marginalisierung der indigenen V\u00f6lker durch die Zerst\u00f6rung ihrer Lebensgrundlagen.<br><br>Die \u00d6lsande sind untrennbar mit Kanadas Geschichte des Pelzhandels und seinen kolonialistischen Strukturen verbunden. 1899 wurde in der \u00d6lsandregion der Treaty 8 von der englischen K\u00f6nigin und 39 First Nations unterzeichnet. Den H\u00e4uptlingen wurde versichert, dass sie auf ihrem Territorium weiter jagen, fischen und Fallen stellen k\u00f6nnten, \u00absolange die Sonne scheint\u00bb. Anstatt, wie zun\u00e4chst vorgegeben, den Pelzhandel zu erleichtern, wurden die Vertr\u00e4ge jedoch genutzt, um im grossen Stil die industrielle Entwicklung der indigenen Gebiete zu erm\u00f6glichen. Heute verpachtet die kanadische Regierung 141 000 Quadratkilometer dieses Treaty 8-Landes an Energiekonzerne, die die riesigen \u00d6lsandvorkommen erschliessen sollen. Die First Nations bleiben vom L\u00f6wenanteil des wirtschaftlichen Nutzens ausgeschlossen.<br><br>Seit fast zwei Jahrzehnten berichten \u00c4rzte in den Gemeinden rund um die \u00d6lsandminen und Raffinerien von steigenden Krebsraten, Geburtsfehlern und anderen gesundheitlichen Problemen. Aufgrund der industriellen Entwicklung und Verschmutzung sind die indigenen V\u00f6lker hier nicht mehr in der Lage, von der Jagd, dem Fallenstellen und dem Fischfang zu leben, also von den \u00f6konomischen Aktivit\u00e4ten, die sie zuvor jahrhundertelang erfolgreich ern\u00e4hrt hatten. Viele sehen in diesem \u00abUmweltrassismus\u00bb die moderne Manifestation des Kolonialismus.<em><br><\/em><em><br><\/em><strong>Biografie:<\/strong><br>Ian Willms wurde 1985 in Kitchener, Kanada, geboren und lebt in Toronto. Er ist Gr\u00fcndungsmitglied des Boreal Collective und von NAMARA Represents. Seine visuelle Praxis liegt im Spannungsfeld von Langzeitdokumentation und zeitgen\u00f6ssischer Fotografie. Seine Essays versuchen emotionale Landschaften durch ihre visuelle Lyrik zu vermitteln.<br><br>Ians Willms pazifistische, mennonitische Vorfahren flohen 1923 vor gewaltsamer Verfolgung aus Russland und liessen sich schliesslich in Kanada nieder. Als Kind wurde er von seiner unabh\u00e4ngigen, agnostischen und feministischen Mutter in einem mit \u00f6ffentlichen Mitteln gef\u00f6rderten Wohnhaus f\u00fcr gef\u00e4hrdete Frauen aufgezogen. Diese Erfahrungen legten den Grundstein f\u00fcr die empathische und sozial engagierte Haltung, die seine Arbeit heute pr\u00e4gt.<br><br>Seine Fotoessays wurden vom Canada Council for the Arts unterst\u00fctzt und mit dem Greenpeace Photo Award sowie dem World Press Photo, Pictures of the Year International und National Magazine Award ausgezeichnet. Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt, darunter im Museum of Photographic Arts, der Gallery 44 Centre for Contemporary Photography, der CONTACT Gallery und bei O&#8217;Born Contemporary.<br><br><\/p>\n\n<p><strong>Greenpeace Photo Award<\/strong><br>Zum vierten Mal pr\u00e4sentiert die COALMINE die Preistr\u00e4ger des Greenpeace Photo Award in Zusammenarbeit mit Greenpeace Schweiz und in Medienpartnerschaft mit GEO. Sieben Fotoschaffende aus f\u00fcnf Kontinenten wurden eingeladen, ihre geplanten Fotoprojekte zum Thema Umwelt vorzustellen. Nicht vollendete Arbeiten wurden gesucht, sondern unver\u00f6ffentlichte Projekte in Arbeit. Der Jurypreis wurde von einer internationalen Jury (Britta Jaschinski, Fotografin, England; Lars Lindemann, Bildredaktion GEO, Deutschland; Lars Willumeit, freier Kurator und Dozent Fotofachklasse F+F, Schweiz) an Ian Willms verliehen. Der mit 10\u2019000 Euro dotierte Jurypreis wurde vom Fotografen f\u00fcr die Umsetzung seines Projekts verwendet.&nbsp;<br><br>Der Greenpeace Photo Award wird grossz\u00fcgig von der Stanley Thomas Johnson Stiftung sowie von der Gerda Techow Gemeinn\u00fctzige Stiftung, Vaduz, unterst\u00fctzt.&nbsp;Die COALMINE ist ein Projekt der Volkart Stiftung.&nbsp;Kurator: Sascha Renner.<br><br><strong>Ausk\u00fcnfte<\/strong>&nbsp;erhalten Sie via052 268 68 68 oder&nbsp;<a href=\"mailto:info@coalmine.ch.\">info@coalmine.ch.<\/a><br>Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Sascha Renner (<a href=\"mailto:renner@coalmine.ch\">renner@coalmine.ch<\/a>).<br>Pressebilder k\u00f6nnen Sie unter&nbsp;<a href=\"https:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/36129070\/1102a326a6a-pz5fkh\">www.coalmine.ch\/coalmine\/presse<\/a>&nbsp;beziehen.<br><br><strong>Interviews mit Ian Willms und Sascha Renner sind nach vorg\u00e4ngiger Absprache am Nachmittag des 17.10.2019 &#8211; idealerweise zwischen 16.30 und 17.30 Uhr &#8211; sowie am Vormittag des 18.10.2019 m\u00f6glich. First come, first served.<\/strong><br><br>\u00d6ffnungszeiten COALMINE<br>Mo\u2013Fr 8\u201319 &amp; Sa 11\u201316 Uhr<br>Geschlossen: 21.12.2019\u20135.1.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace Photo Award: \u00abAS LONG AS THE SUN SHINES\u00bb Ian Willms &#8211; Ausstellung der COALMINE in Winterthur \u00fcber den \u00d6lsand-Abbau in Kanada und dessen Auswirkungen auf die Umwelt und das Leben der indigenen Bev\u00f6lkerung. <\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-37373","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-greenpeace","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37373","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37373"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37373\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37373"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37373"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37373"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=37373"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=37373"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}