{"id":37777,"date":"2019-10-21T10:48:45","date_gmt":"2019-10-21T08:48:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=37777"},"modified":"2019-10-21T20:03:58","modified_gmt":"2019-10-21T18:03:58","slug":"klimawahl-jetzt-zaehlen-konkrete-schritte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/37777\/klimawahl-jetzt-zaehlen-konkrete-schritte\/","title":{"rendered":"Klimawahl: Jetzt z\u00e4hlen konkrete Schritte"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Wahlen 2019 waren eine Klimawahl: Gr\u00fcne und Gr\u00fcnliberale legen im Nationalrat deutlich zu, die umwelt- und klimasch\u00e4dliche Dominanz von SVP und FDP wird gebrochen. Damit stehen die Chancen gut, dass das Parlament die Klimakrise nun ernsthaft anpackt. Endlich. <\/strong><\/p>\n\n<p>Vor rund drei Wochen str\u00f6mten fast 100\u2019000 Menschen nach Bern, um an der Klima-Demo mehr Klimaschutz in der Schweiz zu fordern. Dass es in unserem Land noch viel mehr Schweizerinnen und Schweizer gibt, die mit der derzeitigen Klimapolitik nicht einverstanden sind, beweist der gestrige Wahlsonntag: Die Gr\u00fcnen gewinnen auf einen Schlag 17 Sitze im Nationalrat und fahren damit ein historisches Resultat ein. Auch die Gr\u00fcnliberalen legen sehr deutlich zu.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Noch ausstehend sind die definitiven Ergebnisse des St\u00e4nderates: Hier werden die n\u00e4chsten Wochenenden mit den 2. Wahlg\u00e4ngen die Entscheidung bringen. Die Stimmberechtigten haben es hier in der Hand, noch mehr umwelt- und klimafreundliche Personen zu w\u00e4hlen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Damit gehen die umweltfreundlichen Parteien erfreulicherweise deutlich gest\u00e4rkt aus den eidgen\u00f6ssischen Wahlen hervor, auch wenn die SP Sitze verliert. Gleichzeitig wird die klima- und umweltsch\u00e4dliche Dominanz von SVP und FDP im Nationalrat gebrochen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler haben ihre Stimme dem Klima gegeben. Die Wahlen 2019 waren eine Klimawahl.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Priorit\u00e4ten neu setzen<\/h2>\n\n<p>Das ist erfreulich, doch die Arbeit ist l\u00e4ngst nicht getan. Was jetzt z\u00e4hlt, sind konkrete Schritte. Das Wahlresultat ist ein klarer Auftrag an das neue Parlament: Die Klimakrise ist die gr\u00f6sste Bedrohung f\u00fcr unser Land, Massnahmen zu deren Bew\u00e4ltigung m\u00fcssen im Zentrum der politischen Arbeit der n\u00e4chsten Jahre stehen.&nbsp;<br><\/p>\n\n<p>Die Priorit\u00e4ten sind neu zu setzen: Der Schutz des Klimas ist bei jeder \u00f6ffentlichen Ausgabe, bei jedem neuen Gesetz und bei jedem neuen Infrastrukturprojekt mitzudenken. Die Schweiz muss die Treibhausgasemissionen, welche sie im In- und Ausland verursacht, massiv senken.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Schweiz zur Gewinnerin machen\u00a0<\/h2>\n\n<p>Da sich FDP und CVP in den vergangenen Monaten klar f\u00fcr mehr Klimaschutz ausgesprochen haben, stehen die Chancen gut, dass die Schweiz die Klimakrise nun tats\u00e4chlich ernsthaft anpackt und sich Mehrheiten f\u00fcr eine schnellere Absenkung der Emissionen finden lassen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die FDP-Delegierten haben sich f\u00fcr das Pariser Klimaabkommen und f\u00fcr eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto null ausgesprochen. Das muss die Richtschnur f\u00fcr die FDP-Fraktion sein. Auf Spiele mit der SVP darf sich der Freisinn nicht mehr einlassen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Wenn das Parlament jetzt den Klimaschutz versch\u00e4rft, dann wird die ganze Schweiz zur Gewinnerin der Wahlen 2019.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unsere Forderungen<\/h2>\n\n<p>Greenpeace Schweiz erwartet vom neugew\u00e4hlten Parlament eine Paris-konforme Klimapolitik und entscheidende Schritte in eine plastikfreie Zukunft. <\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die neuen R\u00e4te m\u00fcssen das&nbsp;<strong>CO2-Gesetz nochmals versch\u00e4rfen<\/strong>. Die aktuelle Gesetzesversion des St\u00e4nderats reicht nicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Um das noch verbleibende Emissions-Budget der Schweiz einhalten zu k\u00f6nnen, muss bis 2030 eine&nbsp;<strong>Absenkung der Emissionen im Inland gegen\u00fcber dem Stand von 1990 um mindestens 60 Prozent&nbsp;<\/strong>(statt der bisher vorgesehenen 30 Prozent) erfolgen. F\u00fcr die Schweiz und die Welt w\u00e4re es wiederum noch sicherer, wenn die Emissionen schneller abgesenkt w\u00fcrden \u2013 die M\u00f6glichkeiten daf\u00fcr stehen schon heute zur Verf\u00fcgung.<\/li><li>Zus\u00e4tzlich zur Absenkung der Inland-Emissionen m\u00fcssen die durch den Schweizer Konsum&nbsp;<strong>im Ausland verursachten Emissionen systematisch reduziert werden<\/strong>.<\/li><li>Der<strong>&nbsp;Schweizer Finanzplatz&nbsp;<\/strong>muss zur Offenlegung seiner Klimarisiken und Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels verpflichtet werden. N\u00f6tig ist ein sofortiges Verbot der Finanzierung der emissionsintensivsten fossilen Energien wie Kohle und Teersande.<\/li><li>Es braucht eine Umstellung der&nbsp;<strong>Landwirtschaft auf eine tiergerechte, \u00f6kologische und klimafreundliche Produktion<\/strong>.<\/li><li>Die Schweiz muss eine erweiterte&nbsp;<strong>Herstellerverantwortung f\u00fcr Einwegprodukte<\/strong>&nbsp;und Plastikverpackungen einf\u00fchren,&nbsp;<strong>Mehrwegsysteme<\/strong>&nbsp;f\u00f6rdern und Einwegplastik im Konsumg\u00fcterbereich verbieten.<\/li><li>Wir brauchen eine&nbsp;<strong>Kreislaufwirtschaft statt Ressourcenverschwendung<\/strong>.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wahlen 2019 waren eine Klimawahl: Gr\u00fcne und Gr\u00fcnliberale legen im Nationalrat deutlich zu, die umwelt- und klimasch\u00e4dliche Dominanz von SVP und FDP wird gebrochen. 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