{"id":41628,"date":"2020-02-22T09:39:00","date_gmt":"2020-02-22T07:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=41628"},"modified":"2020-02-25T10:36:24","modified_gmt":"2020-02-25T08:36:24","slug":"die-rechnung-geht-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/41628\/die-rechnung-geht-auf\/","title":{"rendered":"Die Rechnung geht auf"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein Drittel der Meere soll bis 2030 unter Schutz stehen. Nur welches? Greenpeace hat mit Wissenschaftlern errechnet, wo Schutzgebiete die gr\u00f6sstm\u00f6gliche Wirkung entfalten.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00ab30&#215;30\u00bb klingt erst einmal wie eine nicht allzu schwere Multiplikationsrechnung, aber eigentlich ist damit etwas anderes gemeint. Spricht man es englisch aus, \u00abthirty by thirty\u00bb, wird deutlich, worauf die Verfasser&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/29838\/30x30-ein-greenpeace-plan-fuer-meeresschutzgebiete-greenpeace\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">der gleichnamigen Greenpeace-Studie<\/a>&nbsp;zum Schutz der Meere abzielen: Bis 2030 sollen&nbsp;dreissig Prozent der Ozeane Schutzgebiete&nbsp;sein \u2013 dreissig bis 30. Aber welche? Das ist in der Tat eine Rechenaufgabe. Und zwar keine einfache.<\/p>\n\n<p>Schutzbed\u00fcrftig ist insbesondere die Hohe See. So bezeichnet man jene Teile der Weltmeere, die \u2013 anders als die K\u00fcstengebiete in der 200\u2013Seemeilen-Zone \u2013 nicht der Rechtsprechung von Nationalstaaten unterliegen. Sie braucht kein St\u00fcckwerk von Vereinbarungen, um ihrer Ausbeutung vorzubeugen, sondern ein internationales, rechtsverbindliches Steuerungsinstrument,: ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten. Ein Jahr lang haben namhafte Wissenschaftler der Universit\u00e4ten von York und Oxford mit Greenpeace zusammengearbeitet, um Modelle zu entwickeln, mit denen die Weltmeere und ihre Bewohner m\u00f6glichst wirksam und kosteneffektiv gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Im Meer gelten andere Voraussetzungen<\/h3>\n\n<p>Die Zielsetzung von \u201emindestens 30 Prozent\u201c Schutzgebieten wurde 2016 vom Weltkongress f\u00fcr Naturschutz formuliert, der Generalversammlung der IUCN. Der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bfn.de\/themen\/internationaler-naturschutz\/organisationen\/iucn.html\" target=\"_blank\">Weltnaturschutzdachverband IUCN<\/a>&nbsp;(f\u00fcr \u00abInternational Union For The Conservation Of Nature\u00bb)&nbsp;ist die gr\u00f6sste und wichtigste internationale Naturschutzorganisation, zusammengesetzt aus Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Die Vorgabe ist sinnvoll, und gilt nicht bloss f\u00fcr die Meeresfl\u00e4chen des Planeten, sondern auch f\u00fcr das Land. Nur mit gesunden Meeren und W\u00e4ldern mit einem gesch\u00fctzten Artenbestand kann sich der Planet dem voranschreitenden Klimawandel entgegenstemmen. Und doch gelten in den Ozeanen andere Voraussetzungen als auf den Kontinenten.<\/p>\n\n<p>Wandernde Arten wie Wale, Thunfische, Haie oder Schildkr\u00f6ten legen zum Teil enorme Strecken durch ganze Meeresbecken zur\u00fcck, es gibt Hotspots reger Betriebsamkeit und regelrechte Ein\u00f6den. Schutzgebiete m\u00fcssen dieser Vielfalt Rechnung tragen. Auf dem Festland sind Naturschutzgebiete mehr oder weniger Inseln inmitten bewirtschafteter Fl\u00e4chen. Die geplanten Meeresschutzgebiete hingegen sind als grossfl\u00e4chige Netzwerke ausgelegt, mit ausgewiesenen Bereichen dazwischen, in denen der Mensch Wirtschaft betreiben darf, zum Beispiel fischen oder nach \u00d6l bohren. Die Schutzgebiete sollen von direkten menschlichen Eingriffen jedoch verschont bleiben.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rechenpower f\u00fcr Schutzgebiete<\/h3>\n\n<p>Doch wie entscheidet man, welche 30 Prozent besonders sch\u00fctzenswert sind? 458 sogenannte Schutzg\u00fcter wurden f\u00fcr diesen Zweck definiert: Darunter fallen bestimmte Tier- und Pflanzenarten, Lebensr\u00e4ume oder Meeresbesonderheiten wie Auftriebsgebiete, in denen n\u00e4hrstoffreiches Tiefenwasser in die lichtdurchflutete Zone der Ozeane gelangt. Etliche ozeanographische, biogeographische und sozio\u00f6konomische Daten wurden in das Computermodell eingespeist, um ein m\u00f6glichst genaues Bild der Meereswelt zu erhalten. Letzten Endes lief die Rechenarbeit der Forscher auf die Frage hinaus: Welches Drittel erzeugt die st\u00e4rkste Wirkung? Oder anders formuliert: Wohin m\u00fcssen die dreissig Prozent verteilt werden, um das H\u00f6chstmass an Schutz auf einer derart begrenzten Fl\u00e4che zu erzielen? Schliesslich gingen sie noch einen Schritt weiter. Wie s\u00e4he ein Schutzgebietsnetzwerk aus, das die H\u00e4lfte der Meere abdeckt?<\/p>\n\n<p>\u00abDiese Forschung zeigt, dass es absolut m\u00f6glich ist, ein robustes, weltweites Netzwerk von Schutzgebieten zu entwerfen, das macht die Studie so spannend\u201c\u00bb, sagt Sandra Sch\u00f6ttner, Greenpeace-Expertin f\u00fcr Meere. \u00abEs geht dabei nicht um das Ziehen k\u00fcnstlicher Grenzen auf Seekarten , sondern um eine sinnvolle Verkn\u00fcpfung von Schutzgebieten, bestehend aus Lebensr\u00e4umen mit hoher biologischer Vielfalt, Migrationskorridoren f\u00fcr wandernde Arten und besonders sch\u00fctzenswerten \u00d6kosystemen.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die biologische Pumpe sch\u00fctzt das Klima<\/h3>\n\n<p>Im Kampf gegen den Klimawandel braucht die Menschheit gesunde Meere mit den gesamten Unterschieden ihrer Artenvielfalt. Oftmals wird untersch\u00e4tzt, welche Leistung die Weltmeere f\u00fcr das globale Klima erbringen. Die sogenannte biologische Pumpe transportiert Kohlendioxid von der Meeresoberfl\u00e4che und sorgt f\u00fcr seine Speicherung in der Tiefsee \u2013 durch Tiere, die nachts an der Oberfl\u00e4che fressen und bei Tag in mehreren hundert Metern Tiefe ausscheiden: Quallen, Tintenfische oder Laternenfische, die in der Dunkelheit leben. Ohne diese Umw\u00e4lzung w\u00fcrde die Atmosph\u00e4re rund 50 Prozent mehr Kohlendioxid enthalten \u2013 die Welt w\u00e4re unbewohnbar.<\/p>\n\n<p>Darum braucht es einerseits direkten Schutz vor industrieller Ausbeutung der Meere durch Schleppnetzfischerei, \u00d6lbohrungen oder dem geplanten Tiefseebergbau \u2013 und gleichzeitig die M\u00f6glichkeit f\u00fcr Flora und Fauna, sich von den Auswirkungen des Klimawandels, der Meeresverschmutzung und anderer menschengemachter Bedrohungen zu erholen. Die gute Nachricht: Die Meere wirksam zu sch\u00fctzen ist machbar. Die Wissenschaft hat es durchgerechnet.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeaceoceanblueprint.org\/de\/\">Karte der vorgeschlagenen schutzgebiete anschauen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meere wirksam sch\u00fctzen! Die Meere sind unsere Verb\u00fcndeten im Kampf gegen die Klimakrise \u2013 sie k\u00fchlen den Planeten. Doch sie sind aus dem Gleichgewicht geraten. \u00dcberfischung, Versauerung, M\u00fcllstrudel unter der&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":38422,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[32,41],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-41628","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-flotte","tag-meer","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41628"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41628\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41628"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=41628"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=41628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}