{"id":41660,"date":"2020-02-26T10:54:00","date_gmt":"2020-02-26T08:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=41660"},"modified":"2020-04-23T10:17:19","modified_gmt":"2020-04-23T08:17:19","slug":"wenn-der-postbote-zweimal-klingelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/41660\/wenn-der-postbote-zweimal-klingelt\/","title":{"rendered":"Wenn der Postbote zweimal klingelt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Credit Suisse geht gegen AktivistInnen vor statt Klimaverantwortung zu \u00fcbernehmen. Zeit, sie brieflich wieder mal daran zu erinnern, dass ihre dreckigen Gesch\u00e4fte mit der Klimakrise ein zunehmendes Reputationsrisiko darstellen.<\/strong><\/p>\n\n<p>\u00abWir haben uns zum Ziel gesetzt, die angesehenste Bank weltweit zu werden.\u00bb Dieser Satz ist im \u00ab<a href=\"https:\/\/www.credit-suisse.com\/media\/assets\/about-us\/docs\/our-company\/our-governance\/standards-policies\/code-of-conduct-de.pdf\">Code of Conduct\u00bb<\/a> der Credit Suisse (CS) zu lesen. Und weiter: \u00abDer Code of Conduct legt unsere ethischen Grundwerte und professionellen Standards fest. Wir erwarten von unseren Verwaltungsratsmitgliedern und Mitarbeitenden, dass sie sich bei der Umsetzung unserer Vision daran halten. Nur wenn wir diese Rahmenbedingungen einhalten, k\u00f6nnen wir unseren Ruf, der f\u00fcr Integrit\u00e4t, faire Handlungsweise und umsichtiges Risikoverhalten steht, aufrecht erhalten und festigen.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Diese Rahmenbedingungen wurden offensichtlich auf verschiedenen Ebenen und unter verschiedenen Aspekten nicht eingehalten. Dabei denken wir nicht nur an die Spionageaff\u00e4ren, sondern vor allem auch an das Verhalten des Managements der systemrelevanten Grossbank in Bezug auf die Klimakrise. Wir haben CS-Verwaltungsratspr\u00e4sident Urs Rohner und dem gesamten Verwaltungsrat einen Brief geschickt. Wir fordern sie auf, der Frage nachzugehen, ob die Bank Greenpeace-AktivistInnen ausspionieren liess, wie dies in den Medien zu lesen war. Wir wollen Antworten dazu. Dass Greenpeace wie auch andere Zivilgesellschaftsorganisationen Ziel einer Infiltration seitens eines Konzerns werden, ist verwerflich und leider keine \u00dcberraschung mehr. Bei diesen toxischen Praktiken von Credit Suisse, darf die Frage nicht vergessen werden, wann die F\u00fchrung der Bank bereit sein wird, Verantwortung f\u00fcr die Klimaauswirkung ihrer Gesch\u00e4fte zu \u00fcbernehmen. Die Eind\u00e4mmung der Klimaerhitzung ist eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen der Menschheit. Der Klimanotstand ist auf der ganzen Welt zunehmend sp\u00fcrbar und sichtbar, so dass es kaum noch verst\u00e4ndlich ist, wenn ein Finanzinstitut wie die CS weiterhin mit fossilen Energiesektoren Gesch\u00e4fte macht, als ob es kein Morgen g\u00e4be.<\/p>\n\n<p>Laut der \u00f6ffentlichen Klimaerkl\u00e4rung der Bank \u00aberkennt die Credit Suisse ihre Mitverantwortung bei der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels an, indem sie den \u00dcbergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft unterst\u00fctzt.\u00bb Das sind bisher nichts als leere Worte &#8211; wir nehmen auf keiner Ebene und zu keinem Zeitpunkt die \u00dcbernahme von Klimaverantwortung durch die Grossbank wahr. Die Bank gelangt nicht damit in die Schlagzeilen, dass sie gegen die Klimakrise, sondern mit H\u00e4rte gegen friedliche KlimaaktivistInnen vorgeht. Wir fordern den Verwaltungsrat dazu auf, die <a href=\"https:\/\/www.banktrack.org\/blog\/swiss_banks_are_lashing_out_at_climate_activists_rather_than_taking_action_this_has_to_stop\">dutzenden Strafantr\u00e4ge gegen KlimaaktivistInnen<\/a> zur\u00fcckziehen zu lassen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Andere global t\u00e4tige Banken wie die Royal Bank of Scotland (neu: Natwest) zeigen derweil Leadership-Qualit\u00e4ten und k\u00fcndigen <a href=\"https:\/\/www.rbs.com\/rbs\/about\/climate.html\">ambitionierte Klimaaktionspl\u00e4ne<\/a> an.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Verantwortung f\u00fcr die Klimaauswirkungen der Bankgesch\u00e4fte zu \u00fcbernehmen, w\u00fcrde bedeuten, verbindliche Massnahmen einzuleiten, um die Finanzfl\u00fcsse der Bank bis sp\u00e4testens 2030 klimaneutral zu machen. Dazu m\u00fcssten als Erstes die Gesch\u00e4fte der Bank mit Unternehmen, die mit Kohle, Teersand und anderen extremen fossilen Brennstoffen handeln, sofort beendet werden.\u00a0<\/p>\n\n<p><strong>Update vom 26. Februar 2020: <\/strong> Wir haben derweil auch die Eidg. Finanzmarktaufsicht (FINMA) brieflich kontaktiert und aufgefordert, die mutmassliche Infiltration zu untersuchen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unser Aufruf zum konkreten Klimaschutz:<\/h2>\n\n<p>&#8211; Die Credit Suisse legt ihre Klimarisiken umgehend offen und verpflichtet sich offiziell zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, in \u00dcbereinstimmung mit dem 1.5 Grad Ziel.&nbsp;<\/p>\n\n<p>&#8211; Die Credit Suisse stoppt bis sp\u00e4testens Ende 2020 die Neufinanzierung von Projekten und Unternehmen, die Kohle, Teersand oder \u00d6l aus der Arktis und der Tiefsee f\u00f6rdern, Fl\u00fcssigerdgas exportieren oder Kohlekraftwerke betreiben. F\u00fcr bestehende Finanzierungen m\u00fcssen Auslaufphasen definiert und eingeleitet werden.<\/p>\n\n<p>&#8211; Die Credit Suisse ver\u00f6ffentlicht bis sp\u00e4testens Ende 2020 einen konkreten Handlungsplan mit Absenkpfad der finanzierten Emissionen, Zwischenzielen und entsprechenden internen Richtlinien, um mit ihrem globalen Gesch\u00e4ft bis sp\u00e4testens 2030 klimaneutral zu werden.<\/p>\n\n<p>Falls die f\u00fcrstlich bezahlte F\u00fchrung der Bank weiterhin unt\u00e4tig bleibt wie bisher, ist davon auszugehen, dass der Ruf der Bank weiter so schnell schmelzen wird wie das arktische Eis. Denn das dreckige Gesch\u00e4ft mit der Klimakrise ist nicht nur zunehmend ein gesch\u00e4ftliches Risiko, sondern immer mehr auch ein Reputationsrisiko.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Credit Suisse geht gegen AktivistInnen vor statt Klimaverantwortung zu \u00fcbernehmen. 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