{"id":43364,"date":"2020-04-20T10:00:00","date_gmt":"2020-04-20T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=43364"},"modified":"2020-04-20T12:07:49","modified_gmt":"2020-04-20T10:07:49","slug":"zero-waste-in-zeiten-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/43364\/zero-waste-in-zeiten-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Zero Waste in Zeiten der Pandemie"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Sind Mehrwegverpackungen gef\u00e4hrlich? Was sagt die Wissenschaft dazu?<\/strong> <strong>Die Ausnahmesituation stellt viele Menschen vor die Frage, wie lange der Coronavirus ausserhalb des menschlichen K\u00f6rpers \u00fcberlebt. Ist er durch Ber\u00fchrungen von Oberfl\u00e4chen wie Verpackungen \u00fcbertragbar? Ist die Angst vor einer Ansteckung \u00fcber wiederverwendbare Beh\u00e4lter gerechtfertigt? Ein \u00dcberblick zu wissenschaftlichen Studien und praktische Ratschl\u00e4ge schaffen Klarheit.<\/strong><\/p>\n\n<p>Es liegt in der DNA von Greenpeace, sich an die Fakten zu halten. So auch beim Coronavirus: Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte britische Studie zeigt, dass das Virus auf Oberfl\u00e4chen \u00fcberleben kann, wobei die Dauer je nach Material unterschiedlich lang ist. Bei Kupfer betr\u00e4gt sie vier Stunden, auf anderen Metalloberfl\u00e4chen 24 Stunden, auf Karton 48 Stunden und auf Kunststoff bis zu 72 Stunden. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, dass das Coronavirus auf Mehrweg- wie auch Einwegbeh\u00e4ltern jeglichen Materials auftreten kann. Ratschlag Nummer 1 lautet daher, strikte Hygiene- und Desinfektionsregeln einzuhalten: Gr\u00fcndliches H\u00e4ndewaschen sowie Reinigen der wiederverwendbaren Beh\u00e4lter, Flaschen und Beutel mit heissem Wasser und Seife.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist Einweg oder Mehrweg hygienischer?<\/h2>\n\n<p>Seit dem Lockdown bleiben alle Restaurants in der Schweiz geschlossen, einige Lokale bieten Mitnahme- oder auch Lieferservices an. Die Gastronom*innen handhaben die Frage nach Einweg- oder Mehrwegbeh\u00e4ltern unterschiedlich. Aufgrund von Bedenken ihrer Mitarbeiter*innen verwenden manche zurzeit einzig Einwegplastik, da es ihnen sicherer scheint. Andererseits bevorzugen einige Kund*innen eigene Mehrwegbeh\u00e4lter: Sie gehen davon aus, nur so die Kontrolle \u00fcber die Hygiene zu haben, weil sie diese Beh\u00e4lter selbst reinigen.<\/p>\n\n<p>Das Berner Restaurant Fischerst\u00fcbli nimmt den G\u00e4sten die Entscheidung ab und wird von deren Begeisterung f\u00fcr Mehrwegboxen f\u00f6rmlich \u00fcberrannt. Und beim Restaurant Samses in Z\u00fcrich heisst es: \u00abUnsere G\u00e4ste d\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich ihre eigenen Beh\u00e4lter mitbringen.\u00bb Jeannette Morath von <a href=\"https:\/\/www.recircle.ch\/\">reCircle<\/a>, einem Unternehmen, das Mehrwegbeh\u00e4lter f\u00fcr Restaurants anbietet, erkl\u00e4rt: \u00abUnsere Anbieter waschen die Boxen selber ab und wissen somit, dass sie auch wirklich sauber sind. Aus diesem Grund setzen auch viele Restaurants, die neuerdings Essen zum Mitnehmen anbieten, auf unsere Boxen. Darunter Unternehmen, die Mahlzeiten f\u00fcr \u00e4ltere Menschen ausliefern.\u00bb<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d94a804b-gp0sttj5y_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-43376\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d94a804b-gp0sttj5y_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d94a804b-gp0sttj5y_medium_res_with_credit_line-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d94a804b-gp0sttj5y_medium_res_with_credit_line-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d94a804b-gp0sttj5y_medium_res_with_credit_line-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d94a804b-gp0sttj5y_medium_res_with_credit_line.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Leckerbissen in einen Mehrwegbeh\u00e4lter vom Unternemen &#171;reCircle&#187;<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nichts f\u00fchrt am Waschen vorbei<\/h2>\n\n<p>Wie bereits unsere Kolleg*innen von Greenpeace USA festhielten, gibt es in Wahrheit keinen Ersatz f\u00fcr strikte Hygiene. Bloss weil ein Produkt aus Einwegplastik besteht, bedeutet das nicht, dass die Wahrscheinlichkeit der Viren\u00fcbertragung w\u00e4hrend der Verwendung geringer ist. Statt die Bem\u00fchungen zur Bew\u00e4ltigung der weltweiten Plastikverschmutzung zu unterlaufen, m\u00fcssen Regierungen und Unternehmen Systeme einf\u00fchren, welche die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung und der Umwelt f\u00f6rdern \u2013 und den Konsument*innen wiederverwendbare Optionen bieten.<\/p>\n\n<p>Die Ratschl\u00e4ge der Gesundheitsexpert*innen bieten den besten Weg, mit der Corona-Epidemie umzugehen. \u00abDie Entscheidungen, die wir in dieser Krise treffen, sollten sich auf die Wissenschaft und den Rat von Fachleuten des Gesundheitswesens st\u00fctzen. Und nicht darauf, was Lobbyisten der fossilen Energie- und Kunststoffindustrie behaupten\u00bb, sagt John Hocevar, Verantwortlicher der Meereskampagne von Greenpeace USA. \u00abWo immer wiederverwendbare Produkte eine Option sind, liegt es an uns, den Beitrag zum gegenseitigen Schutz zu leisten. Und zwar indem wir Mehrwegprodukte nach jedem Gebrauch gr\u00fcndlich waschen. \u00dcber diese Krise hinaus m\u00fcssen Unternehmen alles nur M\u00f6gliche tun, um die hygienische Produkte-Lieferung und -Verteilung zu gew\u00e4hrleisten \u2013 und die Gesundheit von Mitarbeiter*innen und Kund*innen sowie die Umwelt zu sch\u00fctzen.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hier ein paar Tipps, um bei Fragen zu Mehrwegbeh\u00e4ltern und Gesundheit zwischen Realit\u00e4t und Fake News unterscheiden zu k\u00f6nnen:<\/h3>\n\n<p><strong>Ist es sicher, weiterhin wiederverwendbare Beh\u00e4lter zu verwenden?<\/strong><\/p>\n\n<p>Ja, wenn du sie richtig w\u00e4schst: Seife und heisses Wasser sind wirksame Mittel, um Oberfl\u00e4chen gegen Viren wie Covid-19 und Bakterien zu desinfizieren. Auch Haushalts- und Industriesp\u00fclmaschinen sind bei der Desinfektion von Geschirr und Mehrwegbeh\u00e4ltern wirksam. Ein Virus kann ein Geschirrsp\u00fclprogramm nicht \u00fcberleben laut Vineet Menachery, Assistenzprofessorin f\u00fcr Mikrobiologie an der University of Texas School of Medicine.<\/p>\n\n<p><strong>Sind Einwegverpackungen sicherer?<\/strong><\/p>\n\n<p>Nein, nicht im Vergleich zu sorgf\u00e4ltig gewaschenen Mehrwegbeh\u00e4ltern. Einwegartikel k\u00f6nnen krankmachende Viren und Bakterien enthalten, die sich w\u00e4hrend der Herstellung, des Transports, der Lagerung und des sp\u00e4teren Gebrauchs festsetzen. Bei Einwegprodukten hast du logischerweise keine Ahnung, wer sie ber\u00fchrt hat. Bei deinem eigenen wiederverwendbaren Beh\u00e4ltern hingegen weist du es!<\/p>\n\n<p><strong>Kann ich immer noch in Unverpackt-Lebensmittelgesch\u00e4ften einkaufen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Ja, das kannst du. Das Coronavirus wird vor allem durch Husten, Niesen und Ber\u00fchrungen verbreitet. Solange dein Unverpackt-Gesch\u00e4ft die Massnahmen f\u00fcr das Distanz-Halten und f\u00fcr die Reinigung von Beh\u00e4ltern, Theken und Zahlungsmitteln einh\u00e4lt und daf\u00fcr sorgt, dass die Kund*innen beim Betreten und Verlassen des Gesch\u00e4fts die H\u00e4nde desinfizieren k\u00f6nnen, musst du dich nicht mehr Sorgen als in einem herk\u00f6mmlichen Lebensmittelgesch\u00e4ft. Vergiss nicht, deine Beh\u00e4lter vor und nach dem Einkaufen mit heissem Wasser und Seife zu waschen.<\/p>\n\n<p>Wenn du bef\u00fcrchtest, Tr\u00e4ger*in des Virus zu sein, gilt die Regel: Bleib zu Hause und lass dir von jemand anderem deine Eink\u00e4ufe liefern. Einige Unverpackt-L\u00e4den bieten auch einen Lieferservice. Erkundige dich, welche M\u00f6glichkeiten  bei deinem Wohnort zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n\n<p><strong>Welche Massnahmen sollten in Zukunft ergriffen werden, um auf diese Art von Gesundheitskrise reagieren zu k\u00f6nnen, ohne das Zero-Waste-Modell zu untergraben?<\/strong><\/p>\n\n<p>Mancherorts haben sich Initiativen entwickelt, um Restaurants und Caf\u00e9s mit wiederverwendbaren Bechern und sauberen, hygienischen Beh\u00e4ltern zum Mitnehmen zu versorgen. Beispielsweise werden verschmutzte Becher in speziellen Beh\u00e4ltern gesammelt, in gewerblichen Sp\u00fclmaschinen gewaschen, desinfiziert und dann wieder eingesetzt.<\/p>\n\n<p>Gr\u00f6ssere Unternehmen verf\u00fcgen \u00fcber die Mittel, um auf die Plastikkrise zu reagieren: Sie k\u00f6nnen neue Systeme kreieren, die den \u00dcbergang zu weniger Verschwendung sichern und gleichzeitig h\u00f6chsten Hygienestandards gen\u00fcgen.<\/p>\n\n<p>Eines ist sicher: Diese Pandemie wird zwar noch f\u00fcr einige Zeit viele Dinge in unserem Leben beeinflussen, aber sie wird unsere Grundwerte nicht ver\u00e4ndern, wie zum Beispiel das Streben nach einem gesunden Planeten und einer fairen und nachhaltigen Wirtschaft.<\/p>\n\n<p><strong><a>M\u00f6chte<\/a>st du in der Zwischenzeit weiterhin etwas gegen die Plastikverschmutzung tun und auch in Zeiten von Corona deinen Abfall-Fussabdruck verkleinern ?<\/strong><\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/42192\/zero-waste-in-zeiten-von-corona\/\">Erfahre mehr<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind Mehrwegverpackungen gef\u00e4hrlich? 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