{"id":43771,"date":"2020-04-23T09:24:00","date_gmt":"2020-04-23T07:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=43771"},"modified":"2020-04-25T15:56:21","modified_gmt":"2020-04-25T13:56:21","slug":"trockenheit-und-radioaktivitaet-toxische-mischung-in-tschernobyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/43771\/trockenheit-und-radioaktivitaet-toxische-mischung-in-tschernobyl\/","title":{"rendered":"Toxische Mischung in Tschernobyl"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Seit Wochen brennen in der Sperrzone des havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl die W\u00e4lder. Die Lage schien unter Kontrolle zu sein. Dann flammten sie wieder auf. Das zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen. Und die zunehmende Trockenheit wird immer mehr zur Gefahr.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Einwohner*innen der Region Kiew brauchen starke Nerven. Seit Wochen k\u00e4mpfen sie im wirtschaftlich und politisch arg gebeutelten Land mit den Folgen des Corona-Lockdowns \u2013 viele k\u00f6nnen sich nicht einmal eine Krankenversicherung leisten. Und nun brennen in der Sperrzone des 100 Kilometer entfernten havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl  seit Wochen die W\u00e4lder. Die Menschen in der ukrainischen Hauptstadt und ihrem Umland f\u00fcrchten sich vor dem radioaktiven Rauch \u2013 auch wenn die Beh\u00f6rden nicht m\u00fcde werden, zu betonen, dass die Belastung mit C\u00e4sium-137 unter dem Grenzwert liege.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gef\u00e4hrliche Bedingungen f\u00fcr Feuerwehrleute <\/h2>\n\n<p>An den Brandherden selbst sieht das ganz anders aus: Die L\u00f6scharbeiten konnten nicht so gezielt voranschreiten, wie das bei normalen Waldbr\u00e4nden der Fall w\u00e4re \u2013 die Feuerwehrleute k\u00f6nnen nicht f\u00fcr lange Zeit unter der hohen Strahlenbelastung arbeiten.&nbsp;Sie sind dort noch weiteren radioaktiven Stoffen ausgesetzt: sogenannten Alpha- und Beta-Strahlern wie Plutonium-239, Americium-241 oder Strontium-90. Im Gegensatz zu Gamma-Strahlern wie C\u00e4sium-137 lassen sich diese Alpha- und Beta-Strahler schwer an Ort und Stelle messen und verursachen durch Einatmen gesundheitliche Sch\u00e4den. Die Betroffenen werden sozusagen von innen verstrahlt. Hunderte Feuerwehrleute haben mit grossem Einsatz Schlimmeres in der kontaminierten Zone verhindert. Nach wie vor geht von Tschernobyl eine grosse Gefahr aus \u2013 w\u00e4ren Flammen auf die Atomruine des havarierten Kernkraftwerks \u00fcbergeschlagen oder ein nahegelegenes Atomm\u00fclllager, w\u00e4ren die Folgen unabsehbar. Und die L\u00f6scharbeiten erneut um Gr\u00f6ssenordnungen schwieriger.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zunehmende Trockenheit eine Gefahr  <\/h2>\n\n<p>Br\u00e4nde in der Region sind an sich nichts Ungew\u00f6hnliches \u2013 das gewaltige Ausmass in diesem Jahr ist allerdings beispiellos. Trockenheit und eine fehlende Schneedecke im Winter bereiteten dem Feuer wohl den Boden \u2013 ein globaler Trend, der auch die Ukraine betrifft. Das aktuelle Fiasko ist zwar anders als der Gau vor 34 Jahren, trotzdem l\u00e4sst es sich nur mit den&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende\/tschernobyl\" target=\"_blank\">schicksalhaften Tagen im April 1986&nbsp;<\/a>zusammen betrachten: Was die Feuer in der Ukraine so gef\u00e4hrlich macht, sind die kontaminierten B\u00f6den. \u00abBei Br\u00e4nden kann eine erhebliche Menge Radioaktivit\u00e4t freigesetzt werden\u00bb, so Heinz Smital, Greenpeace-Experte f\u00fcr Atomenergie. Es ist keine neue Erkenntnis, aber man kann es nicht oft genug sagen: Die Altlasten der Atomkraft sind ein Problem, das man nicht l\u00f6sen kann. \u00abDie derzeitigen Vorf\u00e4lle um Tschernobyl zeigen, dass ein Atomunfall niemals abgeschlossen ist. Die Bev\u00f6lkerung kann danach nicht mehr zur Tagesordnung \u00fcbergehen\u00bb, so Smital. Der Reaktor in der Ukraine war eine Gefahr, als er gebaut wurde \u2013 er ist es heute als Ruine, und er wird es auch noch f\u00fcr lange Zeit bleiben.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n\n<p><\/p>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Wochen brennen in der Sperrzone des havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl die W\u00e4lder. Die Lage schien unter Kontrolle zu sein. Dann flammten sie wieder auf. Das zeigt: Ein GAU ist niemals abgeschlossen. Und die zunehmende Trockenheit wird immer mehr zur Gefahr.<\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":43780,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-43771","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43780"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43771"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=43771"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=43771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}