{"id":43921,"date":"2012-04-21T07:00:00","date_gmt":"2012-04-21T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=43921"},"modified":"2020-05-16T13:02:12","modified_gmt":"2020-05-16T11:02:12","slug":"dumpster-diver-leckerbissen-aus-dem-container","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/43921\/dumpster-diver-leckerbissen-aus-dem-container\/","title":{"rendered":"Dumpster Diver &#8211; Leckerbissen aus dem Container"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Grossverteiler schmeissen j\u00e4hrlich Tonnen von Lebensmitteln weg \u0097 wegen \u00fcbertriebener Hygiene und Verfallkriterien. Einige wenige Menschen haben begonnen, sich dieser Wegwerfkultur zu widersetzen. Sie \u00abcontainern\u00bb sich ihre Nahrung aus dem M\u00fcll. Nicht aus Armut, aus Protest.<\/strong><\/p>\n\n<p><span class=\"dropcap\">D<\/span>ie aktuelle Studie der FAO (Food and Agriculture Organization) zeigt: Auf jeden Europ\u00e4er kommen im Schnitt pro Kopf, pro Jahr 280 &#8211; 300\u2009kg weggeworfene Nahrungsmittel. Davon schmeisst der europ\u00e4ische Konsument 95 &#8211; 115 kg weg.<\/p>\n\n<p class=\"has-text-align-left\">In der Schweiz landen j\u00e4hrlich 765&#8217;000 Tonnen organische Substanzen im Abfall. Aktuelle Daten, wie viel davon nun Lebensmittel sind, gibt es nicht. Das sind verpackte Lebensmittel, Speisereste und K\u00fcchenabf\u00e4lle, aber auch Gartenabf\u00e4lle. Doch was Markus Christen, Leiter der letzten Erhebung der Kehrichtzusammensetzung 2001 am meisten \u00fcberraschte, ist die Qualit\u00e4t der weggeworfenen Lebensmittel: \u00abWir h\u00e4tten uns problemlos eine Woche davon ern\u00e4hren k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Kein Wunder, wenn schon eine Unterbrechung der K\u00fchlkette beim Transport ausreichen kann, um hunderte Kilos Nahrung zu vernichten. Laut Hygienevorschriften m\u00fcssen die Lebensmittel entsorgt werden, egal, ob sie noch geniessbar sind. Noch viel schlimmer mutet an, dass Essen aufgrund von unerf\u00fcllten Sch\u00f6nheitskriterien im Container landet, zum Beispiel Obst wegen ein bisschen Schorf oder einer Druckstelle. Ist die Ware abgepackt, wandert die ganze Packung in den Eimer und nicht nur der eine h\u00e4ssliche Apfel oder die eingedr\u00fcckte Dose.<\/p>\n\n<p>Die Container hinter zahllosen Superm\u00e4rkten bezeugen diese Praxis. Von Greenpeace um eine Stellungnahme zum Containern gebeten, reagieren die Detailh\u00e4ndler unterschiedlich: Denner schweigt. Aldi wirft weg, was das Mindesthaltbarkeitsdatum \u00fcberschritten hat \u2014 in abgeschlossenen Containern: \u00abDamit keine Personen kommen und nach Essensresten Ausschau halten\u00bb, erkl\u00e4rt Sven Bradke, Mediensprecher von Aldi Suisse. Die Angst vor der Verantwortung f\u00fcr verdorbene Lebensmittel ist zu gross. Verg\u00fcnstigt abgegeben werden nur wenige Lebnsmittel wie z.\u2009B. Brot, an die Mitarbeitenden gar nichts.<\/p>\n\n<p>Sabine Vulic, Mediensprecherin bei Coop, versichert: \u00abBei uns landet nichts im Container.\u00bb Klar definiert sei, was mit nicht verkaufter Ware geschehe: Preisreduktion f\u00fcr Kunden und Mitarbeitende und Abgabe an soziale Institutionen wie \u00abTischlein deck dich\u00bb und \u00abSchweizer Tafel\u00bb. Aber auch Coop entsorgt j\u00e4hrlich 12&#8217;000 Tonnen Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse. Sie werden zu Tierfutter oder zu Biogas verarbeitet.<\/p>\n\n<p>Urs Naef, Mediensprecher von Migros, m\u00f6chte zum Containern \u00abeigentlich keine Stellung nehmen\u00bb. Man sei bem\u00fcht, nichts wegzuwerfen. Migros verkauft Produkte, die kurz vor dem Verkaufsdatum sind, mit bis zu 50 Prozent Rabatt. Falls die Produkte auch dann nicht \u00fcber den Ladentisch weggehen, d\u00fcrfen die Mitarbeitenden sie bis zum Haltbarkeitsdatum mit einem 75-Prozent-Preisabschlag erwerben. Auch der orange Riese ber\u00fccksichtigt soziale Netzwerke, die mit ausgekl\u00fcgelter Logistik die Ware kurz vor der Unverk\u00e4uflichkeit an Bed\u00fcrftige weitergeben. Letztlich schafft auch die Migros tonnenweise Nahrung in die Biogasanlage.<\/p>\n\n<p>Auch wenn\u2019s absurd klingt: \u00abBesser eine energetische Nutzung als gar keine\u00bb, findet Roland Sch\u00fcren. Als erster B\u00e4cker in Deutschland bezieht er die Energie f\u00fcr seinen Betrieb aus alten Broten. Trotzdem w\u00e4hre es besser, nur soviel zu produzieren, wie wir brauchen.<\/p>\n\n<p>Meine Cousine Mia ist neun Jahre alt und hat eine neue Leidenschaft: das \u00abMindesthaltbarkeitsdatum\u00bb. \u00ab13.09.2011\u00bb, murmelt sie nachdenklich, die Packung pr\u00fcfend in den H\u00e4nden haltend, \u00abdas ist heute. Sie ist schlecht; die Milch kann man nicht mehr trinken.\u00bb Und was soll mit der Milch passieren? \u00abWegwerfen, nat\u00fcrlich.\u00bb Geruchs- und Kostprobe stimmen sie um; die Milch wird vom Ausguss verschont. Tats\u00e4chlich ist die Macht des aufgedruckten Datums heute gr\u00f6sser als das Vertrauen in die eigenen f\u00fcnf Sinne.<\/p>\n\n<p>Arch\u00e4ologen fanden Honig in alt\u00e4gyptischen Gr\u00e4bern \u2014 geniessbar. Der hohe Zuckergehalt und nat\u00fcrliches Antibiotika machen Schimmeln unm\u00f6glich. Es m\u00fcssen ja nicht gerade Jahrtausende sein. Honig kann im Dunkeln bei 10 Grad mindestens zehn Jahre verwahrt werden, bloss wissen das die wenigsten. Erst 2006 hat der Bund festgelegt, die Haltbarkeit von Honig zu begrenzen. Inzwischen war n\u00e4mlich n\u00fctzliches Wissen \u00fcber die Konservierung von Produkten verloren gegangen. Oder lagert jemand heute noch \u00c4pfel und Kartoffeln gemeinsam, weil das Ethylen der \u00c4pfel die Keimung der Kartoffeln verlangsamt?<\/p>\n\n<p>Bei vielen Produkten k\u00f6nnten unsere Sinne problemlos \u00fcber die Geniessbarkeit entscheiden. Beim Wein eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit: Hier hat sich ein Wissen um richtige Lagerung erhalten; wer w\u00fcrde schon auf einer reifen Flasche Ch\u00e2teau Margaux nach einem Verfalldatum suchen? Besonders erstaunt der anscheinende Verlust des gesunden Vertrauens bei Milchprodukten: Dabei zeigt verdorbene Milch der Nase deutlich, ob sie noch in den Kaffee soll. Joghurt \u00fcberdauert im K\u00fchlschrank Monate, bis der Deckel sich w\u00f6lbt. Bestimmte K\u00e4se sind richtig gelagert jahrzehntelang essbar. Fr\u00fcher sollen Walliser in ihren besten Jahren Wein und K\u00e4se im Keller eingelagert haben, damit er \u2014 oft Jahrzehnte sp\u00e4ter \u2014 zu ihrem Begr\u00e4bnis gereicht w\u00fcrde.<\/p>\n\n<p>In unserem Verh\u00e4ltnis zur Nahrung spielt das Mindesthaltbarkeitsdatum eine zentrale Rolle. Seit 1967 gesetzlich geregelt, unterscheidet das Gesetz zwischen zwei Deklarationen: dem\u00abMindesthaltbarkeitsdatum\u00bb und \u00abVerbrauchsdatum\u00bb. Angaben wie \u00abAbgepackt am &#8230;\u00bb oder \u00abZu verkaufen bis &#8230;\u00bb sind freiwillig.<\/p>\n\n<p>Auf leicht verderbliche Lebensmittel, die gek\u00fchlt aufbewahrt werden m\u00fcssen, wird die Deklaration \u00abVerbrauchen bis\u00bb angewendet. Diese Produkte d\u00fcrfen nach Ablauf weder verkauft noch an soziale Institutionen abgegeben werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird laut der Schweizer Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (SGE) f\u00fcr haltbare Lebensmittel vergeben. Abgelaufene Produkte m\u00fcssen nicht weggeworfen, sondern d\u00fcrfen zu einem g\u00fcnstigeren Preis verkauft werden. Allerdings ist der Hersteller von seiner Garantiepflicht befreit. Gleichzeitig r\u00e4umt die SGE ganz klar ein, dass diese Produkte auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums f\u00fcr den Verzehr meist unbedenklich sind. So auch in den Niederlanden. Hier forderte die Supermarktkette Jumbo ihre Kunden auf, alle Produkte mit einer Haltbarkeit von weniger als zwei Tagen mitzunehmen \u2014 gratis. Aber es ist weniger die Sorge um gesundheitliche Risiken, sondern mehr die um entgangene Profite, die L\u00e4den dazu veranlasst, Ware zu entsorgen anstatt zu verschenken. Ergo, ran an die Container!<\/p>\n\n<p>\u00abContainern\u00bb ist in der Schweiz zwar verbreiteter, als die meisten annehmen, trotzdem spricht man nur wenig dr\u00fcber, und die Informationen sind sp\u00e4rlich. Anders in den USA. Dass an Partys demonstrativ M\u00fcll aufgetischt wird, ist keine Seltenheit. Containern hat Szenecharakter. Im Nachbarland Deutschland sind die Dumpster Diver gut informiert. Sites wie dumpstern.de formulieren Unmut und Protest gegen die Nahrungsmittelverschwendung, erkl\u00e4ren die juristische Lage und geben Tipps f\u00fcr ein entspanntes Containern.<\/p>\n\n<p>In den deutschen Grossst\u00e4dten hat Containern h\u00e4ufiger einen existenziellen als einenideologischen Hintergrund. Selten trifft man sich. Dann aber wird getauscht und geteilt.<\/p>\n\n<p>M\u00fcllcontainer, zug\u00e4nglich und ohne Schloss, gibt es in der Schweiz nicht viele, aber immerhin einige. Bei mir zu Hause sorgen Aldi, Denner und Spar f\u00fcr einen vollen Tisch. Wenn ich im Container w\u00fchle, zieht das Blicke auf sich: ver\u00e4chtliche, mit Spr\u00fcchen wie \u00abSchmarotzerm\u00e4dchen\u00bb, aber auch anerkennende. \u00abBeim n\u00e4chsten Mal gib Bescheid. Ich komme mit\u00bb, h\u00f6re ich nicht selten. Bei Tageslicht und unvermummt errege ich als normale, junge Frau mehr Aufmerksamkeit als eine \u00aburbane Guerillera\u00bb mit schwarzem Kapuzenpulli.<\/p>\n\n<p>Weil das Normale und der Abfall nicht zusammenpassen. Weil es in unserem Denken keinen Kontext hat. Es ist ein bisschen, als ob es die Nahrungsmittel im M\u00fcll nicht geben w\u00fcrde \u2014 obwohl jeder davon weiss. Was w\u00e4re, wenn M\u00fctter sich am Container bedienen w\u00fcrden? Adrette B\u00fcroangestellte auf dem Weg von der Arbeit? Das w\u00e4re politische Aktion \u2014 quer durch alle Schichten.<\/p>\n\n<p>Zuhause bewundere ich meine Beute: Tomaten, Salat, Orangen, Joghurt (und sogar einen Toaster, der einwandfrei funktioniert). Erstklassige Ware. Sie hat einen enorm hohen Preis. So berichtet B\u00e4cker Sch\u00fcren vom Stress immer ein volles Brotregal haben zu m\u00fcssen \u2014 bis zum Ladenschluss. Ist die gew\u00fcnschte Ware nicht vorhanden, geht der Stress f\u00fcr die Verk\u00e4ufer erst richtig los. Also ist das Angebot immer frisch und knackig, aber auch immer zuviel.<\/p>\n\n<p>Schuld sind wir Kunden, denn \u00abgenug ist nicht genug\u00bb.<\/p>\n\n<p>Laut dem Psychologen Stephan Gr\u00fcnewald \u00abkaufen wir nicht, was wir heute brauchen, sondern, was wir irgendwann mal brauchen werden. Wir versuchen, f\u00fcr jede Lebenslage ger\u00fcstet zu sein, und darum kaufen wir letztendlich immer zu viel.\u00bb Und das bezieht sich l\u00e4ngst nicht nur aufs Einkaufen f\u00fcr den eigenen Herd.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/a8c9c817-53c31c0266bbc3872f2aec456dd78820.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>Drei Diver beim dumpstern. <\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Containern hat etwas Anarchistisches<\/h2>\n\n<p>Marias Catering-Unternehmen sorgt f\u00fcr das kulinarische Wohl der G\u00e4ste. K\u00fcrzlich klang Verzweiflung aus ihrer Erz\u00e4hlung: \u00abWir mussten eine 600 Franken teure Hochzeitstorte wegschmeissen. Nur ein Viertel wurde gegessen \u2014 der Rest: in die Tonne. Auch verschenken durften wir nichts. Denn laut Vertrag geh\u00f6rt das Essen nicht uns, sondern dem, der es bezahlt hat.\u00bb Sie erz\u00e4hlt weiter: \u00abSelbst wenn der Kunde zustimmt, das Hygieneamt stellt sich quer \u2014 Essen, das nicht gek\u00fchlt wurde, sondern auf dem Tisch stand, muss weg. Ein Dilemma!\u00bb<\/p>\n\n<p>F\u00fcr viele hat Containern etwas Anarchistisches. Dumpster Diver bewegen sich vorwiegend im Dunkeln, ausserhalb der Gesch\u00e4ftszeiten \u2014 in einer juristischen Grauzone. Man f\u00fchlt sich seltsam illegal, obwohl man eigentlich nichts Verbotenes tut. Aber wem geh\u00f6rt denn eigentlich M\u00fcll? Information gibt Melzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel: \u00abWenn jemand Lebensmittel in einen M\u00fcllcontainer schmeisst, die ausschliesslich der Vernichtung zugef\u00fchrt werden sollen, dann kann jedermann dar\u00fcber verf\u00fcgen. Es ist nicht ein Geschenk an die Kehrichtabfuhr oder so \u00e4hnlich. Der Besitzer der Lebensmittel ist mit einer Vernichtung einverstanden. Somit gibt er den Gewahrsam auf, und es wird kein neuer Gewahrsam begr\u00fcndet.\u00bb<\/p>\n\n<p>In Deutschland sind die Grenzen entschieden sch\u00e4rfer gezogen: Hier kann Abfall einen Besitzer haben. Damit kann sein Entwenden strafrechtliche Folgen haben. Allerdings halten sich \u00f6ffentliches und polizeiliches Interesse am Stehlen von \u00abwertlosem\u00bb Gut in Grenzen, auch wenn es so k\u00f6stlich wie kostbar ist.<\/p>\n\n<p>Als Dumpster Diva (die weibliche Form von Diver) f\u00fchle ich mich immer wieder seltsam verkehrt. Als stehe die Welt auf dem Kopf. Nicht die Verschwendung und Vernichtung von Nahrungsmitteln gilt als strafbar, sondern allenfalls ihre \u00dcberf\u00fchrung zu ihrem eigentlichen Zweck.<\/p>\n\n<p>Die Idee, dass verschwendete Lebensmittel durch Steuerabgaben \u00abbestraft\u00bb werden sollen, ist nicht neu. Die Journalisten Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn fordern in ihrem Bericht \u00abTaste The Waste\u00bb: Produzenten und Handel sollten gesetzlich verpflichtet werden, alle unverk\u00e4uflichen Lebensmittel an soziale Institutionen abzugeben und was dar\u00fcber hinaus verdirbt, zu versteuern. Entsorgungskosten k\u00f6nnten so gespart, das Klima geschont werden.<\/p>\n\n<p>Seit Juli 2011 gilt in der Schweiz ein \u00abSchweinek\u00fcbelverbot\u00bb: Speisereste d\u00fcrfen nicht mehr an Tiere verf\u00fcttert werden \u2014 aus Angst vor Seuchen. In der EU f\u00fchrt das Verbot derzeit zu einer Mehrproduktion von etwa f\u00fcnf Millionen Tonnen Futtergetreide. Dabei k\u00f6nnten K\u00fcchenreste vor der Verf\u00fctterung mit Hitze behandelt werden.<\/p>\n\n<p>30&#8217;000 Tonnen organische Abf\u00e4lle allein bei Migros und Coop. Diese Zahl w\u00e4re noch gr\u00f6sser, f\u00e4nde nicht bereits auf den \u00c4ckern ein gnadenloser Sch\u00f6nheitswettbewerb statt. Viele Nahrungsmittel schaffen nicht einmal den Weg vom Acker ins Warenregal: Zu hart sind die Sch\u00f6nheitskriterien auch bei Kartoffel und Co. F\u00fcr die Landwirtschaft bedeutet das eine st\u00e4ndige \u00dcberproduktion, um Verluste durch unf\u00f6rmige Produkte zu vermeiden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Auflageliste ist schwer umsetzbar<\/h2>\n\n<p>So hat sich die Obst- und Gem\u00fcsebranche \u00abQualit\u00e4tsbestimmungen\u00bb auferlegt, zum Beispiel: Der Durchmesser der Fleischtomate muss zwischen 67 und 102 mm liegen. Die Salatgurke darf auf 10 cm L\u00e4nge maximal 10 mm gekr\u00fcmmt sein. F\u00fcr die verschiedenen Reifestufen gibt es Farbtabellen. Die Liste der Auflagen ist lang und scheint kaum umsetzbar. Perverserweise gilt sie auch f\u00fcr Pellati in der B\u00fcchse, P\u00fcree und Pizzabel\u00e4ge.<\/p>\n\n<p>Was nicht gen\u00fcgt, bleibt auf dem Acker liegen, landet bestenfalls im Kompost. Was w\u00e4re, male ich mir aus, wenn es einen Bauernmarkt f\u00fcr \u00abh\u00e4ssliches\u00bb Gem\u00fcse und Obst g\u00e4be? Was w\u00e4re, wenn wir lernen w\u00fcrden, unsere Nahrung wieder als etwas Existenzielles, ja, Heiliges zu verstehen?<\/p>\n\n<p>Carlo Petrini, Gr\u00fcnder von Slow Food, erz\u00e4hlt von alten Menschen in Italien, die ein heruntergefallenes St\u00fcck Brot aufheben und k\u00fcssen, bevor sie es wieder auf den Tisch legen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image alignnone  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3eae0e1a-58bc1c08eb6ac72a843597e6461a6c77.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption>En guet\u00e4! <\/figcaption><\/figure>\n\n<p><strong>Autorin<\/strong>: Inga Laas, Redakteurin und Umwelt-Ingenieurin. Irgendwo zwischen Digital Native und Digital Immigrant angesiedelt. Wenn sie nicht f\u00fcr Greenpeace schreibt, studiert sie Natur und Umwelt lieber analog. Vom Texten erholt sie sich beim G\u00e4rtnern, Lesen und Handwerken.<\/p>\n\n<p><strong>Fotografin<\/strong>: Olivia Heussler ist eine unabh\u00e4ngige Schweizer Fotografin. Sie dokumentierte unter anderem die Jugendunruhen in Z\u00fcrich in den 1980er Jahren, die nicaraguanische Revolution 1978\/79 und andere Befreiungsbewegungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grossverteiler schmeissen j\u00e4hrlich Tonnen von Lebensmitteln weg \u0097 wegen \u00fcbertriebener Hygiene und Verfallkriterien. <\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":43924,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[47],"tags":[33],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-43921","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-greenpeace","tag-ernaehrung","p4-page-type-hintergrund"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43921"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43921\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43924"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43921"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=43921"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=43921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}