{"id":44217,"date":"2019-02-13T07:00:00","date_gmt":"2019-02-13T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=44217"},"modified":"2020-06-02T17:03:35","modified_gmt":"2020-06-02T15:03:35","slug":"so-viel-wie-noetig-so-wenig-wie-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/44217\/so-viel-wie-noetig-so-wenig-wie-moeglich\/","title":{"rendered":"So viel wie n\u00f6tig, so wenig wie m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wir starten mit unserer Best-Of-Serie: In den n\u00e4chsten Monaten schalten wir in loser Folge die Lieblingsartikel unserer Redaktionsmitglieder<\/strong>&nbsp;<strong>nochmals auf.<\/strong><strong>&nbsp;Diese haben sie aus den meistgelesenen Online-Stories der letzten Jahre ausgesucht. Den Anfang macht \u00abSo viel wie n\u00f6tig, so wenig wie m\u00f6glich\u00bb \u2013 der Favorit unserer Chef-Redakteurin Tanja Keller, der perfekt zum Valentinstag passt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Jedes Jahr zum Valentinstag werden unendlich viele Blumen verschenkt, f\u00fcnfseitige Liebesbriefe f\u00fcr das Herzblatt verfasst und abends im Steak-Restaurant ein dickes St\u00fcck Fleisch vertilgt. An Mutter Erde wir dabei gar nicht gedacht: Die Rosen werden gr\u00f6sstenteils aus Afrika eingeflogen, was einen enormen CO2-Fussabdruck hinterl\u00e4sst. \u00dcber 40 Prozent des weltweit geschlagenen Holzes wird f\u00fcr unseren Papierkonsum ben\u00f6tigt. Und ein Steak verbraucht sage und schreibe 4000 Liter Wasser, bis es auf dem Teller liegt.<\/p>\n\n<p>An diesem Valentinstag schlagen wir deshalb vor, auch der Mutter Natur eine Freude zu machen. Anstatt eine Rose zu verschenken, \u00fcberrasche deinen Lieblingsmenschen doch mit einem ganzen Wald \u2013 in Form einer <a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/spenden\/greenpeace-patenschaft\/patenschaft-urwald\/\" target=\"_blank\">Urwaldpatenschaft<\/a>, die zum Schutz der wertvollen \u00d6kosysteme beitr\u00e4gt. Anstatt einem Besuch im Steakhouse stell dich selber an den Herd und bereite deinem Schatz mit einem veganen Men\u00fc eine Freude. Und anstatt f\u00fcr einen Liebesbrief unn\u00f6tig viel Papier zu verschwenden, schick deinem Schwarm eine Nachricht per Whatsapp \u2013 heutzutage dr\u00fcckt man sich ja sowieso nur noch mit Emojis aus.<\/p>\n\n<p>Das Thema Suffizienz f\u00e4ngt beim Valentinstag aber erst an. Damit du auch an anderen Tagen und vor allem in anderen Bereichen in deinem Leben etwas reduzieren kannst, haben wir dir in \u00abSo viel wie n\u00f6tig, so wenig wie m\u00f6glich\u00bb&nbsp;einen Fahrplan erstellt \u2013 der dich zu allen Stationen eines suffizienten Lebens bringt:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Schwarze Linie: Mit der Ringbahn gelangt man nicht nur von A nach B, sondern auch zu allen Formen der Suffizienz.<\/li><li><span style=\"color: #008000;\">Die Gr\u00fcne Linie: Du bist was Du isst.<\/span><\/li><li><span style=\"color: #ff0000;\">Die Rote Linie: Ein Weg mit vielen Abzweigungen und Variationen: das Teilen.<\/span><\/li><li><span style=\"color: #000080;\">Die Blaue Linie: Unmittelbar und direkt \u2013 der Konsum(verzicht)<\/span><\/li><li><span style=\"color: #99cc00;\">Die Hellgr\u00fcne Linie: Nichts geht \u00fcber den Mehrweg. Er haucht so manchen Dingen neues Leben ein.<\/span><\/li><li><span style=\"color: #b8a75c;\">Die Braune Linie: Reisen verbindet \u2013 auf allen Stufen.<\/span><\/li><li><span style=\"color: #ff99cc;\">Die Rosa Linie: Die Umlaufbahn unseres Lebens: Wohnen und Arbeiten<\/span><\/li><\/ul>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/1bc2c60d-554d16d5809fcfc072925e09a0c7f2f4.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bio-Food<\/h3>\n\n<p>Du konsumierst \u00fcberwiegend oder sogar ausschliesslich Bio. Bei dir z\u00e4hlen die inneren Werte. Dumpingpreise und Massenware lassen Dich kalt. Lieber weniger, daf\u00fcr bewusster und ges\u00fcnder kaufen, ist dein Motto. Das ist wunderbar und Natur und Umwelt werden es dir danken. Trotzdem gen\u00fcgt Bio allein dem Gedanken der Suffizienz nicht. Auf der richtigen Spur bist du erst dann, wenn (Bio-)Erdbeeren im Winter bei dir genauso wenig zu suchen haben wie der Schnee im Sommer. Chabis, R\u00f6slich\u00f6l und Federkohl setzen deiner Kreativit\u00e4t keine Grenzen und auf neuseel\u00e4ndische \u00c4pfel kannst du verzichten \u2013 auch wenn sie ungespritzt sind. Ein guter Anfang zur Nahrungs-Suffizienz ist die regionale Gem\u00fcsekiste. Die saisonalen Erzeugnisse und die N\u00e4he zum Produzenten sch\u00e4rfen den Blick f\u00fcrs Wesentliche. Daf\u00fcr muss es nicht immer Bio sein.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Veganismus<\/h3>\n\n<p>Du bist Veganer und beschreitest den Weg der Suffizienz mit erhobenem Haupt. Du bist was du isst: moralisch gefestigt. Was dich bez\u00fcglich Motivationen vom kleinen Bruder Vegetarier unterscheidet, ist der \u00c4rger \u00fcber den immensen CO2-Verbrauch bei der Produktion tierischer Erzeugnisse. Und weil diesbez\u00fcglich auch die Bio-Tierhaltung nichts bringt, ziehst du die letzte Konsequenz: Keinerlei tierische Produkte mehr. Keine tierischen Fette in der Seife, keine G\u00e4nsedaunen mehr im Bett und Leder schon gar nicht. Der Veganer fragt nicht, was wir wirklich brauchen. Er fragt, ob wir auch ohne k\u00f6nnen. Und ja, es geht: Vegan sein war noch nie so einfach. Parallel zur Popularit\u00e4t w\u00e4chst die Vielfalt an Fleischersatzprodukten. Aber wie suffizient ist vegan wirklich, wenn Sojawu\u0308rstchen und Tofugeschnetzeltes mehr Flugmeilen sammeln als ein Nichtveganer in seinem ganzen Leben?<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freeganismus\/Dumpster Diving<\/h3>\n\n<p>Zugegeben, Freeganismus, Dumpster Diving, Mu\u0308lltauchen oder Containern ist eine gew\u00f6hnungsbedu\u0308rftige Stufe der Suffizienz. Dafu\u0308r aber umso wirkungsvoller \u2013 schliesslich versucht der Freeganer ganz aufs Kaufen zu verzichten. Die Alternative heisst nicht, kriminell zu werden, sondern sich die Abfallcontainer der Superm\u00e4rkte vorzukn\u00f6pfen. Darin lagert so ziemlich alles, was die u\u0308bliche Kundschaft nicht mehr will. Empfehlenswert ist das besonders bei Temperaturen um null Grad. Da bleiben Obst, Gemu\u0308se und Joghurt besonders lange frisch. Achtung! Das Betreten umz\u00e4unter Gel\u00e4nde und das Aufbrechen von Containern gelten als Hausfriedensbruch und sind nicht zu empfehlen. Lieber frei stehende und offene Tonnen suchen \u2014 davon gibt\u2019s genug. Ach ja: Gummihandschuhe nicht vergessen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Tiny House Movement<\/h3>\n\n<p>Bau- und Wohnwagen haben ausgedient, jetzt kommt das Tiny House! Frei nach dem Motto \u00abKleiner geht\u2019s immer\u00bb stellt sich die Bewegung der Herausforderung, den Wohnraum auf das minimal N\u00f6tigste zu reduzieren. Daraus entstanden erstmals in den USA niedliche Miniaturausgaben moderner Einfamilienh\u00e4user. Komplett ausgestattet sind die H\u00e4uschen mit Kuschelfaktor nicht nur schrecklich gemu\u0308tlich, sondern auch noch mobil, weil oft mit R\u00e4dern versehen. Wir hoffen, dass der Trend bald nach Europa heru\u0308berschwappt.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Plastikstreiker<\/h3>\n\n<p>Der Plastikstreiker versteht sich gut mit der \u00abZero Waste\/Tante Emma reloaded\u00bb-Bewegung und ist von der Suffizienz her interessant, weil sich sein plastikloser Haushalt mengenm\u00e4ssig automatisch um etwa zwei Drittel reduziert. Kleider, Tupperware, Waschmaschine, das Babyphone, die Spu\u0308lmittelflasche und, und, und &#8230; f\u00e4llt alles weg. Sehr anstrengend. Vermutlich aber auch sehr gesund.<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Siehe: <a href=\"http:\/\/www.plastic-planet.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">plastic-planet.de<\/a><\/li><\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Minimalisten<\/h3>\n\n<p>Um es im Stil dieser Bewegung zu halten: So viel wie n\u00f6tig \u2013 so wenig wie m\u00f6glich.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geldstreiker<\/h3>\n\n<p>Geldstreiker schlagen jeden noch so hippen Minimalisten um L\u00e4ngen. Geld ist ja auch nur Papier. Bringt ausserdem Probleme, entfacht Kriege und schu\u0308rt Gier und Neid. H\u00f6chste Zeit, da mal aufzur\u00e4umen. Der Geldstreiker ist keineswegs faul, im Gegenteil: Er ist immer auf der Suche nach neuen M\u00f6glichkeiten, sich etwas dazuzuverdienen. Verdienen? Genau! Der Geldstreiker verdient sich den Lebensunterhalt mit Tauschgesch\u00e4ften. Einmal im Monat Rasenm\u00e4hen fu\u0308rs Warmwasser. Einmal Lieferdienst gegen Frischmilch macht satt fu\u0308r den Rest der Woche. Einmal Nachhilfe in Mathe gibt fu\u0308nf Kilo Dinkelmehl. Fest steht: Wer ohne Geld lebt, braucht ein dichtes Netz an Freunden und Bekannten \u2013 und Freunde wiederum machen glu\u0308cklich. \u00dcberhaupt hat der Geldstreiker viel Zeit, in der er sich nicht nur Gedanken daru\u0308ber machen kann, was ihn wirklich glu\u0308cklich macht, sondern auch daru\u0308ber, wie er das Gedachte umsetzen kann.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sharing<\/h3>\n\n<p>Sharing (Teilen) ist das geheime Zauberwort der Suffizienz. Nutzen statt besitzen. Was ich nicht fu\u0308r mich pers\u00f6nlich brauche (meine Zahnbu\u0308rste oder den Rechner) und nur selten benutze (das Auto oder eine DVD, die ihren Kinoauftritt schon hinter sich hat), kann ich genauso gut teilen. Dann nehmen die Dinge auch keinen Platz weg. Teilen macht Schule, etwa bei Autos, Velos, Filmen, Bu\u0308chern oder gar herrenlosen Obstb\u00e4umen. Wer sein Fondueset oder den Entfeuchter nicht l\u00e4nger allein benutzen m\u00f6chte, kann beides auf der Schweizer Plattform Sharely anbieten. Hier dreht sich alles um das Vermieten und Mieten von Alltagsgegenst\u00e4nden \u2013 gegen eine meist minimale Gebu\u0308hr.<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Teilen leicht gemacht von <a href=\"https:\/\/sharoo.com\/?gclid=CPn507_ro8QCFceWtAodjg4A6Q\">Autos<\/a> und von <a href=\"http:\/\/www.bikesharing.ch\/de\">Velos<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/sharely.ch\/\">Alles was die Welt braucht<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/mundraub.org\/\">Herrenlose Obstb\u00e4ume<\/a>. Mmmmh lecker!<\/li><\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vegetarier<\/h3>\n\n<p>Als Vegetarier erklimmst du die erste Stufe der Suffizienz, du betrittst sozusagen die Bu\u0308hne der Ern\u00e4hrungssuffizienzler. Als Laktovegetarier (Milchprodukte sind erlaubt), Lakto-Ovo-Vegetarier (auch Eier sind nicht verboten) und \/ oder Pescetarier (Fisch darf auch mal sein) verzichtest du auf Fleisch. Was dich motiviert, ist die Liebe zum Tier, die Sorge ums Klima oder schlicht der Wunsch nach einer gesu\u0308nderen Ern\u00e4hrung (obwohl Letzteres nicht abschliessend bewiesen ist) \u2014 oder alles zusammen. Die Gru\u0308nde, Vegetarier zu sein, sind vielschichtig. Dein bewusster Verzicht fu\u0308hrt dich zwangsl\u00e4ufig zur ersten Frage der Suffizienz: Was ist n\u00f6tig, was brauchen wir wirklich? Fleisch geh\u00f6rt anscheinend nicht dazu.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3ef02292-9fbb3c2e7de974ee317cdacced2304bd.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">U\u0308nique<\/h3>\n\n<p>Die Suffizienz besch\u00e4ftigt sich mit der Frage nach dem Wesentlichen. Bei \u00dcnique sind es schlicht die inneren Werte, die z\u00e4hlen. Deswegen du\u0308rfen Karotte, Gurke und Kartoffel des Coop-Labels (seit 2013) auch schief und krumm gewachsen sein. Sie finden trotz ihrer beschr\u00e4nkten \u00e4usserlichen Attraktivit\u00e4t den Weg u\u0308ber die Ladentheke in unsere Tasche \u2014 zum Vorzugspreis. Erh\u00e4ltlich in allen gr\u00f6sseren Coop-Filialen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zero Waste\/Tante Emma reloaded<\/h3>\n\n<p>Egal ob bio, vegetarisch oder vegan: Nahrungsmittel produzieren jede Menge Verpackungsmu\u0308ll. Den k\u00f6nnen wir vielleicht nicht auf dem Transport reduzieren, dafu\u0308r aber im Laden: Zero Waste (oder Tante Emma reloaded) heisst der neue Trend zum suffizienten Einkaufen mit mitgebrachten Beh\u00e4ltern, aber ohne Verpackung. Selber bestimmen, wie viel man wirklich braucht, und vor allem: kein mu\u0308hsames Auspacken mehr. Die eingeschweisste Zahnbu\u0308rste bleibt im Regal. Noch viel wichtiger: kein Mu\u0308ll mehr. In London (Unpackaged) oder Berlin (Original Unverpackt) florieren die verpackungsfreien Superm\u00e4rkte bereits. Und auch bei uns in der Schweiz finden sich die ersten L\u00e4den, unter anderem das <a href=\"https:\/\/foifi.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Foifi<\/a> in Z\u00fcrich und die <a href=\"https:\/\/www.abfuellerei-basel.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Abf\u00fcllerei<\/a> in Basel.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Resteschlemmerei<\/h3>\n\n<p>In folgenden Gastst\u00e4tten gibt es keine Reste. R\u00fcstabf\u00e4lle werden getrocknet und zu Kr\u00e4utersalz verarbeitet, das Brot von gestern kommt frisch auf den Tisch und das Menu\u0308 erfindet sich jeden Tag neu: Die <a href=\"http:\/\/www.aess-bar.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00c4ss-Bar<\/a> unter anderem in Zu\u0308rich und Bern und <a href=\"https:\/\/mein-kuechenchef.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mein Ku\u0308chenchef<\/a> in Bern.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/61511c84-8e393ad88b1c354331235c464068cfa8.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Precycling<\/h3>\n\n<p>Recycling ist wichtig und gut. Das Upcycling, bei dem alte Produkte einen h\u00f6heren Wert erhalten, ist wunderbar und voller \u00dcberraschungen. Precycling hingegen ist das oberste Gebot: Fang \u2014 mit \u2014 dem \u2014 Mu\u0308ll \u2014 erst \u2014 gar \u2014 nicht \u2014 an.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Tauschen<\/h3>\n\n<p>Leihen und Tauschen ist umst\u00e4ndlich? Das war gestern. Das Internet als Vermittlungsinstanz zwischen den Tauschpartnern vereinfacht die Kommunikation, ist schnell und erlaubt erst noch einen internationalen Austausch. In Zukunft wird es hoffentlich noch einfacher, nicht nur Kleider, Musik, Bu\u0308cher und sogar Urlaubsorte zu tauschen, sondern auch Zeit. Das geht so: Die eine Person fu\u0308llt der andern die Steuererkl\u00e4rung aus, geht fu\u0308r sie einkaufen oder liest vor. Mit der gutgeschriebenen Zeit kann sie bei jemand anderem eine Leistung kaufen, die denselben Zeitaufwand erfordert.<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kleidertausch kennen wir schon l\u00e4nger. Funktioniert immer wieder prima: <a href=\"http:\/\/www.kleiderkreisel.de\">kleiderkreisel.de<\/a><\/li><li>Wir tauschen Wohnung in Z\u00fcrich gegen Apartment in Madrid. Oder so \u00e4hnlich: <a href=\"http:\/\/de.homeforhome.com\/\">homeforhome.com<\/a><\/li><li>Es gibt sie tats\u00e4chlich. Die Menschen, die es schaffen sich Zeit zu nehmen um Zeit zu geben:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.tauschenamfluss.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.tauschenamfluss.ch<\/a><\/li><\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Cradle to Cradle<\/h3>\n\n<p>Das \u00abVon der Wiege zur Wiege\u00bb- Prinzip meint das pure Gegenteil unserer \u00abVon der Wiege bis zur Bahre\u00bb-Wegwerfwirtschaft. Material soll gebraucht und nicht verbraucht werden. Vor allem sollen alle Rohstoffe vollst\u00e4ndig wiederverwendet werden. Ein simples Beispiel ist die Kompost-Toilette, die mit dem \u00abHuman Output\u00bb den Boden du\u0308ngt und so einen natu\u0308rlichen Kreislauf schliesst.<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Viele weitere innovative und erstaunliche Ideen gibt\u2019s <a href=\"https:\/\/c2c-ev.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Repair Caf\u00e9s<\/h3>\n\n<p>Das Wort \u00abaufgeben\u00bb hat hier nix zu suchen. Wer hierherkommt, tut wirklich was fu\u0308r die Beziehung. Ob dein Smartphone zickt oder dein Toaster nur noch verbrannte Scheiben ausspuckt: Ehrenamtlich-geniale Tu\u0308ftler und Bastler, Reparaturexperten eben, helfen dir, dem ewigen Neukaufen, Konsumieren und Wegwerfen einen Riegel vorzuschieben. Das Konzept ist simpel: Den kaputten Stuhl beim n\u00e4chsten Repair Caf\u00e9 vorbeibringen, mit einem Experten das gebrochene Bein leimen und dabei Kaffee und Kuchen geniessen. Bravo!<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Mehr Termine und Infos <a href=\"https:\/\/repair-cafe.ch\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a><\/li><\/ul>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/3b6e2537-1b8a055bbb135c12de1ebd5e1db85d47.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Buy Nothing Day<\/h3>\n\n<p>Immer am letzten Samstag im November findet europaweit der Buy Nothing Day statt. Konsumkritiker fordern eine Atempause vom ewigen Kaufen und Konsumieren. Lasst die Ruhe einkehren \u2014 nicht nur im Geldbeutel. Kurz bevor der Weihnachtsrummel losgeht und wir vor lauter Kaufen vergessen, dass wir dieses Jahr ja eigentlich mal nichts schenken wollten, kommt jedes Jahr die kurzweilige Suffizienz fu\u0308r einen Tag. Denkanstoss garantiert, Potenzial zur Fortsetzung. Vielleicht der erste Schritt zu einem Weniger.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/963edfb4-822bbed9f37d829e91d0acc2425a5f68.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kollektives G\u00e4rtnern<\/h3>\n\n<p>Der Wunsch nach Selbstversorgung ist in die St\u00e4dte eingezogen und wieder hip. Eine \u00f6kologisch angehauchte Alternativbewegung versammelt sich unter klangvollen Namen wie <a href=\"https:\/\/www.vegandthecity.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Urban Gardener<\/a>, KoG\u00e4 (Kollektives G\u00e4rtnern) oder Local Food zum gemeinschaftlichen G\u00e4rtnern. Die Idee sozialer Gartenarbeit und \u00f6kologischer Landwirtschaft f\u00e4llt auch hierzulande auf fruchtbaren Boden. Im Gegensatz zum parzellenscharf aufgeteilten Schrebergarten entwickelt sich eine neue und beru\u0308hrende Stadt\u00e4sthetik. Die G\u00e4rten sind oft zwischen Strassen und Geb\u00e4uden auf alten oder neuen Brachen angesiedelt. Die Ein\u00f6de verwandelt sich in eine gru\u0308ne Oase inmitten der Stadt und bietet auch Lebensraum und Nahrung fu\u0308r Wildbienen und andere Insekten.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Local Sharing<\/h3>\n\n<p>Teilen unter Nachbarn geh\u00f6rt zum A und O eines guten Quartiers. Weniger monet\u00e4r, offline und vor allem lokal kommt der Verein Pumpipumpe daher. Nachbarn k\u00f6nnen Dinge, die sie nicht so oft brauchen, einfach gemeinsam nutzen. Wer etwas zum Verleihen hat, kommuniziert das u\u0308ber toll illustrierte Sticker. Als Pinnwand dient der Briefkasten.<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Mehr zum herzigsten Verein Z\u00fcrichs <a href=\"http:\/\/www.pumpipumpe.ch\">pumpipumpe<\/a><\/li><\/ul>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Digitaler Nomade<\/h3>\n\n<p>Der Name hat\u2019s in sich. Dein Zuhause ist da, wo dein Rechner ins Internet kommt. Du arbeitest ortsunabh\u00e4ngig und brauchst nicht nur keinen festen Arbeitsplatz, du willst auch keinen. Als moderner Wanderarbeiter f\u00e4ngt die Arbeit fu\u0308r dich da an, wo andere Urlaub machen. Indonesien oder Las Vegas, Djakarta oder Mumbai, das spielt keine Rolle. Dein Credo ist, sich u\u0308berall auf der Welt zu Hause zu fu\u0308hlen. Das klingt toll! Wer sein Bu\u0308ro auf einen Rechner packt und sein u\u0308briges Leben in einem Koffer mit sich tr\u00e4gt, wirkt ganz sch\u00f6n suffizient: So viel wie n\u00f6tig, so wenig wie m\u00f6glich. Wenn da nur nicht die unz\u00e4hligen Flugmeilen und der riesige CO2-Fussabdruck w\u00e4ren. Wie gut, dass es auch Digital Natives gibt, die in der Heimat bleiben und im Home Office arbeiten. Selbst\u00e4ndig.<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Mehr Infos hier: <a href=\"https:\/\/www.planetbackpack.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">planetbackpack.de<\/a><\/li><\/ul>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/d9cc18df-3aab6f8aa508d6aeb3351b1fc4e93184.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Baugruppen<\/h3>\n\n<p>Wenn Brachen und Freir\u00e4ume von Investmentgesellschaften erobert werden, steigen Wohnungspreise und Mieten in unmenschliche H\u00f6hen. Wer eine andere Vorstellung von Stadtentwicklung hat \u2013 und das haben zum Glu\u0308ck viele \u2013 schliesst sich mit Gleichgesinnten zu einer Baugruppe zusammen und investiert. Erst einmal Geld, aber auch Zeit und Energie in die Planung und Umsetzung von Wohnprojekten nach den eigenen Vorstellungen. Gemeinschaftlich, \u00f6kologischer, selbstbestimmt und vor allem gu\u0308nstiger haben die Wohnprojekte der Baugruppen das Potenzial, die Wohnungskrise zumindest teilweise zu entsch\u00e4rfen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wohngemeinschaft<\/h3>\n\n<p>Zusammen ist man weniger allein. Leider? Zum Glu\u0308ck? Das entscheidet jeder und jede fu\u0308r sich. Fakt ist: Wer zusammenlebt, teilt mehr und braucht weniger. Ku\u0308chenger\u00e4te, M\u00f6bel, Telefon, Fernseher und manchmal sogar das Haustier sind nur ein paar Beispiele.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2000-Watt-Gesellschaft\/Energieverbrauch<\/h3>\n\n<p>Unser Lebensstil hat einen immensen Energieverbrauch zur Folge. Technische Errungenschaften reduzieren ihn \u2013 man lobt die Effizienz von allerlei Ger\u00e4ten. Aber erst mit der Suffizienz erfu\u0308llt die Effizienz ihren Zweck: Ist ein geheiztes Badezimmer n\u00f6tig? Muss ich jeden Tag duschen? Brauche ich fu\u0308rs H\u00e4ndewaschen tats\u00e4chlich warmes Wasser oder t\u00e4te es auch kaltes? Wieso spu\u0308le ich das Geschirr eigentlich vor? Und: Brauche ich die vielen technischen Ger\u00e4te wirklich?<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bu\u0308rogemeinschaft<\/h3>\n\n<p>In der Bu\u0308rogemeinschaft wirkt der Grafiker neben dem Psychologen, der wiederum dem Biologen gegenu\u0308bersitzt, der in seinem Ru\u0308cken den Architekten weiss (dessen Partnerin Umweltingenieurin ist). Hier kommt alles zusammen, was arbeitet und flexibel sein m\u00f6chte. Wer jung (im Beruf) ist, ohne Kapital fu\u0308rs eigene Bu\u0308ro oder das Geld fu\u0308r andere Dinge sparen m\u00f6chte, findet hier viele schlaue K\u00f6pfe auf einem Haufen \u2014 ein Quell der Ideen. Wird oft mit Starbucks verwechselt.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image  caption-style-blue-overlay caption-alignment-center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2020\/04\/0b6a09bb-521003288c9207b3ad562766759807a4.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weltenwanderer<\/h3>\n\n<p>Fu\u0308r den Weltenwanderer ist der Weg das Ziel. Seine Gedanken und Begegnungen halten mit seinem Schritt mit. Es gibt keine Eile, keine Ziele, die erreicht werden mu\u0308ssen. Der Weltenwanderer reduziert sein Gep\u00e4ck auf das, was er tragen kann. Er ist ein zeitloser Minimalist.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Reisen<\/h3>\n\n<p>Suffizientes Reisen wagt Neues: Stadtwandern verspricht das Abenteuer vor der Haustu\u0308re. Der Autor Rene P. Moor schl\u00e4gt dazu ein Experiment vor: Man gehe einmal von einem beliebigen Startpunkt los, vorerst nach links, bei der ersten Strassenkreuzung nach rechts, bei der n\u00e4chsten wieder nach links und so weiter. Dieses Links-Rechts- Schema fu\u0308hrt auf eine spannende Reise, deren Ausgang ungewiss ist und die auch keinen Stadtplan erfordert.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mobilit\u00e4t<\/h3>\n\n<p>Die suffiziente Mobilit\u00e4t meint im Grunde die maximale Fortbewegung unter minimalem Energieverbrauch. Die Ans\u00e4tze sind vielf\u00e4ltig: Leben mit Car- und Bikesharing, maximale Nutzung des \u00f6ffentlichen Verkehrs, Mitfahrgelegenheiten fu\u0308r Schrank, Bett oder Tisch \u2014 und natu\u0308rlich fu\u0308r dich.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fussl\u00e4ufer\/ Autobiomobilit\u00e4tsmechanismus<\/h3>\n\n<p>Autobiomobilit\u00e4tsmechanismus \u2014 oder einfach zu Fuss gehen. Die suffizienteste Art der Fortbewegung u\u0308berhaupt ist kostenlos, umweltfreundlich und fu\u0308hrt u\u0308ber jede Grenze. Leise und auch noch gesund. Wer sich auf sein Fusswerk besinnt, ist sicher kein Trendsetter. Dann schon eher ein Trendkehrer. Wie sagte doch schon der deutsche Dichter Johann Gottfried Seume: \u00abEs ginge alles besser, wenn man mehr ginge.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir starten mit unserer Best-Of-Serie: In den n\u00e4chsten Monaten schalten wir in loser Folge die Lieblingsartikel unserer Redaktionsmitglieder\u00a0nochmals auf.\u00a0Diese haben sie aus den meistgelesenen Online-Stories der letzten Jahre ausgesucht. 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